VÖ-Praxis bei Mehrteilern und Serien - Ein ewiges Ärgernis?

      Ich bezog mich mit meiner Irritation aber einzig auf den Diskussionsverlauf hier. Und da hatte @hoerspiel eben direkt zu Beginn auf den Shop und die Infos dort verwiesen.
      Darum verstehe ich halt nicht, wie man dann immer noch ernsthaft glauben kann, auch die CD-Lauflänge könnte 54 Minuten betragen.

      Aber die Kommunikation von maritim ist natürlich blöd, da haben wir keinen Dissens. :)
      Die Art und Weise wie man Hörspiele veröffentlichen kann, hat in den letzten Jahren eine große Wandlung erlebt. Früher war alles recht einfach. Eine Serie oder Reihe hat alle paar Monate eine neue Folge spendiert bekommen. Oder eben nicht. Dann wurde die Serie/Reihe still und heimlich beendet. Heute haben wir deutlich verschiedenere Möglichkeiten wie Hörspielserien veröffentlicht werden.

      Sie werden in ganzen Staffeln veröffentlicht. Dann hat man alles sofort am Stück, kann es sofort verschlingen, muss danach aber ein Jahr warten bis es weitergeht.

      Oder man veröffentlicht weiter nur eine Folge nach gewisser Zeit. Manche Label veröffentlichen dann jede Woche einen neuen Teil. Wie bei dem wunderbaren Das verdrehte Leben der Amelie. Oder jedes Monat eine neue Folge. Wie man es bei Midnight Tales macht. Oder halt jedes zweite oder dritte Monat.

      Dabei muss man nun auch unterscheiden ob eine Serie abgeschlossen ist. Oder ob sie Endlos weiter geht. Ob es mit einem Cliffhanger endet. Oder ob sie für sich alleine stehen kann. Und dann kommen noch die diversen Medien dazu, also ob im Stream, als Download oder auf CD.

      Es ist also im Vergleich zu 70igern, 80igern,90igern und auch noch 00er Jahren heute alles deutlich komplexer und komplizierter. Vor allem wo die Hörer/innen heute auch unterschiedliche Präferenzen haben. Egal also für was sich ein Label entscheidet, irgendjemand wird auf jeden Fall sauer sein. Auf den Titel dieses threads bezogen, würde ich daher sagen, dass es erst seit rund 10 Jahren ein tatsächliches Ärgernis darstellt, weil es, im Grunde ja sehr positiv, so viele verschiedene Möglichkeiten gibt wie man Hörspiele veröffentlicht. Daher würde ich nicht von einem „ewigen“ Ärgernis sondern von einem relativ erst seit kurzem akuten Ärgernis sprechen.

      Ich selbst kann mit allen VÖ-Arten gut umgehen. Und finde alle Arten haben durchaus etwas reizvolles an sich. Ich würde sogar so weit gehen, dass ich nicht alles nach Schema F, wie früher, veröffentlicht haben muss. Ich brauche nicht immer eine komplette Staffel veröffentlicht haben. Ich muss nicht jeden Freitag eine neue Folge herbeisehnen und ich brauche auch nicht bei jeder Serie alle 3 Monate einen neuen Teil. Die Mischung macht es aus. Die Abwechslung! UND ganz wichtig, die passende VÖ-Politik für das passende Format. Manchmal erweist sich das eine als praktikabel, manchmal das andere.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Stimmt, es hängt natürlich auch stark davon ab, wie die Serie funktioniert. Das kann man natürlich nocht pauschal sagen.

      Bei Serien und Reihen mit großer Eigenständigkeit mag sich eine VÖ mit gewissem zeitlichem Abstand zwischen den Folgen sogar anbieten, damit die einzelnen Geschichten besser für sich wirken. Sonst droht eben alles in einem Rutsch weggehört zu werden, und es bleibt kaum Nachhall, was die Details der Einzelfolgen angeht.

      Bei einer Serie mit zusammenhängendem Plot und rotem Faden halte ich aber eine berechenbare VÖ mittlerweile für "Pflicht". Anders funktioniert so etwas nicht. Wenn die Abstände zu groß sind, verflacht das Gefühl. Es ist beim Weiterhören einfach nichts mehr da, wo die neue Folge direkt andocken könnte, und nicht jeder hat Lust und Zeit, bei Erscheinen einer neuen Folge einen Komplettdurchlauf zu starten.

      Bei solchen Geschichten kann eine ganze Staffel-VÖ natürlich obendrein für ein besonders intensives Hör-Erlebnis sorgen.