Dark Holmes [CONTENDO]

      Zunächst einmal geht es ja nicht in erster Linie ums Bewerten, wenn ich das richtig verstanden habe, sondern um den parallelen Austausch. Und dann ist das Ganze ja explizit als Serie konzipiert und wird auch so veröffentlicht - und eben nicht als ein Hörspiel in dreizehn Teilen -, also sehe ich schon die Möglichkeit, die einzelnen Episoden ein Stück weit auch für sich zu betrachten. Natürlich nicht völlig isoliert, sondern im Kontext, klar. Aber ich stelle mir einen Austausch durchaus spannend vor. Zumal man dann ja auch mal wieder ein bisschen spekulieren kann. Sofern die Handlung das hergibt. :)
      Die Folgen sind ja recht kurz. Ja, 40 Minuten beim Kakao kann ich gut hören. Um 6:00 Früh bin ich aber wieder eingeschlafen bzw. war so in einem Halbschlaf. deshalb fand ich es zuerst ziemlich fad und verworren. Das hat sich dann aber beim zweiten Hören ganz anders angehört. Hat mir gefallen. Folge 2 hab ich dann beim 10km Lauf gehört. Da war die Lauflänge auch sehr angenehm. Folge 2 fand ich dann aber eher wieder sehr konventionell und zu erwarten. Ich bin neugierig ob man uns hier ganz neue Facetten eines Sherlock Holmes präsentiert oder ob er letztlich doch wieder der gewohnte Sherlock bleibt. Ich bleibe dabei :thumbsup:
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Ich habe Folge 1 vorhin gehört. Die Folge bietet einen Einstieg in die Handlung und hat gleichzeitig einen Kammerspiel-Aspekt. Durch die Verhandlung lernt man auch einige Charaktere kennen, ohne sie direkt durchschauen zu können. Sherlock ist hier noch etwas im Hintergrund, doch gegen Ende fährt die Folge noch einmal auf. Tatsächlich sehr spannend, was auch definitiv Lust auf mehr macht. Und ich bin mir sicher, dass da noch so einiges kommen kann. :D

      Insgesamt ein gelungener Einstieg, der auf eine interessante Prämisse zurückgreift. Folge 2 kann kommen. :)
      Ich habe heute Morgen auch die erste Folge gehört und sie hat mir so gut gefallen, dass ich weiterhören werde.

      OBWOHL ich mich zu den Holmes-Fans zähle und erstmal mit den Augen gerollt habe, dass hier die Figuren und deren Eigenschaften in einen Mixer gegeben und über Texas ausgeschüttet wurden. Für mich reicht da ein "Warum nicht?" nicht als Argument, ich brauche zumindest für mich eine Rechtfertigung, warum man ausgerechnet die ACD-Figuren dafür nutzen musste, von der Werbewirkung mal abgesehen. Die sehe ich noch nicht, diese Rechtfertigung. Für mich.

      Ich weiß aber auch, dass diese Kritik leicht und wohlfeil ist, egal wie man es macht, die Fans moppern immer. Das sieht man gerade sehr schön bei Holysoft, die ja auch eine neue Holmes- und Van Dusen-Serie gestartet haben. Holmes sehr traditionell, die Fans moppern, Van Dusen hat überhaupt nix mehr mit dem Original zu tun, die Fans moppern. Wie man es macht..

      Deshalb warte ich jetzt einfach mal ab, wie sich diese neue Contendo-Serie entwickelt. Vertrauensvorschuss für das Label ist da (viele andere, gute bis hervorragende Serien), die erste Folge war sehr gut produziert und geschrieben, für ein Urteil ist es noch zu früh. Potential für eine gute Serie ist definitiv da.
      Klar, irgendwer raunzt immer. Aber gleichzeitig muss man auch schreiben, dass es irgendwem auch immer gefällt. Je mehr hören um so verschiedenere „Gefallensgruppen“ gibt es.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Also auch auf die Gefahr hin, mich damit bei einigen unbeliebt zu machen, drängt es mich schon, mal kundzutun, dass mich ein Teil der Aussagen, die Stand: jetzt, nach gerade mal Folge 2, oder sogar schon vor VÖ auf den verschiedenen Plattformen rausgehauen werden/wurden, wirklich etwas befremdet. Ich finde da manches auch in ziemlich kleinem Karo gestickt...

      Es ist natürlich jedem leidenschaftlichen Holmes-Fan unbenommen, sich für einen neuen Ansatz absolut nicht erwärmen zu können oder zu wollen. Und natürlich ist es auch jedem unbenommen, das Ergebnis aus sachlichen Gründen schlecht zu finden, etwa weil die Plots unglaubwürdig sind, die Dialoge albern oder die Charaktere wenig lebensecht, aber an dieser Serie zu kritisieren, dass sie bei ihrer Holmes-Interpretation einen ganz neuen Ansatz zu verfolgen sucht, finde ich ein bisschen absurd - denn das ist ja nun mal die Prämisse, die ja auch durch Titelgebung, Klappentexte und auch Cover im Vorfeld mehr als deutlich kommuniziert wurde.

      Wenn man dem also per se ablehnend gegenübersteht, dann sollte man sich fragen, was man bei einer Serie wie dieser überhaupt sucht? Denn es ist ja klar, dass man sich auf diese Prämisse einzulassen bereit sein muss.

      Den Vorwurf, der bei einigen Meinungsäußerungen zwischen den Zeilen mitschwingt, dass nämlich nur der Name Holmes genutzt werde, um das werbetechnisch ausschlachten zu können, ist, je nach dem, wie er gemeint ist, entweder infam oder banal.
      Banal, weil natürlich jedes Label auch darauf schaut, Hörspiele zu produzieren, die auch gekauft werden, um damit Geld zu verdienen.
      Infam, weil er mit Naserümpfen geäußert wird, als würden die Beteiligten gewissenlos ein großes Kunstwerk besudeln, um ihr hemmungsloses Gewinnstreben auf seine Kosten zu stillen.

      Hat schon mal jemand darüber nachgedacht, wie viel Herzblut auch in der Produktion stecken dürfte?!

      Erik Albrodt ist sicher keiner von den Vielschreibern, die in Masse irgendwelchen Schnodderkram raushauen, nur damit ihr Name auf möglichst vielen Hörspielcovern prangt. Im Gegenteil, er ist ein Autor, der mir altem Korinthenkacker durch große Sorgfalt und Liebe zum Detail aufgefallen ist.

      Und ich finde den Vorwurf auch in Bezug auf Christoph Piasecki einfach etwas unverfroren. Kaum ein Hörspielmacher des kommerziellen Sektors ist so experimentierfreudig wie er.
      Und für diese Serie hat er extra die Musik passgenau auf die Hörspielfolgen zuschneiden lassen, wie er berichtet hat. Die Sprecherinnen und Sprecher sind erstklassig und in der Konstellation so noch nicht zu hören gewesen.

      Dies also nun alles zu subsumieren unter: Die wollen ja nur den Goldesel melken, finde ich völlig deplaziert.

      Ein bisschen will es mir erscheinen, als suchte da jetzt so mancher das Haar in der Suppe, weil ihm einfach die Serienprämisse nicht gefällt, dabei können wir zum jetzigen Zeitpunkt schlicht noch nicht wissen, wie gerechtfertigt die Abänderungen uns am Ende erscheinen werden.

      Mal abgesehen davon, hat ja auch jeder seine eigenen, persönlichen Grenzen des Erträglichen bei solchen Neuinterpretstionen. Da hat nicht der eine Hörer mit seinem Standpunkt ein größeres Gewicht, nur weil er als Holmes-Experte bekannt ist.

      Wie gesagt, die Serie Dark Holmes hat aus ihrer Prämisse, anders zu sein, nie einen Hehl gemacht. Niemand kann sich also beschweren, in die Irre geführt worden zu sein. Wie weit sich das Ganze von den Beigaben Doyles entfernt, kann man noch nicht abschließend sagen, allerdings war schon der Cumberbatch-Holmes meilenweit von den Ursprüngen entfernt.

      Ich für meinen Geschmack brauche jedenfalls keine weitere schnarchlangweilige Holmes-Serie, die sich vermeintliche Originaltreue auf die Fahnen geschrieben hat, im Grunde aber nur mit drögen Endlosdialogen zwischen zwei ältlichen Herren langweilen. Ich freue mich über neue Ansätze, neue Herangehensweisen - allein dadurch bekommt man mich überhaupt noch dazu, dem ollen Holmes eine Chance zu geben.

      Für die Puristen gibt es doch bereits genug Auswahl: Pasetti, Rode, Tennstedt, um nur mal drei Sprecher zu nennen, die in zigfacher Ausführung dem textgetreuen Holmes ins Leben verholfen haben.

      Aber warum nicht mal etwas Neues mit diesem Charakter versuchen? Einen "dark" Holmes kreieren?
      Ich bin gespannt, was Albrodt und Piasecki mit ihrem Holmes anstellen werden. Und wenn mich das am Ende nicht überzeugt, dann werde ich das in meiner gewohnt dezenten Art bekunden - aber sicher nicht aus Gründen, die für mich völlig am Kern der Sache vorbeigehen - und auch ein bisschen unfair sind.

      Meine Meinung. :)

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      Auf wen beziehst Du konkret Deine Kritik? Bis auf @Tribble hat sich bis dato ja noch niemand negativ geäußert. Und @Tribble ist in dieser Beziehung halt sehr feinfühlig weil er an den Namen Holmes besonders hohe Ansprüche, „seine“ speziellen Ansprüche stellt. Kann damit auch nicht viel anfangen. Letztlich profitieren wir hier aber des Öfteren von seinem großen Wissen rund um Holmes! Ich gestehe ihm da gerne auch eine etwas eigenwillige Fansicht ein. Er ist da halt ein Spezialist mit speziellen Erwartungen. Diese werden für ihn nicht erfüllt. Warum hat er sehr ausführlich erklärt, auch wenn ich selbst es anders sehe, und ich es seiner Meinung nach nicht kapiert habe :P Geschenkt. Sonst schreibt doch ohnehin jeder hier sehr positiv. Oder hab ich da was übersehen und überlesen. Mir haben die ersten beiden Folgen auch gut gefallen. Finde auch die Idee dahinter gelungen. Kann auch mit diesem Holmes gut leben. Aber ich bin da auch ehrlich, mir hat Heuer schon einiges besser gefallen.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Stimmt, ich hätte das deutlicher herausstreichen sollen, dass ich mich ganz allgemein auf den Austausch zum Thema beziehe, nicht allein auf diesen Thread oder überhaupt den Talk. Weiter oben wurde ja zB auch der Link zum Hörgrusel gesetzt, und auch hier gibt es ein paar mehr oder weniger deutliche Anklänge in Richtung dessen, was ich kritisiere.

      Wie gesagt, das ist mir in Teilen nicht nachvollziehbar.

      Aber natürlich kann auch ein Tribble es so sehen, wie er es sieht. Ich halte ja nur meine Ansicht der seinen entgegen, mehr nicht.

      Danke für den Hinweis. So konnte ich das klarstellen. :)
      Am Freitag ist es so weit! „Holmes auf der Flucht“ geht weiter ;)
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Ich fand die ersten beiden Folgen sehr reizvoll und sie haben mir wirklich gut gefallen. Auch konnte man schön darüber diskutieren. Der Slogan „in Kino-Qualität“ finde ich aber zu hoch gegriffen. Dafür fehlt für meinen Geschmack die Riege der absoluten Top Sprecher der Synchronszene, dafür sind die Folgen zu kurz und dafür bräuchte es auch einen entsprechenden Mehrkanalton. Besser fände ich wenn man Anlehnungen an klassische NETFLIX-Serien machen würde. Das würde deutlich besser passen und würde der Serie mehr gerecht werden.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      So, in knapp zwei Stunden folgt die nächste Folge.
      Ich muss gestehen, dass ich im ganzen Alltagstrubel ein bisschen den Überblick verloren habe, was alles in Folge 2 vorgefallen ist. Die werde ich mir wohl also auch noch einmal geben müssen.

      Wie sieht's bei Euch aus?
      Startet Ihr direkt mit der #3?
      Oder seid Ihr am Ende noch gar nicht so weit?
      Ich höre aktuell eigentlich den neuen Fitzek. Mache aber für unsere Lupe eine Pause und höre die 3. Habe die ersten 2 Folgen noch gut im Kopf.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Da ich die ersten beiden Folgen ja etwas später gehört hab, kann ich schon direkt weitermachen.
      Ich hab ja damals 2002 in der Wiener U3 zwischen Volkstheater und Neubaugasse mit dem Motorala A920 von Drei und Leni Riefenstahl das erste Selfie der Geschichte geknipst” - Aus meiner Biografie, erschienen im Jahr 2039, geschrieben im Jahr zuvor am Pool einer Finca auf den Balearen