GABRIEL BURNS - Hardenbergs Serienbesprechung (SPOILER!)

      GABRIEL BURNS - Hardenbergs Serienbesprechung (SPOILER!)

      Da Interesse an meiner Serienbesprechung zum Thema Gabriel Burns bestand, die ich vor ein paar Jahren verfasst hatte und die leider, wie die Serie selbst, unvollendet blieb, mache ich mir jetzt mal die Mühe, sie hier im Hörspieltalk einzustellen. Ich werde die Rezis nach und nach anfügen, nicht alles auf einmal, weil das doch ein bisschen Aufwand ist. Und wer weiß - vielleicht motiviert mich das ja, auch die wenigen verbliebenen Folgen, die ich noch nicht besprochen hatte, nun nachzuliefern. Ich hatte an einer Stelle geendet, die ich als einen der Tiefpunkte der Serie betrachten würde - bevor die Serie dann einen überraschenden Schlenker machte und jenseits der Folge 30 wieder erstaunlich anzog. Es fehlen also tatsächlich nur noch knapp zehn der fünfundvierzig erschienenen Folgen.

      Da es hier um eine Serie geht, bei der alles mit der Handlung steht und fällt, hier noch einer der beliebten Disclaimer: Es wird in jeder Folge zu fetten SPOILERN kommen, anders kann man eine Serie wie Gabriel Burns nicht vernünftig besprechen. Wenn Ihr die Serie also noch nicht gehört habt, erspart Euch meine Besprechungen und hört erst mal selbst rein. :)

      Nun denn, auf geht's! :)


      Gabriel Burns (01) Der Flüsterer



      (Bildquelle: amazon)

      Aufbruch in die Stadt der lebenden Toten

      Inhalt laut Klappentext
      Ich weiß, was Angst ist. Wie sie sich anfühlt, wie sie den Verstand lähmt und jeden in ein hilfloses, zitterndes Etwas verwandeln kann. Ich muss von schrecklichen Begebenheiten berichten, die zumeist im Verborgenen, aber manchmal auch in unserer unmittelbaren Nähe geschahen. Und noch immer geschehen. Es wäre ein verhängnisvoller Fehler, die Menschen darüber im Unklaren zu lassen.
      Es ist an der Zeit, dass sie die Wahrheit erfahren...

      Steven Burns Verstand befindet sich im freien Fall. Ihm bleibt keine andere Wahl, als das Angebot eines geheimnisvollen Fremden anzunehmen. Tausend Meilen nördlich von Vancouver begegnet Steven Burns den ersten Boten einer furchtbaren Macht und den Schatten seiner eigenen Vergangenheit.


      Meinung
      Mit dem Abstand der Jahre merkt man dieser ersten Folge der Reihe durchaus ihr Alter an: Vieles, was später völlig ausgereift und bis ins kleinste Detail perfekt rüberkommt, klingt zu Beginn noch etwas holpriger und unbeholfener. So gibt es hin und wieder kleine Pausen zwischen dem Szenenabschluss und Einsetzen der Musik, und auch nicht jeder der Gastsprecher kann auf ganzer Linie überzeugen - doch bleiben diese winzigen Unzulänglichkeiten marginal, fallen kaum ins Gewicht und nehmen der Folge insgesamt nichts von seiner Kraft und Intensität.

      Im Gegenteil, wie die kreativen Köpfe hinter dem Seriengeschehen, Raimon Weber und Volker Sassenberg, mit wenigen Strichen die Exposition zeichnen und danach direkt in die Folge einsteigen - und dies alles in einem kraftvollen Parforce-Ritt -, das ist wirklich beeindruckend, vor allem wenn man auch bedenkt, dass hinter dieser Produktion seinerzeit keine alten Hasen standen, sondern letztlich, was das Thema Hörspiel angeht, nahezu Debütanten.

      Wir lernen den Protagonisten Steven Burns als missmutigen Taxifahrer und erfolglosen Schriftsteller mit Kindheitstrauma kennen, der von einer jungen Dame, Joyce Kramer, erst in ein blutiges Verbrechen geführt und dann, unter Hinweis auf diese Untat, bei der Burns vermeintlich unter Verdacht gerät, von einem undurchsichtigen Mann namens Bakerman mit einem Suchauftrag in eine Gemeidne namens Eden Creek geschickt wird, um dort nach einem verschwundenen Mitarbeiter zu suchen. Gleichzeitig ermuntert ihn auch eine anonyme Flüsterstimme am Telefon zu diesem Trip. Dort angekommen, wird Burns an der Seite des Forstmitarbeiters Larry Newman mit einer von Sinnen geratenen Gemeinde und düsteren Fluggestalten, die von einer Bewohnerin Eden Creeks als Graue Engel bezeichnet werden, konfrontiert. Es kommt zu düsteren Unternehmungen, blutigen Auseinandersetzungen - und am Ende zu einem kleinen Wunder: Burns lässt aus unerfindlichem Grund einen Grauen Engel, der ihn zuvor angegriffen hat, einfach verschwinden. Eine besondere Gabe? Psychokinese?
      Nichts Genaues weiß man nicht.

      Wow!
      An dieser Auftaktfolge stimmt einfach alles.
      Auch wenn man als Neueinsteiger vermutlich erst mal gehörig im Dunkeln tappt. Wer ist Bakerman? Wofür steht er? Wer ist der Flüsterer? Was geschieht mit Steven Burns? Was trägt sich in Eden Creek zu? Wer ist für die Ereignisse, die Kontamination und die Injektionen im Nacken der Bewohner verantwortlich? Und was genau sind die Grauen Engel?Im Grunde wird hier bereits der Fächer an Themen und Fragen eröffnet, der uns über all die weiteren Folgen beschäftigen wird.
      Jedem Neueinsteiger sei jedoch gesagt: Es braucht ganz unbedingt Geduld. Vieles wird sich erst viel später klären; einiges ist bis heute noch im Unklaren.

      Aber für eine erste Folge macht Der Flüsterer schlicht und ergreifend, was das Skript angeht, alles richtig.

      Die Sprecher beeindrucken, vor allem natürlich der Erzähler Jürgen Kluckert, der in dieser ersten Folge noch ein wenig kraftvoller und agiler den Erzähler spricht, während er später düsterer und bedächtiger klingt. Es ist eine Wonne, zu erleben, wie Weber und Sassenberg den Erzähler bei Gabriel Burns anlegen. Er spricht zu Beginn in der Ich-Form; dies legt nahe, dass er nicht nur allwissender Erzähler außerhalb des Geschehens ist. Andererseits tritt er als Person nie in Erscheinung. Er agiert wie ein klassischer Erzähler, nur dass seine Parts nicht selten in die Haupthandlung eingewoben sind: im Vordergrund schildert Kluckert, was geschieht, im Hintergrund läuft die Aktion ab. Wir hören also gleichzeitig der Erzählerpart und die szenische Umsetzung, was dem Ganzen eine ungeheuerliche Dynamik und Intensität gibt. Das ist auch nach all den Jahren wirklich beeindruckend und herausragend.

      Durch diesen Kniff und die kongeniale Umsetzung durch den grandiosen Jürgen Kluckert gewinnt diese Serie von Anfang an so viel Düsternis und Atmosphäre, dass es ein Genuss ist, den rasanten Wendungen der Geschichte zu folgen.

      Nicht minder grandios agiert Ernst Meincke als Bakerman, der den machtvollen, aber zu jeder Zeit undurchsichtigen Strippenzieher mit einer atemberaubenden Kälte gibt. Im Gespann mit der abgeklärten und mit allen Wassern gewaschenen Joyce Kramer, herrlich scharfzüngig interpretiert durch Bianca Krahl, eröffnet diese Figur den Rahmen des gesamten Serienkosmos mit einer solchen Sogwirkung, dass es schwer ist, sich dem zu entziehen.
      Komplettiert wird das feste Ensemble durch Bernd Vollbrecht, der seinen Steven Burns auf sehr überzeugende Weise überrumpelt von den Ereignissen und gleichzeitig tatkräftig spielt, und Björn Schalla als liebenswerter Forstbeamter Larry Newman, der im weiteren Fortlauf der Handlung über seine Rolle als Sidekick weit hinauswachsen darf.

      Die Hauptsprecher erweisen sich wirklich als Glückstreffer. Eine bessere Truppe hätte man wohl kaum zusammenstellen können.

      Ganz wesentlich zum Erfolg dieser Serie trägt von Anfang an auch die Musik bei. In Folge 1 gibt es noch das ein oder andere eher belanglose Musikstück, später wird so etwas ganz verschwinden, doch auch hier bekommen wir schon diese grandiosen, schweren, düsteren Klänge zu hören, die ganz entscheidend das Gesicht dieser Serie prägt. Das beginnt schon allein mit der Eröffnung, der märchenhaften Musik, die den einführenden Worten Hans Paetschs unterlegt sind, danach das Anschwellen der Synthesizer-Klänge, das legendäre Stampfen, um danach mit der bekannten Gabriel Burns-Melodie auf dem Klavier in die Handlung zu starten, über die Jürgen Kluckert seine einführenden Worte legt, die immer mit den Worten enden: Willkommen [in Vancouver] ...

      Das klingt so ausgefeilt, so genial, das ist ein so beeindruckendes Opening, wie ich es bislang kein zweites Mal gehört habe. Auch hier: Besser geht es nicht! Und besser hat es auch in all den Jahren seit dem Erscheinen der ersten Folge von Gabriel Burns niemand gemacht.

      Auch das Sounddesign ist wirklich großartig. Obwohl dies erst die erste Folge dieser Serie ist, obwohl sein Macher damals noch kein alter Hase auf dem Gebiet der Hörspielproduktion war, wird die Handlung hier auf eine so intensive und atmosphärische Weise in einen zu jederzeit vollauf überzeugenden Klangteppich gewoben, dass man die ganze Zeit über das Gefühl hat, mitten im Seriengeschehen zu sein. Dabei verzichtet Sassenberg völlig auf den Bombast und das Krachbumm-Spektakel, dass seinerzeit parallel zu GB ein Oliver Döring bei Sinclair in jeder Folge abbrannte, sondern weiß durchaus auch die leisen Klänge und die Stille zur Schaffung seiner fesselnden Atmosphäre zu nutzen.

      Einziger Wermutstropfen sind einige nicht zur Gänze überzeugende Sprecherleistungen bei Nebenfiguren: So klingt die Mitarbeiterin der Polizisten in Dawson wie eine Figur aus einer Slapstick-Komödie mit ihrem schrillen Gelispel und Jasmin Wagner als Linda Aspin dokumentiert beeindruckend, warum man auf solche Einsätze von Gast-Sternchen doch besser verzichten sollte (sofern man sich vorher nicht des entsprechenden Talents versichert hat).
      Zwar beeinflussen diese beiden Sprecherinnen den Gesamteindruck nicht maßgeblich, aber die Vollständigkeit verlangt zumindest eine Erwähnung.

      Was die Handlung angeht, so lässt sie sich zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht überblicken. Das kann man der Serie allerdings nicht zum Vorwurf machen. Gabriel Burns will eine episch angelegte Mystery-Serie sein - da müssen die ersten Folgen so etwas wie eine Exposition sein. Es wird noch eine ganze Weile dauern, bis sich der erste Nebel lichtet. Aber mit der Kenntnis von heute lässt sich sagen: Es lohnt sich - bei aller Kritik, die von mir noch kommen wird im Fortlauf der Serie, die sogar kommen muss!

      Diese erste Folge von Gabriel Burns ist dagegen wegweisend und kann als Anschauungsmaterial unter Hörspielmachern verteilt werden, um diesen aufzuzeigen, wie man mit Rasanz und ohne überflüssige Umwege und endlos lange Dialoge in ein Episoden- und Seriengeschehen einsteigen kann. Vorbildlich!

      Mit Der Flüsterer beweisen zwei Kreative, dass sie zu den ganz Großen der deutschen Hörspielkunst gehören. Und lassen Wehmut aufkommen, wenn man bedenkt, wie diese Serie nach dem vielversprechenden Anfang über die Jahre geführt wurde.

      Im Fazit also ist Der Flüsterer ein grandioser Einstieg in die hochkomplexe und düstere Mystery-Geschichte Gabriel Burns. Eine hervorragende Regie, großartige Sprecher und eine Atmosphäre, die einen geradezu gefangen nimmt, machen diesen Serienauftakt zu einem kleinen Meisterwerk.

      Ein Meisterwerk - unbedingte Hör- und Kaufempfehlung, auch nach all den Jahren noch!

      #flocke# #flocke# #flocke# #flocke# #flocke#

      (5 von 5 Sternen)



      Gabriel Burns (02) Die Brut



      (Bildquelle: amazon)


      Die Rattenmöpse geben sich die Ehre

      Inhalt laut Klappentext
      Die Sonne verbarg sich hinter einer dichten Wolkendecke. Endlos wand sich der nasse Asphalt in verschlungenen Kurven. Möwenschwärme stießen immer wieder auf das kleine Städtchen hinab, um mit heiserem Krächzen eine Mahlzeit zu ergattern. Die Wellen warfen sich dunkelgrün und schäumend gegen das steinige Ufer.

      Steven Burns fuhr sich mit der Zunge über die trockenen Lippen. Genau in diesem Moment klopfte der Tod an die erste Tür in Port McNeil.Akte grotesker Macht - Sie wollen den Menschen ihr Kostbarstes rauben.

      Meinung
      Nach dem klassischen Mystery-Setting, das uns in der ersten Folge beglückt hat, bekommen wir nun mit Folge 2, Die Brut, eher einen bunten Strauß von Horrorthemen geboten, der ebenso eindringlich wie blutig in Szene gesetzt worden ist.

      Steven Burns erhält einige Zeit nach den Ereignissen in Eden Creek von dem nach wie vor undurchsichtigen Mister Bakerman den Auftrag, Geistererscheinung in Port McNeill auf den Grund zu gehen.
      Recht schnell gerät er in ein nervenaufreibendes Abenteuer, in dem es um einen mordenden Unbekannten, zähnefletschende Rattenmöpse und am Ende um nichts weniger als das Schicksal aller Kinder in Port McNeill geht, denn die Grauen Engel schicken sich an, den Menschen ihre Nachkommenschaft zu nehmen.

      Zugegeben, die Handlung ist wieder sehr pointiert und rasant in Szene gesetzt. Langeweile kommt nicht auf.
      Ich war dennoch nie ein Freund dieser Folge. Und bin es nach nochmaligem Hören auch heute noch nicht.
      Der Plot ist im Grunde sehr konventionell, und wenn man die schrillen und blutigen Beimengungen mal wegdenkt, bleibt von den Hintergründen desselben nicht viel übrig. Im Gegenteil, je länger man das Geschehen erwägt, desto abstruser kommt es einem vor. Vor Jahren, bei Erscheinen der Folge, war dieses Gefühl nur intuitiv - immerhin war dies erst die zweite Folge, und es konnte ja gut möglich sein, dass alles sich später vernünftig auflösen würde. Nun sind aber bereits weit über vierzig Folgen erschienen, und diese Folge ist dadurch um keinen Deut überzeugender geworden.

      Das fängt schon allein beim Kern des Plots an: Die Grauen Engel wollen die Kinder von Port McNeill entführen. Nun wissen wir ja als Eingeweihte der gesamten bisher erschienen Folgen, was es mit diesem Verlangen nach der jungen, menschlichen Brut auf sich hat. In Folge 2 wird das Motiv allerdings von der besessenen Dr. Philipps ganz anders dargestellt: Man kann den Menschen nichts Wertvolleres nehmen als ihre Brut. Als wenn es den Grauen Engeln und den mit ihnen im Bunde stehenden einfach nur darum ginge, den Menschen Leid zuzufügen. Ich weiß nicht, wie sich Raimon Weber und Volker Sassenberg zu Beginn der Reihe die Geschehnisse vorgestellt hatten und wie konkret ihre Vorstellungen zur Handlung der Folgen jenseits der ersten fünf, sechs, sieben Episoden waren. Aber diese seltsame Schwarzweiß-Zeichnung wirkt im Gesamten heute doch völlig deplatziert bei dieser Serie. Und irgendwie war sie das schon bei Erscheinen.

      Aber selbst wenn man konstatiert: Die Grauen Engel wollen die Kinder, warum auch immer - welchen Sinn sollte es machen, jemandem wie Dr. Philipps einen Parasiten einzupflanzen, um sie zu beherrschen und dann als mordendes Kleinkind im Körper einer älteren Dame durch die Gemeinde zu schicken und Kindergärtnerinnen und Schulrektoren zu massakrieren?! Mal abgesehen davon, dass das dem Unternehmen überhaupt nicht dienlich ist, schadet es demselben sogar eher, denn es lenkt die Aufmerksamkeit auf die Gemeinde, so dass es dadurch viel schwieriger wird, der Kinder habhaft zu werden. Wenn man die Gören nun unbedingt in seine finsteren Pläne miteinschließen möchte, warum macht man das dann auf so hanebüchene Weise? Man könnte die Kinder auch einfach so rauben - ohne viel Aufsehen (wie man es später ja auch viel sinnvoller macht)?!
      Sorry, aber das ist für mich Groschengrusel-Niveau. Schon früher gewesen. Und heute nicht minder.

      Und dann die Poltergeist-Erscheinung. Was soll das?Mal abgesehen davon, dass ich es skripttechnisch äußerst gewagt finde, Burns durch Bakerman gaaaanz zufällig nach Port McNeill schicken zu lassen, nur um eine relativ harmlose Geistererscheinung zu untersuchen (und aus keinem anderen Grund, wie Bakerman ja deutlich betont), die ihn aber dann natürlich direkt in die Arme der Grauen Engel führt, verstehe ich auch nicht, was er dort von Steven Burns überhaupt will. Immerhin ist ja seine Mitarbeiterin Dr. Philipps bereits vor Ort. Und sie scheint ja auch viel kompetenter zu sein, was den Umgang mit Geistererscheinungen anbelangt. Insofern macht allein schon die Episodenprämisse keinerlei Sinn.

      Aber gut, ist nun mal so. Mit viel Phantasie könnte man sich das vielleicht noch hinbiegen, aber was kommt nun bei dieser Geister-Geschichte rum: Der Geist ist der ungeboren verstorbene Zwilling der Geisterseherin Amanda, der diese vor dem dräuenden Unheil warnen will und deshalb mehr als schwammig auf den Kindmann verweist. Dabei geschieht so viel Brimborium, dass natürlich niemand die Warnungen versteht, sondern alle sich vor Angst beinahe ins Höschen machen. Während die besessene Dr. Philipps händeringend danach trachtet, den Geist zu vertreiben, damit die finsteren Pläne nicht ans Licht kommen.

      Also mal abgesehen von dem Geist, der sich ziemlich dumm anstellt (könnte man mit leben, mögen ja vielleicht nicht die hellsten Kerzen auf der Jenseits-Torte sein), ist es doch ein nahezu wirrer Zufall, dass ausgerechnet die Frau, die man Wochen zuvor dazu ausersehen hat, per Operation zu einem willigen Werkzeug zu werden, von Bakerman zufällig zu den Garners geschickt wird, um den Geist zu bekämpfen, der vor ihr (Philipps) und ihren Mindnappern warnen will.

      Nee, sorry, das sind mir zu viele Volten des Schicksals, zu viele Zufälle, die da zusammenkommen, zu viele Ereignisse, die krampfhaft herbeigeführt werden und insgesamt zu konstruiert wirken. Und da ist nicht mal der Kindmann selbst thematisiert, um den herum die ganze Handlung aufgebaut wird, obwohl er doch eigentlich nicht groß etwas dazu beiträgt, außer sich im entscheidenden Augenblick zerfleischen zu lassen.

      Interessant fand ich dagegen von Anfang an, dass ausdrücklich davon die Rede ist, dass er graue Haare hat. Da stellt sich natürlich die Frage, ob er einfach nur ein alternder Mann ist und deshalb graue Haare hat - oder ob es hier einen Bezug geben sollte zu den grauhaarigen Kindern, die später wieder auftauchen. Vermutlich nicht, denn das passte ja nicht gut ins Bild. Dennoch eine verwirrende Parallele.

      Was die Sprecher anbelangt, so verzichtet Sassenberg hier auf Laien, die ihren Text stammeln. Alle Sprecher bieten eine solide bis sehr gute Leistung. Besonders Wolfgang Bahro, von dem ich gewöhnlich kein großer Freund bin, und Klaus Jepsen als Sergeant Fenwick möchte ich hervorheben. Letzterer ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass eine Dialogpassage für mich zu einer Art Klassiker geworden ist:

      (sinngemäß)

      Fenwick: Ich will endlich wissen, wer meine Männer killt.
      Burns: Das Böse.
      Fenwick: Das Böse? Und was will das hier?

      Herrlich!
      Auch Jürgen Kluckert liefert ein weiteres Mal eine unglaublich düstere und fesselnde Performance ab, die diese Folge, bei allen Ungereimtheiten und inhaltlichen Schwächen, die ich in ihr sehe, phasenweise doch zu einem Genuss werden lässt. Barbara Ratthey spricht hier zum ersten Mal Dr. Philipps, und wie nicht anders zu erwarten, macht sie das äußerst vergnüglich, auch wenn man ihre Stimme in der Rolle der Besessenen während der Taten natürlich unschwer zuordnen kann. Sehr überraschend ist der Twist am Ende, in dem sie sich als die wahre Übeltäterin zu erkennen gibt, natürlich nicht.

      Die Musik bleibt auf dem hohen Niveau der ersten Folgen, obwohl auch hier noch Musikstücke zum Einsatz kommen, die qualitativ ein wenig gegenüber dem Rest abfallen. Später werden diese aus dem Repertoire ganz verschwunden sein.

      Das Sounddesign überzeugt auf ganzer Linie, wobei ich an dieser Stelle mal die akustische Umsetzung des Anflugs der Grauen Engel positiv hervorheben möchte. Das sachte, aber doch alles dominierende, dunkel vibrierende Flügelschlagen, das sich über die Szene legt, ganz ruhig, aber doch auch majestätisch und alles beherrschend - das ist genial umgesetzt. Das ist auf so unaufgeregte Weise düster und bedrohlich, dass es einen wirklich gruselt beim Hören. Ganz großes Ohr-Kino.

      Ein Wort zu den Covern. Sie haben einen ganz eigenen Look, heben sich deutlich von der Masse ab und bebildern gekonnt die Mystery-Serie, die Gabriel Burns ist. Ich muss aber auch gestehen, dass mir die ersten Cover noch nicht sonderlich zusagen. Sie haben noch nicht die Prägnanz und Schärfe späterer Covermotive. Das zu Die Brut war mir immer zu beliebig. Es sagte mir nichts, hinterließ keinerlei Gefühl bei mir.

      Im Ganzen also wieder einmal eine hervorragend produzierte Folge mit sehr gut aufgelegten Sprechern, die aber deutlich, deutlich, deutlich an den enormen Schwächen der Geschichte krankt. Wer bei Hörspielen alle Fragen nach der Logik auszublenden vermag, wird vielleicht Spaß haben an dieser Episode voller Blut und Horror - meine Freude am Geschehen in dieser Folge zerschellt dagegen an den Klippen und Untiefen einer für mich nicht stringent und befriedigend durchdachten Handlung.

      Ein kleiner Ausreißer nach unten gleich in der zweiten Folge, doch es geht bald wieder bergauf - und zwar deutlich!

      #flocke# #flocke#

      (2 von 5 Sternen)



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      Gabriel Burns (03) Experiment Stille



      (Bildquelle: amazon)

      Ohrwurm mal anders...

      Inhalt laut Klappentext
      Manchmal erscheint mir das Leben wie ein schrecklicher Albtraum. Manchmal verbirgt sich das Böse hinter dem Banalen - dann schlägt es wieder offen zu. Umgeben vom tiefblauen Pazifik tauchte Seahawk Five wie das Werk eines größenwahnsinnigen Konstrukteurs vor Steven Burns auf. Das Band der kanadischen Küste verschwand hinter einerNebelwand.

      Zuerst spürte er nur ein feines Kitzeln, als würde eine Feder sein Gesicht berühren. Reflexartig führte er seine Hand an die Schläfe. Seine Fingerspitzen fühlten noch kurz etwas Kaltes, dann verschwand es schlingernd in seinem Ohr.

      Was verbrirgt sich hinter der absoluten Stille?
      Ein geheimes Regierungsexperiment stößt auf die fahlen Orte.


      Meinung
      Alles beginnt mit Bakermans Bericht über ein sogenanntes Experiment Stille, bei dem vor vielen Jahren einmal versucht wurde, die absolute Stille herzustellen und aufzuzeichnen und bei der aus unerfindlichem Grund mittendrin die Zwiesprache dreier Fremder in jeweils unterschiedlicher Sprache aufgenommen wurde, in der von zehn fahlen Orten gekündet wird. Außerdem war ein tiefes Dröhnen zu vernehmen, das nun, in der Gegenwart, an anderer Stelle erneut auftritt. Also werden Steven Burns, Joyce Kramer und der aus der ersten Folge bereits bekannte Larry Newman, der neu zum Team Bakerman dazustößt, auf die Bohrinsel Seahawk Five gesandt, um die Ursache dieses Dröhnens zu untersuchen. Sehr bald schon stoßen sie auf eine feindlich gesinnte Besatzung, auf Ohrwürmer, die den Willen eines Mneschen zu kapern vermögen, auf Tote, die sich aus unerfindlichem Grunde wieder erheben und auch unheimliche Meereswesen, die im Ruch stehen, dämonischen Ursprungs zu sein, und die für all die Geschehnisse ursächlich verantwortlich zu sein scheinen. Am Ende sichtet man darüber hinaus eine Fregatte der kanadischen Marine, deren Besatzung offensichtlich bemüht ist, diese fremdartigen Meereswesen zu fangen, um sie für ihre dunklen Zwecke einzusetzen. Erinnerungen an Eden Creek werden wach, denn auch dort erhoben sich die Toten. Ist dafür etwa die schleimige Außenhaut dieser Wesen verantwortlich?

      Um das mal vorweg zu sagen:
      Die Vielfalt an Themen, die bei Gabriel Burns gestreift wird, ist wirklich beachtlich, nicht nur in dieser Folge, sondern auch in vielen mehr. Raimon Weber und Volker Sassenberg geben sich viel Mühe, ihre Serie mit außergewöhnlichen und faszinierenden Settings und Motiven auszustatten, die für sich allein genommen schon von großem Reiz sind. Hier nun also das Experiment Stille und der Austausch dreier Fremder, die sich in rumänischer, vietnamesischer und isländischer Zunge über finstere Zukunftsaussichten austauschen. Allein dieses Setting sprudelt über vor Phantasie und Lust am Erzählen. Es ist eine wahre Freude, sich auf dieses bei jeder Folge neu beginnende Spiel einzulassen.

      Wie das jedoch im weiteren in dieser Folge umgesetzt und weiterverfolgt wird, vermag mich aber leider nicht auf ganzer Länge zu überzeugen. Wieder scheint es mir - wie zuletzt bei Folge 02 - Die Brut -, als wäre dieses Übersprudeln an Einfällen und Wendungen am Ende nicht mehr befriedigend eingefangen worden, so dass schließlich ein etwas schaler Geschmack zurück bleibt - bei allen spannenden und mitreißenden Szenen, die diese Folge dennoch auch bietet.

      Problematisch wird es hier, wenn man mal versucht, die Geschichte von hinten aufzuzäumen. Worum geht es im Kern? Die (uns noch unbekannte) Besatzung einer Fregatte der Kanadischen Marine versucht, die fremdartigen Wesen, Wascos genannt, einzufangen, um aus ihrer Haut einen Stoff zu gewinnen, der die gespenstische Wirkung hat, Tote zu neuem Leben zu erwecken. Es stellt sich heraus, dass es eben das war, was mit den Menschen in Eden Creek passiert war (Folge 1): Die Bewohner der Gemeinde waren mittels Nervengases erst getötet und dann mit einer Injektion der Wasco-Essenz zu neuem (allerdings gestörten) Leben geweckt worden.
      Ähnliches passiert nun mit dem Fischerei-Gehilfen Ivar, der beim (zufälligen) Fang eines Wascos getötet wird und sich wenig später in Steven Burns' Beisein plötzlich erhebt.

      Nun ist es so, dass die Wascos sehr menschenscheu sein müssen, wenn die Fregatte so viel Zeit und Geduld investiert, um eines dieser Exemplare habhaft zu werden. Gleichzeitig fischt aber rein zufällig ein Mann aus der näheren Umgebung ohne Schwierigkeiten eins dieser Viecher aus dem Wasser, als wäre das nichts. Und natürlich ausgerechnet zu der Zeit, als Burns und Kollegen in der Nähe sind, um der Wiederauferstehung beiwohnen zu können. Da wird Kommissar Zufall aber wieder mal sehr heftig bemüht.

      Aber okay, das kann man sich alles gedanklich ja durchaus noch zurechtbiegen.
      Aber was sollen die Geschehnisse auf der Öl-Plattform? Wozu wird Lance mit einem Schleimparasiten im Ohr willens gemacht? Wozu macht man sich die Mühe, Kit Elswa ebenfalls mit dem Wurm zu infizieren, um ihn später in ein Bassin mit trüber Brühe zu legen und auf der Plattform zu lagern?
      Das alles mag sehr eindringlich geschildert, gruselig und spannend und ein bisschen eklig sein - aber so richtig schlüssig ist es auch nach dem wiederholten Hören nicht. Der gesamte Handlungsstrang auf der Öl-Plattform läuft eigentlich den Motiven der Fregattenbesatzung völlig zuwider, denn sie sind natürlich im Grunde nicht interessiert daran, viel Aufsehen zu erregen, machen aber eben dies, indem sie ihre Parasiten ausstreuen und Lance mit Kit Elswa verfahren lassen, wie sie es tun.

      Ich habe nun wirklich schon mehrfach die Handlung in meinem Geiste hin und her gedreht, aber es will einfach nicht plausibel werden. Und das trübt meinen Gesamteindruck doch deutlich, obwohl es, wie ich schon schrieb, einige sehr eindringliche und spannende Szenen gibt (etwa die Szene mit Larry bei Kit Elswa oder Ivars Wiederauferstehung).

      Für mich sind Geschichten, die in sich nicht schlüssig oder die sogar unlogisch erscheinen, ein mächtiger Punkt bei der Gesamtbetrachtung. Ein Hörspiel kann für mich nicht top sein, wenn es der Plot nicht ist. Das mögen andere anders sehen. Bei mir ist es so.

      Einen Autsch-Moment hatte ich ganz am Anfang der Folge, als Burns Joyce Kramer wiederbegegnet und es doch im Hörspiel tatsächlich heißt:

      Einen Moment lang fühlte Steven Zorn in sich aufsteigen. Ihm fiel ein, wie leicht es Joyce Kramer gefallen war, ihn für Bakermans Pläne gefügig zu machen. Sie hatte lediglich ihre Ermordung vortäuschen müssen.

      Diese Sätze sollte man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Wie leicht es Joyce Kramer gefallen war... Sie hatte lediglich seine Ermordung vortäuschen müssen. Lediglich? Was heißt hier lediglich?! Und warum leicht? Es wurde doch, im Gegenteil, ein ziemliches Brimborium veranstaltet, um ihn gefügig zu machen. Dabei wäre das alles doch auch viel leichter gegangen: Bakerman hätte Burns zu sich zitieren können, ihm sagen, dass er weiß, was damals mit seinem Bruder geschehen ist und seine Hilfe bei der Suche anbieten. Den ganzen Kram mit der vorgetäuschten Ermordung hätte man sich völlig sparen können. Wäre aber natürlich viel weniger spannend zu inszenieren gewesen, wenn auch deutlich realistischer. Aber dass es jetzt heißt, man hätte LEDIGLICH die Ermordung vortäuschen müssen, das ist nun wirklich eine total irrwitzige, um nicht zu sagen: beknackte Umschreibung.
      Aber auch wenn ich ihm jetzt so viel Raum einräume: Er trübt den Unterhaltungswert der gesamten Folge natürlich in keinster Weise. Aber es fällt halt auf.

      Positiv zu erwähnen ist von mir dagegen der trockene Humor, der hin und wieder aufblitzt, zum Beispiel in der Szene, als Burns Larry wiederbegegnet, und dieser ihm sagt, dass er sich freue, zum Team Bakerman dazuzustoßen, die Bezahlung sei ja auch viel besser. Worauf Burns nur kurz und trocken erwidert: Bezahlung?
      Das trifft wirklich mein Humorzentrum. Sehr schön!

      Die Sprecher machen allesamt einen guten Job. In diesem Punkt ist nichts zu beklagen, auch wenn der ganz große Überflieger - mal abgesehen vielleicht vom konstant großartigen Jürgen Kluckert - in dieser Folge fehlt.

      Das Sounddesign kommt in dieser Folge sehr reduziert herüber, mir an manchen Stellen sogar zu reduziert - so klingt das tosende Meer um die Öl-Plattform, für mich eher nach mäßiger Brandung -, doch im großen und ganzen gibt es auch hier keinen Grund zur Klage.

      Die Musik ist, wie schon in den Vorgängerfolgen, sehr stimmungsvoll und bei allen Einsätzen passend.

      Alles in allem also eine wieder einmal hochsolide produzierte Hörspielfolge voller spannender und fesselnder Szenen und Wendungen, die aber ein weiteres Mal nach Folge 2 an der Brüchigkeit des Plots leidet. So hinterlässt sie, bei aller Unterhaltung, leider einen schalen Nachgeschmack, der bedauerlicherweise auch Einfluss auf die Gesamtwertung hat.

      (Und wer jetzt denkt: Was tut er sich das eigentlich an, wenn er doch so viel zu mosern hat: Wir kommen noch zu den Folgen, die für mich absolute Highlights sind und mich meine Kritik an diesen frühen Folgen halbwegs vergessen lassen!)

      Actionreich, spannend, fesselnd - so präsentiert sich die Inszenierung rund um einen leider etwas löchrigen Plot. Diese Folge ist kein Meisterwerk, aber immerhin gute Unterhaltung.

      #flocke# #flocke# #flocke# #flocke#

      (3,5 von 5 Sternen)

      Super!!! Vielen Dank für deine ausführlichen Rezensionen, lieber @Hardenberg! :thumbsup:

      Ich höre ja immer gerne, was andere Fans über die einzelnen Folgen denken und wenn ich dazu noch ein paar Hintergrundinfos bekomme, freut mich das umso mehr!
      "Mein Name ist Luther. Ich würde mich gerne mit Ihnen unterhalten."
      #top# Ich liebe Serie und ich liebe darüber zu lesen!

      Ich fand den Start der Serie wirklich bärenstark und war sofort Feuer und Flamme dafür!

      Folge 1 fand ich ebenfalls großartig! Sie ist mysteriös, man lernt einige wichtige Personen kennen ohne den Hörer mit einem Zuviel an Namen zu überfordern. Musik, Geräusche und auch die Geschichte - perfekt! Man kann sie wunderbar auch als Einzelhörspiel hören. Einzig über die DVD war ich damals etwas enttäuscht, auch wenn ich Folge 1 meistens über dieses Medium höre, der 5.1 Dolby Digital Ton war mehr eine Mogelpackung! Aus heutiger Sicht trotzdem schön. Damals war ich enttäuscht. Da wäre viel mehr gegangen. Auch bei den begleitenden Illustrationen am Bildschirm. Da hätte man Lena zum illustrieren gebraucht :)

      Folge 2 gefiel mir ebenfalls sehr, sehr gut. Die Kritikpunkte fielen bei mir gar nicht so ins Gewicht. Geistergeschichte, Parapsychologie, tolle Stimmen und skurrile Charaktere, die Folge hat mich ebenso begeistert wie die 1. War genau, verzeiht den Reim, meins ;)

      Folge 3 habe ich erst vor kurzem wieder gehört. Sie gefiel mir nicht mehr so gut. Sowohl damals bei meinem Kompletthören, als auch jetzt. Gutes Hörspiel, schöne Idee mit der Stille, aber irgendwie hat es mich nicht soooo gepackt. Irgendwas hat mir gefehlt. Trotzdem ist das Nörgeln auf hohem Niveau. Wären nur alle Hörspiele so wie dieses. Es war schon gut! Aber ich werde demnächst die 4 hören. Freue mich dass ich ab und an wieder mal zur CD von Burns greifen werde. Dann kann ich gleich hier wieder was dazu schreiben #top#

      #danke# @Hardenberg
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Vielen Dank mal wieder für das freundliche Feedback. :)

      Und weiter geht's:


      Gabriel Burns (04) Angst aus Eis




      (Bildquelle: amazon)


      Tödliche Kinderschreie in finsterer Nacht...


      Inhalt laut Klappentext
      Menschliche Konturen zeichneten sich unter dem grauen Laken ab. Der Isländer hob das Tuch. Das Gesicht des Toten spiegelte namenloses Entsetzen wieder. Der Gletscher lag da wie ein gewaltiges Urtier. Eine Zeitlang konnte man sich einreden, es sei der Wind, der über die eisigen Flächen streicht. Es knirschte und brodelte, wenn sich die Eismassen millimeterweise talwärts schoben. Es donnerte, wenn seine
      Flanken aufbrachen. Jetzt ... nach dreißig Jahren gab der Gletscher seindüsteres Geheimnis frei. Es näherte sich von Nordwesten.

      Meinung
      Steven Burns und Larry Newman werden von Bakerman dieses Mal nach Island gesandt, genauer gesagt: zum Dranga-Gletscher. Dort ist vor über dreißig Jahren ein riesenhafter Ammonit aufgetaucht, aus dem das Grauen hervorkroch und viele Menschen ermordete. Nun scheint dieses Grauen zurückgekehrt zu sein.

      Gleichzeitig sucht Joyce in Vancouver Leif Magnusson auf, einen der Überlebenden des Vorfalls vor dreißig Jahren, und wird dabei mit einem eiskalten Gegenspieler namens Luther Niles konfrontiert, der Joyce überwältigt und Magnusson entführt.
      Mithilfe eines geheimen Senders schaffen es Bakerman und Joyce, Niles' Spur bis in einen Metallveredelungsbetrieb zu verfolgen, wo Magnusson gefoltert wird, um aus ihm den Ort der Geschehnisse von damals herauszupressen. Gleichzeitig stoßen Bakerman und Joyce auf ein grün leuchtendes, netzartiges Gebilde, das sich als Tor zu einem unbekannten Ort erweist.

      In Island treffen unterdessen Burns, Newman, zwei einheimische Kontaktleute und ein junger Mann, der sich ebenfalls als Luther Niles vorstellt, gemeinsam mit seiner Freundin erneut auf das Grauen, das schon vor Jahrzehnten den Ort heimgesucht hat: skorpionartige Wesen, die das Geräusch um Hilfe schreiender Kinder ausstoßen, locken Niles' Freundin in eine leere Dachkammer, wo sie den Tod findet.
      Die Überlebenden machen sich auf zu dem Ammoniten im Eis und betreten ihn. Es stellt sich heraus, dass es sich hierbei um ein von fremder Seite modifiziertes Fossil handelt, das offensichtlich uns noch unbekannten Zwecken dient. In Nischen harren erstarrte Ammonitenskorpione, die allmählich, nachdem Luther Niles scheinbar versehentlich einen Mechanismus aktiviert, zu neuem Leben erwachen. Außerdem droht das riesige Gebilde im schmelzenden Eis einzusinken und in die Tiefe zu stürzen.

      Nur mit letzter Not schaffen es Burns und seine Mitstreiter noch an die Oberfläche, ehe der Ammonit im ewigen Eis versinkt.
      Luther Niles gibt sich als Gegenspieler zu erkennen und verkündet am Telefon einem Unbekannten die erfolgreiche Zerstörung des Ammoniten. Larry Newman, aufgebracht über die Kälte, mit der Niles das Ableben seiner vermeintlichen Freundin hinnimmt, erschießt Niles, als dieser sich davonmachen will.
      Später stellt sich heraus, dass mit Niles etwas nicht stimmen kann: Der echte Niles war ein Agent des kanadischen Geheimdienstes und ist seit langem tot. Bei den beiden Personen, die an unterschiedlichen Orten auftauchten und sich Niles nannten, handelte es sich um Nachzüchtungen dieses ursprünglichen Luther Niles - um Mutationen.

      Wieder werden wir in einer atemberaubenden Szenenfolge durch die Handlung getrieben. Langeweile kommt nicht auf. Wie die Herren Weber und Sassenberg ihre komplexen Handlungsbögen mit unglaublicher Kraft in aktionsgeladene oder hochspannende Spielszenen einweben, ist wirklich beeindruckend. Es wird sich nicht mit überlangem Gerede aufgehalten, sondern gleich mit vollem Tempo in den Plot gestürzt - und doch findet man immer wieder genügend Gelegenheit, die für das Verständnis halbwegs notwendigen Informationen darzureichen. Dies geschieht mitunter so beiläufig in diesem Feuerwerk aus Thrill und Grusel, dass einem schnell der ein oder andere Fakt entgehen könnte.

      Zudem werden in dieser Folge zwei neue Beigaben des Burns-Kosmos eingeführt, die zu den stärksten der ganzen Serie gehören: die Ammonitenskorpione und Luther Niles.

      Sehr schön sind die Skorpione, die in finsterer Nacht die Schreie um Hilfe greinender Kinder imitieren, um die Menschen vor die Tür zu locken und dann mit einem schnellen Stich ins Herz zu töten. Das Heulen und Schreien ist dabei so markerschütternd, dass es einen beim Hören wirklich gruselt. Für mich eine der schauerlichsten Kreaturen der gesamten Burns-Welt.

      Luther Niles ist dagegen ein Gegenspieler aus Fleisch und Blut, wenn auch nicht natürlichen Ursprungs, wie wir am Ende erfahren. Es handelt sich bei ihm um eine Züchtung. In dieser Folge begegnen wir zwei Exemplaren. Aber es wird nicht bei diesen beiden bleiben.

      Die Handlung ist aufregend, das Setting mal wieder hervorragend gewählt und mit erstaunlicher Souveränität in fesselnde Klangwelten verwandelt. Das Sounddesign dieser Folge überzeugt auf ganzer Linie!

      Leider gibt es aber auch bei dieser stimmungsvollen Episode einiges, das der genauen Betrachtung nicht so recht standhalten mag. So betreibt der Luther Niles, der in Vancouver ist, einen ziemlichen Aufwand, um Leif Magnusson zu finden, lockt dabei unsere Helden, ohne es zu wissen, genau dorthin, wo die Handlung sie unbedingt haben muss - nur um dann zu verkünden, dass er und seine Hintermänner die Information, die sie gerade erfolglos aus ihm herauszupressen suchten, bereits längst hätten. Sie wollten sich bloß vergewissern... Sorry, aber das ist ein weiteres Mal keine sonderlich befriedigende Auflösung eines Handlungsstranges, sondern schmeckt erneut viel zu konstruiert. Wenn man Bakerman und Joyce unbedingt im Metallveredelungsbetrieb haben wollte, um das Wolframnetz zu finden, dann hätte man das auch nachvollziehbar begründen müssen. So aber ist das leider nur ein schlechter Witz.

      Überhaupt ist es ja sehr unverständlich, dass Magnusson vorher von einer Bewohnerin seines isländischen Heimatdorfes telefonisch erreicht werden konnte, um ihm zu berichten, dass das Grauen an den Dranga-Gletscher zurückgekehrt ist. Wie Bakerman nämlich später erzählt, hat er vor vielen Jahren Magnusson von der Bildfläche verschwinden lassen, um ihn zu schützen. Wie sollte also ausgerechnet eine alte Isländerin herausfinden können, wo er sich gerade aufhält?
      Und noch dazu wird sie dabei von Niles und seinen Leuten auch noch belauscht, so dass sie über diesen Anruf an Magnussons Aufenthaltsort gelangen.

      Nein, das schmeckt ein weiteres Mal nach Löchern im Plot. Das fällt zwar unter der Rasanz der dargestellten Ereignisse nicht so deutlich auf wie noch bei den beiden Vorgängerfolgen - aber man spürt dennoch, dass hier irgendwas nicht so recht stimmen kann.

      Die Frage, warum jetzt nach dreißig Jahren das Grauen zurückkehrt, wird übrigens auch nicht beantwortet. Beim ersten Hören dachte ich, dies würde eines Tages noch geklärt. Aber das wurde es nie. Auch das ist ein wenig unbefriedigend. Was war also in der Zwischenzeit? Und warum kehrt ausgerechnet jetzt neues Leben in den Ammoniten?
      Vielleicht wird Gabriel Burns ja tatsächlich eines Tages fortgesetzt und diese Frage noch beantwortet...

      Die Sprecher sind wieder einmal hervorragend. Zu den uns vertrauten Sprechern treten hier Christian Rode, Dennis Schmidt-Foß und Roland Hemmo in Gastrollen auf, und sie alle machen einen wirklich verdammt guten Job. Besonders hervorheben muss man natürlich auch Simon Jäger in seiner Rolle als Luther Niles. Er verleiht seinem Bösewicht eine so wunderbare Kaltschnäuzigkeit, schafft es dabei aber spielend, seinen Luther auch sympathisch und warmherzig darzustellen, wenn es dessen finstere Umtriebe notwendig machen - das ist wirklich große Sprecherkunst. Einzig Santiago Ziesmer als Informantin (sic!) klingt nicht wie die Frau, die er spielen soll. Warum man hier auf die Idee gekommen ist, diese Rolle mit einem Mann zu besetzen, ist mir ein Rätsel. Nun hat diese Person nicht viel Raum innerhalb der Handlung, aber ein wenig störend fürs Ohr ist diese Besetzung schon.

      Einziger Kritikpunkt an dieser Stelle, der aber eigentlich eher die Inszenierung betrifft, bezieht sich auf den Tod von Niles' Freundin im Haus des alten Isländers. Sie lässt sich durch das Kinderschreien ins Obergeschoss locken, obwohl die Beteiligten doch längst ahnen, dass dort eine tödliche Gefahr lauert. Dennoch hält sie niemand ab, und es eilt ihr auch niemand hinterher, um sie vor einem grausamen Schicksal zu bewahren. Erst als sie tot ist, bequemt man sich nach oben.
      Die Art, wie das in Szene gesetzt ist, lässt die Beteiligten nicht besonders gut aussehen; eher wirken sie alle seltsam teilnahmslos beim Tod der Frau. Das hätte man besser machen können.(Und im Zusammenhang mit dieser Szene stellt sich natürlich auch die Frage, wo der Skorpion plötzlich abgeblieben ist, als die Überlebenden zu der Toten treten. Auf einmal ist er verschwunden. Obwohl er doch ansonsten ziemlich mordlustig ist. Warum sollte er nicht versuchen, auch noch die anderen zu töten? Und warum sollten ihm nicht andere Skorpione durch dieses Einfallstor folgen? Dass dies nicht geschieht, erscheint ziemlich willkürlich und wenig stringent.)

      Das Sounddesign ist, wie oben bereits erwähnt, hervorragend. Im Zusammenspiel mit der gut ausgewählten Musik gelingt es ganz wunderbar, Gletscher-Atmosphäre zu erschaffen. Die Skorpione sind klanglich der Wahnsinn! Und das Flirren des Wolframnetzes ist ebenfalls beeindruckend gelungen. Hut ab!

      Insgesamt also eine sehr spannende, teilweise sogar richtiggehend gruselige Folge, die uns mal wieder atemlos durch die ransante Handlung peitscht. Leider finden sich auch hier einige Ungereimtheiten innerhalb des Plots, die im Nachgang des Hörgenusses ein wenig übel aufstoßen, doch die einzelnen Szenen sind hier dermaßen beeindruckend, atmosphärisch so dicht und unglaublich intensiv umgesetzt, dass die Logiklücken bei dieser Folge nicht so deutlich ins Gewicht fallen wie noch bei den letzten beiden Folgen.

      Schauerliche Ammonitenskorpione und ein neuer, eiskalter Gegenspieler - diese Folge ist ein atmosphärisches Feuerwerk.

      #flocke# #flocke# #flocke# #flocke#

      (4 von 5 Sternen)


      Gabriel Burns (05) Nachtkathedrale




      (Bildquelle: amazon)


      "Menschenabfall!" oder: Das tapfere Schneiderlein läuft Amok

      Inhalt laut Klappentext
      "Voran, mein Freund! Pass auf, dass dich niemand sieht. Spürst du ihren Schmerz? Kannst du ihre Angst riechen? Im Angesicht des Todes hat jeder seinen eigenen Geruch. Wusstest du das? Natürlich! Du bist ein Geniesser. Du liebst diesen Duft." Entsetzliche Morde erschüttern die Stadt. Ein Wahnsinniger signiert seine Opfer.
      "Geschraubt. Der Täter benutzte Schrauben. 6,5 Zentimeter lang, Spezialgewinde, gehärtet. Außerdem wurde ihr eine Niere entfernt."
      Der Ort war erfüllt von Gemeinheit. So intensiv, dass Steven Burns meinte, sie mit Händen greifen zu können - sie mit jeder Pore seines Körpers aufzusaugen.


      Meinung
      Eine Reihe von Ritualmorden erschüttert Vancouver. Opfer sind ausnahmslos Menschen, die zuvor durch übersinnliche oder besondere Begabungen aufgefallen sind. Bakerman und sein Team begeben sich an der Seite von Inspektor Lubbers auf Spurensuche und kommen schon bald einem kaltblütigen Psychopathen auf die Spur, der einen mächtigen Verbündeten in der jenseitigen Welt hat, welcher ihn bei seinen Taten lenkt. Es geht hinab unter das St.-Pauls-Hospital und mitten hinein in die Nachtkathedrale, in der die Schreie der Opfer von den dunklen Wänden widerhallen.
      Gleichzeitig wird Burns mit einem Weggefährten aus seiner Kindheit und dessen Begleiterin, einer mächtigen Zauberin, konfrontiert, die ihn nicht nur mit sich nehmen in die geheimnisvolle Weiße Villa, sondern ihm auch offenbaren, dass er einer der ihren ist.

      Ich muss gestehen, ich war früher kein großer Freund dieser Folge, und mit dieser Erwartung bin ich auch dieses Mal ans Hören gegangen, doch wie ich feststellen musste, hat sich mein Eindruck ein wenig gebessert, jedenfalls im Hinblick auf die zweite Hälfte des Hörspiels. Die erste Hälfte weiß mich nicht so sehr zu packen, und wahrscheinlich ist das einer der Hauptgründe, warum ich die gesamte Folge als schwach assoziiere, obwohl sie durchaus sehr gute Ansätze zeigt.

      Ganz klar liegt der Fokus bei dieser Folge mal wieder auf den Horror-Elementen, die Gabriel Burns eben immer auch auszeichneten. Und das macht ja auch die Stärke dieser Serie aus: dass sie quasi eine Wundertüte ist, in der für jeden – in unterschiedlichen Anteilen und Gewichtungen – etwas dabei ist. Da meine Präferenz weniger dem Horror als dem geschickten Mystery gilt, ist es also hier ein wenig schwieriger, mich zu fassen zu kriegen als noch bei Der Flüsterer oder Angst aus Eis.

      Außerdem stellt sich die Serie Gabriel Burns in ihren gesamten ersten Folgen quasi als groß angelegte Exposition dar. Neuhörer könnten schnell die Geduld verlieren, weil sie allmählich erste Antworten auf die vielen Fragen wünschen, doch an dieser Stelle wäre das in der Tat noch verfrüht: Sassenberg und Weber sind gerade erst noch dabei, den Rahmen um die komplexe Burns-Welt abzustecken, die verschiedenen Elemente und Personen einzuführen und einen ersten Eindruck von dem zu geben, wo die Handlung der kommenden Folgen spielen soll. Und das ist der Grund, warum man noch nicht so sehr das Gewicht auf das Erkennen der Hintergründe legen sollte, wenn man die ersten Folgen heute hört. Es wird sich – dies sei verraten – im Laufe der Zeit einiges klären.

      In der Nachtkathedrale nun wird uns erst mal ein zentrales Motiv vorgestellt: die Jagd auf die Zauberer, die für den weiteren Verlauf von ungeheurer Bedeutung sein wird. Es gibt Menschen, die übersinnliche Fähigkeiten nicht nur vortäuschen, sondern sie wirklich besitzen – und diese Menschen stören die Pläne einer uns noch unbekannten Macht, die wir erst in ersten Ansätzen kennenlernen durften. Darum wird nun Jagd auf sie gemacht, um sie zu beseitigen und ungestört die finsteren Wege weiterverfolgen zu können.

      Mehrere Personen werden überdies in dieser Folge eingeführt, die für die kommenden Entwicklungen von entscheidender Bedeutung sein werden: Henry Keene, ein ehemaliger Bekannter von Burns‘ Vater, der seinerzeit auch die Kiste zimmerte, in der dann der kleine Daniel verschwand; Lil Hastings, seine Begleiterin und so etwas wie das Oberhaupt jener Gruppe, die sich als die Zauberer bezeichnet; darüber hinaus Yellow Ma, ein Medium aus Chinatown, das über besondere Begabungen verfügt und für Steven Burns noch von Bedeutung sein wird – und nicht zuletzt Aaron Cutter, der Mörder aus der Geisterwelt, der die Lebenden als Menschabfall bezeichnet und sich einen Spaß daraus macht, sie leidend zugrunde gehen zu sehen: es scheint, als habe er Angst vor Steven, was für die Geschichte eventuell noch einmal wichtig werden könnte.

      Es bringt Spaß, sich auf die neuen Beigaben der Burns-Welt einzulassen, den Szenen zu folgen, die Weber und Sassenberg ersonnen haben, um sie uns vorzustellen. Wieder einmal haben sie viel Phantasie bewiesen, um ihre Ideen in plastische Settings und Szenarien zu verwandeln: die Weiße Villa, die nur aus einer bestimmten Perpektive sichtbar ist, ein kafkaesker Riesenkäfer namens Gregor, die geheimnisvolle Nachtkathedrale unterhalb des St.-Pauls-Hospital usw. – die Kreativen hinter dieser Serie machen es sich nicht leicht mit ihren Geschichten: jeder Plot wartet mit neuen Highlights auf. Das ist wirklich beeindruckend.

      Leider fordert dies nicht selten seinen Tribut: und der besteht bedauerlicherweise nicht selten in gewissen Ungereimtheiten oder auch Kontinuitätsbrüchen. Die sind, wie es scheint, auch hier wieder zu finden: So wird nahegelegt, dass Aaron Cutter ein ganz besonderes Interesse an Joyce Kramer hat. Im späteren Verlauf des Seriengeschehens wird jedoch darauf überhaupt nicht mehr eingegangen, selbst wenn Cutter noch einige Auftritte hat und dies eigentlich notwendig gewesen wäre.

      Außerdem nutzt Cutter einen menschlichen Psychopathen, zu dem er eine mentale Verbindung herstellt, um die Morde an den Zauberern zu begehen, weil, wie ausdrücklich gesagt wird, er selbst es nicht tun kann. Er muss also einen Mittelsmann nutzen, um sich den Zauberern überhaupt zu nähern. Das macht auch erklärlich, warum es des menschlichen Mörders überhaupt bedarf.
      Und auch warum er Angst vor Steven hat.

      Im späteren Seriengeschehen wird dies nicht mehr aufgegriffen. Cutter tritt ausschließlich in eigener Person in Aktion, verwendet keinen menschlichen Verbündeten mehr, auch nicht im Umgang mit den Zauberern, die er dann auf einmal höchstselbst ums Leben bringen kann.
      Dies wird jedoch für meinen Geschmack nicht nachvollziehbar erläutert und erklärt.
      Man darf dies also im Hinblick auf die serieninterne Kontinuität und Logik als problematisch betrachten.

      Dies ist etwas, was durchaus an mehreren Stellen des großen Seriengefüges innerhalb von Gabriel Burns spürbar wird. Und ich kann nachvollziehen, dass die größte Herausforderung bei einem solchen Mammutprojekt die Aufgabe darstellt, die vielen Details und offenen Fragen nicht aus den Augen zu verlieren – und eben Kontinuitätsbrüche zu vermeiden.

      Bei Gabriel Burns gelingt das leider häufig nicht perfekt. Nach meinem Empfinden. Das trübt die Strahlkraft dieses ambitionierten und talentvoll umgesetzten Hörspiel-Highlights an einigen Stellen doch gewaltig, ändert aber nichts an der ungemein hohen Qualität, auf der hier inszeniert wird. Gabriel Burns krankte immer am ehesten am Skript, weniger an der Regie. Das war bereits unter Raimon Webers Federführung so und änderte sich auch nicht bei Andreas Gloge. Da aber Volker Sassenberg als Mastermind hinter all dem gelten darf, trifft dieser Vorwurf natürlich auch ihn selbst. Während er in der Funktion des Regisseurs über weite Strecken eine nahezu perfekte Leistung abliefert. (Und ich bin gewöhnlich sehr geizig mit solch absolutem Lob!)

      Was die handwerkliche Seite dieser Produktion angeht, so gibt es darum auch mal wieder nicht viel zu bemängeln. Sounddesign und Musik sind auch hier – ich wiederhole mich! – hervorragend. Einzig die Stimmverzerrungen sind hin und wieder sehr hörerunfreundlich, so auch in dieser Folge: Während Aaron Cutter noch sehr gut zu verstehen ist, kann man die Äußerungen des Geistes des toten Indianers so gut wie gar nicht verstehen. Es ist einfach so leise und derart stark verzerrt, dass es kaum möglich ist, das, was er sagt, zu entschlüsseln. Leider werden seine Worte von den Umstehenden auch nicht wiederholt, so dass man ein wenig ratlos zurückbleibt.

      Die Sprecher machen auch dieses Mal einen tollen Job. Vor allem Volker Sassenberg in der Rolle des Aaron Cutters merkt man seinen Spaß an der Interpretation seiner Rolle an. Mit leidenschaftlicher Bosheit verschafft er diesem Bösewicht einen überzeugenden Einstand. Aber auch Roland Hemmo als Henry Keene, Viola Sauer als Lil Hastings und Regine Albrecht als Yellow Ma überzeugen in dieser atmosphärisch dicht erzählten Geschichte auf ganzer Linie. Hans-Werner Bussinger gibt einen wunderbar grantigen Inspektor Lubbers (und so ganz nebenbei noch ganz am Anfang das Priesterlein, das zur falschen Zeit am falschen Ort auftaucht und deshalb gnadenlos ums Leben gebracht wird) und Stefan Staudinger den routinierten Pathologen, der im weiteren Verlauf des Geschehens noch weitere Facetten seines wandlungsfähigen Spiels zeigen darf. Einen kurzen Auftritt hat zudem Alexander Beyer in seiner Rolle als Stuart Blumberg - ein Charakter, der auch in Zukunft noch eine Rolle spielen wird.

      So haben wir es hier also im Fazit mit dem fünften Teil der Exposition dieses hochkomplex angelegten Mystery-Epos zu tun. Wieder wird hinsichtlich des Settings und des Personals ein ganz neues Fass aufgemacht, wieder überraschen uns die Macher mit erstaunlichen Wendungen und phantasievollen Szenenabfolgen und lassen uns gebannt die Ereignisse um Aaron Cutter und sein willfähriges Werkzeug verfolgen. Mögen sich einige Details auch nicht so recht ins spätere Seriengefüge einpassen und mag auch die Darstellung der Gegenspieler in diesem Fall zu klassisch (um nicht zu sagen: klischeehaft) geraten sein: Diese Folge vermag dennoch zu fesseln und ist bei allen Schwächen durchaus von sehr hohem Unterhaltungswert. Zur Bestwertung langt es jedoch aufgrund der genannten Makel nicht ganz, und im Vergleich zur Vorgängerfolge Angst aus Eis muss die Nachtkathedrale doch ein kleinwenig zurückstecken. Dennoch ist dies eine vergnügliche und spannende Folge.

      Blutig und grausam geht es weiter: nicht ganz so stark wie ihr direkter Vorgänger, aber doch, mit leichten Einschränkungen, durch und durch spannend und unterhaltsam geraten.

      #flocke# #flocke# #flocke# #flocke#

      3,5 von 5 Sternen



      (Da halbe Sterne sich im Hörspieltalk leider nicht darstellen lassen, bin ich gezwungen, aufzurunden.)
      @Markus G. Wie gerne hätte ich die Cover und begleitenden Illustrationen zu jeder Folge erstellt! Vielleicht habe ich ja bei einer Neuauflage der Serie mal die Chance dazu...! Allerdings ist mein Zeichenstil ein komplett anderer als der, den man auf den originalen Covern sehen kann, das gefällt vermutlich auch nicht jedem. Nicht, dass mir die originalen Illustrationen nicht gefallen würden, aber manches hätte ich doch anders dargestellt.
      Dass das Aussehen der einzelnen Charakter allerhöchstens ganz vage, wenn überhaupt beschrieben wird, stört mich nicht, im Gegenteil, da kann ich jeden Charakter so zeichnen, wie ich ihn mir vorstelle :)

      @Hardenberg Wieder einmal super geschrieben! Vielen lieben Dank, dass du dir die Mühe machst! <3 Was Simon Jäger und seine Art, den Luther Niles zu sprechen, stimme ich dir voll und ganz zu. Es ist ehrlich gesagt das erste Mal, dass es ein Sprecher schafft, mit seiner Art und Weise einen Charakter zum Leben zu erwecken, regelrecht umhaut. Da bekomme bei jedem einzelnen von Luthers Auftritten eine Gänsehaut und denke mir nur "Wow.". Das liegt aber ganz sicher auch an diesem Charakter selbst. So einen faszinierenden Bösewicht, der mir gleichzeitig Angst macht, mir irgendwie aber auch unglaublich leid tut, und den ich faszinierend und anziehen finde, habe ich vorher für mich persönlich noch nie gefunden. Wahrscheinlich identifiziere ich mich mittlerweile schon ein wenig zu sehr mit Luther, aber ich denke, ich tue niemandem damit weh. Ich sehe ihn immer ein wenig als die Verkörperung meiner dunkle Seite. Daher bin ich froh, diesem Charakter mit meinen Illustrationen ein Gesicht gegeben zu haben und daher wird er auch immer ein Teil von mir sein.
      "Mein Name ist Luther. Ich würde mich gerne mit Ihnen unterhalten."
      @Lena Goral
      Wieder einmal herzlichen Dank. :)
      Ja, Luther ist schillernd. Darum habe ich auch nicht verstanden, warum Sassenberg ihn so mir nichts, Dir nichts aus der Handlung gestrichen hat. Ob er sich dazu nach Raiman Webers Abgang aus irgend einem Grund verpflichten musste?

      So, heute mal nur eine weitere Folge, weil ich mich schon zu viel mit anderem aufgehalten habe...


      Gabriel Burns – 06 – Die Totenmaschine



      (Bildquelle: amazon)


      Die Welt jenseits des Wolframtores

      Inhalt laut Klappentext
      Die stählernen Räder des Zuges kreischten... Lee Sung Joo, der Polizist lag mitten im Gang des Mountain Whistler. Seine Augen waren weit aufgerissen. Blut rann aus dem Mund. Er hatte sich die Zunge
      zerbissen. Es heißt, jene, die dem Tode ganz nahe waren, hätten ein gleißendes Licht gesehen. Verheißungsvoll... Aber es war ganz anders. Ein Mann stand in der geöffneten Waggontür. Er breitete die Arme aus, wedelte mit den Armen wie ein Vogel... und sprang. Der Körper schlug hart auf, rollte mit umherwirbelnden Gliedmaßen über den Beton des Bahnsteigs und regte sich nicht mehr.


      Meinung
      Ein Anschlag wird verübt auf Bakermans Hauptquartier, doch der undurchsichtige Mann überlebt den Angriff nahezu unversehrt und begibt sich mit Larry Newman auf eine Zugreise in den Mountain Whistler, um ein Ausweichquartier in den Rocky Mountains zu beziehen. Zur gleichen Zeit nehmen Steven Burns und Joyce Kramer die Firma Clearlight unter die Lupe, die mit der Konservierung und späteren Wiederbelebung Verstorbener wirbt. Gibt es eine Parallele zu den Menschenxperimenten in Eden Creek?

      Burns wendet sich nur widerstrebend dieser Aufgabe zu. Gerade erst hat ihm eine fremde Frau eine Fotografie überreicht, die ihn selbst als Kind und, hinter einem Busch halb verborgen, einen vollkommen unveränderten Bakerman darstellt. Doch der Fortlauf der Ereignisse lässt es nicht zu, sich ausgiebig damit zu beschäftigen, denn wie sich zeigt, treffen alle Befürchtungen bezüglich des Clearlight-Instituts tatsächlich zu: Der Leiter wurde dazu genötigt, die Körper seiner Kunden aufzutauen und ihnen ein Mittel zu injizieren, das sie zu neuem, jedoch degeneriertem Leben erweckt.

      Steven und Joyce eilen zum Mountain Whistler, gerade rechtzeitig um die Hölle auf Erden zu erleben: Bakermans Widersacher unter der Leitung von Luther Niles haben den Zug gekapert, fast alle Reisenden mit Schleimparasiten kontaminiert und trachten nun danach, Bakerman durch ein Wolframnetz in einem der Frachträume zu nötigen. Dies kann in letzter Sekunde verhindert werden, doch die Gefahr ist noch nicht vorüber: Ein Helikopter kreist über dem Zug, bereit, ihn in die Luft zu sprengen. Bakerman, Steven und die Überlebenden, unter ihnen ein Junge mit einer Atemmaske, springen ab und überleben. Ohne dass er recht weiß, wie ihm geschieht, richtet plötzlich das Kind eine Waffe auf Steven und drückt ab. Burns sinkt in eine Nahtoderfahrung, gleitet in eine ihm fremde und widerliche Welt, in der eine entstellte Gestalt ihn als Gabriel bezeichnet und um Erlösung bittet. Burns erwacht aus dieser Vision und findet sich in Bakermans Armen wieder. Der Junge mit der Atemmaske, der als Beobachter bezeichnet wurde, ist tot. Bakerman beschließt die Folge mit dem aufwühlenden Satz: Ich passe auf dich auf, Gabriel.

      Wir haben es bei der Totenmaschine mit einer für Burns-Verhältnisse relativ geradlinig erzählten Geschichte mit zwei parallelen Handlungssträngen zu tun, die im Fortlauf des Plots zusammengeführt werden. Einiges, was wir in den vorangegangenen Folgen gehört haben, wird hier gewissermaßen szenisch noch einmal rekapituliert, was den ersten zwei Dritteln des Hörspiels vielleicht ein Stück weit seinen Neuigkeitswert nimmt, wenigstens im Vergleich zum Bisherigen, dafür aber eine vergnügliche und spannende Handlung bietet und Raum lässt, die vielen Elemente der Handlung aus den letzten Episoden noch einmal sacken zu lassen: So begegnen wir Luther Niles wieder, ebenso den Schleimparasiten, die sich als Konstruktionen mit künstlicher Intelligenz herausstellen, und auch das Wolframnetz taucht in dieser Folge wieder auf.

      Spektakulär ist bei dieser Episode natürlich vor allem das Ende. Es scheint die Exposition der ersten sechs Folgen beschließen und mit einem riesigen Cliffhanger in die Haupthandlung einsteigen zu wollen: Steven wird von einem Beobachter niedergeschossen, dringt mittels Nahtoderfahrung in die Welt jenseits des Wolframtores ein, begegnet einem entstellten Fremden und wird von diesem nicht nur als Gabriel bezeichnet, sondern auch danach gefragt, wann er (bzw. verwendet er den Plural: sie) erlöst wird (werden). Nach überstandener Bewusstlosigkeit erzählt Steven Bakerman von seiner Vision, und dieser versichert ihm mit beinahe sanfter Stimme: Ich passe auf dich auf, Gabriel.

      KAWUMM!, könnte man sagen. Mit einer Bombe endet dieses furiose Finale der für Hörspielserienverhältnisse überlangen Exposition: Steven ist Gabriel, und Bakerman weiß das längst. Man kann es kaum erwarten, wie es wohl weitergehen mag. Jedenfalls wenn man Neu-Hörer ist. Wenn man den weiteren Fortlauf der Geschichte kennt, stellen sich einem unweigerlich Fragen, und man kommt kaum umhin, hier ein weiteres Mal Logikmängel und Kontinuitätsfehler zu vermuten.

      Wenn, wie sich ja später herausstellt, in Steven ein Gabriel schlummert, den die Fahlen für ihre Zwecke einsetzen wollen, dann erscheint unverständlich, warum der Beobachter auf ihn schießt. Zudem dringt Burns in seiner Vision in die fahle Welt ein und begegnet einem offensichtlich Gefangenen (denn er fragt ja explizit danach, wann er erlöst wird). Das legt nahe, dass Burns eben nicht der Fraktion der Fahlen zuzurechnen ist – was ja auch bestätigt zu werden scheint durch die Furcht, die Aaron Cutter in der letzten Folge gegenüber Burns zeigte: Offensichtlich suchen die Fahlen in den ersten Folgen eben nicht Stevens Nähe, sondern versuchen im Gegenteil, ihn sich vom Leib zu halten. Dies gipfelt dann in Folge 6 mit dem Schuss des Beobachters, der diesem offensichtlich so wichtig ist, dass er dafür sogar sein Leben hingibt. Und es scheint ja auch weitere Bestätigung zu finden durch Bakermans sanft geäußerten Satz zur Beruhigung an Steven. In seinem: Ich passe auf dich auf, Gabriel liegt Gewissheit, ja Selbstgewissheit, dass dieser Gabriel etwas Gutes, etwas Schützenswertes ist – und eben nicht der erste der Grauen Engel und mithin ein Erzschurke.

      Und an dieser Stelle tritt für mich deutlich zutage, was ich auf im weiteren Verlauf der Serie häufig dachte und was mir in Teilen die Freude an dieser Serie genommen hat: Es scheint so, als wiche das Konzept, das Sassenberg nach dem Weggang von Raimon Weber der Serie unterlegt hat, in einigen äußerst wichtigen Punkten von dem ursprünglichen ab, das sich Weber überlegt hatte. Vielleicht sind die beiden im Streit voneinander geschieden, und Sassenberg wusste schlicht nicht, wie es weiterging, vielleicht hat er auch einfach das Konzept verändert, um die Handlung anders, vielleicht auf mehr Folgen verteilt, erzählen zu können. Ich weiß es nicht. Aber an diesem Punkt der Handlung schleicht sich wie ein Splitter unter der Haut der Verdacht ein, dass hier etwas nicht so recht stimmen kann. Und dieser Verdacht wird so leicht nicht mehr verstummen.

      Sollte dies wirklich so sein, wäre es natürlich schön, die gesamte Serie noch einmal im Hinblick auf die Kontinuität zu überprüfen und bei einer möglichen Fortsetzung einen der Schwerpunkte auf die Bereinigung solcher Unstimmigkeiten zu legen. Ich halte Wendungen, die all die problematischen Passagen im Nachhinein noch einmal neutralisieren, nämlich durchaus noch für möglich.

      Was das Produktionsniveau angeht, so gibt es, wie nicht anders zu erwarten von Regiemeister Sassenberg, ein weiteres Mal nichts zu beklagen. Die Inszenierung ist wieder sehr dicht und atmosphärisch. Die Schauplätze werden jederzeit in überzeugende Klangbilder umgewandelt, und es ist eine reine Freude, der Sassenberg’schen Könnerschaft zu lauschen.

      Auch an den Sprechern gibt es nichts zu kritisieren. Herauszustellen sind hier neben den uns bekannten Stammsprechern dieses Mal Santiago Ziesmer als Bronski sowie Christian Rode als Leiter des Clearlight-Instituts. Als Gast-Sternchen ist in dieser Folge Bela B. mit von der Partie, und er bewältigt seinen Text durchaus passabel. Ein wenig unbefriedigend ist der jugendliche Sprecher des Beobachters, der deutlich hinter den Leistungen der übrigen Sprecher zurückfällt, doch bleibt dieser Makel marginal und trübt nicht den Gesamteindruck – jedenfalls nicht im selben Maße wie die inhaltlichen Turbulenzen, die mit dem Ende hinzutreten.

      Ein Wort zum Cover: Es gibt ja nun viele, die auf den ersten Blick keinen Bezug zum Inhalt der jeweiligen Folge aufweisen, anderen zeigen ihn ganz klar und sind sehr stimmungsvoll - das Cover zur Totenmaschine ist für mich aber eines der mit Abstand schwächsten der ganzen Reihe. Ich verstehe auch nicht, was die Hände mit den Scheren mit der Handlung zu tun haben sollen. Hätte das nicht viel besser zu unserem Menschenabfall schneidenden Aaron Cutter gepasst?
      Bei der Totenmaschine wirkt es jedenfalls deplatziert.

      Alles in allem wäre diese Folge losgelöst aus dem Serienkontext oder eben mit einem anderen (zukünftigen) Verlauf sicherlich besser zu bewerten. In Kenntnis dessen, was folgt, tun sich hier aber Schwierigkeiten auf, die Handlung, insbesondere das Ende, in befriedigender Weise in den Burns-Kosmos einzupassen. Das dämpft die Freude an der zwar eher konventionellen, aber durchaus unterhaltsamen Folge deutlich. Dennoch bleibt am Ende das Gefühl, ordentlich unterhalten worden zu sein, auch wenn diese Episode vielleicht kein Überflieger ist. Mehr als solider Durchschnitt ist sie allemal.

      Mit einem ersten kurzen Blick auf die Gabriel-Thematik beschließt mit dieser Folge eine zwar konventionelle, aber durchaus sehr unterhaltsame Episode die Exposition dieses faszinierenden Mystery-Epos', hinterlässt aber gleichzeitig ein ungutes Gefühl bezüglich der Kontinuität innerhalb des gesamten Seriengeschehens.


      #flocke# #flocke# #flocke# #flocke#

      3,5 von 5 Sternen

      (Da halbe Sterne sich im Hörspieltalk leider nicht darstellen lassen, bin ich gezwungen, aufzurunden.)
      Ich habe mich genauso wie du gefragt, warum man mit Luther einen anscheinend sehr beliebten Charakter irgendwann einfach aus der Handlung gestrichen hat. Ich konnte mir das nie erklären und war ziemlich traurig darüber. Schade, dass man in den Hörspielen eigentlich nicht viel über seine Hintergrundgeschichte erfährt. Dazu muss man schon den "Kinder"-Roman lesen. Kann man den eigentlich zeitlich irgendwo in die Storyline einordnen?

      "Totenmaschine" gehört zu meinen absoluten Lieblingsfolgen, da ich die Frage "Kann man mit Hilfe der Wissenschaft den Tod überwinden?" ohnehin schon sehr spannend finde. Aber auch die Folge selbst ist aus meiner Sicht super geschrieben und umgesetzt. Zu meinen persönlichen Highlights gehört ja der Dialog zwischen Bronski und Bakerman :D (" Ich mag Ihre Frisur." - "Sie sind ein Witzbold." #roll# )

      Ich freue mich schon auf deine nächste Rezension! @Hardenberg
      "Mein Name ist Luther. Ich würde mich gerne mit Ihnen unterhalten."
      Boar Hardy, du bewertest aber streng! Bei mir würden wahrscheinlich viele Burns Folgen zwischen 4,5 und 5 bekommen!!!
      Gerade die „ANGST AUS EIS“ war weltklasse! 5.... also Punkte, nicht Note!
      Danke aber für deine Rezis. Ist ja auch ne mords Arbeit!!! :thumbup:

      [Lebt eigentlich Holger Sassenberg noch? Was treibt der so??? Er hieß glaub ich nicht Holger, aber so ähnlich...]
      The Jokes on you!
      Ich habe mich genauso wie du gefragt, warum man mit Luther einen anscheinend sehr beliebten Charakter irgendwann einfach aus der Handlung gestrichen hat. Ich konnte mir das nie erklären und war ziemlich traurig darüber. Schade, dass man in den Hörspielen eigentlich nicht viel über seine Hintergrundgeschichte erfährt. Dazu muss man schon den "Kinder"-Roman lesen. Kann man den eigentlich zeitlich irgendwo in die Storyline einordnen?

      geb ich dir Techt. Auch ich habe sehr um Luther Niles getrauert, als er einfach so verschwand. Wie man den Roman chronologisch einordnen kann, wußte ich damals, als ich den vor 14-15 Jahren gelesen hab. Aber jetzt hab ichs echt vergessen!!!
      Ich fand das aber mega wie Luther erzählt, als er auf der anderen Seite war!!! Auf das hab ich in der Serie immer gehofft, dass es (ausführlich) passiert oder aufgeklärt wird. Am Ende war Burns leider ( für mich!) eine riesige Enttäuschung, weil eben alles UNVOLLENDET BLIEB und ich mich dann doch geärgert hab, das Hörr Sassenberg alles so offengelassen hatte...
      The Jokes on you!

      Evil schrieb:

      Zitat: „Ich habe mich genauso wie du gefragt, warum man mit Luther einen anscheinend sehr beliebten Charakter irgendwann einfach aus der Handlung gestrichen hat. Ich konnte mir das nie erklären und war ziemlich traurig darüber. Schade, dass man in…


      Exakt meine Gedanken @Evil
      Aber vielleicht gibt es dadurch ja auch wieder genug Anregungen für Fanfiction und Fanart? Ich möchte Luther jedenfalls nicht so einfach im Nichts verschwinden lassen. Ich beschäftige mich ziemlich viel mit ihm in meinen Illustrationen und wenn genug Arbeiten zusammenkommen, wird vielleicht in Bildband daraus. Das wäre jedenfalls mein ganz persönliches Fanprojekt.
      "Mein Name ist Luther. Ich würde mich gerne mit Ihnen unterhalten."
      Danke für die Blumen. :)

      Dass Du die einzelnen Folgen anders bewertest, ist ja nicht weiter schlimm. Jeder hat seinen Blick auf die Hörspiele, jeder legt andere Maßstäbe an, und ich begründe für mich (und nur für mich), warum ich es so sehe, wie ich es darlege. Und im besten Fall ist das immer als Einladung zu verstehen, darüber in einen Austausch zu treten. Nichts bereichert einen solchen Thread am Ende doch mehr als unterschieliche, gut begründete Einschätzungen.

      :)
      Ich hab mir heute die 4 angehört! Die Kinderschreie haben schon etwas sehr bedrohliches. Sassenberg kann wirklich hervorragend Atmosphäre schaffen. Und Luther Niles ist ein spannender neuer Typ. Mir hat die Folge gut gefallen. Auch beim x-ten Wiederhören. Aber es gab andere Folgen, die haben mich mehr gepackt.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Nicht nur die Kinderschreie, auch die düstere kalte Gletscherwildnis Islands wird in Folge 4 sehr gut in Szene gesetzt. Steht definitiv auch auf meiner To-Do-Liste zum Zeichnen.

      Ich finde es aber super, wie Simon Jäger den Luther zwischen dem netten harmlosen Touristen auf der einen Seite und eiskaltem Killer beim Sprechen hin-und herwechseln lässt. Kein Wunder, dass mich dieser Charakter so fasziniert :)

      Folge 4 gehört daher zu meinen absoluten Lieblingen!
      "Mein Name ist Luther. Ich würde mich gerne mit Ihnen unterhalten."