Umfrage an die Rezensenten

      Umfrage an die Rezensenten

      Was bewegt Euch dazu, ein Hörspiel zu besprechen? 8
      1.  
        Ich erfahre im Netz davon und schreibe aus Interesse (4) 50%
      2.  
        Ich bekomme vom Label Infos und einen DL-Link oder eine CD (3) 38%
      3.  
        Andere Option, siehe Thread (1) 13%
      Aus gegebenem Anlass mal eine Umfrage an die, die regelmäßig in Foren oder Print oder Web Hörspiele besprechen bzw. Kritiken verfassen.
      Eine kleine Frage dazu: Sind mit Rezensenten eher solche „Profi-Meinungen“ gemeint wie z.B. von Lukes Meinung, wo die Rezension eine halbe wissenschaftliche Abhandlung ist, oder sind damit alle gemeint die sich inhaltlich mit einem Hörspiel auseinander setzen?

      Die also mehr schreiben als: War gut / war schlecht.

      Immerhin ist nicht jeder Hörer so wortgewaltig und kann seine Eindrücke in viel Text fixieren. :)
      Ich bin niemand der einen eigenen Blog oder eine eigene Seite hat um seine Hörspiele zu besprechen. Aber ich rezensiere nach Lust und Laune für den Hörspieltalker und die Hörspieltalkerin. Wie komme ich dazu manches zu rezensieren? 90% weil ich einfach darauf Lust und Laune habe. Ich rezensiere ja nicht nur neue Hörspiele sondern besonders gerne Serien, die schon länger am Markt sind. 5% sind nach Aufrufen von Hörspiellabels, wo ich mir denke, Ja es wäre interessant dieses Hörspiel zu hören und zu rezensieren. Und bei 5% meiner Rezensionen schreiben mich Labels an.

      Ich mache das nur aus Spaß und Freude und nicht um jemanden einen Gefallen zu machen oder weil ich es auf Grund eingegangener Verpflichtungen machen zu müssen oder um Content für meine Seite zu schaffen. Als Rezensent fühle ich mich dabei aber nicht. Sondern als jemand der seine Meinung mitteilt.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

      Butor schrieb:

      Eine kleine Frage dazu: Sind mit Rezensenten eher solche „Profi-Meinungen“ gemeint wie z.B. von Lukes Meinung, wo die Rezension eine halbe wissenschaftliche Abhandlung ist, oder sind damit alle gemeint die sich inhaltlich mit einem Hörspiel auseinander setzen?

      Ich meine die, die etwas ausführlicher in Foren schreiben bzw. dies auf mehreren Foren und Portalen tun, wie @DerPoldi, als auch die, die dafür eigene Websites betreiben, wie den Hörspatz. Es muss keine wissenschaftliche Abhandlung sein, aber eben mehr als drei Sätze.
      Ich würde nie, nie, nie eine Rezension zu einem Hörspiel verfassen, das mir vom Macher/Label zur Verfügung gestellt wurde. Das Risiko, nicht mehr hundertprozentig neutral zu sein, wäre mir persönlich zu groß. Denn natürlich wird mit einem solchen Zur-Verfügung-Stellen ein Zweck verfolgt. Es wird natürlich nicht offen ausgesprochen, aber selbstverständlich erwarten/erhoffen sich die Macher positive Rezensionen, aus denen sie vielleicht zu Werbezwecken zitieren können. Die Gefahr, als Rezensent, ohne böse Absicht, vielleicht sogar völlig unbewusst, in eine Situation versetzt zu werden, in der das Urteil beeinflusst wird durch Zuwendung und Aufmerksamkeit der Macher, ist immer da, ob das die betreffenden Leute nun zugeben oder nicht.

      Natürlich hat ein Label kein Interesse daran, einen Rezensenten mit Gratis-Material zu versorgen oder auch mit Infos und Insiderwissen, wenn der jedes Hörspiel sachlich begründet scharf kritisiert oder sogar verreißt.

      Und klar wünschen sich Macher, dass alle, die ihre Hörspiele nicht mögen, sich lieber anderen Produktionen zuwenden, damit am Ende ihre Werke nur noch von den Wohlwollenden und den Fans besprochen werden.

      Dabei können es "echte" Rezensenten legitimerweise als den Zweck ihrer Besprechungen sehen, einen Überblick zu verschaffen auch über das, was eben nicht gut läuft auf dem Hörspielmarkt. Für mich hat dieses Argument noch nie getroffen.

      Ich selbst wurde schon einige Male von Hörspielmachern angeschrieben und um meine Einschätzung zu einzelnen Ideen oder Szenen gebeten. Und wo ich mich dazu in der Lage sah, habe ich das auch gern gemacht, aber ich habe das ein oder andere Mal schon gespürt, dass damit weitergehende Hoffnungen verbunden waren (etwa eine lobende Rezension bei VÖ), die ich dann aber nicht bereit bin zu erfüllen. Wenn ich etwas an einem Hörspiel kritikwürdig finde, schreibe ich das. Punkt.
      Alles andere wäre Betrug an mir selbst.

      Ich glaube auch, dass solche Verbundenheiten von Rezensenten zu Machern kein bewusstes Ding sind. Da denkt sich keiner: Wow, ich krieg da jetzt ne CD zugeschickt von xy, also lob ich die ab heute in den Himmel!, sondern so was ist ein schleichender Prozess, man tauscht sich aus, bekommt Hörspiele vor der offiziellen VÖ ganz exklusiv, man hat vielleicht auch den Eindruck, ein Teil des ganzen Prozesses zu sein, fühlt sich geschmeichelt - und dann ist es nicht so, dass man seine Meinung verdreht, sondern sie ändert sich einfach wie von selbst, allein dadurch, dass sich die Perspektive ändert und weil (unbewusst) auf einmal viel mehr zur Debatte (und auf dem Spiel) steht als nur das jeweilige Hörspiel.

      In eine solche Situation wollte ich mich nie bringen (lassen) bzw. ein solches Risiko eingehen.

      Womit ich aber natürlich nicht unterstellen will, dass es bei jedem Rezensenten, der so verfährt, so sein muss. Aber es geht eben um das Risiko des Verlusts der Neutralität und somit der Glaubwürdigkeit. Und Letzteres ist das größte Pfund eines Rezensenten, finde ich. Sonst sind seine Besprechungen für mich wertlos.

      Etwas anderes ist natürlich, wenn man erkennbar keinen Neutralitätsanspruch hat, wie der erklärte Fan, dann liegen die Dinge eh anders. Aber das sollte in einer Besprechung dann auch deutlich werden.

      Ich finde jedoch, es gibt einige bekanntere Hörspiel-Rezensenten da draußen, die Neutralität vorgeben, obwohl man daran berechtigte Zweifel haben könnte.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Hardenberg“ ()

      Danke für die Erläuterung, @Hardenberg; ich habe aus meinem Kontakt zu Labeln gelernt, dass die Art der Besprechung (Lob, Verriss oder dazwischen) weitaus weniger wichtig ist, als die Tatsache, DASS es besprochen wird. Natürlich ist eine glaubwürdig positive Rezi netter, aber auch ein Verriss kann Leser dazu veranlassen, sich ein eigenes Bild machen zu wollen, oder zumindest zur Kenntnis zu nehmen, dass es das Hörspiel gibt.

      Kleinliche Reaktionen wir "Du kriegst keine CD mehr, weil Du jetzt schon drei Hörspiele von uns nicht gemocht hast" sind nicht professionell. Nicht nur entsteht dann eben der Eindruck, dass hier ein Deal gefahren wird "CD gegen Lobeshymne", und somit die Rezis an Glaubwürdigkeit verlieren (woran keinem gelegen sein sollte), sondern eben des dann fehlenden Öffentlichkeitseffekts wegen. Ein Hörspiel, von dem niemand weiß, hat nicht einmal die Chance, sich gut auf dem Markt zu platzieren.
      Diesbezüglich erinnere ich auch an folgenden thread: Was ist besser - Hörspiele, über die man nicht spricht oder Hörspiele über die man schlecht spricht?

      Da ich meine Rezensionen aus Lust und Freude mache über großartige Hörspiele zu berichten, suche ich mir in der Regel auch solche aus, die es mir wert sind, sie genauer zu besprechen. Aber ich hatte durchaus auch schon „Aufträge“ Rezensionen zu schreiben wo ich manches als nicht optimal gelöst empfunden habe und ich danach Telefongespräche mit Hörspielmachern hatte wo ich im Detail persönlich erklärt habe was mir nicht gefiel. Und diese Gespräche fielen alle durchwegs amikal ab. Hingegen hatte ich schon mehrfach (Klags-)Drohungen von Labels, wenn ich hier meine Meinung zu einem bestimmten Thema gepostet hatte. War aber nie eine Rezension sondern eine kurz gefasste persönliche und subjektive Sichtweise. Da reagieren manche Labels alles andere als cool. Was ich sehr bedauere. Letztlich war aber alles nur heiße Luft.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Über ein Hörspiel zu schreiben, nachzufragen oder gar ne Rezension zu verfassen, bewegt mich aus folgendem Grund, weil es mich begeistert, ich es wertschätze und mich dafür interessiere.
      Interessiert es mich nicht, schreibe ich auch nichts drüber, mach mir auch weniger Gedanken dazu...
      The Jokes on you!
      Ehrlich... was heißt schon ehrlich?
      Ich meine das ernst! "Ehrlich" werden die meisten Rezensionen sein. Die Frage ist nur eben, worauf diese "Ehrlichkeit" beruht. Natürlich wird hier niemand bestochen, gute Rezis zu schreiben. Aber man kann als Macher oder Labelverantwortlicher natürlich versuchen, eine Art von "Beziehung" herzustellen zu einem Rezensenten. Und dann ändert sich eben unter Umständen die Sichtweise dieses Rezensenten wie von selbst. Da ist dann die ehrliche Rezension keine offene Lüge, aber eben vielleicht auch nicht mehr nach denselben Maßstäben erstellt wie die Rezis zu Zeiten der inneren Unabhängigkeit.

      Manchmal sind die Dinge komplizierter.
      Und manchmal merken es Menschen selbst vielleicht nicht, wie sie "manipuliert" werden.

      In der Politik findet so etwas ja schon seit Urzeiten statt. Und da werden auch nur die allerwenigsten geschmiert. Viel mehr bringt es, die Menschen bei ihren Bedürfnissen und bei ihrer Eitelkeit zu packen, sie zu umschmeicheln, ihnen das Gefühl von Bedeutung zu vermitteln usw., dann passiert der Rest oft von ganz allein.

      Da sollte man sich als derjenige, der sich mit öffentlichen Statements, die Neutralität vorgeben, vorwagt, immer auch ehrlich hinterfragen, finde ich.

      @Markus G. etwa macht meines Wissens in seinen Besprechungen persönliche Bezüge immer kenntlich, das ist mir aufgefallen. Mit so etwas hätte ich nie ein Problem. Dann weiß ich als Leser ja, wie die Perspektive ist und habe das beim Lesen im Hinterkopf. Das ist transparent.

      Aber wenn ein Rezensent unparteiisch auftritt, möchte ich auch davon ausgehen können, dass er es ist und sich eben nicht "umgarnen" lässt. ;)
      Meine Meinung.


      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Hardenberg“ ()

      Martin Seebeck schrieb:

      Danke für die Erläuterung, <a href="https://www.hoerspieltalk.de/index.php/User/3691-Hardenberg/">@Hardenberg</a>; ich habe aus meinem Kontakt zu Labeln gelernt, dass die <b>Art </b>der Besprechung (Lob, Verriss oder dazwischen) weitaus <i>weniger wichtig</i> ist, als die Tatsache, <b>DASS </b>es besprochen wird.


      Ja, das kann ich mir vorstellen, dass es oft zunächst einmal nur darum geht, überhaupt wahrgenommen zu werden. Das allein dürfte ein Problem darstellen.
      Aber im zweiten Schritt geht es - ganz offensichtlich! - auch darum, positives Feedback zu bekommen. Es ist aber wohl auch davon abhängig, wie wichtig die "Mundpropaganda" für das jeweilige Hörspiel ist. Manches läuft ja vielleicht im Stream wie von selbst. Da möchte man als Macher vielleicht nicht, dass negative Besprechungen in Foren die potentiellen Hörerinnen und Hörer abschrecken. Nur so könnte ich mir die völlig unprofessionellen und teils hochnotpeinlichen Reaktionen von einigen wenigen Hörspielmachern und Dienstleistern erklären, die ja manchmal schon in Richtung Publikumsbeschimpfungen gehen. Da mag der Druck besonders hoch sein, weil vielleicht der Erfolg immer auf der Kippe steht, aber bei diesen Leuten davon zu sprechen, dass es mehr um Wahrnehmung als um positive Reaktionen geht, halte ich für zweifelhaft.

      Aber wir sprechen da vielleicht auch einfach von unterschiedlichen Ligen.
      Die Liga der professionell agierenden Hörspielmacher denkt da sicherlich anders, auch wenn natürlich jeder lieber Lob hört als (negative) Kritik.

      Die Frage ist natürlich auch, wie man ein Hörspiel ins Spiel bringen kann, um Interesse zu schaffen. Rezensenten zu ermuntern mag ein Weg sein.
      Aber sicher wären noch mehr möglich...
      Bei mir ist es Punkt 3, weil es natürlich auch Produktionen gibt, die nicht zur Verfügung gestellt wird.
      Maritim hat z. B. die Einstellung, das alles im Stream verfügbar ist und daher keine Muster mehr rausgesendet werden.
      Man erwartet also, das jemand ein Abo irgendwo abschließt um kostenlos Werbung zu machen, denn letztendes ist jede Kritik auch Werbung....

      Es gibt Produktionen, die ich bei Interesse über Streaming/CD höre und wenn sie gut ist, bespreche.
      Und es gibt natürlich Produktionen, die mir zur Verfügung gestellt werden.
      Letztere haben natürlich vorrang.
      In der Regel kann man entscheiden zwischen DL oder CD. Größere Produktionen werden mehr und mehr gar nicht rausgegeben, oder nur mit DL-Link.
      Besucht meine Homepageprojekte:
      hoernews.de
      kurtz-check.de
      Hatte ich noch bei keinem Label, dass ein Hörspiel nicht rausgegeben wurde aber sicher haben wir auch andere Quellen oder Geschmäcker.

      Zudem bekomme ich bis jetzt immer von Maritim Rezensionsmaterial.
      Deren Einstellung stört mich aber auch nicht weil wirklich gefühlt jede/jeder heute ein Streamingabo hat.
      Pumuckl, Jan Tenner, Dominik Ahrens, Markus Topf u.v.m. in unserer neuen Talker-Lounge-Folge 159.


      Hardenberg schrieb:

      Natürlich hat ein Label kein Interesse daran, einen Rezensenten mit Gratis-Material zu versorgen oder auch mit Infos und Insiderwissen, wenn der jedes Hörspiel sachlich begründet scharf kritisiert oder sogar verreißt.


      Das ist ein gut gepfleger Aberglaube und/oder Halbwahrheit.
      Es ist so, das die Profis auch kritische Bewertungen akzeptieren. Lediglich die "kleinen" Label, so meine Erfahrung nach über 20 Jahren, sind schnell beleidigt.
      Ich hab ein Label gehabt, das nach 10 Jahren mich - ohne mit mir zu reden - aus den Verteiler geschmissen hat, weil ich EINE (!) Produktion nicht gut fand, die auch viele Hörer nicht gut fanden, das muß man sich mal vorstellen.
      Von den großen hat mich noch niemand rausgeschmissen. Was ausbleibt, sind allerdings die angesprochenen Zuwendungen, oder gar Einladungen zu Events, die bekommt der "böse" Rezensent in der Regel nie.
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      Flori1981 schrieb:

      Finde ich nicht und hab ich noch nie so erlebt


      Mein lieber Flori, zeig mir doch mal einen Veriss?! Ich schrieb, was passiert, wenn ein Veriss geschrieben wird, was du - soweit ich weiß - noch nie gemacht hast.
      Du kannst deine Erfahrungen daher mit meinen gar nicht vergleichen...
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      Ach Detlef, ist doch andersherun gemauso.
      Hör dir einfach die letzte Bibi-und-Tina-Rezension von @Oezge und mir an anstatt hier Märchen zu schreiben oder lass es bleiben. Gibt auch genug Beispiele von Maritim.
      Egal, wird mir schon wieder zu mühseilig mit dir zu diskutieren.
      Ändert sich halt wohl nie.
      Pumuckl, Jan Tenner, Dominik Ahrens, Markus Topf u.v.m. in unserer neuen Talker-Lounge-Folge 159.