Braucht es heutzutage das kommerzielle Hörspiel noch? Die Radio-Podcasts bieten genug!

      Braucht es heutzutage das kommerzielle Hörspiel noch? Die Radio-Podcasts bieten genug!

      Die Frage steht ja schon in der Überschrift.

      Provokant gesagt: Braucht es heutzutage überhaupt noch komerzielle Hörspiele mit 10 Varianten Holmes, Groschengrusel oder der nächsten Mystery Serie in Staffelform? Theoretisch bieten die Podcasts des öffentlich rechtlichen Rundfunks doch Stoff bis zum Abwinken. Das durchaus aus allen Zeitepochen und quer durch alle Genres. Allein was täglich von den Sendern ins Internet gestellt wird, sollte doch reichen um unsere persönliche Hörspielzeit zu füllen.
      CLOSED
      Also reichen würde es unbestritten. Letztlich ist die Frage ob damit auch der persönliche Geschmack getroffen und abgedeckt wird. Außerdem ginge dann mMn die Vielfalt verloren. Je mehr Auswahl um so besser. Für mich :)
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Die Qualität der öffi-Produktionen hat sich über Jahre auf jeden Fall gesteigert, nachdem sie nach den 60/70er Jahren sehr nachgelassen hatten.
      Dennoch sind - für mich - eine überraschende Anzahl der Produktionen einfach nicht spannend oder unterhaltsam genug gestaltet.
      Die Produktionen die mir aus dem Radio gefallen, kann ich an einer Hand abzählen (alte Klassiker sind hier ausgenommen).
      Von daher: Beides hat nach wie vor seine Berechtigung.
      Besucht meine Homepageprojekte:
      hoernews.de
      kurtz-check.de

      Markus G. schrieb:

      Also reichen würde es unbestritten. Letztlich ist die Frage ob damit auch der persönliche Geschmack getroffen und abgedeckt wird. Außerdem ginge dann mMn die Vielfalt verloren. Je mehr Auswahl um so besser. Für mich <img src="https://www.hoerspieltalk.de/wcf/images/smilies/smile.png" alt=":)" />


      Ich finde, die Podcasts bieten für jeden Geschmack etwas. Außerdem finde ich, dass Vielfalt zummindest auf einem Markt mit Prdukten zum Kauf, auch irgendwann überfordern kann. Ich habe den Eindruck das rechte Maß ist verloren gegangen. Aber das ist halt mein ganz persönlicher Eindruck.
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      Wie schon geschrieben wurde: Geschmackssache und persönliche Neigung. Wer genau den einfacheren Grusel-Action Mix, Jugendabenteuer/krimis oder SciFi sucht, wird im kommerziellen Hörspiel deutlich besser und mehr bedient, als im Radio. Es geht ja letztlich nicht nur darum eine gewisse Stundenzahl X auszufüllen.

      Genauso könnte man auch fragen, wozu es eigentlich noch Kinofilme braucht, das TV oder Netflix bietet doch genug. Und das sogar günstiger. Aber solange es angenommen wird, wird es auch angeboten. Zu einem Markt gehört neben dem von dir angesprochenen Angebot schließlich auch eine Nachfrage. Kurioser Weise ist das bei Radio sogar eher umgekehrt, da kann auch ohne echte Nachfrage lange zeit angeboten werden, wenn der Intendant es so möchte.

      Lenny schrieb:

      Die Frage steht ja schon in der Überschrift.

      Provokant gesagt: Braucht es heutzutage überhaupt noch komerzielle Hörspiele mit 10 Varianten Holmes, Groschengrusel oder der nächsten Mystery Serie in Staffelform? Theoretisch bieten die Podcasts des…


      Mach mich ruhig arbeitslos, @Lenny ;(

      Aber genauso könnte man fragen, ob man noch das Kino braucht, Blu-rays und Streaming-Kanäle, da im öffentlich rechtlichen Fernsehen ja genug läuft. Oder warum noch Musik kaufen, denn das Radio spielt ja genug.
      @Lenny schrieb…
      Theoretisch bieten die Podcasts des öffentlich rechtlichen Rundfunks doch Stoff bis zum Abwinken. Das durchaus aus allen Zeitepochen und quer durch alle Genres.

      Sehe ich absolut nicht so, denn einige Genres, wie Grusel und SciFi vermisse ich beim öffentlich rechtlichen Rundfunk schon sehr. Auch sind viele Radioproduktionen vom Stil deutlich anders als beim kommerziellen Hörspiel. In meinen Ohren oft zu sehr auf „anspruchsvoll“ bemüht.
      Auch wenn ich zwischendurch immer wieder gerne Radioproduktionen höre, würde ich den Wegfall vom kommerziellen Hörspiel deutlich schmerzlicher Vermissen, als es beim Radiohörspiel der Fall wäre.

      Tolkien schrieb:

      Aber genauso könnte man fragen, ob man noch das Kino braucht


      Das kann man beim heutigen Kino tatsächlich. Selten gibt es einen Film, der nicht Teil eines größeren Universums, Remake, Sequel, Prequel Reboot oder Softreboot ist. ;) Laaangweilig. Früher war das anders. Da gab es mehrheitlich einfach nur Filme.



      hoerspiel schrieb:

      Sehe ich absolut nicht so, denn einige Genres, wie Grusel und SciFi vermisse ich beim öffentlich rechtlichen Rundfunk schon sehr.


      Ich hab sowohl Grusel wie auch Scifi Hörspiele von öffentlich-rechtlichen Sendern auf CD vorliegen.
      CLOSED

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Lenny“ ()

      Lenny schrieb:

      Das kann man beim heutigen Kino tatsächlich. Selten gibt es einen Film, der nicht Teil eines größeren Universums, Remake, Sequel, Prequel Reboot
      oder Softreboot ist. Laaangweilig. Früher war das anders. Da gab es mehrheitlich einfach nur Filme.


      Keine Ahnung, woher du diese Wahrnehmung hast aber zum Glück hat ja jede/jeder eine andere.
      Pumuckl, Jan Tenner, Dominik Ahrens, Markus Topf u.v.m. in unserer neuen Talker-Lounge-Folge 159.


      Ich denke das kommerzielle Hörspiel wird immer noch gerne gehört und auch in Zukunft seine Kunden und Käufer finden, so wie die Menschen immer noch ins Kino gehen und sich Filme auf Scheiben kaufen.

      Wir haben natürlich Dank Streaming-Angeboten und Mediatheken, Radio, Downloads usw. ein Überangebot an Audiomaterial, welches wir in einem Leben gar nicht mehr alles wegkonsumieren können. Und wie es immer im Leben so ist, von dem was man gerne mag gibt es zu wenig und von anderem dafür viel zu viel und ein Anderer sieht es genau umgekehrt. Es hängt halt von den Interessen ab. Die Anzahl der Podcasts hat sich durch Corona um ein Vielfaches erhöht. Jeder der glaubt über etwas zu sprechen zu müssen, sagt sich, lass uns aufnehmen und einen Podcast draus machen - und ja, es ist einfacher denn je geworden selbst Inhalte in Form eines Podcastes zu produzieren und diesen sogar auf den großen Plattformen kostenfrei einzustellen und so jedermann anzubieten. Was tun? Selektion - wie bei allem im Leben. Man nutzt das was einem gefällt und sucht sich die Inhalte aus. Genau wie am Gemüsestand im Supermarkt, ein paar Tomaten. eine Gurke vielleicht - einen Blumenkohl und ein paar Träubchen für die Nachtisch oder zwischendurch.

      Für den einen sind es freie Hörspiele oder auch Podcast bzw. Downloads aus den Mediatheken oder ein Titel im Stream was nichts oder relativ wenig kostet und es gibt die Anderen die Ihren Serien und dem Medium der CD treu bleiben und weiterhin kaufen und das kommerzielle Hörspiel unterstützen wollen. Letztlich zählt die Qualität und nicht das Medium und auch nur das was einem gefällt.
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      Also ich brauche das komerzielle Hörspiel noch, da das Radiohörspiel oder Podcasts nich alles das abdecken, was ich hören möchte. Was ist denn die Radio bzw die Podcastvariante von den drei Fragezeichen, Amadeus, Mark Brandis oder Lady Bedfort? Ich kenn keine.
      Arguing that you don’t care about the right to privacy because you have nothing to hide is no different than saying you don’t care about free speech because you have nothing to say.

      Flori1981 schrieb:

      Keine Ahnung, woher du diese Wahrnehmung hast aber zum Glück [...]


      Und genau dieser Teil deines Posts ist ein gutes Beispiel dafür, was ich mit "genervt" meine. Genervt ist in diesem Fall eigentlich aber nicht das richtige Wort. Eher agressiv bzw. abschätzig mir gegenüber. Warum? Bist du speziell von mir dauergenervt?

      Sinnvoller wäre ein Post wie: "Ich bin nicht deiner Meinung, weil..." Das wäre konstruktiv. So wie du es machst, greifst du mich einfach wegen meiner Meinung an.
      CLOSED
      @kamica - speziell zu den bestehenden Serien gibt es vermutlich nichts Adequates als Podcast aber Genre-Technisch - Krimi, Grusel, Science Fiction wirst Du schon was finden - z.B. gerade im Hörspielprojekt die Woche erst eine Premiere einer neuen Krimi-Reihe >"​Anrüchig. Der erste Fall von Leutnant Melody Kurz"<

      Was zum Thema Podcast, Genre Science-Fiction schau Dich mal hier um

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      Auf Podwatch findest Du auch zu ganz vielen anderen Genres und Themen einen passenden Podcast.
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      kamica schrieb:

      Was ist denn die Radio bzw die Podcastvariante von den drei Fragezeichen, Amadeus, Mark Brandis oder Lady Bedfort? Ich kenn keine.


      Nun die von dir aufgezählten Serien bzw. Reihen existieren ja bereits und blieben erhalten, wenn ab heute keine kommerziellen Hörspiele mehr produziert würden. Meine Ausgangsthese war ja nicht, dass das alles verschwinden soll. Vielleicht habe ich mich da auch einfach blöde ausgedrückt. Braucht es heutzutage immer noch mehr aus beiden Kanälen das war meine Frage.

      Die Radiovariante von Lady Bedfort ist Miss Marple. Vom Rundfunk gibt es da einige Hörspiele. Letztendlich ist Lady Bedfort ja so etwas wie Miss Marple. Solche Serien entstehen, weil man etwas wie Miss Marple machen möchte, aber nicht die Lizenzgebühren für Hörspielrechte von Miss Marple zahlen möchte oder sie nicht bekommen hat.

      Wenn ab heute keine komerziellen Hörspiele mehr produziert würden, könnte man die vorhandenen komerziellen Hörspiele einfach alle noch einmal hören. Aber dank dem Überangebot hat sich und hier zitiere ich Sebastian Pobot, das Hörverhalten fundamental verändert. Laut ihm hören die meisten Hörer eine Produktion nur einmal und dann nie wieder. Vorbei sind die Zeiten in denen man ein und die selbe Drei Fragezeichen Folge immer wieder hört. Das hat er glaube ich in mehreren Interviews schon zum Besten gegeben. Durch das Überangebot fehlt die Zeit bzw. wir werden halt immer wieder dazu animiert etwas neues zu kaufen.

      Müsste ich mich zwischen komerziell und öffentlich-rechtlich entscheiden, würde ich öffentlich-rechtlich nehmen.
      CLOSED
      Ist es nicht etwas anmaßend seine eigene Wahrnehmung als die Wahrheit anzusehen und alles was einen selber nicht (mehr) interessiert als irrelevant abzutun? Kann denn nicht jeder Produzent und jeder Abnehmer/Konsument selber entscheiden wo und wie er seine Waren oder Dienstleistungen bezieht? Dafür haben wir doch eine freie Marktwirtschaft. Nur weil eine einzelne Person nicht das komplette Angebot nutzen kann oder möchte, ist es doch nicht überflüssig. Wer bestimmt denn, wann es genug ist und die Produktion neuer kommerzieller Hörspiele/Filme/Bücher bitte einzustellen ist?
      Ich frage mich eher andersrum ob die öffentlich rechtlichen nicht eher stark im Bereich Unterhaltung einsparen sollten um mehr Geld für Qualität und Zeit im Bereich Information zu haben.
      Unterhaltung egal ob Film, Serie oder Hörspiel gibt es genug aus der Privatwirtschaft. Information spielt da keine Rolle - leider. Würde Amazon, Netflix Spotify und co mal was in Sachen neutraler und kompetenter Information auf die Beine stellen würde ich das sehr begrüßen aber sowas kommt ja leider nicht.
      mfg
      warbird

      Life is a journey not a destination.
      Gerade Radio hat eine ganz eigene Art, Hörspiele zu machen. Sowas wie John Sinclair oder Faith van Helsing kann ich mir im Radio nicht vorstellen. Wenn jetzt aber jemand auf diesen Stil abfährt, dann kommt er mit Radio nicht weit. Private Podcasts könnten da evtl. den Stil haben, aber private Sprecher hören sich meistens anders an als Profis.

      Und dann darauf zu verweisen: "Es gibt so viel, hör dir doch den alten Kram (ggf. nochmal) an" hilft halt nichts, wenn ich auch gerne mal was neues hören möchte. Z.B. von Miss Marple gibt es einfach derzeit nichts neues. Und wenn es mal etwas gibt, dann dauert es mehrere Jahre, bis wieder etwas neues kommt. Aber diese stetigen Endlosserien gibt es in erster Linie im kommerziellen Hörspiel. Das Radio hat großartige Einzelhörspiele und kurze Reihen (z.B. das Triumviat, mein Lieblingsradiohörspiel.) Aber Endlosserien?

      Glücklicherweise muss ich mich nicht entscheiden. Müsste ich es tun, würde ich aber kommerziell nehmen.
      Arguing that you don’t care about the right to privacy because you have nothing to hide is no different than saying you don’t care about free speech because you have nothing to say.
      ...und schon bin ich wieder raus aus dem Thema. Ich merke immer wieder, es ist ein Fehler sich hier zu engagieren. Kaum beteiligt man sich, werden einem Worte im Mund umgedreht und es wird gemeint man würde irgendwas fordern. Ich fordere erstmal gar nicht. Ich werfe philosophische Fragen in den raum. Ich kann gar nichts fordern.
      CLOSED

      warbird schrieb:

      Ich frage mich eher andersrum ob die öffentlich rechtlichen nicht eher stark im Bereich Unterhaltung einsparen sollten um mehr Geld für Qualität und Zeit im Bereich Information zu haben.
      Unterhaltung egal ob Film, Serie oder Hörspiel gibt es genug…
      Hör mal Deutschlandfunk oder Deutsche Welle. Die haben qualitativ gute Nachrichten und gerade die Deutsche Welle wird im Ausland deswegen hoch geschätzt.


      Lenny schrieb:

      ...und schon bin ich wieder raus aus dem Thema. Ich merke immer wieder, es ist ein Fehler sich hier zu engagieren. Kaum beteiligt man sich, werden einem Worte im Mund umgedreht und es wird gemeint man würde irgendwas fordern. Ich fordere erstmal gar nicht. Ich werfe philosophische Fragen in den raum. Ich kann gar nichts fordern.
      Sorry, wenn ich es war, von der du dich so angegriffen geführt hast. Das war nicht meine Absicht. Ich kann gut verstehen, dass einige mit Radiohörspielen ganz glücklich sind. Da ist jeder verschieden.
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