Der Ring des Nibelungen (rbb)

      Der Ring des Nibelungen (rbb)

      Richard Wagners Opernklassiker "Der Ring des Nibelungen" wurde vom rbb neu als Hörspiel in Kunstkopftechnik produziert…

      Die Neuinterpretation von Regine Ahrem übersetzt die wagnersche Kunstsprache des Textbuches ins Hochdeutsche und versucht auch thematisch einen modernen Zugriff. Denn der Ringzyklus ist auch eine große Parabel über den Eingriff des Menschen in den natürlichen Urzustand der Erde. Damit war er seiner Zeit weit voraus. Die Musik ist ein Mix aus orchestralen Wagner-Original-Passagen und neu komponierter Musik.“

      Mit Martina Gedeck, Bibiana Beglau, Bernhard Schütz, Dimitrij Schaad, Lars Rudolph und vielen anderen.

      Alle 16 Teile gibt es als Download und Stream in der ARD Audiothek zu hören…

      ardaudiothek.de/sendung/der-ring-des-nibelungen/10459555/
      Gut, dass im Begleitmaterial so oft das Wort „modern“ steht. Wäre sonst nicht drauf gekommen, dass es eine solche Adaption ist, weil ich mit dem Wort doch etwas anderes verbinde.
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      Erst mal vielen Dank für den Hinweis. Der Ring des Nibelungen ist so eine Geschichte, von der ich immer gedacht habe, ich müsste mich mal mit ihr beschäftigen. Aber jeder Versuch endete damit, dass ich es ganz schnell wieder beendet habe. Das erschien mir einfach zu verstaubt und daher uninteressant. Außerdem war die 'alte' Sprache eine hohe Hürde.

      Das Hörspiel habe ich mir nun heruntergeladen und bin auf die Geschichte als solches als auch auf die Umsetzung in Kunstkopftechnik gespannt. Heute Abend werde ich wohl mal reinhören.
      Ein Unkraut ist einfach eine Pflanze, die dort wächst, wo man sie nicht haben möchte. [Miss Marple]
      Oha, diese Bearbeitung scheint es Dir im negativen Sinne angetan zu haben. @Martin Seebeck ; )

      Ich fand die Umsetzung eigentlich sehr unterhaltsam. Ich hatte sehr viel Spaß damit, auch wenn mir einige der bei Wagner vorkommenden Modifizierungen des Stoffes im Vergleich zu den bekannteren Überlieferungen nicht so zusagten.

      Alles in allem hatte ich viel Vergnügen mit diesem Hörspiel-Mehrteiler und kann ihn nur jedem ans Herz legen, der Interesse an diesem Stoff hat.

      Die Umsetzung mag nicht einer Neuerfindung des Rades gleichkommen, aber wo tut sie das schon? Die Sprecher sind wirklich hervorragend. Und die Dialoge sind für mein Empfinden sehr stimmig den heutigen Hörgewohnheiten angepasst, ohne dabei anbiedernd zu wirken.
      Es scheint so zu sein, dass jeweils vier Folgen einen 'Handlungsabschnitt' beinhalten. Den ersten Abschnitt, also die Folgen 1 bis 4, habe ich gestern gehört.

      Das hat mir wider Erwarten richtig gut gefallen. Es ist spannend und deutlich vielschichtiger als erwartet. Man kann da sicher jede Menge hineininterpretieren bzw. einiges ist nachdenkenswert. Nebenbei hat mich sehr überrascht, dass doch einige Elemente später in 'Der Herr der Ringe' wieder auftauchen.

      Ich würde @Hardenberg recht geben: Die Sprecher sind super und die Dialoge sind sehr gut. Wahrscheinlich gerade deshalb, weil sie nicht zu sehr an moderne Sprache angepasst wurden. Die Soundeffekte gefallen, der Einsatz der Originalmusik von Richard Wagner ist ebenfalls gelungen. Bis jetzt also sehr hörenswert.

      Das einzige, was mich nicht so überzeugt, ist der 3D-Raumklang. Dieser wird viel zu selten gut genutzt. Meistens ist es einfach so, dass die Sprecher mehr oder weniger sinnvoll von einem Ohrstöpsel zum anderen zu wandern scheinen. Da wäre mehr drin gewesen. Aber immerhin zwei Szenen sind mir aufgefallen, die ich bezüglich Kunstkopf-Stereofonie gut umgesetzt fand: Gleich zu Anfang das Spiel der Rheintöchter mit Alberich im Wasser sowie später eine Szene, in der jemandem 'ins Ohr gesprochen' wird. Da hatte die aufwändige Technik dann ihre Berechtigung.

      Kurz: Mein erster Eindruck ist überraschend positiv und ich freue mich auf die weiteren Folgen.
      Ein Unkraut ist einfach eine Pflanze, die dort wächst, wo man sie nicht haben möchte. [Miss Marple]
      Danke Euch! Ich werde hier wohl auch reinhören. Einerseits weil ich Hörspiele mit Raumklang forciere. Und andererseits weil Wagner und der Ring des Nibelungen meinem Vater sehr am Herzen lag. Wir haben Opern in den verschiedensten Versionen. Ich konnte mit den Wagner-Opern nie was anfangen, aber als Hörspiel stelle ich es mir durchaus reizvoll vor.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Es ging weiter mit meinem Ausflug in die Sagenwelt. Die Folgen 5 bis 8 liegen nun hinter mir. Es gefällt mir weiter gut. Insgesamt fand ich den ersten Abschnitt inhaltlich etwas interessanter, weil die Fragen von Macht und Verführbarkeit, die sich da stellen, doch von allgemeinerer Bedeutung und daher größerem Interesse sind als die im zweiten Abschnitt behandelten Themen. Auch gibt es, wie ich der Wikipedia entnehme, zwischen den ersten beiden Teilen eine Zwischenhandlung. Das Fehlen der Vorgeschichte zum ersten Teil stellte kein Problem dar, das Fehlen der Handlung zwischen erstem und zweitem Teil macht es aber schon schwierig. Manches blieb mir unklar und musste ich im Anschluss nachlesen, um die Zusammenhänge zu verstehen.

      Die Kunstkopfstereofonie klingt besser als im ersten Abschnitt, bleibt aber alles in allem unspektakulär. Der soundtechnische Höhepunkt ist das Gewitter in Folge 8 vermischt mit großem Orchester: Über Kopfhörer eine Wucht und ein echtes Hör-Highlight.
      Ein Unkraut ist einfach eine Pflanze, die dort wächst, wo man sie nicht haben möchte. [Miss Marple]
      Nach zwei Tagen "Nibelungen-Pause" ging es heute weiter mit dem dritten Teil, also den Folgen 9 bis 12. Diesmal war kein Nachlesen notwendig, der Handlung kann man allein mit dem Wissen aus den ersten beiden Teilen problemlos folgen. Inhaltlich hat mir das besser gefallen als Teil 2, steht für mein Empfinden aber etwas hinter dem ersten Abschnitt. Die Wahrheit ist aber, dass das bestenfalls Nuancen sind, alle Teile sind wirklich gut. Für mich, der die Geschichte bisher nicht kannte, gab es einige Überraschungen. Die größte davon, dass der Drache gar kein Drache ist und dass einige Elemente der Sage später in den Grimmschen Märchen wieder auftauchen. Soundtechnisch, von den Sprecher*innen und dem Musikeinsatz her ist das auch wieder ganz großes Kino. Mittlerweile bin ich so im Hörspiel drin, dass ich die Kunstkopfstereofonie kaum noch bewusst wahrnehme. Das ist sicher ein gutes Zeichen. Und weil mich das Ganze so fasziniert stört mich noch nicht einmal die unglaublich schwülstige Kennenlern- und Liebesszene zwischen Siegfried und Brünhilde.

      Ich freue mich auf den abschließenden vierten Teil.
      Ein Unkraut ist einfach eine Pflanze, die dort wächst, wo man sie nicht haben möchte. [Miss Marple]
      So, der 'Ring' liegt nun hinter mir. Für mich war das genau die richtige Mischung aus Modernisierung und Dranbleiben am Original (wobei ich letzteres mehr vermute als weiß). Starke Produktion einer hochinteressanten, vielfältig interpretierbaren Geschichte.

      Wenn ich mal unterstelle, dass dieses Hörspiel Leute an den 'Ring des Nibelungen' heranführen soll, die bisher das Original oder auch die Wagner-Oper gescheut haben, kann ich nur sagen: Mission erfüllt. Ich bin so ein Kandidat und mich hat das Hörspiel regelrecht mitgerissen. Dass manches für heutige Erzähltechniken und Hörgewohnheiten merkwürdig klingt, steht dem in keiner Weise entgegen.

      Das werde ich mir mit gebührendem Abstand sicher noch mal anhören.
      Ein Unkraut ist einfach eine Pflanze, die dort wächst, wo man sie nicht haben möchte. [Miss Marple]