Hörspielromantik ist leider tot

      @gruenspatz Ich denke das gehört da auch dazu. Hab jetzt schnell mal gegoogelt was denn das Netz unter Romantik versteht. Da steht:

      Der Begriff Romantik stammt aus dem Lateinischen lingua romana und bedeutet „romanische Sprache“. ... Heute verstehen wir unter dem Wort Romantik beziehungsweise romantisch einen emotionalen Zustand, der in engem Zusammenhang mit Liebe, Gefühl und Sehnsucht steht.


      Ich denke Hörspielmacher wie auch Hörspielfans verbindet zum Hörspiel durchaus eine solche definierte Form von Romantik. Zumindest für mich. :D
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Autsch! Ich halte es da wie immer mit dem Duden, das ist auch haargenau das, was ich gemeint habe:

      "gefühlsbetont, schwärmerisch; die Wirklichkeit idealisierend"

      Man sollte eine kreative Sache mit Leidenschaft und Herzblut betreiben, aber keinesfalls ins Schwärmerische, Idealisierende abdriften.

      Aber da hat wohl jeder seinen Standpunkt, was ja okay ist. :)

      Eins und eins ist zwei - von London bis Shanghai!


      Wie sehen es denn unsere Hörspielmacher hier on Board? Ist in der harten Hörspielbranche noch Platz für Romantik? Trifft die Aussage von @grifter für Euch zu

      So zu tun als würden die Unternehmen das aus reiner Liebe zu machen ist meiner Meinung nach ein Hirngespinst.​
      ?

      @Wolfy-Office, @Zaubermond, @Carsten_HM, @Thomas Birker (DLP), @hystereo, @Simeon Hrissomallis, @Zaubermond, @Martin Seebeck, @xantho_audio, @ansuess, @Holysoft, @derjoachim, @Pandoras Play und alle anderen die sich angesprochen fühlen.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      "Rein aus Liebe" kann sich nur jemand erlauben, der oder die davon nicht leben muss. Die, die es mit Passion und Energie als Hobby betreiben, andere mit dem Enthusiasmus anstecken, dabei zu sein, und die das Ergebnis verschenken. Romantik in dem Sinne ist noch da, die ganze "freie Szene" funktioniert ja nur so.

      "Romantik" ist im Zusammenhang mit der "kommerziellen Szene" eher ein fehlleitender Ausdruck. "Idealismus" passt vielleicht besser,
      • wenn man darunter die Passion für bestimmte Stoffe subsummiert;
      • dass man denkt und hofft, diese oder jene Story würde ihr Publikum finden und/oder es begeistern;
      • nicht jedes Mal die Uhr mitlaufen lässt, während man dran arbeitet, um zu sehen, wie hoch denn der Stundenlohn nachher ausgefallen sein wird;
      • und die Begeisterungsfähigkeit, die einen dazu bringt, sich nicht mit einem "passt schon" / "versendet sich"-Kommentar mit der ersten Fassung einer Szene zufrieden zu geben.
      Ich glaube schon, dass man das dem Ergebnis anhört. Wenn man es hören mag.
      Zynismus
      setzt dann ein, wenn man zu lange beobachtet, dass diese Extraportion weniger Menschen etwas bedeutet, als man gehofft hat. Wenn Anschluss- oder Logikfehler nicht bemerkt oder nicht moniert werden, oder wenn Lob für Sachen kommt, die man selbst nur unterdurchschnittlich fand. Oder wenn sich Hörer schriftlich über genau das Extra aufregen, weil es ihren eigenen Erwartungen nicht entsprach. Die Frage ist, lässt man das zu, oder leitet der Gedanke weiterhin: "ist mir egal, ob es die Hörer merken, ich will weiterhin mit meinem Output zufrieden sein, mein eigener härtester Kritiker bin ich immer noch selber und bleibe es auch."

      Idealismus in dem Sinne gibt es. Aber kein kommerzieller Hörspielmacher überlebt es professionell, nur "für sich selbst" Hörspiele zu machen, die kein ihrem Budget entsprechendes Publikum finden.
      Offizielle Website / Instagram
      Nicht einmal mehr 10 Jahre -- es sind entscheidende Schritte nötig. Was kann der Einzelne tun?
      Das Klima schützen und mit der CO2-Dividende Geld verdienen!

      ansuess schrieb:

      Ich kann da nur zustimmen. Romantik im Bereich kommerzieller Hörspiele ist… ja… wirklich nicht das richtige Wort.


      Jub stimme ich voll zu. Allerdings gab es die früher noch weniger da war alles noch viel mehr auf hohe Verkaufszahlen und viel Gewinn ausgelegt wie heute. Liegt aber auch daran das es früher ein grösserer Markt mit höheren Stückzahlen war.

      Heutzutage gibt es eine sehr große freue Szene die früher schon aufgrund der Produktionskosten gar nicht denkbar war.
      mfg
      warbird

      Life is a journey not a destination.
      Hörspielmachen ist „nur“ mehr ein Job - bedeutet für Euch? 13
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        Wer so denkt, wird keine perfekten Hörspiele veröffentlichen können! (8) 62%
      2.  
        Das es vorher eine Liebhabersache war und jetzt nicht mehr. (5) 38%
      3.  
        Was sollte es für einen professionellen Hörspielmacher sonst sein? (4) 31%
      4.  
        Das die Romantik nun endgültig verloren gegangen ist. (2) 15%
      5.  
        Geld regiert die Welt! Immer und überall! (2) 15%
      6.  
        Das Hörspiele-Produzieren ein Job ist wie jeder andere auch! (1) 8%
      7.  
        Sonstiges siehe Posting (0) 0%
      Im Booklet der neuen Lovecraft Serie gibt Markus Winter bekannt, dass Hörspiele in Zukunft nur mehr sein Job sein wird. Was geht Euch durch den Kopf wenn Hörspielmacher dies sagen? Ihr könnt 7 Antworten geben.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

      Markus G. schrieb:

      Im Booklet der neuen Lovecraft Serie gibt Markus Winter bekannt, dass Hörspiele in Zukunft nur mehr sein Job sein wird.


      Wie ist das formuliert?
      Offizielle Website / Instagram
      Nicht einmal mehr 10 Jahre -- es sind entscheidende Schritte nötig. Was kann der Einzelne tun?
      Das Klima schützen und mit der CO2-Dividende Geld verdienen!
      @Martin Seebeck

      ​ … Ergo mache ich jetzt hauptsächlich Musik, weil ich es einfach liebe und es mir Spaß macht und weniger Hörspiele, die halt doch mittlerweile (nach allem was ich mittlerweile in der Hörspielbranche/szene erlebt habe) nur noch ein Job sind.


      Quelle: Auszug aus den Produktionsnotizen von Markus Winter im Booklet zu HOWARD PHILLIPS LOVECRAFT - Chroniken des Grauens von WINTERZEIT Folge 6.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Ja, deutlich, aber auch nicht verwunderlich. Wenn man so irrsinnig viele Hörspiele produziert hat wie Markus Winter, zu einem großen Teil ja auch mühsame Bearbeitungen literarischer Vorlagen, dann ist das sicherlich irgendwann nur mehr ein brotbringender, aber nicht unbedingt sinnstiftender Job. Wie so oft wäre weniger mehr, aber das ist halt konträr zu brotbringend. Und wenn die Hörerzahlen bei der Musik passen, dann ist das sehr gut nachvollziehbar.
      Ich hab ja damals 2002 in der Wiener U3 zwischen Volkstheater und Neubaugasse mit dem Motorala A920 von Drei und Leni Riefenstahl das erste Selfie der Geschichte geknipst” - Aus meiner Biografie, erschienen im Jahr 2039, geschrieben im Jahr zuvor am Pool einer Finca auf den Balearen
      Ich habe mich ja schon in meinen vorigen Beiträgen „für“ die Romantik, was immer man darunter verstehen möchte, ausgesprochen. Wenn man den bisherigen Votings Glauben schenken möchte, dann glaubt ein Teil unserer Community, dass man es hört, wenn Hörspiellabels das Hörspielmachen schlicht als einen „Job“ bezeichnen. Aber nicht nur das. Man meint auch, dass dann wirklich sehr gute Hörspiele nicht gemacht werden können. Es braucht laut dieser Aussage für ein perfektes Hörspiel mehr als nur „Dienst nach Vorschrift“.

      Ich kann mich mit dieser Meinung durchaus anfreunden. Ich würde es zwar nicht ausschließen dass ein Label für den das Produzieren eines Hörspiels nur eine normale Arbeit ist trotzdem ein perfektes Hörspiel machen kann, aber ich denke dass man es zumeist doch hört wie viel Hingabe, Engagement und Arbeit, zusätzliche wohlgemerkt, jemand in seine Produktion gesteckt hat. Und diese Hingabe, die wir landläufig in Foren auch gerne als „Herzblut“ bezeichnen, muss nicht zwangsläufig ein Garant für großartige Hörspiele sein, ABER es macht das Werden eines solchen deutlich wahrscheinlicher.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

      Martin Seebeck schrieb:

      • und die Begeisterungsfähigkeit, die einen dazu bringt, sich nicht mit einem "passt schon" / "versendet sich"-Kommentar mit der ersten Fassung einer Szene zufrieden zu geben.
      Ich glaube schon, dass man das dem Ergebnis anhört. Wenn man es hören mag.

      Ich habe in den Osterferien an einem Stück alle bisher erschienenen Folgen der Serie "Heliosphere 2265" gehört, also sowohl die Folgen 1-12 unter der Regie von Interplanar als auch die 13-15 von Maritim.

      Während ich die Fortsetzung generell gut finde - es ist also kaum ein Stilbruch erkennbar -, sind mir in der ersten Viertelstunde von Folge 13 gleich mehrere Stellen aufgefallen, an denen die Betonung bei den Sprechern nicht richtig sitzt oder zumindest nicht optimal ist. Das ist etwas, was den meisten Hörern überhaupt nicht auffallen wird und auch nicht wirklich schlimm ist. Aber so etwas gab es in den Interplanar-Folgen überhaupt nicht, an keiner einzigen Stelle.

      Ich bemerke solche Stellen (leider) immer sofort, und sie kommen auch in allen Maritim-Produktionen regelmäßig vor. Es könnte daran liegen, dass der Output des Produktionsteams so hoch ist und man eben nicht jede Szene x-mal aufnimmt. Wie gesagt, schlimm ist das in der Regel nicht, aber - ich formuliere es jetzt mal neutral - bei Maritim wird gefühlsmäßig routinierter produziert. :D

      Markus G. schrieb:

      <a href="https://www.hoerspieltalk.de/index.php/User/1507-Martin-Seebeck/">@Martin Seebeck</a>

      Zitat: „ … Ergo mache ich jetzt hauptsächlich Musik, weil ich es einfach liebe und es mir Spaß macht und weniger Hörspiele, die halt doch mittlerweile (nach allem was ich mittlerweile in der Hörspielbranche/szene erlebt habe) nur noch ein Job sind.


      Könnte auch bedeuten, dass die unglaubliche Masse an Hörspielen Winters als Autor, Übersetzer, Bearbeiter, Regisseur, Hörspielmusiker und Produzent (oft auch in Personalunion) bisher - anders wäre so ein Output ja auch gar nicht möglich - vor allem in seiner Freizeit entstanden ist. Inzwischen hat es sich so entwickelt, dass die Konzentration auf einige wenige Reihen plus dem, was der Backkatalog einbringt - ihm bereits ein solides Auskommen sichern würde - zumal vieles, in dass er wahrscheinlich viel Herzblut gesteckt hat, von der Hörspielszene eben auch nicht ausreichend angenommen wurde. Damit kann er das Hörspielmachen doch genausogut reduzieren und sich wieder mehr - ja sogar hauptsächlich - seiner alten Liebe, der Musik, zuwenden!

      Also, wenn das nicht romantisch ist? ^^
      Plattenspieler ausmotten: Es gibt wieder neue Hörspiele auf Vinyl! Juhu, die Hörspielwelt wird wieder eine Scheibe! 8o

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Rudolf Platte“ ()

      @Rudolf Platte :D Stimmt, auf die Musik und in Verbindung mit alter Liebe hast Du vollkommen recht. Das ist in der Tat romantisch #jaja# Und letztlich auch sehr schön für ihn selbst wenn er etwas macht was ihm Spaß macht. Für seine Hörspielfans ist es aber wahrscheinlich nicht so schön zu lesen. Du hast übrigens seit längerem eine PM ;) Schön Dich hier zu lesen :thumbup:
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

      Markus G. schrieb:

      @Rudolf Platte <img src="https://www.hoerspieltalk.de/wcf/images/smilies/biggrin.png" alt=":D" /> Stimmt, auf die Musik und in Verbindung mit alter Liebe hast Du vollkommen recht. Das ist in der Tat romantisch <img src="https://www.hoerspieltalk.de/wcf/images/smilies/jaja.gif" alt="#jaja#" /> Und letztlich auch sehr schön für ihn selbst wenn er etwas macht was ihm Spaß macht. Für seine Hörspielfans ist es…


      Naja, meiner Meinung nach könnte ein gesunder Ausgleich zum Job nur gute Auswirkungen auf den Job haben. Das sind doch gute Nachrichten oder zumindest Aussichten für die Fans seiner Hörspiele... vielleicht gibt es weniger, aber dafür NOCH tollere!
      Plattenspieler ausmotten: Es gibt wieder neue Hörspiele auf Vinyl! Juhu, die Hörspielwelt wird wieder eine Scheibe! 8o