Warum weisen Hörspielserien der "Neuzeit" oft eine höhere Folgenanzahl auf?

      Warum weisen Hörspielserien der "Neuzeit" oft eine höhere Folgenanzahl auf?

      Habt ihr euch diese Frage auch schon öfters gestellt? Wir sprechen sehr oft von der tollen Kassettenkinderzeit, von der Zeit der genialen und erfolgreichen Serien wie Gruselserie, Macabros, Larry Brent, Jan Tenner oder Masters oft the Universe. Von einer Zeit, in denen die Verkaufszahlen angeblich weit über jenen der heutigen Zeit sind. Und trotzdem haben es nur sehr wenige damalige Serien über eine Folgenanzahl über 20 geschafft. Vergleicht man mit der heutigen Zeit, in der wir uns laut vieler Labels in einem Tief oder zumindest in einer Stagnation befinden und die Verkaufszahlen weit unter jenen der Kassettenkinderzeit liegen, gibt es eine Vielzahl an Serien, die es über 20 Folgen geschafft haben. Ist dass irgendwie nicht ein Widerspruch? Wie erklärt ihr euch diese Diskrepanz? War die gute alte Zeit vielleicht doch nicht so "toll"? Oder sind die Labels heute genügsamer und viel leichter zufrieden zu stellen?

      Angestoßen wurde dieses Thema für mich (!) von einer Aussage von @Tribble, der im „Bibel-thread“ schrieb:

      Generell ist das Hörspiel heute nicht mehr das, was es war als diese Serien gestartet sind. Heutige Hörspiele, selbst wenn sie sich an Kinder richten, haben es wesentlich schwieriger die selbe Anhängerschafft aufzubauen, da wir in wesentlich schnellebigeren Zeiten leben, in denen einen jederzeit eine vielzahl an Unterhaltungsmedien zur Verfügung stehen. Zudem kommt, dass Erwachsene wesentlich weniger Freizeit haben und die Hörspiel alle selber bezahlen müssen, was ebenfalls dazu führt dass sie wesentlich selektiver bei der Auswahl sind.Wie auch immer, dies ist ein Thema für einen anderen Thread. Jedenfalls gibt nur wenige Erwachsenen-Serien, die 100 Folgen oder mehr erreichen


      Diese Aussage in Verbindung mit meiner Fragestellung stellt im Grunde einen Widerspruch dar. Wie seht ihr das?
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Ich glaube heutzutage will man die Kuh so lange melken wie noch ein paar Tropfen rauskommen.

      Das sieht man auch gut an Fernsehserien, die Handlung wird von Staffel zu Staffel absurder und seichter, anstatt einfach einen Schlussstrich zu ziehen.

      Die Hörspielserien der damaligen Zeit wurden eingestellt wenn die Geschichten "auserzählt" waren und man das Niveau nicht mehr hätte halten können. Das würde ich mir bei so mancher Serie heute auch wünschen.

      Positiv aus neuerer Zeit fällt mir da @Interplanar ein, Mark Brandis und auch der Raumkadett sind fertig ... Stellt euch Mal vor man würde die Kuh noch weiter melken und Folgen rausbringen die keinen mehr so richtig vom Hocker hauen, würdet ihr immer noch so positiv von diesen Serien sprechen?
      ​Die Hörspielserien der damaligen Zeit wurden eingestellt wenn die Geschichten "auserzählt" waren und man das Niveau nicht mehr hätte halten können. Das würde ich mir bei so mancher Serie heute auch wünschen.


      @Butor Hast Du da Beispiele parat?
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      So auf die Schnelle würde mir z.B. Jan Tenner einfallen, die Classicserie gefällt mir durchgängig gut, auch wenn die letzten 5-6
      Folgen für meinen Geschmack schon etwas schwächer ausfallen.

      Oder nehmen wir Europas Gruselserie, die ist durchgängig stark bis auf die letzte Folge mit dem Meeresungeheuer (die übrigens bei Momox für teuer Geld gehandelt wird... Man man, warum habe ich die CD damals nur weggeschmissen... :) )
      @Butor Bei diesen Serien war aber weniger die Tatsache, dass sie auserzählt waren der Grund, und auf keinen Fall, dass man Angst hatte man könne nicht mehr die Qualität halten, sondern dass man mit den Verkaufszahlen nicht mehr zufrieden war. Paradoxer Weise würde man heute zu diesen Zahlen Luftsprünge machen. Damals sah man dann kurzfristig weniger Potential darin und hat sich anderen Serien zugewendet, die höhere Einnahmen versprachen. Ausnahmen waren hier natürlich Larry Brent, Macabros und Dämonenkiller. Hier spielte zudem die Indizierungswelle eine Rolle. Meines Wissens nach.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

      Markus G. schrieb:

      Angestoßen wurde dieses Thema von einer Aussage von @Tribble
      Sorry, aber das habe ich nicht. Und das wäre auch deutlich, wenn du meinen Text komplett zitiert hättest:

      Tribble schrieb:

      Flori1981 schrieb:

      Wo ist das Problem? Ist nichts anderes als die ganzen Endlosserien wie "Drei ???", "John Sinclair", "TKKG" usw.
      Der Unterschied ist, dass dies drei Kinderserien (beim Sinclair lässt sich vielleicht noch streiten) sind, die so beliebt waren, dass die Hörer bis ins Erwachsenenalter dran geblieben sind. Ohne ihnen die Qualität absprechen zu wollen, aber diese Serien leben heutzutage zu einem nicht unerheblichen Teil von ihrem Nostalgiebonus und der Sammelleidenschaft ihrer Fans.
      Die neue Bibel-Serie indess wird vermutlich eher nicht von Kindern gehört werden (diese wird es mit sicherheit auch geben, aber eine Minderheit bilden), die Zielgruppe werden erwachsene Christen sein.

      Generell ist das Hörspiel heute nicht mehr das, was es war als diese Serien gestartet sind. Heutige Hörspiele, selbst wenn sie sich an Kinder richten, haben es wesentlich schwieriger die selbe Anhängerschafft aufzubauen, da wir in wesentlich schnellebigeren Zeiten leben, in denen einen jederzeit eine vielzahl an Unterhaltungsmedien zur Verfügung stehen. Zudem kommt, dass Erwachsene wesentlich weniger Freizeit haben und die Hörspiel alle selber bezahlen müssen, was ebenfalls dazu führt dass sie wesentlich selektiver bei der Auswahl sind.
      Wie auch immer, dies ist ein Thema für einen anderen Thread. Jedenfalls gibt nur wenige Erwachsenen-Serien, die 100 Folgen oder mehr erreichen - und vielleicht liegt es nur an mir, aber dies sieht mir nicht nach dem Stoff aus, um sich dieser exklusiven Gruppe anzuschließen.
      Es ging hier explizit um Mammutserien mit über 100 Folgen, wie die Bibel-Serie eine werden soll. Dies gelingt selten, denn eine Serie muss nicht nur ihre Käuferschicht finden, sondern auch noch eine, die bereit ist ihr über Jahrzehnte treu zu bleiben.
      Sicher, es passiert, damals wie heute, aber den selben Kultstatus wirst du nicht wieder erreichen. Wenn die ??? irgendwann eingestellt werden kannst du sicher gehen, dass alle großen Zeitungen davon berichten werden. Wenn Titanias Gruselkabinett endet, wird es außerhalb von ein paar Foren niemand mitbekommen.

      Die von Flori genannten Beispiele sind sogar teilweise im Bereich von 200+ Folgen, und bilden damit eine absolute Ausnahme. Damit deine Aussage hier funktioniert, und der angebliche Widerspruch entstehst, hast du die Messlatte für eine lange Serie jedoch auf 20 Folgen runtergeschraubt – was eine völlig andere Baustelle ist.

      Markus G. schrieb:

      sondern dass man mit den Verkaufszahlen nicht mehr zufrieden war. Paradoxer Weise würde man heute zu diesen Zahlen Luftsprünge machen.
      Und hier gibt du dir die Antwort gleich selbst: Die Perspektive, was ein Erfolg ist, hat sich verändert.

      Es liegt in der Natur jeder jeden Serie, dass die Kunden mit Fortlauf weniger werden – da in der Regel mehr Leute zwischendurch abspringen, als verspätet neue dazukommen. Außerdem ist es ein offenes Geheimnis in der Wirtschaft, dass es nicht ausreicht wenn ein Produkt einen Gewinn erzielt, es muss eine bestimmte höhe von Gewinn erzielen.
      Die entscheidende Frage ist, wie hoch er seien muss, damit das Studio zufrieden ist. Wenn du dich mit weniger verkauften Exemplaren zufriedengibst, dauert es natürlich auch länger, bis eine Serie diesen Wert unterschreitet.

      Um mal ein Beispiel zu nennen dass jeder kennt: Wie oft habt ihr es schon erlebt, dass eine Fernsehserie nach wenigen Folgen wegen angeblich mangelnder Quote abgesetzt wird, und dann mitten in die Nacht verschoben?
      Das passiert natürlich nicht, weil man davon ausgeht, dass die Serie in der Nacht plötzlich mehr Leute zuschauen werden. Natürlich werden sogar noch weniger zuschauen. Aber da um diese Uhrzeit eh niemand fernsieht, gelten selbst die paar Hardcorefans die trotzdem dran bleiben immernoch als Erfolg.

      Zudem kommt meine ursprüngliche Aussage wieder zu tragen: Wenn du früher eine Serie eingestellt hast, konntest du sicher gehen dass die Hörer einfach zum nächsten Hörspiel wandern. Heute musst du angst haben, dass sie sich lieber einem anderen Medium zuwenden. Daher ist es ganz natürlich, dass ein Label sein Programm lieber in die Tiefe statt in die Breite aufbaut.
      @Tribble Also für mich(!) war Deine Aussage respektive der zitierte Satz der Anstoß mich mit diesem Thema zu befassen und genau diese Fragestellung ist mir dabei in den Kopf gekommen. Hab entsprechend den Ausgangsthread dahin gehend erweitert.
      Ansonsten #danke# #dafuer# für Dein sehr ausführliches und gehaltvolles Posting #top# Ich werde versuchen wenn ich mehr Zeit habe gerne darauf näher einzugehen.

      Vielleicht gibt es ja noch weitere Antworten zu dieser Fragestellung #blinker# #winkewinke#
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

      Markus G. schrieb:

      Habt ihr euch diese Frage auch schon öfters gestellt? Wir sprechen sehr oft (..) Von einer Zeit, in denen die Verkaufszahlen angeblich weit über jenen der heutigen Zeit sind. Und trotzdem haben es nur sehr wenige damalige Serien über eine Folgenanzahl über 20 geschafft. Vergleicht man mit der heutigen Zeit, in der wir uns laut vieler Labels in einem Tief oder zumindest in einer Stagnation befinden und die Verkaufszahlen weit unter jenen der Kassettenkinderzeit liegen, gibt es eine Vielzahl an Serien, die es über 20 Folgen geschafft haben. Ist dass irgendwie nicht ein Widerspruch?


      Das Geheimnis ist, das sich die Erwartungshaltung geändert hat. Frau Körting hat auch irgendwo mal erwähnt, das man schlicht nicht erkannt hat, das die "neuen" VK-Zahlen nunmal so sind. Es hat eine Lernfase gegeben, wo im Grunde nur zwei große Labels sich angepasst haben (Europa/Karussell) und alle anderen aufgaben, oder gar bei hohen Erwartungen geblieben sind (Kiddinx). Die damaligen Flops wären heute Hits. Das heißt aber nicht, das es auch heute noch Controller gibt, die das Umfeld nicht verstehen. "Perry Rhodan: Sternenozean" - das weiß ich von jemanden aus der Brange - hatte angemessen VK-Zahlen, war aber halt nicht 5stellig. Das eine hohe 4stellige Zahl auch ein großer Erfolg - heute - ist, wollte man nicht akzeptieren. Ungefährer O-Ton "Das verkauft isch nicht so gut wie John Sinclair, also ist es ein Flopp" (Wortlaut frei erfunden, aber so ungefähr war die Denke). Bei einem anderen Label würde es Perry Rhodan daher noch geben...
      ...das war ja wohl auch ein Grund, warum Pop.de die letzten Folgen auf CD brachte...und Zaubermond sich auch versuchte, aber mit dem Konzept von 30-40 Min.-Geschichten nicht überzeugte.

      Heute sind Labels glücklich wenn sie 4stellige Zahlen erreichen. Allerdings nicht alle.
      Maritim setzt z. b. bewusst auf Masse. Die eine Serie läuft gut, die andere mäßig = passt.
      Man schaut sich an, ob sich die Zahlen verbessern, weil man weiß, das Fans auch erstmal zu neuen Serie hinfinden muss....

      "Wir schauen uns das mal an" gilt oft für Maritim, Universal und manchmal - aber nicht immer - Europa.
      Ich könnte Wetten das die neue Gruselserie z. B. noch auf dem Prüfstand steht, da recht langsam weitergemacht wurde.

      Kiddinx ist nach wie vor nicht bereit ganz kleine Zahlen zu akzeptieren, daher gibt es Jan Tenner als Lizenz, aber nicht als Eigenversuch.


      Tja ...großes Fazit: Kein Widerspruch, einfach nur andere Herangehensweisen, aber nicht von allen.
      Besucht meine Homepageprojekte:
      hoernews.de
      kurtz-check.de

      Markus G. schrieb:

      Also für mich(!) war Deine Aussage respektive der zitierte Satz der Anstoß mich mit diesem Thema zu befassen und genau diese Fragestellung ist mir dabei in den Kopf gekommen.
      Sicher, und ich freue mich wenn ich dir unabsichtlich einen Denkanstoß gegeben habe. Ich finde das Thema auch durchaus interessant (habe ja selbst gesagt, dass es Thema für einen eigenen Thread wäre).
      Aber dann behauptest du wieder, dass zwischen unseren beiden Aussagen ein Widersprich bestehen würden, wo es überhaupt keinen gibt, da wir über zwei völlig verschiedene Ausgangslagen redeten.

      Um mal den Bogen wieder etwas zurück zu schlagen: Wie viele Serien gibt es eigentlich, die die 100 geknackt haben? Neben den von Flori genannten fallen mir im Kinderbereich gerade nur noch das Neustadt-Universum „Benjamin Blümchen“, „Bibi Blocksberg“ und „Bibi und Tina“ ein.
      Und im Erwachsenenbereich halt das „Gruselkabinett“, wobei das eine Anthologie-Serie ist, und somit sowieso wieder ganz anderen Regeln unterliegt. („Sherlock Holmes Chronicles“ wird nach derzeitigem Stand die Marke wohl auch überschreiten – bzw. hat es schon, wenn man die diversen Spin-Offs dazuzählt)


      Markus G. schrieb:

      Die Hörspielserien der damaligen Zeit wurden eingestellt wenn die Geschichten "auserzählt" waren und man das Niveau nicht mehr hätte halten können. Das würde ich mir bei so mancher Serie heute auch wünschen.
      Hast Du da Beispiele parat?
      Ist zwar ein neueres Beispiel, aber Anne von Titania, welche nach 20 Hörspielen endete. Klar, ist eine Litereturbearbeitung und damit sowieso wieder ein sonderfall - aber es hätte noch drei weitere Romane gegeben, die nicht mehr vertont wurden. Nicht wegen mangelnder Verkaufszahlen, sondern weil Marc Gruppe sie als inhaltlich nicht mehr gut genug erachtete (aber er ist natürlich auch riesen Fan der Bücher, und diese Serie war eine Herzensangelegenheit).

      Auf der anderen Seite hatte ich erst vor einigen Tagen überlegt, dass mich die Comedy-Serie Detective Constable Watson wesentlich mehr ansprechen würde, wenn es als Miniserie konzipiert währe.
      Ich finde die Ausgangslage wirklich originell, mit der literarischen Figur Holmes die sich wünscht ein echter Mensch zu werden, aber dafür gute Taten vollbringen muss. Dazu kommt, dass Holmes selbst nicht weiß welche Macht dazu geführt hat, dass er dafür einem Dorfpolizisten erscheint, oder wieso gerade DC Watson für diese Ausgabe ausgesucht wurde. Da steckt jede Menge Potenzial dahinter.
      Leider würde jedoch jede Beantwortung dieser Fragen das Ende der Serie bedeuten, und deshalb befürchte ich, dass diese Handlungspunkte für unbestimmte Zeit auf der Stelle treten werden. Und da mich auch der Humor nur bedingt anspricht, bleibt abzuwarten, ob ich der Serie treu bleiben werde (im Augenblick ist noch der größte Pluspunkt, dass die Veröffentlichungen von Hermann Media recht preiswert sind - aber wir kommen vom Thema ab).
      Aktuell dürfen wir uns ja bald über eine Reihe von Jubiläen freuen: SHERLOCK HOLMES - DIE NEUEN FÄLLE (eine Hörspielserie von Romantruhe/Allscore Media) ..., DREAMLAND-GRUSEL (eine Hörspielserie von DREAMLAND), JOHN SINCLAIR CLASSICS (eine Grusel-Hörspielserie von LÜBBE AUDIO) ... Midnight Tales - Angst um Mitternacht und DORIAN HUNTER (eine Hörspielserie von Zaubermond Audio/Folgenreich) ... gehen demnächst auf Folge 50 zu. Daneben feiern weitere Serien wie O23, Geisterschocker oder ???-Kids bald ihren Hunderter. Mit der EDI 2000, Gruselkabinett gibt es ja schon lange Serien, die über Folge 100 sind. Auch die gute alte Bedfort hat es über die 100 geschafft. Und mit diversen HOLY SERIEN wie Klassiker, Letzte Helden, Horror oder den anstehenden Bibelvertonung gibt es ja auch Serien mit sehr hoher Folgenanzahl. Alles Serien aus der Neuzeit.

      In den von so glorifizierten 80igern gab es nur TSB Sinclair, die eine so hohe Folgenanzahl schaffte und ebenso MASTER OF THE UNIVERSE, die an den 50igern kratzten. Ansonsten haben wir nur die Kinderserien ???, Fünf Freunde, Benjamin Blümchen, Bibi Blocksberg und Bibi & Tina sowie CONNIE, die mir spontan einfallen.

      Sehr oft wird mitgeteilt, dass in den 80igern die Verkaufszahlen großartig waren, heute die Labels so viel weniger einnehmen. Ich finde es sehr spannend der Frage nachzugehen, warum gerade heute so viel mehr Labels so viele Serien mit so hohen Folgennummern produzieren.

      Liegt es daran, dass heute das Risiko für Labels ungleich größer ist mit etwas Neuem anzufangen? Da bleibt man lieber bei einer Serie, die zwar nicht viel abwirft, aber konstant Einnahmen sichert?

      Liegt es daran, dass man damals mit neuen Serien ungleich mehr verdienen konnte als mit älteren etablierten?

      Ist man heute genügsamer als Label geworden? Liegt es auch daran, dass heute viele neben dem Job als Hörspielmacher auch einen anderen Beruf bzw. viele verschiedene Tätigkeiten haben?

      War man früher einfach zu verwöhnt und hat die Messlatte an Einnahmen extrem hoch gesetzt? Und egal wie gut und wie beliebt die Serie war, dann abgesetzt wenn die Messlatte nicht erreicht wurde?

      Ist heute die Messlatte vielleicht extrem niedrig angesetzt?

      Was meinen denn die Labels wie @Interplanar, @Wolfy-Office oder @Thomas Birker (DLP) dazu? Was sind die Gründe dafür dass es heute mehr Serien mit höherstelligen Zahlen gibt als in den 80igern sind?
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Da kann ich nicht viel zu sagen. Wir konzentrieren uns eher auf Einzelhörspiele oder kurze Mehrteiler. Eine ganze fortlaufende Serie haben wir (noch) nicht im Programm.

      Ich kann mir aber denken es hat viel ner Marke zu tun, man muss nicht jedes Hörspiel groß bewerben und viel Energie (und Geld) ins Marketing stecken. Die Marke an sich ist bekannt und so läuft dann auch der Verkauf gut.

      Neu

      Ich habe heute das Gefühl, dass für einige Labels weniger doch mehr ist. Auffällig hierbei ist, dass gerade größere/große Unternehmen (Europa, Kiddinx etc.) eine ganz andere Sichtweise auf den Gewinn haben, als die kleineren Labels. Da wird nur geguckt ob die gesetzte Gewinngrenze eingehalten wird und wenn nicht, dann wird einfach abgesetzt, egal ob weitere Gewinne drin sind. Bei den kleineren Labels wie z.B. Ohrenkneifer, Wolfy, Dreamland, Contendo, Zauberstern etc. liegt den Machern etwas am Medium. Da wird nicht sofort die Reißleine gezogen wenn die Gewinnspanne vielleicht mal unter dem erwarteten Wert liegt. Da wird sogar versucht eine Serie ins Ziel zu bringen. Klar, nur Verluste gehen nicht und da muss natürlich gehandelt werden. Aber ich habe das Gefühl es wird länger gekämpft und auch mal was ausprobiert.
      Niemand kann so hart zuschlagen wie das Leben.

      Neu

      Gibt es hierzu noch andere Meinungen? Kann man „damals“ und „heute“ generell gut miteinander vergleichen?
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#