Seid ihr als Hörspielhörer „hart im nehmen“?

      Seid ihr als Hörspielhörer „hart im nehmen“?

      Wenn es um Hörspielgeschichten geht, wie ist euer Nervenkostüm und euer Seelenleben? Seid ihr eher hart im nehmen und machen euch fürchterliche Ritualmorde, Splatter oder Dramen, die an die Nieren gehen so gar nichts aus oder seid ihr eher mehr von zart besaiteter Natur, lebt emotional mit, trauert, freut euch und verdrückt auch schon mal eine Träne?
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Ich oute mich dann mal als eher von „zart besaiteter Natur“. Um Splatter und sonstige übertriebene Gewaltdarstellungen in Hörspielen machen ich meist eher einen Bogen. Ich kann oft auch ziemlich mit dem Hauptdarsteller mitfühlen. Geschichten ohne Happyend werden nur sehr selten von mir gesammelt.
      Och ich hab da mit Gewalt keine Probleme. Was mir mehr zu schaffen macht sind dann "erotische" oder "sexy" Sprüche. Das ist zu 99% einfach nur purer cringe. Larry Brent von R&B ist da ganz weit vorne. In der Sinclair Comedy meinte Glenda auch: Ich blas dir einen, da vergeht dir hören und sehen. Das war aber schon wieder so over the top das ich schnauben musste:D
      Bei mir kommt es immer darauf an, in welchem Rahmen die Gewalt dargestellt wird. Bei beispielsweise Filmen, finde ich Prügeleien und Schießereien in alten Western oder Krimis nicht schlimm. Bei neueren Filmen sind dank Animation viel brutalere Darstellungen möglich, das mag ich mir nicht ansehen (allerdings eher, weil ich es eklig finde und nicht, weil ich mit Figuren mitfühle). Auch ältere Horrorfilme sind bei weitem nicht so schlimm.
      In Hörspielen hört man es ja "nur". Gut, ich habe zwar eine gute Vorstellungskraft, aber so fürchterlich, wie es oft in Filmen ist, muss man es sich ja nicht vorstellen ;) .
      Mir ist da eine Szene von "Die Schatzjägerin" im Ohr, in dem Jaqueline Berger in einem Gefängnis gefoltert und vergewaltigt wird. Auch wenn diese Szenen natürlich nur im Kopf stattfinden aufgrund dessen was man zu hören bekommt, ist sie doch so intensiv gespielt, das es für mich die Grenze des Erträglichen darstellt.

      Die Szene ist gut, im professionellen Sinne, und sie passt auch sehr gut in die Handlung, aber ich möchte so etwas nicht zu oft in Hörspielen haben, da sie mich bei jedem Hören emotional stark mitnimmt.
      Wenn es um Hörspielgeschichten geht, wie ist euer Nervenkostüm und euer Seelenleben?

      Schon als 7 oder 8 Jähriger zogen mich Grusel und Horror- Hörspiele magisch an! Wie die Motte das Licht.
      Drei Fragezeichen und Hui Buh Hörspiele waren mir bald zu brav und ich brauchte den härteren Horror aus dem Cassettenrekorder!
      Vom Teenager-Dasein bis heute ziehen mich solche Filme immer noch magisch an!
      Allerdings mag ich keine abgedrehten/ kranken Sachen, Folterungen oder Missbrauch!!!! :thumbdown:
      Mit Splatter hab ich mich damals irgendwann schon satt gesehen. In den heutigen Horror oder Actionfilmen nehme ich es gar nicht mehr so richtig wahr.
      Da stumpft man eben schon ab, wenn man mit 13 anfängt Horror und artverwandte Filme zu schauen.
      Im Hörspiel sollte es eben noch erträglich sein. Alles verkrafte ich natürlich auch nicht. Ich meine mal, das es in Gabriel Burns eine recht harte Szene gab, wo jemand mit einem Skalpell übelst traktiert wurde ( ich bekomm die genau Szene aber nicht mehr zusammen).
      Ich sag mal so, ich liebe solche Gewalt eigentlich nicht mehr, ich verabscheue sie aber
      auch nicht. Sie geht bei meinem Ohr und Bewusstsein eigentlich irgendwie vorbei. Wie gesagt, ganz heftige Sachen brauch ich dann auch nicht.
      In Die Schwarze Sonne wurde mal erzählt, wie sich jemand unter der Erde in einem Sarg lebendig, die Haut von den Finger-Knochen gescheuert hatte, um aus dem Sarg zu entkommen. Die Szene verursachte nur durch das einfache erzählen dann bei mir sehr großes Unbehagen!
      The Jokes on you!
      Also früher ist mir ehrlich gesagt nichts nahe gegangen und da konnte kommen was will, ich wurde damit problemlos fertig. Ausnahme war wenn Tiere verletzt oder getötet wurden oder leiden mussten. Das wollte ich schon in der Jugend nicht hören. Je älter ich wurde um so „weicher“ wurde ich. Und Ja es gibt Hörspiele, die ziehen mir regelrecht eine Gänsehaut auf, die jagen mir Tränen in die Augen und die lassen mich fassungslos zurück. Besonders seit ich Vater bin, geht mir deutlich mehr nahe. Grundsätzlich vertrage ich Splatter etc., also alles was übertrieben dargestellt wird, immer noch sehr gut. Aber es sind eher die sehr realistischen Dinge, wie Entführungen und ähnliches, die mir nahe gehen und die ich eigentlich gar nicht mehr hören möchte.

      Von daher würde ich auf diese Frage „teils, teils“ antworten. Manchmal bin ich schon ein ziemliches Weichei geworden. Und stolz darauf. Denn eines muss man auch sagen. Wenn einem etwas nahe geht, dann lebt man auch viel stärker mit und hat ein viel intensiveres Hörerlebnisse als wenn einem alles kalt lässt. ^^
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Ich kann das nachvollziehen was du meinst, Markus.
      Als Kind hatte ich das HSp Kasperle und der Räuber Plumps. Es gab ne fiese Szene, in dem der Räuber einem Kleinen Mädchen die Puppe wegnimmt, und sie weit fortwirft. Das Kind weinte dann.
      Diese Szene hat mich damals einfach irgendwie belastet. Es war einfach verletzend!
      Ich weiß nicht, ob es mir heute auch noch so gehen würde.
      Als Hörspielproduzent hätte ich das nicht so umgesetzt! Es tut einfach weh, Kindern sowas anzutun!
      The Jokes on you!
      Es hat jeder so seine „sensiblen“ Punkte. Über die Jahre hinweg sind diese bei mir mehr geworden. Anscheinend macht das Alter mich nicht härter, obwohl ich viel erleben durfte bzw. erleben musste, sondern eher weicher. Würde mich interessieren ob es euch auch so geht?!
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Ich muss nochmal einen Nachtrag leisten. Als kleiner Junge habe ich bei meinen Großeltern die MC von "Das Gespenst vom Schloßhotel" gefunden. Hatten die noch von meinem Onkel dort. Ich habe zu der Zeit oft bei meinen Großeltern übernachtet und dann die MC zum einschlafen gehört. Meine güte - ich habe mich so krass gegruselt! Der Geist der ständig "LINDA" ruft und dann die Linda die eingemauert wurde. Junge junge. Ich bin zu meiner Oma gerannt und habe gesagt die MC muss vernichtet werden:D
      Bei manchen Sachen bin ich da schon ziemlich sensibel. Grusel und Splatter Hörspiele mag ich immer gerne, es darf nur nicht zu blutig sein.

      Ich mag es nicht wenn in Hörspielen Tiere gequält werden, z.b. bei Scotland Yard Folge 8 der Hundemensch vom Hydepark, die Szene im Tierversuchslabor mit der Katze,
      die fand ich als Jugendliche ziemlich bedrückend und gruselig , höre die Folge auch heute immer noch nicht gerne.

      Sex Szenen mag ich in Hörspielen nicht, ist leider nicht so meins

      Brutale Morde sind ebenfalls nicht meins.

      Ich muss nochmal einen Nachtrag leisten. Als kleiner Junge habe ich bei meinen Großeltern die MC von "Das Gespenst vom Schloßhotel" gefunden. Hatten die noch von meinem Onkel dort. Ich habe zu der Zeit oft bei meinen Großeltern übernachtet und dann die MC zum einschlafen gehört. Meine güte - ich habe mich so krass gegruselt! Der Geist der ständig "LINDA" ruft und dann die Linda die eingemauert wurde. Junge junge. Ich bin zu meiner Oma gerannt und habe gesagt die MC muss vernichtet werden:D

      Die hatte ich als kleiner Junge auch gehört, und war mega gruslig!!!! Zusammen mit der Teufelsuhr (TSB/198?) und bei Horror Pop Sounds gibts den „Gruselschrei“ von Heidekine Körting ( müßte der gleiche wie der Seltsame Drei ? Wecker sein).
      Das waren früher die grusligsten Erlebnisse Ich meine der Zauberspiegel von den drei ? war auch noch dabei.)
      Ich erinnere mich noch, wie ich als Kind abends dann im Bett Stimmen hörte. :P Stimmen, die es gar nicht gab.
      (Heute sind sie fort! Zum Glück. Wo sind eigentlich meine Pillen????) :)
      The Jokes on you!
      Mich ziehen Horrorgeschichten mit gut gemachten Splatter-Szenen bzw. blutige, brutale Gruselszenes an. Es kann eigentlich nicht genug Blut spritzen.
      Gerade die Umsetzung nur über das Gehör, ohne ein Bild zu haben wie im Film, finde ich spannend. Ich bin da eigentlich nicht zart besaitet.
      Es gibt für mich da unterschiedliche Eindrücke (so aus dem Bauch heraus)

      - In einem Gefecht werden Personen aufgespießt, die Kehle durchgeschnitten, zerschmettert geköpft (inkl. Geräusch des herunterfallenden Kopfs oder Körper), also ein schneller, gewaltsamer Tod.
      Da ist meist Action wie bei John Sinclair im Spiel, eine Hau-Drauf-Szene mit FX-Effekten (wie heisst das in Hörspielen?)
      Gruselfaktor für mich: Null - ich will das Blut spritzen hören. Eher Faszination als Grusel.

      - Personen werden langsam zu Tode gequält, der Mörder lässt sich Zeit, redet mit dem Opfer und man hört das röcheln, stöhnen, flehen, weinen etc. - also ein langsamer, qualvoller Tod.
      Man erkennt, dass der Mörder entweder (größen-) wahnsinnig ist, multiple Persönlichkeiten vereint oder sonstige Geisteskrankheiten hat, die auf einen defekt im neuronalen Bereich oder gar
      auf eine traumatische Kindheit hinweist (als Kind geistig und körperlich missbraucht, gedemütigt etc.)
      Das kann echt gruselig sein und mich wieder daran erinnert, dass wir alle ein Päckchen zu tragen haben und es keine perfekte Kindheit gibt. (behaupte ich jetzt mal)
      Gruselfaktor für mich: geht mir an die Nieren, da wir alle sehr nah am am Wahnsinn gebaut sind (uhhhhhh....hihihi)

      -Ausserirdische Schleim-Monster zerreissen Körper, lutschen den Menschen das Gehirn raus, machen Versuche mit Ihnen, bevor sie sie wegwerfen wie Müll (etwa wie Krieg der Welten etc.)
      Der Mensch ist Spielzeug und reine Ernährung für das Monster. Es entwickelt durch das Aussaugen neue Kraft und Fähigkeiten. Die Flucht von diesen Monstern kann gruselig sein,
      weil das potentielle Opfer um sein Leben laufen muss und auf dem Weg mehrere Mal mitbekommt, wie andere weg-gelutscht werden (hihi, das klingt lustig)
      Gruselfaktor für mich: naja

      - sogenannte psychische Quälereien - jemand wird böse gemobbt, geschubst, klein geredet, in eine Depression gezwungen, zur Selbstaufgabe, dann zum Selbstmord getrieben etc.
      Das Opfer wird beeinflusst und manipuliert, es entwickelt sich zu einem Wrack, jeglicher Lebenswille ist dahingerafft durch einen Täter, der seine eigene Ziele verfolgt.
      Etwa Größenwahn, brutaler Narzissmus spielen da eine Rolle.
      Gruselfaktor für mich: geht mir schon an die Nieren

      Menschen sind unterschiedlich und wie man schon an den Posts vor mir sieht: jeder gruselt sich vor etwas anderem.
      Und zu unterschiedlichem Alter. Als Kind bestimmt mehr, da wir nich keine emotionale Mauer aufgebaut haben bzw. schwer zwischen Fiktion und Realität unterscheiden können.
      Was meint ihr?
      Ich denke, dass da auch viel unbewusst stattfindet. Ich kann euch nicht sagen, warum Rotkäppchen mir ein wenig Angst macht...tut sie wirklich!

      Na, dann gruselt euch mal weiter :D

      gruß
      takimo
      "Und ob das Kratzspuren sind! Und was sagt euch das, Bob?" -->>> "Jemand hat daran rumgekratzt" ;)

      Evil schrieb:

      Zitat: „Sex Szenen mag ich in Hörspielen nicht, ist leider nicht so meins“
      Sowas findet man im HSP eher selten, oder? In Dorian Hunter -Der Puppenmacher [Neue Fassung von 2008] gabs doch da mal ne sehr grenzwertige Szene


      ja zum Glück. Einmal hatte ich eins gehört wo Oliver Rohrbeck mit einer Sexszene dabei war, da hatte ich dann immer Justus Jonas im Ohr. Glaube das war Mord in Serie den Titel habe ich vergessen

      und vor einigen Jahren habe ich mal die erste Folge von Sex in Serie gehört, um zu sehen ob es was für mich, ist , was es dann aber nicht war, da spielte die aktuelle Marita Sprecherin von Bibi Blicksberg mit und musste dann immer an Marita denken