Laufen Podcasts den Hörspielen den Rang ab?

      Laufen Podcasts den Hörspielen den Rang ab?

      Podcasts schießen ja weiterhin wie Schwammerl aus dem Boden? Seht ihr Podcasts als Konkurrenz für Hörspiele an? Oder sind wir letztlich eine große Hörfamilie und stellen Podcasts eine Bereicherung und Erweiterung dar? Gibt es für Podcasts mittlerweile auch eine Fan-Szene wie sie es für Hörspiele gab und gibt? Haben Podcasts vielleicht sogar den Hörspielen aber auch den Hörbüchern den Rang abgelaufen? Wenn Ja, wie ist es ihnen gelungen?

      Und sollten wir hier im Hörspieltalk fortan auch einen eigenen Themenbereich für Podcasts, also den Podcast-Talk, einführen?
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Bei mir definitiv ja. Und zwar schon seit einigen Jahren wenn nicht schon fast Jahrzehnten.

      Podcasts behandeln viele Nerdthemen die man sich rauspicken kann und man kann Sie wie Hörspiele hören wann man möchte.
      Da gibt es meist viel detailiertere und besser recherchierte Informationen als im mittlerweile meiner Meinung nach recht häufig nur noch oberflächlich gewordenen „Qualitätsjournalismus“. Da reden halt sehr häufig Menschen privat über ein Thema mit dem sie sich wirklich auskennen und können sich dabei auch Zeit lassen ein Thema ausführlich zu behandeln.

      Nutze ich auch gerne für Nachrichten oder Politiksendungen bsw. vom DLF, aber auch von der BBC, vom SRF, und von der New York Times um nicht nur den meist recht einheitlichen Blick der deutschen Medienlandschaft zu haben.

      Hörspiele höre ich zwar auch noch gerne, allerdings gibt es da halt auch viel Massenware die mich nicht richtig packt oder fesselt. Bevor ich also die nächste Stunde einer mittelmäßigen ???, TKkG oder was auch immer anhöre, breche ich die bei nicht Gefallen lieber schnell ab und höre mir einen Podcast an der mich besser unterhält. Über eine Empfehlung in einem Podcast bin ich aber bsw. auch zum Hörspielhören gekommen. Tina und Tini, Danger oder auch Meteor Horror habe ich bsw erst gehört nachdem die in Podcasts genannt und empfohlen wurden.

      Generell höre ich aber mehr Podcasts als Hörspiele weil mich die einfach besser unterhalten, ich habe auch einige Podcastfolgen die ich mir immer wieder zum Einschlafen anhöre - und die auch hier Hörspiele verdrängen. Natürlich nicht immer aber mittlerweile würde ich sagen zum Einschlafen schon so 50 zu 50.

      Oh und jub, je nach Inhalt/Thema überspringe ich aber auch bei Podcasts immer wieder mal komplette Folgen oder spule bis zum nächsten Thema vor. Es gibt halt einfach zu viel Audiomaterial als das ich mir die weniger unterhaltsamen oder für mich schlicht uninteressanten Stellen mit anhören würde.
      mfg
      warbird

      Life is a journey not a destination.
      @Schulzi Das ist halt die Frage! Die Grenzen verschwimmen. Wenn man den Podcast „Kein Mucks“ oder „Papa, Kevin hat gesagt…“ hört, dann sind es doch Hörspiele.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

      Markus G. schrieb:

      @Schulzi Das ist halt die Frage! Die Grenzen verschwimmen. Wenn man den Podcast „Kein Mucks“ oder „Papa, Kevin hat gesagt…“ hört, dann sind es doch Hörspiele.


      Das sind keine Podcasts. Das sind Radioinhalte zum Nachhören. Praktisch zum Abonnieren aber keine Podcasts. Radiotatort ist auch kein Podcast. Genauso wenig wie Filme und Serien die man runterladen und anhören/ansehen kann. Aber ja, der Begriff ist extrem verwässert seit es boomt und cool ist. Tagesschau gibt es ja auch als "Podcast".

      Bei Spotify kann man ja auch Künstler/Hörspiele abonnieren also gibt es auch TKKG als Podcast...
      mfg
      warbird

      Life is a journey not a destination.

      Schulzi schrieb:

      Naja wuerde eher Podcast mit Hoerbuechern wenn ueberhaupt vergleichen . :]


      Für mich ist das einfach Audiounterhaltung die mit allen anderen Audioarten konkuriert - auch mit Radio und Musik.
      Gibt ja auch einige "Videopodcasts" bsw auf YouTube die auch mit allen anderen Videoinhalten konkurieren. Man kann halt entweder ein LetsPlay gucken, einen Film schauen, eine Serie schauen oder selbst ein Videospiel spielen. Gleichzeitig geht schlecht;)
      mfg
      warbird

      Life is a journey not a destination.
      Was mich betrifft, stimmt dies durchaus. Zumindest klassische Podcast, die wie Dokus daher kommen, höre ich tatsächlich anders bzw. zu anderen Momenten, zum Beispiel in der Früh wenn ich Frühstück mache und die Küche dabei aufräume. Ansonsten fällt mir eigentlich wirklich nur sehr selten ein Podcasts zu hören. Im Auto sind es Hörspiele, ebenso wenn ich laufe oder auf der Liege in der Sonne bin oder auch wenn ich es mir vor meiner Anlage bequem mache. Dazu reizen mich jetzt solche Podcasts viel zu wenig. Ausnahmen bestätigen aber die Regel. Hörbücher höre ich im Grunde auch fast immer aber niemals zum einschlafen oder zum laufen. Bei ersterem macht es für mich keinen Sinn, weil ich gleich weg bin und bei Zweiterem brauch ich etwas „mehr“ um in Bewegung zu bleiben ;) Letztlich ist es aber was sehr persönliches und da wird jeder seinen eigenen Zugang haben, sodass es da sicherlich kein richtig oder falsch gibt.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

      warbird schrieb:

      Das sind keine Podcasts. Das sind Radioinhalte zum Nachhören. Praktisch zum Abonnieren aber keine Podcasts.

      Ja, sehe ich auch so. Der Begriff Podcast ist zur Gattungsbezeichnung für runterladbare Inhalte geworden, die man unabhängig von der Ausstrahlung hören kann.

      Außerdem ist bei der Generation Y "Hörspiel" alt (oder für Kinder) und "Podcast" fly. ;)

      Chiara schrieb:

      Der Begriff Podcast ist zur Gattungsbezeichnung für runterladbare Inhalte geworden, die man unabhängig von der Ausstrahlung hören kann.

      Dies war aber doch schon immer ein ganz typisches Hauptmerkmal vom Podcast gewesen. In der damaligen Zeit von iPod & Co und ohne mobiles Internet, konnte man sich so Sendungen bequem offline speichern und unterwegs anhören.
      Der Rundfunk hat übrigens schon sehr früh den Podcast für sich entdeckt und darüber Sendungen angeboten. Vom Stil würde ich auch gerade „Kein Mucks“ als absolut typischen Podcast bezeichnen, wird hier doch nicht nur das Hörspiel angeboten, sondern auch eine ganze Radioshow dazu.
      Hoere ein Hoerspiel nie nur nebenbei sondern konzentriere mich voll und Ganz Auf die Geschichte.

      Beim Hoerbuch wuerde ich dass eher ueber mehrere Tagen verteilen vielleicht auch mit laengeren Pausen aber da ich so gut wie nie eins hoere weil mir dass zu lange Dauert bzw zu Viele Cds sind stellt sich mir die Frage gar nicht.

      Und Podcasts hoere ich nie eine ganze Folge am Stueck sondern je nachdem wie ich Zeit und Lust habe.
      Ich sehe im Grunde alle „Hörformate“ wie eine große Hör-Familie an, aus der ich gerne konsumiere. Von daher sehe ich hier weniger eine Konkurrenz. Wenn einer aus der „Familie“ erfolgreich ist, freue ich mich, weil damit auch ein klein wenig Ruhm für die „Geschwister“ abfällt. Der Podcast macht aus meiner Sicht das Hören für viele Menschen, die mit dem Hören bis dato weniger am Hut hatten, attraktiver, das freut mich. Vielleicht findet ja der eine oder andere dadurch den Weg zum Hörspiel oder Hörbuch. Und dies tut der gesamten Branche gut. Aufmerksamkeit für diese Art des Freizeitkonsum ist wichtig. Für mich selber ist der Podcast eine weitere Möglichkeit interessante Themen zu hören. In Ausnahmefällen greife ich auch gerne darauf zurück. Ich sehe meine persönliche Auswahl dadurch erweitert, bin aber weit weg davon zu behaupten, dass Podcasts ein Ersatz für das Hörspielhören darstellt. Ich kann dadurch aber das gesamte Spektrum erweitern und habe nun eine noch größere Auswahl. Und eine größere Auswahl ist in der Regel immer was positives, auch wenn man schon sagen muss, dass es bei der großen Masse an Hörinhalten schwierig ist das Richtige zu finden bzw. sich zu entscheiden. Aber dieser Problematik stelle ich mich lieber als wenn es nichts Neues gäbe.

      Aus diesem Grund sind Podcasts eine weitere schöne Ergänzung für mich und mein Hobby.

      Gibt es weitere Meinungen dazu?
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#