IMAGA, das Streaming und die sonstige Veröffentlichungspolitik

      IMAGA, das Streaming und die sonstige Veröffentlichungspolitik



      STREAMING UND VERÖFFENTLICHUNGSTERMINE:

      Da es einige Nachfragen zu den Veröffentlichungsterminen der Neuerscheinungen gibt, hier nun eine kurze Info dazu:

      Unsere Neuerscheinungen, wie jetzt beispielsweise „Der todbringende Stern“, werden zurzeit erst exklusiv bei uns im IMAGA Shop erscheinen, etwas später dann im stationären Handel als CD und Download und rund ein halbes Jahr später im Streaming. „Der todbringende Stern“ wird deshalb vor Sommer/Herbst 2021 NICHT im Streaming erhältlich sein.

      Wir haben diese Aufteilung festgelegt, weil wir Streaming zwar grundsätzlich für eine gute Sache halten und uns natürlich über jede Hörerin und jeden Hörer unserer Hörspiele freuen, aber Streaming eher eine sehr günstige „Ausleihe“ von Produkten darstellt. Streaming-Nutzer*innen „kaufen“ nicht mehr das einzelne Produkt, sondern bekommen stattdessen einen riesigen Produktkatalog zum „all-you-can-eat-Einheitspreis“, teilweise sogar völlig kostenlos, „ausgeliehen“.

      Dieses „Ausleihmodell“ funktioniert allerdings nur deshalb, weil die Hörer*innen auch mit einer neuen, rein digitalen Währung „bezahlen“, nämlich mit ihren Kundendaten, von denen aber eigentlich nur die Portale, nicht die Kreativen und Produzenten profitieren. Deshalb haben wir die Streamingauswertung an das Ende unserer Verwertungskette gestellt und möchten damit den „wirklichen Kauf“ unserer Produkte entsprechend honorieren, zum einen durch die aufwendig produzierten Hörspiele selbst, zum anderen auch durch ein zusätzliches physisches Produkt, die CD, UND durch schnelle Verschickung und Kundenfreundlichkeit, gute Preise und Extras in unserem Onlineshop.

      Wir bitten die „Streamer*innen“ unter Euch um Verständnis für diese Maßnahme und danken an dieser Stelle allen Käuferinnen und Käufern unserer Produkte, von denen viele bereits unseren IMAGA-SHOP nutzen und dort schon den exklusiven neuen Seasonpass bestellt haben - ein doppelt und dreifaches Danke ganz besonders dafür!

      Beste Grüße
      Euer IMAGA Team

      Quelle: facebook.com/ImagaHoerspiele/posts/1891615330979443



      Wie steht ihr eigentlich zu dieser Veröffentlichungspolitik? Ist es in der heutigen Zeit klug, zuerst einmal nur über den eigenen Webshop zu verkaufen und vor allem das Streaming so massiv zu benachteiligen? Die angesprochenen Nachteile des Streamings sind ja durchaus richtig, aber geht diese Entscheidung nicht trotzdem am Hörverhalten der Mehrheit vorbei?

      Ich bin gespannt auf eure Meinungen.
      "Mit dem Hören von Die drei Fragezeichen oute ich mich nicht als Hörspielfan, sondern als Fan meiner eigenen Kindheit."
      -
      Günter Merlau -

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Lenny“ ()

      Ich finde es sollte gleichzeitig im Streaming veröffentlicht werden. Genauso, dass etwas erst nur im Label Shop erhältlich ist, statt z.b. gleichzeitig bei Amazon oder anderen Shops. Möchte z.b. nicht in zig Shops angemeldet sein, nur um etwas als erstes dort zu bekommen. CD und Download Käufer gibt es sicherlich genug und ich finde auch Streaminghörer sollten die Chance haben es bei Veröffentlichung hören zu können.

      Also kurz und knapp - ich habe vollstes Verständnis!

      Ich gebe zu, dass ich sehr vieles von IMAGA via Streaming höre. Ich habe aber auch einiges auf CD. Wenn ich was unbedingt haben möchte, dann habe ich als Download- und CD-Hörer die Möglichkeit das Hörspiel zu kaufen. Ich habe kein Problem damit im IMAGA Shop zu bestellen. Die Jungs und Mädels sind sehr nett, hilfreich und haben mir bei meiner letzten Bestellung auf Grund des höheren Portos nach Österreich sogar 2 extra Hörspielboxen dazu gegeben. Das fand ich super!

      Als reiner Streaming-Hörer hat man auf gut Wienerisch natürlich „den Aufdrahden“. Aber dieses Problem hat jeder Hörer, der nur auf ein Medium setzt. MC und LP Hörer können davon schon seeeehr lange ein Lied singen. CD-Fans bekommen auch sehr viele Hörspiele gar nicht auf ihrem Lieblingsmedium. Von daher habe ich mit reinen Streaminghörern jetzt kein allzu großes Mitleid, aber natürlich größtes Verständnis. Das ist schon manchmal ärgerlich wenn man etwas hören möchte und es ist nicht mehr da. ABER Streaminghörer müssen ja im Gegensatz zu vielen CD-, MC- oder LP Liebhabern nicht auf ein Hörspiel auf ihrem Medium verzichten sondern sie müssen einfach nur etwas länger warten. So wie ein Nicht-Kinogänger auf die VÖ eines Kinofilmes auf DVD warten muss.

      Zudem finde ich, dass es natürlich legitim ist, dass Labels wie IMAGA, WINTERZEIT oder ehemals ZAUBERMOND zuerst ihre Hörspiele ausschließlich über ihren Shop und sie erst später im Stream veröffentlichen. Und eines darf man dabei ja nicht vergessen - letztlich profitiert auch der IMAGA-Fan, der nur via Streaming hört von dieser Politik. Denn ohne dieser Politik wäre es vielleicht gar nicht möglich IMAGA Hörspiele im Stream zu veröffentlichen. Vielleicht sogar gar nicht möglich überhaupt Hörspiele zu produzieren, weil Streaming zu wenig abwirft.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Wenn exklusiv, dann müssen für mich aber auch alle Voraussetzungen stimmen. Nachdem ich im Imaga Shop keine Möglichkeit der Gastbestellung für Dowmloads gefunden hatte, habe ich für mich beschlossen zu warten, bis die Hörspiele in den sonstigen Portalen auftauchen.
      Das ist nichts anderes als ein Existenzkampf. Von daher finde ich die IMAGA Entscheidung eine gute Idee. Die Definition „Exclusiv“ finde ich falsch: Exclusiv wäre für mich etwas, was woanders nie zu bekommen wäre. Aber die Streaming-Hörspiele kommen ja überall, nur halt später.
      ...ja, ich bin ja schon ruhig! ;)

      hoerspiel schrieb:

      Wenn exklusiv, dann müssen für mich aber auch alle Voraussetzungen stimmen. Nachdem ich im Imaga Shop keine Möglichkeit der Gastbestellung für Dowmloads gefunden hatte, habe ich für mich beschlossen zu warten, bis die Hörspiele in den sonstigen Portalen auftauchen.


      Meines Wissens sind Gastbestellungen schwer in so mancher Shopsoftware zu integrieren. Meist werden Downloadlinks in einem persönlichen Bereich abgelegt. Ein Gast hat aber keinen persönlichen Bereich, sonst wäre er ja sowieso wiederum kein Gast, wenn ein Profil angelegt würde.

      Welcher Shop bietet Downloads ohne Login? Kenne mich da nicht aus.
      ...ja, ich bin ja schon ruhig! ;)
      Ich habe für die Entscheidung vollstes Verständnis. Letztlich ist es nicht mehr als eine bloße Reaktion auf den Hörspielmarkt und eine Strategie, hier auch in der aktuellen Situation zu bestehen. Wer die Produktinen von IMAGA schätzt wird zeitnah bestellen. Wer das nicht macht, muss halt länger auf den Stream warten.

      Ich drücke IMAGA jedenfalls Daumen, dass sich dieser Weg rechnet!
      Eines stimmt schon. Man braucht heutzutage bei den vielen Medien, Apps, Shops und Hörmöglichkeiten schon ein Mindestmaß an Flexibilität. Das betrifft sowohl Label wie Käufer. Wer zu sehr einer gewissen „Schiene“ nachhängt, muss gewisse Konsequenzen akzeptieren. Auch hier gilt sowohl der Käufer als auch die Labels.

      Ob man nun als Vielhörer, Alleshörer und auf jedem Medium-Hörer bzw. als alle Medien-bedienendes Label besser fährt, kann man pauschal sicher nicht sagen. Wir alle müssen Strategien ausarbeiten wie es speziell für uns am besten ist. Ich denke ein gewisses Maß an Flexibilität ist langfristig notwendig. Man kann sich dem modernen Hörer-, Nutzer- und Kaufverhalten nicht gänzlich verschließen. Aber man kann es sicherlich auf die eigenen Bedürfnisse adaptieren und optimieren. Sowohl der Konsument als auch der Hörspiel-Verlag. Und nichts anderes macht IMAGA hier.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Ich finde das, was IMAGA da macht völlig falsch und denke, dass die Rechnung nicht aufgehen wird.

      Schauen wir einmal aus der Hörspiel-Foren Bubble heraus:

      - Die CD-Verkäufe sinken seit Jahren kontinuierlich (de.statista.com/statistik/date…trie-absatz-von-cd-alben/)
      - Die CD Verkaufsflächen in den Ladengeschäften schrumpfen ebenfalls bzw. sind zum Teil gar nicht mehr vorhanden
      - Stattdessen findet man an dieser Stelle nun massig Vinyl
      - Das Streaming hat mittlerweile die CD UND Download Verkäufe im Umsatz überholt

      Daneben sind weitere Entwicklungen im Hörspielbereich zu beobachten. Maritim setzt schon seit Jahren auf digitale Vermarktung ihrer Produkte. Offensichtlich ist man damit auch erfolgreich. Serien die anfangs über Winterzeit als CD vertrieben wurden, laufen inzwischen auch nur noch digital (z.B. Danger). Auch bei "Die schwarze Sonne" musste Winterzeit die Segel streichen und pop.de musste einspringen. Titania Medien eines der ältesten und erfolgreichsten Label der neueren Hörspielgeschichte hat sich lange dagegen gewehrt den kompletten Katalog in Streaming Portalen freizugeben. In den letzten Jahren hat man jedoch gemerkt, dass es noch einmal zu einem massiven Einbruch bei den CD-Verkäufen gekommen ist. Letztendlich hat man klein bei geben müssen und hat den kompletten Katalog im Stream veröffentlicht. Immer mehr Titel des Titania-Katalogs werden nicht mehr auf CD nach gepresst, weil es sich wirtschaftlich nicht lohnt. Man veröffentlicht die neue Reihe Grimms Märchen nur im Download. Auch hier würde es ohne pop.de keine CD-Auflage mehr geben.

      Nun kommt ein kleines Label wie IMAGA und meint sich mit exklusiven Verkäufen im hauseigenen Webshop über Wasser halten zu können. Den Shop kennt doch niemand außer uns Hardcore Fans. Außerdem wollen sich viele potentielle Käufer nicht in jedem kleinen Labelshop registrieren. Darüber hinaus zeigt die Entwicklung der letzten Jahre, CD und auch Download sind ein Auslaufmodell. Heute MUSS man in allen gängigen Streaming-Portalen vertreten sein um überhaupt gefunden und gehört zu werden.

      Was IMAGA jetzt tut führt dazu, dass sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Ich könnte mir auch vorstellen, dass IMAGA's Partner MARITIM das alles gar nicht so toll findet, Denn es widerspricht völlig der Linie von Maritim. Aus meiner Sicht ignoriert IMAGA völlig die Realität und das aktuelle Geschehen auf dem Markt.
      "Mit dem Hören von Die drei Fragezeichen oute ich mich nicht als Hörspielfan, sondern als Fan meiner eigenen Kindheit."
      -
      Günter Merlau -
      Ich halte es zwar betriebswirtschaftlich für falsch, aber andererseits müssen und sollen kleine Label halt ausprobieren, was ihrem Geschäftsmodell am meisten zu passe kommt. Einfacher Einwand, die Streamingumsätze, die im Q2 2021 nicht generiert werden, sind für immer verloren. Ich denke, da ist auch ein wenig Hybris dabei nach dem Motto "Meine Hörspiele sind so viel geiler, die wollen die Leute für immer besitzen und ihren Kinder vererben". Viel Glück dabei!

      Persönlich ist es mir völlig egal, ich such mir aus dem, was am Freitag im Streaming erscheint, was aus, zudem aktualisiere ich zwei, dreimal die Woche den Podcastaddict. Die Macht des Faktischen, ob da was vier Wochen früher oder später erscheint (oder gar nicht), das ist mir ziemlich egal. Dass ich die Streamingportale mit meinen Kundendaten bezahle, das ist mir allerdings neu, ich dachte immer, das sei Geld, was sie von mir bekommen.

      Bei meinen absoluten Lieblingen wie Holmes / Van Dusen - Die neuen Fälle ist es sowieso die andere Ausnahme, die höre ich selten direkt zur Veröffentlichung, sondern hebe sie mir für besondere Momente auf.
      Völliger Schrott, offensichtlich von den Tauben für die Ahnungslosen.
      Wir haben keine einzige verlässliche Kennzahl von Imaga, um uns ein sinnvolles Urteil zu erlauben.
      Keinen Einblick in Verkäufe, Umsatzzahlen, Gewinnhöhen, Verbindlichkeiten, Käuferverhalten, prognostiziertes Wachstum etc.

      Ich mach's mal kurz:
      die werden schon wissen, was sie tun.
      Hier weiß es niemand.
      Meines Erachtens ein falscher und wenig zukunftsweisender Weg.
      Natürlich kann man für die Stammhörerschaft im hauseigenen Webshop irgendwelche Exklusivveröffentlichungen starten. Das Gros der Hörerschaft wird man damit aber wohl kaum noch erreichen.
      Meines Erachtens wäre da der Weg den Europa eingeschlagen hat mit Exklusivinhalten im Streaming (3D-Hörspiele) ein sinnvollerer und zukunftsorientierterer.

      Man darf einfach nicht vergessen, dass ein Großteil des Medienkonsums sich mittlerweile im Stream abspielt. Ein Großteil der deutschen Bevölkerung verfügt nicht mal mehr über entsprechende Abspielgeräte um CDs/DVDs oder was auch immer wiederzugeben. Neuwagen diverser Hersteller werden seit 2016 nur noch ohne CD-Player ausgeliefert.

      Besser wäre es, sich für die Zukunft zu rüsten und breit im Stream aufzustellen.
      Im eigenen Webshop könnte man exklusive Sammlerauflagen (meinetwegen auch nummeriert) auf CD anbieten, diese könnten mit Sicherheit auch ein paar Euro teurer sein.
      Meines Erachtens wird hier zwar viel Richtiges geschrieben, dass aber auf IMAGA gar nicht zutrifft. Ich erinnere was Oli Döring mitgeteilt hat:

      Unsere Neuerscheinungen, wie jetzt beispielsweise „Der todbringende Stern“, werden zurzeit erst exklusiv bei uns im IMAGA Shop erscheinen, etwas später dann im stationären Handel als CD und Download und rund ein halbes Jahr später im Streaming​


      Da steht ja mit keinem Wort, dass man sich nicht breit aufstellt bzw. nicht breit aufstellen möchte @Glenda.

      Da steht auch nicht, dass sie gar nicht kommen @Chris, von daher ist es auch unerheblich ob es Dir egal ist, denn Du wirst Deinen Streaming-Freitag mit IMAGA Hörspielen erleben dürfen, ob Du willst oder nicht.

      Und auch die vielen Punkte und Gründe, die für Download und Streaming sprechen, wie sie @Lenny aufzählt, werden von IMAGA in keiner Weise bestritten. IMAGA setzt ja auf Streaming und auf den Download. Denn es gibt alle Hörspiele von Oliver Döring im Stream und als Download. Zweiteres sowie die CD zuerst nur im IMAGA Shop. Und Streaming und Download und CD später auf allen Portalen wie man es gewöhnt ist.

      Wir leben bei Hörspielen aktuell so im Überfluss, genau Dein Thema @Lenny, haben mehr zu hören als je zuvor, können mehr hören als wir jemals schaffen werden, wir können ja eh nicht alles gleichzeitig hören, und da stört es uns wenn ein Label seine Hörspiele zeitversetzt auf den Markt bringt? Also mich stört das Warten so was von gar nicht. Und wenn mein Warten sogar IMAGA hilft, dass man mehr Einnahmen generiert, weil der Einkauf im IMAGA-Shop mehr einbringt als wenn wir bei Amazon, Audible oder iTunes kaufen, dann tun wir damit sogar was Gutes. Hörspiel ist kein Lebensmittel. Es wird nicht schlecht. Es wird im Herbst genau so gut oder mies sein wie im Frühjahr.

      Einfacher Einwand, die Streamingumsätze, die im Q2 2021 nicht generiert werden, sind für immer verloren.​


      Ich denke Oli wird als Gegenargument bringen, die CD-Einnahmen, die man in den ersten Wochen nach der VÖ nicht macht, sind ebenfalls für immer verloren. Und diese werden wohl deutlich über jenen sein, die man mit Streaming macht. Letztlich macht man mit CDs in den ersten Tagen und Wochen das meiste Geld. Mit Streaming verdienst Du auf Grund des großen Katalogs über einen sehr langen Zeitraum hinweg.

      Und eines muss ich hier auch schreiben. Der Vergleich zwischen MARITIM und IMAGA hinkt. MARITIM macht sein „Knödel“ mit der Masse. IMAGA macht es mit Qualität. Daher kann es sich IMAGA anscheinend erlauben seine Produkte exklusiv über ihren Shop anzubieten. Das sind schon auch 2 verschiedene Verkaufsmodelle und 2 verschiedene Herangehensweisen. Und so sehr ich Sebastian Pobots Arbeit bewundere und ich es großartig finde welche Hörspielperlen nur Dank ihm und dem Streaming wieder da sind, so sehr bin ich froh, dass es neben MARITIM auch noch Hörspielschmieden wie IMAGA gibt. Denn die Qualität der Hörspiele von IMAGA ist unbestritten und stellt für mich alles was MARITIM macht in den Schatten. Daher braucht es vielleicht auch eine andere Form der Vergütung und des Verkaufs. Und es ist gut dass es solch unterschiedliche Labels und Verlage gibt. Für das Hörspiel ganz allgemein. Und für uns Hörspielfans. Lamentieren und unzufrieden wird ohnehin immer irgendjemand sein. Und sollte IMAGA mit dieser Art des Verkaufs keinen Erfolg haben, ZAUBERMOND ist damit ja gescheitert, dann wird man entweder reumütig seinen Plan wieder ändern oder, was zu befürchten wäre, das Hörspielmachen auf diese Art und Weise in großem qualitativen Stil ganz einstellen müssen. Von daher sollte man auch als Streamer hoffen, dass Oli erfolgreich ist. Denn besser später ein geniales Hörspiel hören als gar nicht. Weil man es sich nicht leisten kann zu produzieren.

      Letztlich hat es aber @Chiara am besten geschrieben:

      Wir haben keine einzige verlässliche Kennzahl von Imaga, um uns ein sinnvolles Urteil zu erlauben.Keinen Einblick in Verkäufe, Umsatzzahlen, Gewinnhöhen, Verbindlichkeiten, Käuferverhalten, prognostiziertes Wachstum etc.Ich mach's mal kurz:die werden schon wissen, was sie tun.Hier weiß es niemand.​
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      @Markus G. IMAGA und MARITIM sind Partner. MARITIM übernimmt den Digitalvertrieb und wenn ich mich richtig erinnere ist MARITM seit 2019 an IMAGA beteiligt.

      Nun direkt stören tut es mich auch nicht, dass die Produktionen später in den Stream kommen, denn es gibt genug Hörstoff. Mich würde es aber schon stören, wenn IMAGA sich wirtschaftlich ruiniert, weil man die Zeichen der Zeit nicht erkennt bzw. nicht erkennen will.

      Das sehe ich kommen, wenn ich mir die Entwicklungen auf dem Hörspielmarkt und IMAGAS Strategie nebeneinander ansehe.
      "Mit dem Hören von Die drei Fragezeichen oute ich mich nicht als Hörspielfan, sondern als Fan meiner eigenen Kindheit."
      -
      Günter Merlau -

      Markus G. schrieb:

      Da steht auch nicht, dass sie gar nicht kommen @Chris, von daher ist es auch unerheblich ob es Dir egal ist, denn Du wirst Deinen Streaming-Freitag mit IMAGA Hörspielen erleben dürfen, ob Du willst oder nicht.

      Ich wollte damit nur sagen, dass es mir egal ist, ob das IMAGA-Hörspiel am 7.5.2021 oder am 7.11.2021 erscheint. Mir sind Erscheinungstermine grundsätzlich mal egal, wenns kommt, dann kommt. Und bei Serien mit fortlaufender Handlung warte ich meist eh, bis alles da ist, wenn nicht kurzes Intervall.

      Markus G. schrieb:

      Ich denke Oli wird als Gegenargument bringen, die CD-Einnahmen, die man in den ersten Wochen nach der VÖ nicht macht, sind ebenfalls für immer verloren. Und diese werden wohl deutlich über jenen sein, die man mit Streaming macht. Letztlich macht man mit CDs in den ersten Tagen und Wochen das meiste Geld. Mit Streaming verdienst Du auf Grund des großen Katalogs über einen sehr langen Zeitraum hinweg.

      Ich glaub halt nicht, dass das eine deckungsgleiche Zielgruppe ist. Kauft sich ein CD-Sammler die CD nicht, nur weil es das Hörspiel auch im Stream gibt? Und würde sich ein Streaming-Kunde die CD oder den Download in einem Shop, von dessen Existenz nur eine Handvoll Leute wissen, kaufen? Ja, vielleicht gibt es da Potenzial, mir fehlt der Glaube und nach unsererer Meinung wurde im Ausgangsbeitrag gefragt.

      Und wer weiß, was die Zukunft bringt? Umsätze würde ich in unserer schnelllebigen Hörspielzeit nicht in die Zukunft verschieben, auch nicht in die nahe. Sehen wir grad bei Spoti, wer hier nicht in den letzten 12 Monaten die üppigen Vergütungen mitgenommen hat, der darf sich nun nach den neuen Tracklängen mit der halben Vergütung begnügen.

      Markus G. schrieb:

      Das sind schon auch 2 verschiedene Verkaufsmodelle und 2 verschiedene Herangehensweisen. Und so sehr ich Sebastian Pobots Arbeit bewundere und ich es großartig finde welche Hörspielperlen nur Dank ihm und dem Streaming wieder da sind, so sehr bin ich froh, dass es neben MARITIM auch noch Hörspielschmieden wie IMAGA gibt. Denn die Qualität der Hörspiele von IMAGA ist unbestritten und stellt für mich alles was MARITIM macht in den Schatten

      Nun ja, IMAGA gehört zu 33,33 % Herrn Döring und zu 33,33 % Herrn Pobot. Ich persönlich sehe bei den IMAGA-Hörspielen auch nicht diese total überragende Qualität. Sicherlich besser als die Durchschnittsware von Maritim, aber ich glaube in meine Top 10 des Jahres hat es noch kein IMAGA-Hörspiel geschafft. Aber ja, ich höre immer wieder gerne, was Herr Däring aktuell produziert. Von Maritim ist allerdings auch "Prof. van Dusen - Die neuen Fälle", da hab ich eine etwas andere Auffassung, wer wen in den Schatten stellt. Ist natürlich nur eine Serie von vielen bei Maritim, aber der strahlende Leuchtturm.
      Völliger Schrott, offensichtlich von den Tauben für die Ahnungslosen.
      @Lenny Das weiß ich doch. Und gerade deshalb ist es doch bemerkenswert, dass IMAGA den besten digitalen Vertrieb hat, den er in Deutschland haben kann und TROTZDEM zuerst in seinem Shop CDs und Downloads verkauft. Das zeigt doch ganz klar wo er sich die meisten Einnahmen erwartet. Und diese Erwartung ist ihm sicherlich nicht zugeflogen sondern man wird hier beinhart kalkuliert haben wo das meiste Geld rausschaut. Und auch wenn sich viele von der CD abgewendet haben, fragt man bei den Labels nach, so gibt es viele für die der CD-Verkauf immer noch essentiell ist. Es scheint also immer noch eine Klientel zu geben. Und wenn man genügend CDs verkauft, dann macht man damit deutlich rascher mehr Geld als mit Streaming, wo man über die Maße und die Zeit Geld verdient. Der Download scheint hier leider weniger Bedeutung zu spielen obwohl er wahrscheinlich der beste Mittelweg wäre. Aber auch hier darf man nicht verallgemeinern. Es gibt sicherlich die Labels die machen das meiste Geld mit Downloads und werden reich, siehe Audible, Verlage die verdienen sich mit Streaming eine goldene Nase wie EUROPA oder MARITIM und es gibt Labels, die können von CD Verkauf gut leben bzw. überleben, siehe IMAGA, siehe R&B, siehe Ohrenkneifer aka @Dirk Hardegen, siehe @Wolfy-Office, siehe WINTERZEIT. Es gibt hier wohl nicht DIE beste Taktik sondern mehrere auf das jeweilige Label angestimmte Taktiken.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Ich finde die machen es richtig so.
      Die Hardcore Fans können es so sozusagen gleich kaufen und haben es dafür halt vor den anderen.
      CD Sammler die sich nicht sooo damit beschäftigen finden die CDs dann irgendwann im Laden.
      Und die Streaminghörer wie ich, die eh mit Neuerscheinungen und wiederveröffentlichungen überschwemmt werden haben soviel ungehörtes vor sich, dass die paar Monate Verzögerung eh überhaupt nicht stören. Finde ich zumindest.
      mfg
      warbird

      Life is a journey not a destination.
      Das mag durchaus sein. Aber daran ist dann wohl weniger ihre Verkaufsstrategie schuld als ihr Hang zu opulenten und teuren Produktionen. Oder letztlich das Hörverhalten der Menschen und dass man einen zu kleinen Katalog hat um mit Maße Geld einzunehmen. Da wäre man wohl bei AUDIBLE besser aufgehoben. Aber man muss nicht immer schwarz sehen. Vielleicht ist ja ihre Strategie die richtige :)
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#