Sinn und Unsinn des Sammelns und von Besitz in der Überflussgesellschaft

      DeLorca schrieb:

      Wenn Materielles als Ersatz für andere Missstände herhalten muss, ist die Beziehung dazu natürlich eine ganz andere. Im schlechtesten Fall verbindet man dann die negativen Gefühle sogar mit der Sache. Das dann die Trennung davon befreit, ist kein…


      Nun ja. Ich sage mal, ich habe bis Corona jeden Monat 50-100€ in Hörspiele investiert. Auch in die Schnäppchen Themen habe ich hier immer rein geschaut und einiges mitgenommen. Das zusammen hat meine Sammlung ausufern lassen. Keine Ahnung ob das Kaufsucht ist. Wahrscheinlich schon.

      Aktuell ist das CD-Kaufen fast völlig zum Erliegen gekommen. Ich kaufe vielleicht alle drei Monate mal zwei CDs. Musik ODER Hörspiel. Hörbücher inzwischen nur noch bei Audible und auch da, mache ich Abo-Pausen.
      CLOSED
      Ich hatte, bis zu meinem Start in die Welt von Spotify kurz die Europa App. Davor hatte ich ein paar Hundert Hörspiele und hat fast nie Probleme mir zu überlegen was ich zum Einschlafen hören.

      Jetzt habe ich ein paar tausend Hörspiele und weiß Abends gar nicht mehr was ich hören soll - alles was viel geworden.

      So long

      grifter
      "Wenn du es auf der Straße zu was bringen willst, dann bind dich auf keinen Fall an jemand, häng dich an nichts, was du nicht problemlos in 30 Sekunden wieder vergessen kannst wenn du merkst das dir der Boden zu heiß wird."

      Neil McCauley

      grifter schrieb:

      Ich hatte, bis zu meinem Start in die Welt von Spotify kurz die Europa App. Davor hatte ich ein paar Hundert Hörspiele und hat fast nie Probleme mir zu überlegen was ich zum Einschlafen hören.

      Jetzt habe ich ein paar tausend Hörspiele und weiß Abends gar nicht mehr was ich hören soll - alles was viel geworden.


      Witzig, so unterschiedlich kann man es empfinden. Ich habe auch Zugang zu Spotify, aber ich habe mich anfangs oft durch Dutzende Hörspiele gesucht, die mich nicht die Bohne interessieren, auf der Suche nach dem einen, das meine Neugierde wecken könnte. Meist vergeblich.
      Insofern höre ich mittlerweile so gut wie nie spontan via Spotify, sondern suche ganz gezielt etwas heraus - und meistens sind das Hörspiele, die ich als Download oder CD eh besitze. Aber es ist halt superbequem, nicht mit einer CD oder Downloads hantieren zu müssen, sondern mal schnell übers Handy darauf zugreifen zu können.
      Das mit dem spontan mal etwas hören, was man noch nicht kennt, habe ich mir ganz schnell wieder abgewöhnt, weil ich es oft echt bereut habe. ;)

      Langer Rede kurzer Sinn: Für mich bedeutet Spotify weder eine Übersättigung noch ein Überangebot, weil es die Hörspiele, die mich reizen, dort eh nicht in Hülle und Fülle gibt. Für mich ist es reiner Komfort. So muss ich mich auch nicht mit der "Sammlung" herumschlagen. Die steht halt rum und solange genügend Platz da ist, soll es mich nicht stören. Zur Not kommen die CDs aber irgendwann in Kartons. Ich bin da nicht so zimperlich. :)

      Aktuell hakt es leider an unserem Internet zuhause. Pia und ich können nur sehr schleppend Stranger Things 4 weiter ansehen. Das ist schon sehr zermürbend und ärgerlich und die Kehrseite wenn man auf Medien komplett verzichtet und nur mehr auf Streaming setzt. Und hier sehe ich nach wie vor den Sinn des Sammelns. Pia und ich haben das „Internet-Streaming-Klumpat“ sein lassen, sind zu unserem prall gefüllten DVD- und BluRay Schrank gegangen und haben uns dort bedient. Und immer wenn es das Netz nicht zulässt, haben wir unser persönliches Back-up, unsere Lieblingsfilme und Serien auf DVD- und BluRay wo wir uns bedienen können und wo wir uns nicht ärgern müssen, dass grade irgendwas mit dem Internet nicht funktioniert.

      Auch wenn ich so meine Gabriel Burns Sammlung betrachte, bin ich sehr froh, dass ich alle Folgen auf CD habe und nicht davon abhängig bin, bis Sassenberg die Serie endlich im Stream bringt. Ich höre einfach meine Sammlung. Und hier sehe ich den Sinn des Sammelns. Für mich. Eine Alternative zu haben. :thumbup:
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Bin da voll bei dir und auch ich würde meine digitale Hörspielsammlung nicht mehr missen wollen. Schon vor allem, weil da viele Hörspiele dabei sind, die es derzeit überhaupt nicht im Stream gibt. Allerdings ist so ein Sammeln auch immer mit viel Geld verbunden, welches in der jetzigen Zeit dazu gerade stark abgewertet wird.
      Stimmt! Wobei gerade die aktuelle (finanzielle) Situation eine Sammlung aufwerten, denn man muss dafür nichts zahlen um sie hören zu können.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

      Markus G. schrieb:

      Aktuell hakt es leider an unserem Internet zuhause. Pia und ich können nur sehr schleppend Stranger Things 4 weiter ansehen. Das ist schon sehr zermürbend und ärgerlich und die Kehrseite wenn man auf Medien komplett verzichtet und nur mehr auf Streaming setzt. Und hier sehe ich nach wie vor den Sinn des Sammelns. Pia und ich haben das „Internet-Streaming-Klumpat“ sein lassen, sind zu unserem prall gefüllten DVD- und BluRay Schrank gegangen und haben uns dort bedient. Und immer wenn es das Netz nicht zulässt, haben wir unser persönliches Back-up, unsere Lieblingsfilme und Serien auf DVD- und BluRay wo wir uns bedienen können und wo wir uns nicht ärgern müssen, dass grade irgendwas mit dem Internet nicht funktioniert.


      Es gibt schlimmeres im Leben, als eine Serie nicht weiter schauen zu können oder?

      Das mit den Backups in Form von physischen Bild- und Tonträgern ist schon richtig, ABER was machst du wenn der Strom ausfällt? Dann ist das wieder ziemlich ärgerlich und zermürbend, dann kann man nämlich gar keine Medien mehr konsumieren und sogar der Kühlschrank läuft nicht mehr...

      Wie oft kommt es vor, dass bei euch das Internet ausfällt? Sollte in der heutigen Zeit eigentlich nicht mehr oft passieren. Ich würde Internet heute gleichsetzen mit Strom. Vor 20 Jahren, war das sicherlich anders.
      CLOSED
      Es gibt schlimmeres im Leben, als eine Serie nicht weiter schauen zu können oder?​


      Definitiv! Besonders wenn man Alternativen auf anderen Medien hat. Und es gibt natürlich auch Schlimmeres sich seine Serien auf CD, DVD oder BluRay anzusehen/anzuhören. Von daher gibt es immer Schlimmeres…
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

      Lenny schrieb:

      Das mit den Backups in Form von physischen Bild- und Tonträgern ist schon richtig, ABER was machst du wenn der Strom ausfällt?


      Dafür gibt es Akkus und/oder PV-Anlagen.

      Strom kann man relativ simpel kompensieren. Internet und gerade Highspeed-Internet wird da schob schwerer.
      Wobei natürlich Nahrungs- und Wasser-Versorgung an erster Stelle stehen.
      Naja, wenn es danach geht, ob es Schlimmeres gibt als ein Hörspiel- oder Streaming-Problem, dann könnten wir hier eigentlich jegliche Unterhaltung einstellen. Im Vergleich zu den existenziellen Fragen unserer Zeit ist fast alles banal und nichtig. Allein: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Und Kräfte zu schöpfen, um das Eigentliche angehen zu können, dafür eignet sich Kunst nun mal besonders. Wenn sie nicht sogar hin und wieder den Denkhorizont erweitert. Also ist es auch legitim, sich mal zu ärgern, finde ich. Solange man die Relationen im Blick behält. Und das tut hier sicher jeder. :)
      Bin da eher bei @warbird und verzichte doch darauf, mich auf die große Apokalypse vorzubereiten. Wenn sie kommen sollte, dann werden meine Gedanken eher nicht der Problematik gehören, ob und wie ich jetzt weiter streamen kann.
      Ich hab ja damals 2002 in der Wiener U3 zwischen Volkstheater und Neubaugasse mit dem Motorala A920 von Drei und Leni Riefenstahl das erste Selfie der Geschichte geknipst” - Aus meiner Biografie, erschienen im Jahr 2039, geschrieben im Jahr zuvor am Pool einer Finca auf den Balearen
      Große Apokalypsen bleiben meistens auch. Es sind eher die kleinen Unwegsamkeiten des Lebens, die einem zu schaffen machen werden und wo es gut ist wenn man Alternativen, eine Lösung B hat. So wie in meinem Beispiel.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#