Das schnelle Sterben der CD!

      Das schnelle Sterben der CD!

      Nach dem Kauf der neuen "Sherlock Holmes Chronicles - Weihnachts-Special 6 - Blutiger Weihnachtsabend", musste ich das Thema einfach aufgreifen.
      Markus Winter schreibt, wie immer im Booklet ein Grusswort.
      Doch diesmal geht es nicht um die Folge, oder kaum, sondern eher um die Lage auf dem Markt.
      So wird das CD Sterben durch Covid 19 deutlich verschnellt.
      Auch WinterZeit ist laut ihm, in Schieflage geraten.
      Und was ist mit streamen?
      Das ist kein Ersatz für die CD!
      Da gibt es bereits viele Aussagen.
      Und es wird immer wieder vorgebracht, das es schon Unmengen an Klickzahlen geben muss, bis ein wenig Geld dabei heraus kommt.
      Das soll jedenfalls bei Musik so sein. Also wohl auch in Etwa so bei Hörspielen.
      Und Downloads? Finden die denn noch in Großem Maße statt!
      Ich bin immer noch der Meinung, das besonders der Vertrieb und das Produzententeam gefragt ist.
      Sie müssen alles dafür tun, die CD wieder in die Märkte zu bringen und ihr Produkt zu bewerben.
      Ich finde die offenen Worte von Herrn Winter immer wieder toll.
      Die Tage habe ich ein Gespräch mit Ina Müller gesehen, auch da wurde das Streamen als Untergang bezeichnet. Jedenfalls bleibt damit kaum Geld beim Musiker hängen.
      Das ist bei einem CD Verkauf ganz anders.

      Wie geht es euch damit?
      Würdet ihr der CD hinterher weinen?
      Nimmt ihr den Untergang einiger Serien in Kauf?
      Sammelt ihr nicht mehr weiter? 36

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      Frage Nummer 3:
      Würdet ihr eine Serie nicht mehr sammeln, wenn diese nicht mehr auf CD, sondern nur noch im Stream erscheint?
      Ich bin auch CD-Sammler und liebe es, die kleinen Scheiben in meinem Regal stehen zu haben. Leider muß man sich in letzter Zeit immer häufiger umstellen. Klar, es kommt in erster Linie auf den Inhalt an und ich würde das sammeln einer heißgeliebten Serie (wie z.B. John Sinclair) wohl nicht drangeben, aber es wäre etwas anderes. In meinem Fall bin ich froh, daß der Insel-Krimi bisher auch noch auf CD geplant ist.

      Akita Takeo schrieb:

      Die Tage habe ich ein Gespräch mit Ina Müller gesehen, auch da wurde das Streamen als Untergang bezeichnet. Jedenfalls bleibt damit kaum Geld beim Musiker hängen.


      Drake, The Weekend, Billie Eilish und Co. grinsen sich eins und gucken auf den Kontostand. Man muss ganz klar sagen: Ina Müller hat/ist keine Streaming-Zielgruppe. Warum hat sich ein Herbert Grönemeyer solange gegen Streaming gewehrt? Weil die paar Klicks, die er auf Spotify generiert, eher schädlich sind für einen Tonträger-Verkauf. Seine stärksten Titel liegen bei 11-13 Mio. Abrufen gesamt. Das machen die "Großen" während des Frühstücks. Deshalb hantieren Thomas Anders und Florian Silbereisen bei Amazon in den CD Top10. CD-Kauf im Musikbereich ist was für die "Alten". Ausnahme sind besondere Auflagen.
      Was Hörspiele betrifft... haben denn allein die Sammler in der Vergangenheit die Serien getragen? Neben den Sammlern mussten auch die „nur“ Hörer zum Datenträger greifen. Doch diese Gruppe fällt nun zunehmend weg. In Smartphone & Co passen halt keine CDs mehr rein. ;)
      Sammeln braucht Geld und Platz und wahrscheinlich gibt es insgesamt einfach nicht genug Sammler, um große Auflagen zu tragen.
      Ich trauere der CD nicht wirklich nach. Alte Klassiker kaufe ich mir hin und wieder noch auf Datenträger, aber ansonsten langt mir Download und Stream einfach vollkommen aus.

      bocksbox schrieb:

      Zitat von Akita Takeo: „Die Tage habe ich ein Gespräch mit Ina Müller gesehen, auch da wurde das Streamen als Untergang bezeichnet. Jedenfalls bleibt damit kaum Geld beim Musiker hängen.“

      Drake, The Weekend, Billie Eilish und Co. grinsen sich…


      Schon traurig, wenn irgendwann nur noch für diese Zielgruppe was geboten wird.
      Gute Musik stirbt aus.
      Ich würde der CD nur insofern hertrauern das sie im Regelfall einen besseren Klang abgibt als eine schrottige MP3 im Stream.
      Auch Kaufdownloads haben im Regelfall nicht die bestmöglichen MP3-Einstellungen verwendet.

      Jetzt könnte man natürlich einwenden das MP3 ein komprimiertes Format ist und man den Unterschied zur CD hören kann.

      Wenn man aber z.B. den Lame-Encoder verwendet und als Preset -v0 wählt, hat man eine variable Bitrate bei der selbst audiophile Personen keinen Unterschied mehr zur CD erkennen können.

      Natürlich könnte man jetzt sagen das CBR Downloads mit 320kbit/s die gleiche Hörqualität haben - Ja, aber sie nehmen mehr Platz weg ohne das sie besser klingen würden als bei -v0.

      Lange Rede kurzer Sinn: Ich gehe die Befürchtung dass - wenn die CD ausstirbt - nur noch qualitativ schlechte MP3 vertrieben werden, die einen schlechteren Hörgenuß bieten als theoretisch möglich wäre.
      Der CD als Medium selbst trauere ich nicht hinterher.
      Ein schöner thread, wenngleich wir diesen Fragen sicherlich schon mehrfach und oft durchgegangen sind. Und es ist ein Thema, das alle Jahre aufkommt. Zuerst beim Wechsel Radio zu Vinyl. Danach Vinyl zur Kassette. Danach von Kassette zur CD. Danach CD zu Download. Und jetzt gerade haptisch hin zu digital. Und das Witzige ist. Wir werden in unserem Hörspielleben noch weitere solche Änderungen erleben (dürfen). Dann wenn das Streaming durch ein anderes Hörformat abgelöst wird.

      Der Titel „Das Schnelle Sterben“ ist aus meiner Sicht zu hinterfragen. Fragt man Wikipedia de.m.wikipedia.org/wiki/Compact_Disc seit wann die CD als Medium genutzt wird, dann wird Anfang der 80iger angegeben. Die CD ist also schon ein knapp 40 jähriges Medium. Respekt! Von einem schnellen Sterben kann daher für mich keine Rede sein. Sie hatte ihre Anfangszeit in den 80igern (als sie ein gewisser Markus G. verteufelte, weil er seine geliebte Kassette in Gefahr sah, und auch alle die Serien und Musik, die ich damit in Verbindung brachte. Daher CD - Boykott, bis ich klüger wurde ;) ), ihre Hochzeit von Ende der 90iger bis 2010 und jene Zeit, in der sie von anderen Medien wie Download und Streaming abgelöst wurde. Ich denke 40 Jahre ist ein beachtliches Alter. Ob der Download und das Stteaming sich auch so lange halten kann? Auf jeden Fall bleibt die Welt nicht stehen, Gott sei Dank, und deshalb ist es ganz normal und auch schön, dass die CD nicht das Ende der Fahnenstange ist, wie es auch Vinyl und Kassette nicht war.

      ​Wie geht es euch damit?


      Ich habe die CD nach langem Zögern und Zaudern schätzen und lieben gelernt. Das kann man hier nachlesen: HÖRSPIELKOLUMNE „GEDANKEN EINES HÖRSPIELFANS 2/2019“ Hörspiele auf CD - Eine Liebeserklärung Aber wie man hier nachlesen kann HÖRSPIELKOLUMNE „GEDANKEN EINES HÖRSPIELFANS 3/2020“ Was ist nun wichtiger? Das Hörspiel oder das Medium? steht für mich das Hörspiel an erster und an wichtigster Stelle. Wenn das Hörspiel demnächst auf einer Steintafel oder telepathisch zu hören sein wird, dann werde ich es ausprobieren und testen. Und sofern die Hörspiele gut sind, werde ich es benützen. Von daher bin ich ganz relaxed, weil wir gerade in einer Zeit leben, in der das Hörspiel, das Hörbuch, der Podcast , das Audio-Drama oder wie immer man Geschichten zum Hören auch nennen möchte boomt, wie schon lange nicht mehr. Daher bin ich eigentlich sehr glücklich wie alles abläuft. Weil hören ist auf Jahre hinweg gesichert.


      Würdet ihr der CD hinterher weinen


      In gewisser Weise Ja, so wie ich auch Córdoba 1978, der Geburt meiner Tochter oder der erste Kuss mit meiner Frau Nachweise, weil es einfach wunderschöne Erlebnisse und eine wunderbare Zeit waren. Aber nur weil eine wunderbare Zeit vorbei ist, heißt dass nicht dass nicht eine großartige Zeit mit ebenso schönen Erlebnissen vor uns liegen. Daher ja, ein weinendes Auge wäre dabei, aber auch ein lachendes weil ich immer noch die Tore von 78 ansehen kann, weil ich mir die Fotos der Geburt ansehen kann, weil die Erinnerung an den ersten Kuss im Kopf eingebrannt und jederzeit abrufbar sind und weil ich rund 5000 Hörspiel-CDs im Regal stehen habe - dass kann mir alles niemand weg nehmen. Und ich weiß dass noch viele wunderbare Erlebnisse in der Gegenwart und Zukunft vor mir liegen, auf die ich mich freuen darf und kann. Aber nur wenn ich mich von der Vergangenheit löse und mich auf die Zukunft einlasse. Und dass werde ich tun. Daher ist der langsame und stetige Wegfall der CD nicht nur traurig sondern im Gegenteil, dadurch wird Platz für neue Erfahrungen, neue Hörerlebnisse und neue technische Errungenschaften gemacht. Und dass macht mir Freude und ich bin froh darüber dass ich dies alles noch erleben darf. Meine Mutter hat immer gesagt, dass ihr Papa, der leider 45 gefallen ist, so gerne die vielen technischen Errungenschaften erlebt hätte. Es war ihm nicht vergönnt. Wir dürfen das. Und ich versuche aus allen diesen das Beste und Positive zu machen.

      Nimmt ihr den Untergang einiger Serien in Kauf? ​


      Als Hörspielfan habe ich in über vierzig Jahren so viele Serien kommen und gehen gesehen, dass ich sie nicht einmal zählen kann. Genau so verhält es sich auch hier. Serien und Labels, die es nicht schaffen sich den neuen Gegebenheiten anzupassen, werden ähnlich wie die Dinosaurier verschwinden. Das muss man in Kauf nehmen. Ebenso wie uns der Download, Stichwort Audible oder das Streaming hunderte neue Serien erst wieder ermöglicht hat. Der Hörspielfan und Hörer wird hier sehr sehr sehr positiv aussteigen. Ein paar wenige Serien fallen weg und sehr viele neue kommen dazu.

      ​Wo sehr ihr die Schuld für das CD Sterben?Oder werden doch noch eine Menge CD's verkauft? Bei Musik sicher immer noch (bei Alben) und bei den "Drei ???". Aber sonst?


      Ich denke die CD passt einfach nicht mehr zum aktuellen Freizeit- und Hörverhalten. So wie damals die Kassette gegen die CD keine Chance hatte oder Vinyl gegen Kassette. Das ist einfach der Lauf der Zeit.

      ​So wird das CD Sterben durch Covid 19 deutlich verschnellt.Auch WinterZeit ist laut ihm, in Schieflage geraten.Und was ist mit streamen?Das ist kein Ersatz für die CD!Da gibt es bereits viele Aussagen.Und es wird immer wieder vorgebracht, das es schon Unmengen an Klickzahlen geben muss, bis ein wenig Geld dabei heraus kommt.Das soll jedenfalls bei Musik so sein. Also wohl auch in Etwa so bei Hörspielen.


      WinterZeit hat leider viel zu lange ausschließlich auf die CD gesetzt und Streaming und Download sträflich vernachlässigt. Dafür bekommt er jetzt die Rechnung präsentiert. Ich finde es sehr lobenswert, dass er immer noch CDs veröffentlicht. Nicht umsonst kaufe ich trotz meiner diversen Differenzen in der Vergangenheit weiterhin die CDs von ihm. Aber seine Geschäftsstrategie ist schlicht und ergreifend nicht aufgegangen. Wenn man sieht was für ein Imperium sich Sebastian Pobot mit Streaming und Download aufgebaut hat, wie viele Labels er unterstützt, wie viele Serien nur Dank ihm wieder zum Leben erweckt wurden (Serien, wie O23, Schwarze Sonne oder Twilight Mysteries, die sich zur Hochblüte der CD nicht verkauft haben und eingestellt wurden), dann sieht man schon welches Geschäftsmodell sich rechnet und welches nicht. Und Markus Winter hat dies nun auch erkannt. Nicht umsonst ist Pobot sein digitaler Vertrieb, der nun die ganzen Serien endlich und viiiiiiiel zu spät in den Stream bringt. Man braucht für das Streaming ein großes Portfolio an Hörspielen. Dann wird man langfristig profitieren. Aber man muss präsent sein. Das war WinterZeit lange Zeit nicht oder viel zu wenig.

      Und Downloads? Finden die denn noch in Großem Maße statt!​


      Ja, das tun sie. Schlag nach bei AUDIBLE. Mehr muss man da wohl nicht mehr zu schreiben. Sie haben dem Hörspiel einen unglaublichen Aufschwung gebracht.

      ​Ich bin immer noch der Meinung, das besonders der Vertrieb und das Produzententeam gefragt ist.


      Absolut! Aber kein Vertrieb der Welt wird raten Werbetrommeln ausschließlich für die CD zu trommeln. Man muss in den Streaming und Downloadportalen vertreten sein. Man braucht einen YouTube-Kanal. Wenn man nachhause komm und sagt „Alexa spiele mir das Hörspiel X von Y“ dann muss es sofort anzuhören sein. Wir kommen langsam in das Alter wo wir merken, dass wir für die Werbung nicht mehr maßgeblich sind. Sondern die jüngeren Menschen. Jene die mit Spotify, Podcasts, YouTube und Alexa aufgewachsen sind so wie wir früher mit Farbfernsehen, tragbaren Kassettenrekorder und C64. Damit konnten unsere Großeltern auch nix mehr anfangen. Daher waren sie keine Zielgruppe für die Werbung oder für einen Vertrieb. Daher wäre es wohl Selbstmord für einen Vertrieb auf ein paar Kassettenkinder zu hören, die verlangen man solle dich die CD wieder mehr pushen. Welcher 20jährige hat noch einen CD-Player? Keiner! Warum auch. Er hat ein Smartphone, eine App.

      Die CD sollte ob Würde altern dürfen. Und sie wird meiner Meinung nach auch nicht aussterben sondern sie wird ein Liebhabermedium werden. Wie Vinyl. Wie die Kassette. Sie wird weiterhin als spezielle Sammlerausgabe existieren. Und sie wird eine Nische und ein Zubrot für Hörspiellabels sein. Davon bin ich überzeugt. Und darüber freue ich mich auch. Schöne CD-Ausgaben werden von mir weiter gekauft. Das Hören wird zelebriert. Das ausführliche Booklet wird genossen. Und sie wird einen schönen Platz in meiner Hörspielsammlung erhalten. Aber nicht mehr als Massenmedium. Dafür habe ich das Streaming! Sondern als Liebhaberstück, zum anhören und zum ansehen.

      Und wenn die Labels begriffen haben, dass es kein Krieg der Medien ist, sondern ein „Miteinander“, wo jedes Medium seine Fans, seine Vorzüge und seinen Platz hat, dann werden sie mit den Einnahmen aus den verschiedenen Medien gut verdienen und alle Hörspielfans glücklich machen können. Und der Hörspielfan wird vielleicht einmal begreifen, dass das Hörspiel und das Hören das Wichtigste ist und kein Stück Plastik oder eine schnelle Internetverbindung.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Wenn man sich anschaut, dass Europa bereits 2017 1 Mrd Streams allein der drei ??? hatte, dann kann man nicht behaupten dass der Stream per se keine gute Einnahmequelle sein kann. Klar, auf Spotify gibt es nicht allzu viel Geld, aber bei anderen Anbietern wie amazon oder apple wird ja immerhin schon bis zu ca. 7 EUR pro 1000 Streams gezahlt. Da lohnt sich ein großer Backkatalog dann schon enorm.
      Klar, die kleinen Labels werden sich schwer tun auf solche Aufrufzahlen zu kommen. Sie hatten aber auch schon zu Zeiten der CD extreme Schwierigkeiten, entsprechend ausreichenden Umsatz zu generieren. Das ist heute natürlich nochmals ungleich schwerer, da die Produkte im Präsenzhandel ja praktisch nicht mehr stattfinden. Laufkundschaft gewinnt man also wohl vor allem nur noch Online.

      Die CD hatte ihre Zeit und ich gönne allen Sammlern, dass es weiterhin eine CD-Auflage gibt. Ich persönlich habe aber längst schon keinen Platz mehr für sowas (Fläche ist halt teuer) und finde es inzwischen auch extrem unpraktisch vom Handling im Vergleich zum Stream. Insofern: für mich persönlich ist die CD schon länger tot.
      Falls du auf der Suche nach weiteren News rund ums Hörspiel bist, schau doch einfach mal auf www.hoerspiel3.de vorbei.
      Neu: GRATIS-Hörspiele
      Der reine Hörer mag auf den Stream umsteigen und wird das auch gerne tun, denn schließlich bekommt er für den Preis einer CD einen ganzen Monat hunderte Hörspiele und noch viel merh Musik zur Verfügung gestellt. Der Umsatz für die Kreativschaffenden fällt dementsprechend aber auch geringer aus. Ob es ein Ersatz für Verkäufe sein kann, hängt dann davon ab, ob die Hörerschaft durch die nicht mehr vorhandene Preisbarriere vergrößert werden kann. Und ich spreche hier nicht von ein paar Prozentpunkten, sondern die muss sich schon vervielfachen. Oder es sind halt Hörspiele wie die drei Fragezeichen, die immer und immer wieder zum Einschlafen, Bügel oder Putzen gehört werden.

      Der Sammler aber wird in einer reinen Streamingwelt nicht mehr existieren. Der Reiz am Sammeln ist ja gerade das Finden von selteneren Stücken, das Konservieren und das Komplettieren. Wenn ich alles immer im Stream habe, besteht dafür kein Grund mehr. Leider haben es die Hörspielmacher in den letzten Jahren nicht geschafft das physische Medium aufzuwerten und geziel den Sammeltrieb bei den Käufern anzusprechen. Das sehe ich z.B. auf dem Videospielmarkt oder auch bei einigen Musikern, wo durch die Verknappung auch ein gewisser Anreiz geschaffen wird. Die Käufer werden so angehalten zeitnah zuzuschlagen, weil es nur eine begrenzte Auflage gibt und Nachpressungen ausgeschlossen werden. Wer es phyisch haben möchte, muss also früh kaufen oder hat später nur noch den Stream/DL. Das war auf dem Hörspielmarkt nie der Fall. Auch heute noch bekomme ich von allen Langläufern alle Folgen neu auf CD (TKKG war hier eine Ausnahme und die Preise für die CDs sind promt angezogen). Warum also als Neueinsteiger jetzt noch CDs zum Vollpreis kaufen, wenn ich doch gelernt habe das es die gleichen Titel in 1-2 Jahren immernoch und dann für 1-2 EUR auf dem Krabbeltisch gibt. Es erscheint also nicht sonderlich sinnvoll zu sein CDs für 7 EUR oder mehr zu kaufen, wenn ich die Hörspiele auch im Stream quasi "für umsonst" bekomme.

      Also ja, hier sind schon die Vertriebe und Produzenten gefragt. Wenn man sieht, dass mit dem Streaming die Kosten nicht reingeholt werden können, aber gleichzeitig die bisher kostendeckenden CD-Käufer zum Streaming abwandern, sollte man vielleicht schauen wie man auch weiterhin Einnahmen generieren kann. Entweder bringe ich wieder mehr Leute dazu, meine CDs zu kaufen oder ich schaffe es die Hörerschaft im Stream massiv zu vergrößern.

      DeLorca schrieb:

      Wenn ich alles immer im Stream habe, besteht dafür kein Grund mehr.


      Wir sind aber Lichtjahre davon entfernt, alles im Stream zu haben. Das ist im nicht-kommerziellen Bereich ja nur ein ganz kleiner Bruchteil. Du hast nicht einmal alle Van Dusen im Stream und das ist noch relativ neue Ware, bei den echten Raritäten aus den 1950er Jahren schaut es zappenduster aus. Nein, das Sammeln wird weitergehen, da bin ich mir relativ sicher. Denk erst einmal an die im Osten drüben ;) Da gibt es NULL im Stream von deren Schätzen aus 40 Jahren, das geht nur über privates Sammeln.

      Und "schnell" ist so eine Sache. Ich hätte vor fünf Jahren JEDE Wette verloren in Sachen CD. War mir 100 pro sicher, dass es 2021 CDs nur mehr als Sammlereditionen mit Vorabbezahlung und minimalen Stückzahlen geben wird. Außer DDF, die es natürlich immer weiter in allen Formaten geben wird.

      Markus G. schrieb:

      Und wenn die Labels begriffen haben, dass es kein Krieg der Medien ist, sondern ein „Miteinander“, wo jedes Medium seine Fans, seine Vorzüge und seinen Platz hat, dann werden sie mit den Einnahmen aus den verschiedenen Medien gut verdienen und alle Hörspielfans glücklich machen können.
      Sicherlich, aber wir wie ja unlängst (OK, schon wieder paar Jahre her) gelernt haben, ist sind entscheidenden Probleme bei der CD ja weniger die Produktionskosten, denn die Lagerkosten. Klar, wenn das Label alles selbst macht und Cheffe die bei sich im Keller einlagert, dann stellt sich diese Frage nicht. Aber dann gibt es eben auch keine Chance im stationären Handel und bei Amazon vertreten zu sein.
      Völliger Schrott, offensichtlich von den Tauben für die Ahnungslosen.
      @DeLorca Tolles Posting #applaus#

      ​Leider haben es die Hörspielmacher in den letzten Jahren nicht geschafft das physische Medium aufzuwerten und geziel den Sammeltrieb bei den Käufern anzusprechen.


      Genau dass habe ich auch schon zigfach angesprochen. Die CD hat oft keinen Mehrwert. Das ist schade. Man macht die CD noch „günstiger“, ein Blattl statt einem Booklet, ein Pappschuber statt was Herzeigbares, keine Extras. Was hat die CD dann noch für einen Vorteil? Man muss die Stärken hervor heben. Jedes Medium sollte das machen.

      Der Sammler aber wird in einer reinen Streamingwelt nicht mehr existieren. Der Reiz am Sammeln ist ja gerade das Finden von selteneren Stücken, das Konservieren und das Komplettieren.​


      Auch der Sammler wird sich weiter erfinden. Gerade bei Downloads kann man doch wunderbar archivieren, sammeln, Ordner basteln, Bibliotheken erstellen, alles herzeigbar für Smartphones machen und vieles mehr. Und auch im Stream gibt es die Möglichkeit zu sammeln, Playlisten zu machen und einiges mehr. Der Sammler 2020 wird das „Jagen & Sammeln“ einfach anders interpretieren als der Sammler von 1980, 1990 oder 2000. A
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Immer so viel zu lesen bei solch philosophisch anmutenden Überschriften. :)

      Der Silberling wird so schnell noch nicht sterben und selbst wenn doch - es ist doch nur gepresstes Polycarbonat. Plastik, ein Kunststoff, der zufälligerweise als Datenträger verwendet werden kann. Mit Nullen und Einsen drauf, die zur Musik werden oder zu irgendwelchen Dateien für den Computer... Die CD wurde schon durch die DVD erweitert, dann kam die Bluray mittlerweile kriegt man 4K-Filme auf das gleiche Größenformat drauf. Ich denke das scheibenartige Ding wird uns noch lange erhalten bleiben und vielleicht in Zukunft nochmal mehr Daten speichern können als bisher. Wer weiß vielleicht gibt es bald 8K-Filme auf der Scheibe? Wir werden sehen. Ich werde wohl noch eine lange Zeit CDs verwenden, und wenn ich nur jemand unsere Hörspielreihe zum mitgeben drauf brenne.

      :)
      http://www.blackdays.de - http://timeshift.blackdays.de - TimeShift kostenloses Hörspiel - Finale ist online, Folge 8 "And All My Dreams, Torn Asunder" * TS 7.1 TechDemo *

      Markus G. schrieb:

      Ein schöner thread, wenngleich wir diesen Fragen sicherlich schon mehrfach und oft durchgegangen sind. Und es ist ein Thema, das alle Jahre aufkommt. Zuerst beim Wechsel Radio zu Vinyl. Danach Vinyl zur Kassette. Danach von Kassette zur CD. Danach CD zu…


      Aber nun scheint das CD Sterben sich zu beschleunigen. Jedenfalls bei Hörspielen.
      Kaum mehr Platz in den Geschäften.
      Und dann schläft der Vertrieb.
      Es sind bei uns viele Serien aus den Regalen des Handels verschwunden.

      Immerhin gibt es noch die Musikalben auf CD.
      Und da werden noch mehr CD's verkauft, als Streams. Singles sind nur noch Streams. Bis auf wenige Single CD und Vinyl Auflagen.
      Aber Alben werden zum Glück noch viel verkauft. Rammstein haben ihr Album zuletzt über 500000 Mal verkauft. Sicher nicht im Stream.
      Und da gibt es noch viele Beispiele.
      Aber irgendwann sind diese Bands weg. Dann sieht es düster aus.
      Aber hier geht es um Hörspiele.
      Und da ist es wohl Fakt, das mehr Geld durch den Verkauf einer CD gemacht wird, als mit dem Stream.
      Aber bei einigen Serien läuft es sicher auch super im Stream.
      Wenn man etwas zurück blickt, dann hat es immer (!) geheißen, dass das neue Medium schadet und womöglich der Untergang der Branche bedeutet. Könnt ihr euch an



      erinnern? Als die Kassette aufkam befürchtete man dass die Musikbranche kaputt ginge, weil jeder nur mehr Mix-Tapes macht. Als die CD kam, waren besonders die Audiophilen entsetzt über den kalten und sterilen Klang, haben dem warmen Klang der Vinyl nachgeweint und den Untergang prophezeit. Als der Download aufkam, ging es erstmals nur um illegale Downloads und dass man damit die Labels ruiniert. Und als der Stream aufkam, wurde prophezeit, dass damit die Labels nicht überleben können weil kein Geld damit zu verdienen ist. Und wisst ihr was in allen Fällen passiert ist? Genau das Gegenteil, denn das neue Medium war genau der Motor den die Branche gebraucht hat und hat den Umsatz ordentlich vergrößert. Und die Musik und das Hörspiel gibt es immer noch. Und es ist beliebter als je zu vor. Nur jene Labels und jene Fans bekamen Schwierigkeiten, die in einer Blase lebten und nicht bereit waren sich anzupassen. Ich bin ehrlich froh, dass Menschen wie Sebastian Pobot die Hörspielbranche aus ihrem Dornröschenschlaf geküsst hat. Und Pobot hat im Grunde dass gemacht was EUROPA wie man in der Chronik schön lesen kann auch gemacht hat und damit für einen enormen Aufschwubg gesorgt hat. Man hat die Preise für Hörspiele stark reduziert und Hörspiele für eine breite Masse zugänglich gemacht, die Preise für Vinyl wurde stark gesenkt. Und man ist sehr rasch auf das neue Medium, sprich die Kassette aufgesprungen und hat in den 80igern dann die LP fallen gelassen. Pobot hat nichts anderes getan. Durch das Streaming können nun viel mehr Menschen Hörspiele hören als vorher und so werden auch jene Menschen, die große Mehrzahl erreicht, die keine CDs mehr hören sondern nur mehr digital hören.

      Also die CD mag sterben, zumindest als Massenmedium, aber das Hörspiel boomt. Besser als die CD würde überleben, aber niemand außer die 50 Jährigen aufwärts würden hören.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#