Jacques Futrelle`s Die Denkmaschine - Die enigmatischen Fälle des Prof. Augustus S.F.X. van Dusen

      Wir haben heute bei unserer Fahrt zum Schwammerlsuchen in die Bucklige Welt Folge 1 gehört. Mein damaliger Eindruck von der langen Hörprobe wurde bestätigt:

      Winter legt „seinen Van Dusen“, so scheint es mir, doch deutlich ernster an. Vielleicht ist er deshalb nicht so „überzeichnet arrogant“? Den Kniff mit einer Frau als Hatch finde ich lässig. Ob es mir allerdings gefällt dass diese feine Ironie und diese humorvolle Überzeichnung der Charaktere fehlen, weiß ich nicht.


      Am Ende hat es mir wirklich gut gefallen. Aus dem Bauch heraus gefiel mir Folge 1 der klassischen Van Dusen Serie auf jeden Fall besser, aber Folge 1 der neuen Serie von Koser war für mich schwächer als das WINTERZEIT Pendant.

      Was mir gefiel:
      Die Geschichte an sich ist eine schöne Detektivgeschichte im klassischen Stil.
      Die Sprecher sind allesamt sehr gut.
      Die Atmosphäre ist passend der damaligen Zeit.
      Das Ende und die Auflösung sowie der „Aha-Effekt“ wie nun das Gespann Dusen/Hatch zusammen findet und wie und warum man zusammen arbeitet, ist schon genial gelöst. Irgendwie bleibt in meinem Hinterkopf der Vergleich zu Elementary bestehen.

      Negativ:
      Etwas zu lange Story. Hier hätte man deutlich kürzen können.
      Van Dusen ist zu nett und freundlich und zeigt sein überhebliches und überlegenes „Gesicht“ nur in Ansätzen.
      Mir fehlt die Ironie und das Augenzwinkern.
      Beim AMAZON MUSIC STREAMING DIENST startet die Folge mit Track 34 wieder von vorne. Man muss also bis ca. Track 66 „Vorspulen“ um weiter hören zu können. Ist das bei den anderen Anbietern auch der Fall?

      Meine Frau war begeistert und hat es sehr gut gefallen. Ich fand es auch gelungen, gerade das Ende und die Erklärung rund um das Zusammenkommen von Hatch und Dusen. Meine Frage lautet nun ob sich Winter hier nun eng am Original hält oder weiter weg? Nichts desto trotz werde ich im Stream dran bleiben und sicher auch die nächsten Folgen hören. Ein „Like“ ist also auf jeden Fall angebracht :thumbup:
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Oh je, die Serie ist ja total an mir vorbei gegangen. Dabei mag ich eigentlich die Winterzeit Hörspiele. Muss ich dann auch mal rein hören.
      Dachte die ganze Zeit das wären die "Neuen Fälle von Van Dusen" vielleicht umbenannt oder so - aber das ist ja wieder was eigenes. Boah manchmal nervt mich dieses wir machen alle die selben Hörspiele mit den gleichen Hauptcharaktreren und nennen die Serien dann leicht unterschiedlich.

      Macabros, Larry Brent, Holmes und nun Van Dusen. Warum müssen immer alle die selben Figuren zur gleichen Zeit Verhörspielen - da Blickt doch keiner mehr durch und beim Suchen wirds auch nur unnötig schwer. Grausig, wirklch...
      mfg
      warbird

      Life is a journey not a destination.
      Sebastian Pobot hat mir übrigens den Fehler bestätigt. Man arbeitet an der Behebung. Es scheint auch SPOTIFY und alle anderen Streaminganbieter zu betreffen, weil es ein und das selbe Master ist. Es ist aber für mich kein Beinbruch. Man erkennt ja (hoffentlich) was man schon gehört hat und geht einfach zum Track bei dem es regulär weiter geht.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Hmmmm,
      richtig überzeugend finde ich die erste Folge nicht.
      Bekommt von mir die Schulnote 4

      Positiv
      Unaufgeregt, keine nervigen Stimmen, keine überlauten Effekte oder Musik

      Negativ
      Extrem langatmige und langsame Erzählweise, es kommt keine wirkliche Spannung auf, außer dem Namen hat dieser VanDusen weder vom Sprecher noch von seiner Art etwas mit dem genialen original Radio vanDusen gemeinsam


      Würden die Namen VanDusen und Hatchinson nicht genannt klingt alles 100% nach einer Holmes Geschichte. Vielleicht sollte das ja ursprünglich eine Geschichte für "Die neuen Fälle " werden und man befand es marketingmäßig besser daraus einen Fall für van Dusen zu machen und die Sache mit dem Schachspiel noch vorne dran zu kleben?

      Den für die Rolle am passendsten gewählten Sprecher finde ich die Reporterin die Ihren Namen ungern nennt :). Van Dusen klingt extrem nach einem schläfrigen Holmes. Die Sprecher sonst sind OK aber keiner der mir besonders gefallen oder überzeugt hätte.

      Fazit:
      Überhaupt nichts VanDusen typisches im gesamten Hörspiel. Netter Sherlock Holmes Fall den man gut mal beim Einschlafen hören kann, aber halt wirklich träge und langweilig erzählt. Bietet für mich kein spannendes Hörerlebnis aber hat auch keine nervigen Szenen wie andere Hörspiele bei denen ich vor dem Ende ausmache. Daher hat es noch für eine 4 gereicht auch wenn für mich persönlich das Thema VanDusen eigentlich komplett verfehlt wurde.
      mfg
      warbird

      Life is a journey not a destination.

      warbird schrieb:

      Würden die Namen VanDusen und Hatchinson nicht genannt klingt alles 100% nach einer Holmes Geschichte. Vielleicht sollte das ja ursprünglich eine Geschichte für "Die neuen Fälle " werden und man befand es marketingmäßig besser daraus einen Fall für van Dusen zu machen und die Sache mit dem Schachspiel noch vorne dran zu kleben?


      Das ist ein Original-Van-Dusen, der Koser zu dünn für ein Hörspiel war. Markus Winter hat das gewaltig aufgebläht, im Original kommt Hatch nicht vor und die Frau natürlich auch nicht. Und das Schachspiel gegen Lasker auch nicht, das erstammt ja "Van Dusens erster Fall". Mit den neuen Fällen hat das alles nichts zu tun, das hier macht Winter ganz alleine und schreibt auch selbst die Kurzgeschichten von Futrelle um. Um die auf Hörspiellänge zu bringen, muss man natürlich viel dazuschreiben.

      Ich fand es jetzt nicht so verkehrt, würde ein 3-4 geben :)
      Völliger Schrott, offensichtlich von den Tauben für die Ahnungslosen.

      Chris schrieb:

      Das Schachduell gegen Lasker ist für mich übrigens eine der blödesten Szenen im Koser-Van-Dusen, bin nicht begeistert, dass das nochmal gebracht wird :S


      Na ja, wird halt dazu genutzt um Hatch mit Van Dusen zusammen zu bringen, finde ich prinzipiell schon OK. Aber Van Dusen ist für mich einfach der Radio Van Dusen. Dieser hier ist einfach lahm dagegen- ein Holmescharakter halt. Die ganze Geschichte hätte meiner Meinung nach locker in 70 Minuten unterbringen können. Von Van Dusens "Ermittlungen" bekommt man trotz der langen Laufzeit nichts mit und alles plätschert nur langsam vor sich hin und am Ende übersieht vanDusen sogar noch was. Hab auch gar nicht verstanden was Hatchinson überhaupt verbrochen haben soll. Der hat doch gar nichts gemacht außer seine Schwester nicht zu verraten
      mfg
      warbird

      Life is a journey not a destination.
      Da ist schon was Wahres dran. Ich mag das Schachduell weil es ein wenig die Überlegenheit des Gehirns von Van Dusen und dessen Arroganz zur Schau stellt und alles zusammen natürlich stark übertrieben ist. Das alles gehört für mich zu Van Dusen dazu. Und das fehlt danach schon ein bisserl. Aber nichts desto trotz hat es mir gut gefallen. Ich würde mir halt in den weiteren Folgen wünschen etwas mehr von diesen Übertreibungen, dieser Van Dusen Arroganz und des Humors hören zu können. Für eine erste Folge war es gelungen. Nur muss nicht jedes Hörspiel immer soooo lange werden. Lieber etwas mehr kürzen.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

      Markus G. schrieb:

      Da ist schon was Wahres dran. Ich mag das Schachduell weil es ein wenig die Überlegenheit des Gehirns von Van Dusen und dessen Arroganz zur Schau stellt und alles zusammen natürlich stark übertrieben ist. Das alles gehört für mich zu Van Dusen dazu.

      Natürlich gehört auch das Groteske und die starke Übertreibung dazu bei Van Dusen. Aber das ist für mich was anderes, hier wird ja eine reale Person ein wenig missbraucht. Allerdings hat sich das ja Koser ausgedacht, nicht Futrelle. Zumindest wüsste ich nicht, wo das bei Futrelle vorkommen soll, jedenfalls nicht beim interrupted wireless.

      Markus G. schrieb:

      Lieber etwas mehr kürzen.

      Sie wurde ja enorm verlängert, nicht verkürzt Das war aber wohl dem Plan geschuldet, hier die ganzen Figuren einzuführen.

      Ingesamt möchte ich meine Bewertung aber noch von 3-4 auf eine glatte 3 ändern. Das war doch eine sehr große Aufgabe, der sich das Label hier gestellt hat mit dieser Geschichte. Was man sich dabei genau gedacht hat, das ist mir zwar nicht klar, ist aber auch nicht entscheidend.
      Völliger Schrott, offensichtlich von den Tauben für die Ahnungslosen.
      Hallo liebe Hoerspieltalker!

      ich beschäftige mich gerade mit der Welt des Professor Van Dusen und seiner Entstehungsgeschichte.
      Und da mit "Das Rätsel von Zelle 13" (WinterZeit) der Professor wieder mal in Erscheinung getreten ist, hab ich mir gedacht, ich schreibe ein bisschen drüber - (unvollständig! Das Thema ist riesig!)
      Vielleicht kennt jemand den Professor nicht und hätte hier einen Einstieg.
      Sollte mein Thread in der falschen Rubrik sein, bitte verschieben.

      Die Figur Professor van Dusen wurde von Jacques Futrell, einem Amerikaner, erfunden (dort heisst er Professor Augustus S. F. X. Van Dusen).
      In insgesamt 50 Kurzgeschichten (1905 - 1911) ließ Futrelle durch den Professor Kriminalfälle, Mordfälle und diverse Rätsel lösen. Zeitlich eingeordnet finden die
      Fälle in den Jahren 1898 - 1906 statt.
      Der Fall "Das Rätsel von Zelle 13" heisst im Original: "The Problem of Cell 13" und wurde 1905 als Kurzgeschichte veröffentlicht. Bei dieser Story kam außer einer Ratte niemand ums leben.
      Futrelle war im Jahr 1912 blöderweise auf einem Dampfer namens Titanic unterwegs, mit ihm sind angeblich einige Geschichten rund um den Professor untergegangen.
      Van Dusen wird von der Öffentlichkeit auch "die Denkmaschine" genannt, bzw. "The Thinking Machine" bei Futrelle - was damit zusammenhängt, dass er eine Schachpartie gegen
      einen Großmeister gewann, ohne vorher je Schach gespielt zu haben - eine "Denkmaschine" eben.

      Ein Leitspruch des Professors lautet:
      "Einem wahrhaft intelligenten Menschen ist nichts, wohlgemerkt nichts, unmöglich!“ Seine Methode, neben der klassischen, elementaren Deduktion lautet:
      "Zwei plus zwei ergibt vier, immer und überall.“

      Zum Thema Hörspiel:
      Hier kommt natürlich der große Name Michael Koser ins Spiel, er veröffentlichte mit dem RIAS Berlin (später DeutschlandRadio Berlin) 77 Folgen (davon 2 Doppelfolgen)
      fürs Radio in den Jahren 1978 bis 1999. Die letzte Folge lief am 08.05.99, was jetzt schon wieder 22 Jahre her ist.
      Die Besonderheit hierbei ist, dass Koser zuerst 6 der originalen Kurzgeschichten von Futrelle vertonte, dann auf dieser Basis eigene Folgen schrieb.
      ->Koser lässt den Professor und seinen Adlatus Hutchinson Hatch eine Weltreise begehen, auf denen Sie mit vielen Berühmtheiten zusammenstießen,
      z.B. den Dalai Lama, Thomas Alva Edison oder Houdini, nur um drei zu nennen.

      Beim RIAS hieß die Folge "Das sicherste Gefängnis der Welt" - Folge 2 und lief als Ursendung am 25.10.1978 (42´55 min). - von FOLGENREICH in Neuauflage als CD erhältlich!
      Bei WinterZeit heisst die Folge "Das Rätsel von Zelle 13" - CD-Veröffentlichung war am 25.01.2021 (ca. 76 min) - Streaming steht noch aus?! -Stand 29.07.21

      Vergleich:
      Es sollen verglichen werden die Version von Koser und die von WinterZeit (spiegelt meine Meinung wieder und dies wird meine allerste Rezension, wenn man so will)

      ->Beide Versionen halten sich strikt an die Kurzgeschichte, ach, wobei....huch....Hutchinson Hatch ist bei WinterZeit eine Frau...hehe.
      Ansonsten ähneln sie sich sehr, Abläufe, Namen und Orte halten sich an Futrelle (ich hab die Originalgeschichte "Problem of Cell 13" gelesen...)
      Es wird wenig dazugedichtet, allein ein paar Situationen sind unterschiedlich (der Professor entdeckt die Ratten in der Zelle selbst (Koser), bei WinterZeit wird er vom Gefängnisdirektor
      auf die Rattenplage hingewiesen). Bei Koser hat Hatch mehr Sprechzeit und agiert öfter als Erzähler, bei WinterZeit übernimmt das ja Holly Henrietta Hatch.
      Die Auflösung des Falls (wie konnte der Professor aus der Zelle entkommen) ist etwas unterschiedlich, WinterZeit macht dies "etwas frischer und lockerer" meine ich.

      Ich werde bei beiden Versionen sehr unterhalten, ich kann mich aber nicht gegen den Charme von Friedrich W. Bauschulte als Professor und Klaus Herm alias Hatch (Koser-Version) wehren, beide sind da einfach genial.
      Ich habe alle 77 Koser-Folgen mindestens einmal gehört (Fritz-Server) und bin immer wieder geflashed, wie spannend manche Folgen sind. Ich kann sie 1000x hören und entdecke immer neue
      Facetten.

      ok, das war bestimmt nicht die beste Rezension (oder whatever das war) , aber für mein erstes Mal bin ich zufrieden - das Zusammenstellen der Fakten hat mir sehr viel Spaß gemacht.
      Alle Angaben ohne Gewähr und kein Anspruch auf Vollständigkeit...hehe.

      Vielleicht hat es dem einen oder anderen einen kleinen Einblick gegeben.

      Achso - ja! Klare Kaufempfehlung für die Version von WinterZeit!

      gruß
      takimo
      "Und ob das Kratzspuren sind! Und was sagt euch das, Bob?" -->>> "Jemand hat daran rumgekratzt" ;)
      Ich habe mir die Folgen jetzt mal besorgt und gehört.
      Meiner Meinung nach hat die Serie das Potentzial dazu, am Ende ein ähnlich schönes Gesamtwerk zu werden, wie etwa die legendäre Sherlock Holmes Serie mit Christian Rode und Peter Groeger.
      Leider ist Hatch in dieser Serie eine Frau. Anne Helm spielt die Rolle super, aber ich hätte es bevorzugt, dass wenn sich schonmal ein Label traut, Futrelles Originale zu vertonen, wäre Hatch ein Mann geblieben. Einfach für die Originalität.
      Ich habe die letzten beiden Abende Folge 2 gehört. Und Ja, gefiel mir wieder richtig gut. Tolle Geschichte und sehr originell aufbereitet. Eine schöne Ergänzung zum Klassiker von Michael Koser. So darf es gerne weitergehen :thumbup:
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Am Freitag geht es digital mit Folge 3 weiter :thumbsup:
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

      Markus G. schrieb:

      Ich habe die letzten beiden Abende Folge 2 gehört. Und Ja, gefiel mir wieder richtig gut. Tolle Geschichte und sehr originell aufbereitet. Eine schöne Ergänzung zum Klassiker von Michael Koser. So darf es gerne weitergehen

      So kann es aber nicht weitergehen, da diese Geschichte mit weitem Abstand die beste von Futrelle war. Und das sag nicht nur ich, sondern die Menschheit seit zirka 100 Jahren :)

      Bei allen anderen wird Markus Winter ordentlich hackeln müssen, um daraus ein interessantes Hörspiel zu machen, das muss intensivst bearbeitet werden. So wie schon bei Folge 1.
      Völliger Schrott, offensichtlich von den Tauben für die Ahnungslosen.