Midnight Tales [CONTENDO]

      Ich denke mal wie bei jeder Reihe hört man sich ein wenig satt bzw. hat sich daran „gewöhnt“. Waren zu Beginn auch noch die nicht so tollen Folgen etwas Besonderes, weil neue Reihe, neues Setting etc., so fällt dies alles nun weg, wenn man weniger Großartiges hört. Es bleibt dann nur Durchschnitt oder weniger über.

      Aber noch kann ich nicht klagen. Die letzten Folgen gefielen mir gut bis sehr gut. Nur die Letzte traf nicht meinen Geschmack. Aber mit der 64 wartet schon wieder ein Leckerbissen. Eine Geschichte geschrieben von @gruenspatz und sie trägt den Namen meiner im November verstorbenen Katze. Da hängt für mich also schon mal viel :love: <3 dran. Ich bin gespannt.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Das mit der Gewöhnung stimmt sicher, @Markus G., aber ich hatte schon von Anfang an die Befürchtung, dass die Versuchung naheliegen könnte, über diese überraschend gut etablierte Marke auch eher mittelmäßigere Geschichten auf den Markt zu werfen, allein weil es bei diesem Rhythmus nicht genügend qualitativ hochwertige Storys geben dürfte. Gibt nur eine begrenzte Zahl von Leuten, die das überhaupt leisten könnten - und die sind teils ja anderweitig gebunden.
      Ich habe auch nicht verstanden, warum man sich nicht weitere Arbeiten des Autors von Jenseits 2.0 gesichert hat. Oder jemanden wie Sebastian Weber an sich bindet, der ja schon vielfach bewiesen hat, dass er es drauf hat.
      Wäre halt schade, wenn man diese tolle, neue Marke verschlisse...

      Aber ich weiß natürlich auch, dass meine Bewertungskriterien in einigen Punkten strenger gefasst sind als bei anderen. Daraus ergibt sich für mich vielleicht auch einfach ein anderes Bild, und andere sind nach wie vor hochzufrieden. Was ja auch völlig okay ist. Ist halt auch immer eine Frage des persönlichen Geschmacks.
      @Hardenberg und alle, die hier mtlesen: ich wollte ja eigentlich die Tage ein paar Worte zur Vorgehensweise dieser in Dual-Autorenschaft entstandenen Folge 64 schreiben, aber da das vor VÖ vielleicht auch Spoilerelemente beinhalten könnte, falls Fragen dazu auftauchen, möchte ich das lieber bis Anfang Juli verschieben. Macht vielleicht einfach mehr Sinn und ist auch bald soweit. :)


      Und noch kurz meine 2 Cents zur Mittelmäßigkeit, die gerade angesprochen wurde: ich denke, vieles ist wirklich sehr subjektiv. Nicht jedem gefällt jede Geschichte, das ist sicher richtig. Aber die Serie ist eine tolle Spielwiese für Experimente, wie sonst keine am Markt. Alleine dafür kann man Contendo nur danken! :)

      Eins und eins ist zwei - von London bis Shanghai!


      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „gruenspatz“ ()

      Läuft ja nicht davon. Es ist schon toll, dass Du überhaupt was dazu schreiben wirst. Ich bin schon sehr gespannt darauf #jaja#
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

      gruenspatz schrieb:


      Und noch kurz meine 2 Cents zur Mittelmäßigkeit, die gerade angesprochen wurde: ich denke, vieles ist wirklich sehr subjektiv. Nicht jedem gefällt jede Geschichte, das ist sicher richtig. Aber die Serie ist eine tolle Spielwiese für Experimente, wie sonst keine am Markt. Alleine dafür kann man Contendo nur danken!


      Nun ja, natürlich hängt viel vom subjektiven Empfinden ab, ob einem ein Hörspiel letztendlich gefällt oder nicht, aber alles darauf zu schieben, fänd ich jetzt auch nicht angemessen. Es gibt ja nun schon bestimmte dramaturgische Gesetzmäßigkeiten, die von Relevanz sind, und so etwas wie Figurenlogik und inhaltliche Plausibilität. Da kann man natürlich bei Werken, die dadurch auffallen, dass es ihnen an all dem mangelt, auch sagen: Ist halt eine Frage des persönlichen Geschmacks, aber wenn wir ganz ehrlich sind, ist es ja wohl nicht ohne Grund so, dass bestimmte Folgen der Midnight Tales wie Jenseits 2.0 oder Der Winter naht auf so breite Gegenliebe treffen, während andere Folgen bei den Hitlisten eher weniger zu finden sind. Man kann davon ausgehen, dass bei diesen Folgen einfach sehr viel richtig gemacht wurde, und darf bezweifeln, ob das bei den anderen auch bis ins letzte Detail zutrifft. Und für ein Nicht-Gefallen gibt es ja immer auch Gründe.

      Aber das ist ein weites Feld, und ich habe eigentlich gar keine Lust, es jetzt hier neu zu beackern. ;)

      Wo ich Dir aber recht gebe, ist der Punkt mit der Spielwiese und dem Experimentieren bei den Midnight Tales. Das stimmt auf jeden Fall und macht einen großen Reiz beim Hören aus. Die Geschichte mit dem Drachen war etwa so ein Beispiel, und das fand ich sehr gelungen, die letzte Folge mit der TV-Killer-Competition war jetzt nicht so meins, aber auch mal wieder ein Versuch. Überhaupt sind die Hoverson-Stoffe die mutigsten, finde ich. Viele deutsche Autoren sind dagegen eher konventioneller unterwegs, was die Geschichten angeht. Da könnten die Geschichten auch in anderen Kontexten erscheinen, denke ich.

      Auf jeden Fall war MT in ihren besten Zeiten eine echte Wundertüte, bei der für alle was dabei war. Ich würde mir wünschen, dass es dabei bleibt. :)

      +++

      @Tolkien
      Ich bleibe ja auch am Ball, mein Lieber! :)
      Und bin schon sehr gespannt auf die nächsten Folgen.
      Hatte gerade die Folge 64 - Luna auf den Ohren. Zugegeben Science-Fiction ist nicht gerade mein Lieblingsgenre, aber gerade das Thema KI bietet doch sehr vielfältige Möglichkeiten, um unterhaltsam-spannende und nachdenklich machende Geschichten zu ersinnen.

      Hier bekommt man in der Reihe Midnight Tales mal wieder etwas Abwechslung geboten, sehr schön. Lieutanant Commander Whitewater und Jenkins stoßen auf ein verlassenes Raumschiff und versuchen herauszufinden, was mit der Besatzung geschehen ist. Bei den Ermittlungen befragen sie den Bordcomputer und stoßen auf einige Ungereimtheiten. Die "Plauderstunde" im Weltall mit einer künstlichen Intelligenz im Bordcomputer namens Luna wird allmählich zu einem gefährlichen Wahrheit-oder-Pflicht-Spiel.
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      Luna wird nicht nur immer intelligenter, indem sie hinzulernt, sondern sie entdeckt auch noch die menschlichen Gefühle. Am Ende anscheinend auch Neid und Eifersucht. Vielleicht sogar Liebe? Wenn dem so ist, zumindest in einer krankhaften Form.
      Um das Ende allerdings wirklich zu verstehen, muss ich das Hörspiel wohl noch einmal hören.

      Man bekommt hier viele bekannte Stimmen zu hören. Am meisten habe ich mich über Manou Lubowski in der Hauptrolle gefreut. Sound- und geräuschetechnisch befindet man sich beim Hören im Weltall. Und auch die Lauflänge ist mit guten 46 Minuten bestens gefüllt, ohne Langeweile aufkommen zu lassen.

      Die Geschichte von @gruenspatz und Marek Schaedel ist absolut hörenswert und Daniel Schiepe (MeinOhrenkino) hat hier ein klasse Sounddesign abgeliefert. So kann es hier gerne bei den Midnight Tales weitergehen. :thumbup:
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      Ich schwanke seit langem zwischen möglichst gut informiert sein und am liebsten gar nichts mehr wissen wollen.
      Ich habe mich nun an LUNA heran getraut. Die Folge erinnert natürlich ganz stark an das legendäre
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      2001: Odyssee im Weltraum


      Ein durchaus interessantes Katz und Maus Spiel mit einem Ende, das mir leider nicht zu sagt.
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      Zu traurig. Zu schlecht.


      Im Vergleich zum Aussenposten, eine SF-Folge, die für mich so ziemlich das Beste ist, dass diese Reihe für mich zu bieten hatte, zieht Luna den Kürzeren. Beides hatte ähnliche Eckpunkte, aber während bei dem Einen der Schluss mich sehr glücklich zurück lässt, ist hier das Gegenteil der Fall. Trotzdem beide eine durchaus tolle Geschichte samt gelungener Umsetzung als Grundlage hatten. Kalt ließ mich Folge 64 auf jeden Fall nicht zurück. @gruenspatz :thumbup:
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Sicher auch ein Grund warum ich gerade den Aussenposten so gelungen fand. Gerade bei der Liebe mag ich ein romantisches Ende :love:
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Da muss ich aber dann jetzt doch mal wieder... ; )

      Wir waren uns ja in der letzten Zeit bei vielen Themen sehr einig, aber hier kann ich Deine Empfindungen nicht teilen. Ich sehe es genau andersherum. ; )

      Ich fand LUNA tatsächlich sehr stark. Das einzige, womit ich ein bisschen mein Problem hatte, war der Aufhänger für das spannende "Duell": das Kinderspiel. Das empfand ich irgendwie als deplaziert und in der Motivation nicht wirklich überzeugend.

      Die Umsetzung selbst war aber (dramaturgisch) richtig stark. Ich mochte auch das düstere Ende. Das war sehr stimmig.

      Hätte man dieses Frage-Antwort-Duell anders hergeleitet, hätte dieses Hörspiel für mich die volle Punktzahl erhalten.
      So ist es "nur" eine richtig gute Folge gewesen. ; )

      Chapeau! @gruenspatz

      Den Außenposten fand dagegen ich eher enttäuschend, vor allem zum Ende hin. Das war mir irgendwie zu straight und am Ende auch zu schmonzig. Ich hab nichts gegen Happy Ends, aber bis es dazu kommt, darf es gern ein wenig widriger zugehen.

      Aber da sieht man mal wieder, wie unterschiedlich man es sehen kann und warum die Midnight Tales nach wie vor eine Wundertüte sind: Es ist für jeden was dabei.
      Vielen Dank für dein Feedback, @Hardenberg , sowohl das Lob als auch die Kritik nehme ich gerne mit :) !

      Ich hatte ja versprochen, hier ein paar Worte zur Co-Autorenschaft fallenzulassen, was ich auch gerne mache.

      Ausgangspunkt unserer kleinen Geschichte, die Marek und ich entwickelt haben, war ein kurzes Gedankenspiel von Marek im Hörtalk, dem Forum, das hinter dem Hörspielprojekt steht: ein treibendes, verlassenes Raumschiff, das entdeckt wird. Was könnte hier passiert sein? - Daraufhin entwickelte ich ein kurzes Exposee, sponn also eine erste knackige Story um diesen Kern herum. Die Geschichte ging mir nicht mehr aus dem Kopf, und für mich stand fest: ich will das schreiben! Allerdings nicht ohne Marek, denn von ihm stammte ja der erste Input... Wir haben uns also per PN zusammengetan, ein paar kurze Ideen ausgetauscht und dann begann mit meinem Aufsetzen der Figuren sowie der ersten Szene die "Ping-Pong-Phase", in der das sich immer weiter entwickelnde Skript per PN zwischen uns hin und her ging ...

      Natürlich kamen während des Schreibprozesses immer neue Ideen hinzu - die Co-Autorenschaft erwies sich als äußerst befruchtend, was ich auch als die denkbar positivste Seite dieser Herangehensweise ansehe. - Allerdings hat jede Medaille ihre zwei Seiten: da man nicht alleine verantwortlich für das Skript ist, muss man auch stets bereit sein loszulassen, wenn der andere der Story im nächsten Schritt spontan einen kleinen Schubs gibt, der die Richtung minimal verändert ... Der Umgang damit war komplett neu für mich. Natürlich hatten wir das Ende aber vorab festgelegt (nein, eigentlich waren es zwei mögliche Enden, aber beide mit bösem Ausgang) - und entschieden uns dann im Verlauf des Schreibprozesses für die passendere Variante.

      Unterm Strich hat mir dieses Co-Schreiben sehr viel Spaß gemacht, und ich denke, dass wir es geschafft haben, ein Hörspiel "aus einem Guss" abzuliefern.

      Prinzipiell denke ich, dass es einfacher wird, wenn man öfter zusammenarbeitet - man sieht ja an bestehenden Autorenteams, dass daraus tolle Sachen entstehen können, wenn es passt. Ich fand das Experiment auf jeden Fall bereichernd!

      Eins und eins ist zwei - von London bis Shanghai!


      Toller Einblick! Und ich muss gestehen, dass mir beim Hören überhaupt nicht aufgefallen wäre, dass hier 2 Autoren am arbeiten waren. Es wirkte tatsächlich wie in einem Guss :)
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Ja, wirklich interessant zu lesen, und ich schließe mich @Markus G. an: Man merkt nicht, dass da zwei Autoren am Werk waren.
      Jetzt würde mich natürlich brennend interessieren, wie nah das fertige Hörspiel noch am ursprünglichen Exposé ist. Und wie das alternative Ende ausgesehen hätte.

      Ich fand den Disput zwischen der Protagonistin und der KI wirklich richtig stark, vor allem auch mit der Herleitung über den Kollegen, der sich seinen Weg durch das Schiff zu bahnen versucht. Das ist alles ungemein dicht und ohne viel unnützes Beiwerk herausgearbeitet und baut dadurch eine knisternde Spannung innerhalb des Dialogs auf. Das fand ich wirklich richtig gut gelungen.
      Danke für das Interesse und es freut mich sehr, dass wir mit LUNA kurzweilig unterhalten und Kopfkino erzeugen konnten! :)

      Aber die Fragen führen nun mMn zu tief in die schöpferischen Prozesse und gehören keinesfalls zur öffentlichen Diskussion gestellt.

      LUNA hat aus besten Gründen das Licht der Welt genau so erblickt, wie es jetzt veröffentlicht wurde. Und genau diese Wirkung soll das Hörspiel auch behalten dürfen. :)

      Eins und eins ist zwei - von London bis Shanghai!


      Hehe, alles gut, es war eigentlich nur eine Frage, die sich ergab innerhalb einer als nett empfundenen Plauderei. Wir müssen tatsächlich nicht in die Tiefe, wie Du es so schön ausdrückst, "schöpferischer Prozesse" gehen. So habe ich das allerdings auch gar nicht betrachtet, als ich meine Frage formulierte. ;)