Die 2010er Jahre - Wie habt ihr dieses Jahrzehnt erlebt?

      Die 2010er Jahre - Wie habt ihr dieses Jahrzehnt erlebt?

      Die 2010er Jahre waren... 6
      1.  
        ...gar nicht toll! (3) 50%
      2.  
        ...mittelprächtig! (2) 33%
      3.  
        ...einfach nur geil! (1) 17%
      4.  
        ... ...kann ich nicht sagen, war zu jung oder noch gar nicht auf der Welt! (0) 0%
      5.  
        ...angenehmes Jahrzehnt! (0) 0%
      6.  
        ...fürchterlich! (0) 0%
      In den letzten Monaten habe ich die vergangenen Jahrzehnte zum Thema gemacht. Es fehlt nur mehr ein Jahrzehnt, nämlich unser (noch 2 Monate) aktuelles. Wie habt ihr dieses empfunden? War es eine schöne Dekade oder eher ein Jahrzehnt zum vergessen?
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Du bist witzig: "Kann ich nicht sagen, war noch nicht auf der Welt." Mal sehen, wie viele das ankreuzen....
      Für mich ist es aber das einzige Jahrzehnt, an das ich mich komplett erinnern kann.
      Ich kann jetzt nicht eine Aussage darüber treffen, da das mein halbes Leben war, aber ich kann auch nichts Negatives sagen.
      Stimmt schon! Wir haben hier keine Kinder an Board. Trotzdem wollte ich Auswahlkriterien beibehalten. Es wird aber wohl niemand ankreuzen (können) ;)
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Tja, so 2008/2009 hatte ich eigentlich beschlossen, nur noch zu existieren, eben weiter zu machen, aber nichts mehr vom Leben zu erwarten.

      Und ab dann ging es nur noch bergauf, beruflich saß ich ab 2011 ganz oben mit an den Tischen und seit 2014 muss ich mir um nichts mehr Sorgen machen. Dafür bin ich sehr dankbar und demütig.
      Noch dankbarer bin ich dafür, dass ich 2016 eine Frau heiraten konnte, die mit mir seelenverwandt ist und nicht nur auf ein angenehmes Leben an der Seite eines erfolgreichen Menschen scharf ist.

      Das hätte ich nie gedacht, nie zu träumen gewagt, nach all den Schrottjahren voller Enttäuschungen, existenziellen Tiefen und menschlichen Bruchlandungen.

      Und auch sie ist mittlerweile Hörspiel-Fan, liebt Dorian Hunter, Sinclair und die ???. :)
      Durchwachsen. Persönlich habe ich keinerlei beruflichen Ehrgeiz, betrachte den Job als reinen Broterwerb und kann mit dem ganzen Hirarchie-gewurschtel überhaupt nichts anfangen. Bin ich nicht der Typ für. Privat fließt meine Energie aber in diverse Projekte die mir selber großen Spaß machen. Der Kommerz steht dabei nicht an erster Stelle. Da ist manch eine Bauchlandung dabei, aber dann rappelt man sich wieder hoch und versucht´s eben nochmal. Letzten Endes springt immer was dabei heraus, und wenn es nur Erfahrung ist. Wichtig ist nur, mit der Seele dabeizusein. Solange es keinen völligen Absturz gibt, ist alles im Lot 8)

      Partei- und sozialpolitisch ist es aber ein erschreckendes Jahrezehnt, gerade in den letzten paar Jahren. Erst wird man von vorne bis hinten über die Einwanderungswelle belogen und dann wird man auch noch von hypersensiblen Gender-, Klima-, und Morallobbyisten terrorisiert, die die Weltordnung mit Gewalt auf ihre Vorstellungen zurechtbiegen wollen. Und von unserem momentanen politischen Führungskader will ich gar nicht erst anfangen. Politisch also eher eine katastrophale Dekade (und wer weiß, was da noch kommt... :/ )
      Puh, also ich will da jetzt kein größeres Faß aufmachen. Deshalb kurz und knapp: Das ist eine von mir gewählte, überspitzte Formulierung. Die heftigste Ausformung des (von mir so genannten) Morallobbyisten ist für mich der Linksextremist. Und ja, mit so jemandem bin ich schon verbal aneinandergeraten, da abweichende Meinungen nicht akzeptiert werden. Letzteres ist eine Tendenz, die ich in den letzten Jahren sehr häufig beobachte, und das macht mir Sorgen, da ein Diskurs so kaum noch möglich ist und letzten Endes auch die demokratischen Werte eingeschränkt werden.

      Auf die Ausgangsfrage, wie das vergangene Jahrzehnt erlebt wurde, kann ich unmöglich ausreichend antworten, ohne die politische Entwicklung zu berücksichtigen. Das gehört dazu, und deshalb habe ich auch etwas dazu geschrieben. Du kannst ja auch gerne Deine Sicht der Dinge darlegen. Würde mich interessieren.
      Okay du hast es ja nicht anders gewollt ;) auch mein (einiges persönliches) Statement was ich dazu abgebe, wird politisch.

      Für mich persönlich waren diese Jahre sehr erfolgreich. Ich habe meinen Beruf und damit meine Berufung gefunden, stehe sicher auf eigenen Beinen und mache mir um meine Zukunft überhaupt keine Sorgen. Aber auch habe ich immer gesehen, dass es vielen Leuten ganz und gar nicht so geht.

      In meinem Beruf als Journalist habe ich schlimme Tage in der Redaktion erlebt. Einen Verrückten in Norwegen, der auf einer Insel Jugendliche abknallt, angebliche Globalisierungsgegner, die die Eröffnung der EZB bei uns in Frankfurt nutzen, um die Stadt in Schutt und Asche zu legen, aber auch Islamisten, die wahllos um sich schießen und über hundert Menschen in Paris töten. Es ist ein Jahrzehnt, das meiner Meinung nach die Mitte der Gesellschaft zusammenschweißen müsste - gegen jeglichen Extremismus, egal aus welcher Richtung. Stattdessen haben wir ein Klima, in dem Meinungsaustausch auf Augenhöhe nur noch selten möglich ist. Und ja, @Angus Gunn, da muss ich dich kritisieren. Der Begriff "Morallobbyist" ist für mich überhaupt kein Beitrag, um das wieder zu ändern. Linksextremisten mit dem Begriff "Moral" in irgendeiner Weise in Verbindung zu bringen, ergibt überhaupt keinen Sinn. Noch dazu das Wort "terrorisieren" in einer Zeit, in der sich Sprengstoffanschläge häufen, ist reiner Populismus. Und da ist es mir egal, von welcher Seite er kommt. Er spaltet nur die Gesellschaft und macht jeden auf Fakten basierten Diskurs zunichte.

      Spätestens seit der Landtagswahl in meiner alten Heimat Thüringen bin ich froh, dort nicht arbeiten zu müssen. Denn ich würde wirklich Angst davor haben, nur wegen meines Berufes als Mensch angegriffen zu werden - verbal aber auch körperlich. Ich habe aufgehört, zu zählen, wie oft ich mit den Begriffen "Lügenpresse" und "Volksverräter" bezeichnet wurde. Trotzdem werde nicht müde, zu sagen: wer die Zeit zwischen 1933 und 1945 als "Fliegenschiss" bezeichnet, kann sich nicht als Mitglied einer bürgerlichen Partei bezeichnen. Das ist nicht so und wird sich für nie ändern. Gleichzeitig finde ich es zum kotzen, dass nach Angriffen auf Politiker des rechten Spektrums immer nur kommt: aber diese Stimmung wurde ja auch von dort geschürt. In einer Demokratie muss sich jeder Politiker klar gegen Gewalt aussprechen, egal aus welcher Richtung, egal in welche Richtung. Punkt. Kein Aber.

      Nur noch ein Gedanke zum Thema "Lügenpresse". Ein Journalist ist auch nur ein Mensch, er macht auch Fehler. Ich habe viele in den letzten Jahren gemacht. Kurios daran ist aber: die wirklichen klaren, Fehler, hat keiner bemerkt. Stattdessen kamen böse Mails oder Anrufe zu Meldungen, die völlig korrekt waren, nur nicht der Meinung des Beschwerdeführers entsprochen haben. Ich denke, das zeigt unser Dilemma zur Zeit.

      Sorry, das war ein langer Off-Topic Beitrag. Aber auch mein letzter ;)

      Mittagshoerer schrieb:

      Linksextremisten mit dem Begriff "Moral" in irgendeiner Weise in Verbindung zu bringen, ergibt überhaupt keinen Sinn


      Darin liegt ja auch der Sarkasmus des Begriffes. Der Extremist quasi als pervertiertes Endprodukt der moralischen Kontrollinstanz, als die er sich selber sieht. Aber ich verstehe Deine Bedenken und ziehe den Begriff hiermit zurück.

      Und hiermit:

      Mittagshoerer schrieb:

      In einer Demokratie muss sich jeder Politiker klar gegen Gewalt aussprechen, egal aus welcher Richtung, egal in welche Richtung. Punkt. Kein Aber.

      sind wir uns sowieso einig. ^^

      So, das soll´s jetzt auch von mir zu dem Thema gewesen sein. (Es sei denn jemand fordert weitere Statements heraus :D !)
      Es ist doch interessant, dass die tiefe Spaltung unserer Gesellschaft sogar ein Hörspiel-Forum erreicht.

      Unzweifelhaft ist doch, dass wir von einer Clique von machttrunkenen Politikern, der Industrie und ihrer verfilzten Lobby sowie großen Teilen der Presse belogen, betrogen und zensiert werden.

      Unsere Herausforderung als wehrhafte demokratische Zivilgesellschaft liegt jetzt dringender denn je darin, Freiheit, Demokratie und Menschenwürde erbittert zu verteidigen. Aus der Mitte einer Gesellschaft, die nicht nur konsumiert, die andere Menschen und die Natur nicht egoistisch ausbeutet.

      Wenn man sich in diesen Zeiten von Leuten, die man landläufig als Faschisten bezeichnen darf, spalten lässt, dann kann man einpacken. Da möchte ich nur noch kotzen.

      Herbert Grönemeyer hat es schon vor 30 Jahren auf den Punkt gebracht:

      "Wir warten immer zu lange. Die Zeit rennt weg. Wir müssen's angehen"
      Eigentlich haben wir alle doch das gleiche Ziel, nämlich ein friedliches Leben in einer intakten Umwelt. Nur über den Weg dahin, herrscht tragischerweise große Uneinigkeit.
      Aber nochmal: Es war nicht meine Absicht hier eine politische Diskussion vom Zaun zu brechen, sondern lediglich mein subjektives Fazit zur vergangenen Dekade zu ziehen. Also liebe Leute, seit nett zueinander, auch wenn´s abweichende Meinungen gibt. :)
      Die letzten 10 Jahre hatten natürlich Dank meiner Tochter viele Lichtblicke. Auch sportlich-beruflich lief alles sehr positiv. Trotzdem war im Großen und Ganzen dieses Jahrzehnt ein sehr trauriges und schmerzvolles für mich. Der Tod meines Vaters hat Spuren hinterlassen. Der darauf folgende Jahre lange Leidensweg meiner Mutter war für mich fürchterlich. Ich bin glücklich ihr in dieser schweren Zeit beistehen zu können, aber es hat doch tiefe Narben in meiner Seele hinterlassen. Vieles hat mir regelrecht auf die Nieren geschlagen, denn ich hatte zu dieser Zeit einige Nierensteine auszuhalten. Dass ich dann auch die grausliche Seite des Internets mit Trollen, Fakeusern und pöbelnden Labelbossen, die ich einst zu meinem Hörspielfreundeskreis gezählt habe, erleben musste, passt zu dieser Zeit. Vor einem Jahrzehnt hätten mich die Trolle wohl kalt gelassen und mir den Buckel runter rutschen können. Aber in Zeiten in denen es um "Sein oder Nichtsein" geht, ist das Nervenkostüm dann doch mehr angespannt als wenn es einem rund um gut geht. Ich bin froh dieses Jahrzehnt nun hinter mich lassen zu dürfen und freue mich auf ein hoffentlich ruhigeres, freundlicheres und vor allem gesünderes Jahrzehnt.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Da ist schon was dran: wenn es einem nicht so gut geht, macht man besser einen Bogen um die Internetforen.
      Grundsätzlich habe ich auch das Gefühl, dass die Hörspiel-Szene ruhiger, nachsichtiger und einfach vernünftiger geworden ist. Es hat sich doch mehr "Leben und leben lassen" durchgesetzt, anstatt dieses ätzende "Jeder gegen jeden". Man merkt halt auch, dass die Ego-Würstchen, Besserwisser und Darübersteher eigentlich kaum noch eine Daseinsberechtigung haben, sondern gar nicht mehr wahrgenommen werden, so laut die Pöbeleien und Stänkereien auch sein mögen.
      Vielleicht ist das auch ein Aspekt des Älterwerdens, man ist eben nicht mehr so heißblütig wie vor 15 Jahren, sondern ruhiger und tatsächlich weiser. Jetzt unterhalten sich halt erwachsene Menschen über ein Thema, was ihnen wirklich am Herzen liegt - Selbstdarstellung und kindische Egozentrik können in so einer Atmosphäre nicht gut gedeihen.

      Neu

      Die Hörspielszene und hier im speziellen die Forenszene ist sicher etwas ruhiger geworden. War man anfangs noch total erpicht darauf zu alles und jedem seinen Senf dazu zu schreiben, hat dies in den letzten Jahren stark nachgelassen. Einerseits weil vielen die Zeit fehlt und andererseits weil man schon zu jedem Thema einmal was dazu geschrieben hat und das ständige Wiederholen irgendwann einmal ermüdet. So ist sicherlich auch dieses Jahrzehnt davon geprägt, dass sich viele von den Foren verabschiedet haben, besonders die Labels und sich Facebook zuwandten. Für mich selbst trifft dies nicht zu. Ich gebe weiterhin meinen Senf dazu, habe Freude an alten und neuen Themen und mache um facebook, dass ja auch schon ein Auslaufmodell dieses alten Jahrzehnts ist, einen Bogen drum rum.

      Meine Hörgewohnheit hat sich in diesem Jahrzehnt massiv gewandelt. War ich ein Sammler durch und durch, habe ich mich nun mit Download und Streaming beim hören und auch beim sehen angefreundet. Auch das Handy hat an Bedeutung unglaublich für mich zugenommen! Dieses Jahrzehnt war also für mich in vielerlei Hinsicht geprägt durch Veränderung und großen Einschnitten in meinem Leben.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

      Neu

      Dieses Jahrzehnt hat einiges für mich bereitgehalten:
      - Meine Hochzeit
      - Berufseinstieg
      - seit 2017 eine berufliche Besserstellung
      - mehrere Umzüge
      - Abschluss des Studiums
      - Tod der Eltern
      ...

      Außerdem stelle ich fest, dass sich viele früher lieb gewonnene Gewohnheiten verändert haben. So habe ich früher "wie blöd" Horrorfilme verschlungen und mich dem exzessiven Spielen hingegeben - hat beides deutlich an Bedeutung verloren. In der Zwischenzeit wird mehr gelesen und natürlich gehört. Mein Freundeskreis hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert, meine Ausgeh-Gewohnheiten haben sich gewandelt und ich bin in Summe sehr viel ruhiger und gelassener geworden, insbesondere bei Dingen, die mir früher die Milz hätten überquillen lassen. @Mr. Smathers kann ich hier nur beipflichten, man wird nun mal älter und tatsächlich weiser.
      Wenn ich zurückblicke war es ein ganz schön aufwühlendes Jahrzehnt mit allen Extremen, die das Leben so zu bieten hat. Ich blicke optimistisch in das neue Jahrzehnt.