Auf der Suche nach dem Täter/Bösen?

      Auf der Suche nach dem Täter/Bösen?

      Wie sieht es bei euch aus? Versucht ihr bei einem Krimi oder einem Horrorhörspiel immer krampfhaft den Täter/Bösen heraus zu hören? Wenn ja erratet ihr ihn dann auch immer? Sucht ihr auch speziell solche Hörspiele bei denen man schön mitraten kann? Oder lasst euch dieser Aspekt des Hörspiels kalt und ihr folgt in erster Linie der Handlung ohne der Täterfindung große persönliche Bedeutung zu geben?
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Krampfhaft eher nicht, aber wenn es ein Whodunit ist, rätsele ich natürlich schon mit. Das ist bei dieser Art Krimis ja Teil des Reizes. Umso mehr ärgert mich dann, wenn die Auflösung mir nicht schlüssig erscheint oder man eigentlich gar keine Chance hatte, den Täter zu 'überführen', weil einem wichtige Informationen vorenthalten wurden. (Und bevor jemand fragt: Beispiele habe ich gerade nicht parat.)

      Bei Horrorhörspielen allerdings veranstalte ich sicher kein Rätselraten. Da kommt es nicht auf Logik, sondern 'nur' auf eine gewisse Stimmigkeit und überzeugende Atmosphäre an.
      Ohne Oberfläche gibt es keine Tiefe. (Walter Moers)
      Also im Hinterkopf rattern bei mir eigentlich ständig die Rädchen und ich ertappe mich bei dem Gedanken „Der wird jetzt sicher der Bösewicht sein“, „Der ist der Täter“ oder auch „Der wird in diesem Hörspiel kein langes Leben haben und bald das Zeitliche segnen“. Das kann ich irgendwie gar nicht abstellen :D Manchmal ist es ganz einfach. Wenn bei TKKG die Namen alleine schon auf den Täter hinweisen oder wenn Udo Schenk in einem Hörspiel mit von der Partie ist, dann ist es ganz einfach den Bösewicht fest zu stellen. Manchmal ist es aber sehr tricky. Manche Serien leben ja von ein Twist am Ende, bei dem praktisch alles auf den Kopf gestellt wird und der vermeintlich Böse eigentlich das Opfer ist und umgekehrt. Weiß man allerdings dass in dieser Serie, dies oft passiert, dann kann man hier auch schon recht schnell wissen wie der Hase läuft. Ich denke da fallweise an Mord in Serie oder Mindnapping. Schön ist es auf jeden Fall wenn man am Ende eine logische und nachvollziehbare Erklärung bekommt, auf die man auf Grund der Handlungen und Dialoge selbst drauf kommen hätte können. Wenn plötzlich der große Unbekannte aus dem Hut gezaubert wird und man eine Erklärung erhält, die mit dem Inhalt des Hörspiels gar nix zu tun hat, dann finde ich das immer schade und eher nicht sehr motivierend das Hörspiel noch einmal zu hören.

      Was meint ihr?
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

      Markus G. schrieb:

      Was meint ihr?


      Da ich mich ja hauptsächlich im Genre Krimi bewege, sowohl was Hören als auch was Schreiben betrifft, kann ich nicht viel anderes tun als deinen Beitrag voll und ganz zu unterschreiben.

      Dieses Miträtseln macht einen nicht unerheblichen Teil des Spaßes aus. :thumbup:

      Und beim Schreiben ist es die Herausforderung, nicht zu viel zu verraten, aber letztendlich doch alles schlüssig herzuleiten.
      "Was sagt man darüber, wie man Bücher schreibt? Man denkt sich etwas aus und zwingt sich, es aufzuschreiben."

      Ariadne Oliver, Poirot: Wiedersehen mit Mrs. Oliver
      Miträtseln gehört auf jeden Fall dazu - aber soweit bin ich noch nicht, dass ich anhand des Sprechers sagen könnte, wer wahrscheinlich der Bösewicht ist :D
      Enttäuscht bin ich oft, wenn nach 20 Min schon klar ist, wer es war (und ich dann auch noch recht habe..).

      Aber ich glaube dir @Thorsten B dass das schon eine Kunst für sich ist, den Plot so zu stricken um den Hörer doch noch mal zu überraschen. Gerade in diesem Genre haben die meisten schon (gefühlt) alles gehört. Trotzdem mag ich diese Cosy Crime Hörspiele immer noch sehr gern.
      Ab einem gewissen Moment drehen sich meine Gedanken nicht nur um das gerade Hörbare sondern auch darum wie die Geschichte weiter und manchmal auch wie sie denn zu einem guten Ende kommen kann. Das passiert dann ganz automatisch und parallel zu hören. Und manche Hörspiele und vor allem Krimis sind da doch „interaktiver“ veranlagt als andere.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Aktiv miträtseln mache ich eigentlich nicht. Wahrscheinlich läuft das bei mir im Hintergrund ab, denn wenn mich jemand nach ca. 3/4 der Geschichte fragt, wen ich für den Täter halte, liege ich meistens richtig.

      Wenn allerdings Hinweise gegeben werden, wer der Böse ist, fällt mir das auch gleich auf. Z. B. als ich gestern den neusten Insel-Krimi "Pekunien und Sylter Spitze" gehört habe.
      Spoiler anzeigen
      Da hat Michael Pan auf einmal einen Wechsel in der Tonlage gehabt, dass klar war, dass er nicht der Gute, sondern der Böse ist.


      Nichtsdestotrotz gefallen mir Krimis mit einer speziellen Wendung am Ende noch am besten. Und da ich auch gerne mal die Handlung vergesse, kann ich mir einen Krimi nach 1 oder 2 Jahren wieder anhören und mich am Ende wundern, wer der Täter ist. :huh:
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