Hörspiel-Inklusion 'alter weißer Männer'

      Hörspiel-Inklusion 'alter weißer Männer'

      Sollen 'alte weiße Männer' mehr Inklusion im modernen Hörspiel erfahren ? 7
      1.  
        Ja (2) 29%
      2.  
        weiß nicht / mir egal (3) 43%
      3.  
        Nein (2) 29%
      Dass das öffentlich-rechtliche (Radio-) Hörspiel in den letzten Jahrzehnten immer vielfältiger, bunter und vor allem weiblicher geworden ist, wird von niemandem kritisiert, der bei klarem
      Verstand ist. Neuerdings setzt sich eine Hörspielseite dafür ein, auch sogenannte 'alte weiße Männer' nicht vollkommen vom Hörspielgeschehen auszuschließen.

      Ein gutgemeinter Versuch der Inklusion oder ein gefährlicher medialer Querschuss, der leicht zu einem konservativen 'Backlash' führen könnte - was meint ihr ?

      hörspiel-inklusion.de/
      Die Formulierung im "Hörspieler" (die verlinkte Quelle) ist ja sehr defensiv:
      Hauptprotagonisten des modernen Hörspiels der öffentlich-rechtlichen Anstalten sind Frauen, die sich gegen patriarchale Strukturen engagieren, Migranten, die unter Vorbehalten gegenüber ihrer Kultur leiden, oder Angehörige sexueller Minderheiten, die gegen Diskriminierung kämpfen. Frühere Hörspielautoren, wie Alfred Andersch oder Friedrich Dürrenmatt, behandelten in ihren Stücken existentielle Themen wie Liebe, Tod und Verbrechen. Heutige Autorinnen, wie Sibylle Berg oder Elfriede Jelinek, bevorzugen aktuellere Themen, wie Gleichstellung, Migration und Diversität. Das ist dem gegenwärtigen Zeitgeist geschuldet und befürwortenswert, weshalb es auch nachrangig scheint, dass die modernen Hörspiele kaum noch innovativ oder gar provokativ sind - mit ihnen wird Haltung gezeigt.

      Wenn es Lühr um "alte weiße Männer" geht -- einem Vorurteil zufolge eine Kernzielgruppe der SF -- hätte er ja sich in den vergangenen zehn Jahren schon mal mit den Entwicklungen im kommerziellen SF-Hörspiel beschäftigen können -- auf der Unterseite zum SF-Hörspiel kommt das moderne kommerzielle SF-Hörspiel nach 2000 jedoch konsequent nicht vor. Also: kein Fraktal, kein Brandis, keine Heliosphere, kein Perry Rhodan-Sternenozean.

      Ich zitiere:
      Zwar scheint es grundsätzlich begrüßenswert, dass neue SF-Vertonungen im kommerziellen Bereich anlaufen - wenn diese jedoch bar jeglicher Originalität ausfallen, fällt es schwer, in ihnen eine Bereicherung zu erkennen.

      Von daher ... wie ernst sollte man ein solches Postulat nehmen?
      They call me the Fader. Which is what I'm about to do.

      Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, d.h. man darf sie kostenlos nutzen.
      Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.

      Mr. Smathers schrieb:

      Was? Wie? Wo? Warum? <img src="https://www.hoerspieltalk.de/wcf/images/smilies/confused.png" alt="?(" />

      Hörspiel-Inklusion.......

      Ich fasse es nicht....... <img src="https://www.hoerspieltalk.de/wcf/images/smilies/roll.gif" alt="#roll#" />


      Das ist jetzt politisch korrekt und außerdem gerecht - wachen Sie endlich auf, Mr Smathers ! Wir haben auch Sie auf dem Kiecker: Ihre Homosexualität hilft Ihnen 2019 nur begrenzt weiter, denn Sie sind trotzdem weiß und außerdem schon lange nicht mehr so unverdächtig jung, wie Greta und ihre aktivistischen Freundinnen ... :evil:
      Danke für den Text. Ich muss zugeben, ich kann damit sehr wenig anfangen. Trotzdem jeder der sich über das Hörspiel und seiner Klientel sowie der Themen die dort behandelt werden auseinandersetzt dem gehört mein Respekt!
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

      Mr. Smathers schrieb:

      Naja, 2019 dauert ja nicht mehr lang.......
      Von meiner Homosexualität wusste ich auch noch nichts, aber.....


      Mein Fehler: Ich hatte wegen Ihres ähnlichen Nicknames 'Mr. Smithers' aus den Simpsons vor meinem geistigen Auge. Aber da hatte ich ja einen Buchstaben verwechselt.

      Auch wenn Homosexualität heutzutage natürlich kein Makel mehr ist, möchte ich mich trotzdem bei Ihnen für meinen Fauxpas entschuldigen.
      Es ist aber in der Tat so, dass klassische Science Fiction eine Männer-Domäne ist. In der Regel (die von Ausnahmen bestätigt wird) schrieben Männer für Männer. Selbiges gilt auch für die MINT-Fächer, in denen Frauen bis heute und trotz massiver jahrzehntelanger Genderpolitik teilweise dramatisch unterrepräsentiert sind. MINT-Fächer und Männer stehen genauso im symbiotischen Zusammenhang wie Science Fiction und Männer. In meinem Regal steht kein einziger SciFi-Roman, der von einer Frau geschrieben wurde. Ich habe auch noch nie eine Frau kennengelernt, die sich für klassisches SciFi interessierte. Die wird es zwar geben, aber Frauen haben eben eine andere SciFi-Normalverteilung als Männer. Wenn vor diesem Hintergrund eine Kulturindustrie beginnt, Frauen oder sonstige diverse Modernitäten in Hörspiele etc. reinzudrücken, dann wird ein anderer Markt bedient. Funktionieren kann das trotzdem. Das sieht man zum Beispiel an der neuen und - warum auch immer - hochgelobten Star Trek-Serie auf Netflix. Da gibt es jetzt offen gespielte Homosexualität und eine Mannfrauschaft, die glücklich und ökologisch korrekt mit einem Sporenantrieb durch den Weltraum düst. Mit anderen Worten: Politisch-korrekte Durchsexualisierung trifft grobschlächtig auf Gretaismus. Davon wende ich mich dann doch eher ab, weil es nicht meiner Erwartungshaltung entspricht. Lieber greife ich da ins Bücherregal und schnappe mir "Der ewige Krieg" von Joe Haldeman (Pflichtlektüre für alte weiße SciFi-Fans!). Ebenso erfreue ich mich an erfrischenden Hörspielen wie "Der Letzte Tag der Schöpfung" oder "Mark Brandis". Dieser Stoff ist tatsächlich vom alten weißen Mann für den alten weißen Mann, der zum Glück noch vertont wurde. Die Zukunft wird zeigen, was Frauen so drauf haben, wenn sie beispielsweise versuchen, einen "Marcia Brandella"-Roman zu schreiben. Da hege ich aber nicht viel Hoffnung. Alten weißen Männern bleibt nur die Wahl, den neumodischen Kram, insbesondere öffentlich-rechtliche Hörspiele, zu ignorieren und dafür vielmehr die alten Klassiker zu studieren. Die gibt es reichlich. Schließlich leben wir einem Land, das die Wehrpflicht ausgesetzt, den Schutz der Grenzen irgendwie aufgegeben, die Schulpflicht an Freitagen aus ersatzreligiösen Gründen aufgehoben und der eigenen ökonomischen Grundlage - der Autoindustrie - den Krieg erklärt hat. Gleichzeitig lernen Kinder in der Grundschule, ihr Geschlecht sei nur eine soziale Konstruktion. Wie soll den da noch ordentliche Science Fiction entstehen?
      Das ist es ja eben: eine Gratwanderung. Einfach nur studentischer Wortsalat oder kalkulierter Blödsinn?

      Und für sowas habt ihr Zeit? Über sowas zerbrechen wir uns den Kopf? #ziegel#

      Wisst ihr, was ich mir wünsche?

      Dass John Sinclair mal auftaucht und den ganzen Tierquälern, Menschenschindern und Umweltzerstörern sein Kreuz in die Fratze drückt.
      Dass Dorian Hunter in den Kinderbordellen, den Tierversuchsanstalten und den Folterlagern auf der Welt mal richtig aufräumt und ein paar Ärsche kickt.
      Dass Justus, Peter und Bob mal aufdecken, wie wir von Politikern und Industrie verarscht und verraten werden.

      Darüber nachzudenken ist zwar auch nur bodenlose Theorie.
      Aber irgendwie erscheint es mir trotzdem sinnvoller.

      Meinungsvielfalt

      Mr. Smathers schrieb:

      Und für sowas habt ihr Zeit? Über sowas zerbrechen wir uns den Kopf? <img src="https://www.hoerspieltalk.de/wcf/images/smilies/ziegel.gif" alt="#ziegel#" />


      Das öffentlich-rechtliche Hörspiel ist in den letzten 20 Jahren politisch deutlich korrekter und femininer geworden, wofür sich die Sender ganz offen selber feiern. Da finde ich eine kleine Diskussion in einem Internetforum zu der Frage, ob man das alles wirklich uneingeschränkt super finden muss, überhaupt nicht überflüssig.