Das Hörspiel unter der Lupe 2019/02 FÜNF NACH ACHT - Ein Hörspiel von Diddi Meyer und Sirius Kestel

      S.R.-Fan schrieb:

      Habe mir die Rezension eben auch durchgelesen. Es ist halt immer Geschmackssache. Diesem Hörer hat diese Art von Hörspiel nun mal nicht gefallen. An der Qualität der Arbeit wird ja nicht gemeckert. Anscheinend wurde hier ein Krimi erwartet, der es aber meiner Meinung nach absolut nicht ist. Würde das Hörspiel eher unter Psychothriller einordnen.

      Finde die Rezension auch voll in Ordnung, echt interessant wie unterschiedlich Geschmäcker sein können. Für jenen Autor ist die Geräuschkulisse scheinbar deutlich zu gering. Ein Krimi ist es definitiv nicht, haben es auch so nie beworben, aber vielleicht haben der Klappentext oder der Trailer falsches versprochen.

      ​Vielleicht denkt er, Harry könnte sein wirklicher Vater sein.

      Sehr interessante Interpretation. Daran haben wir aber tatsächlich beim Schreiben nie gedacht. Es geht an der Stelle primär darum, dass sich Emile immer weiter von seiner Familie distanziert und deren Denkweise ablehnt.

      ​Das würde ich mir für die Zukunft wünschen. Talentierte unbekannte Sprecher.

      Ideen sind vorhanden ;)
      Ich habe das Hörspiel nun gehört und möchte ein paar Worte hinterlassen.

      Erstmal "Herzlichen Glückwunsch" zum kommerziellen Erstlingswerk. Das ist sicherlich ein großer Moment. :D

      Die Geschichte ist tatsächlich ein Kammerspiel zwischen 2 Personen und funktioniert als solches gut. Man steigt direkt in die Geschichte ein und es wird über die 90 Minuten nicht langweilig. Dennoch bin ich mir sicher, dass man es gut auf 60 Minuten hätte kürzen können. Man erfährt viel über den Anrufer, aber im Grunde waren für mich viele Informationen (nüchtern betrachtet) unwichtig. Gerade das pompöse Jetset-Leben hätte weniger Zeit umfassen können. Es wurden viele philosophische Fragen aufgeworfen, für die es wohl nie eine zufriedenstellende Antwort geben wird. Das ist glaube ich auch nicht gewollt, sondern soll nur zum Denken anregen. Das Ende ist, so offen es auch ist, irgendwie der Schwachpunkt. Ich war jetzt nicht unzufrieden mit dem Lösungsweg, aber irgendwie fehlte mir etwas. Ich kann es aber nicht genau beschreiben.

      Die Sprecher fand ich durchweg passend, obwohl keiner bei mir einen Hauch von Sympathie erwecken konnte. Das aber wiederum ist ja eher durch die Rollen bedingt.

      Abschließend ein gutes Hörspiel, welches ich durch seine Machart tatsächlich näher an einer Radio-Produktion sehe. Kleine Schönheitsfehler, aber weit weg von einem schlechten Produkt. ;)
      Danke! :) Und natürlich auch Danke für deine Meinung!


      Chris2710 schrieb:

      Abschließend ein gutes Hörspiel, welches ich durch seine Machart tatsächlich näher an einer Radio-Produktion sehe.

      Das habe ich jetzt schon häufiger gelesen. Was genau bedeutet diese oft getroffene Unterscheidung von "Radiohörspiel" und "kommerziellem Hörspiel"? Für mich bedeutet erst einmal nur die Veröffentlichungsform.
      Sind es nicht beides kommerzielle Produktionen, immerhin werden beide mit Hilfe von Geld realisiert?

      Sirius schrieb:

      Das habe ich jetzt schon häufiger gelesen. Was genau bedeutet diese oft getroffene Unterscheidung von "Radiohörspiel" und "kommerziellem Hörspiel"?


      Das ist natürlich jetzt nur mein Empfinden, aber ein Radiohörspiel ist oft ruhiger in seinen Inszenierungen, hat weniger Soundeffekte, begrenzte Rollen und solche "kleinen" Kammerspiele sind auch oft vertreten. Von daher passt es für mich einfach dahin. ;) Ist wirklich kein negativer Aspekt. :)

      Chris2710 schrieb:

      Ist wirklich kein negativer Aspekt.

      Hätte ich auch nie so verstanden ;) Hat mich nur interessiert, da ich mit der Unterteilung nichts anfangen konnte. Ich glaube ich weiß was du meinst. Viele der Radiohörspiele, die ich gehört habe stellen den Unterhaltungsanspruch eher zurück und wollen in erster Linie etwas vermitteln. Finde ich persönlich nicht so toll, unterhalten wollten wir auf jeden Fall auch.
      Von der Machart könnte man vielleicht noch Parallelen ziehen, Ensembleaufnahme gemeinsam im Studio, Geräuschemacherin, etc.
      Ich habe mir die Rezension von @G. Walt durch gelesen. Ich kann seine Meinung inhaltlich teilen. Ich habe ja selbst so meine Schwierigkeiten damit gehabt. Der Reiz der Geschichte liegt eben auch darin dass man nicht weiß in welche Richtung die Geschichte läuft. Dass das Ende dann relativ unspektakulär ist, und kein offensichtlicher (ich habe trotzdem in diese Richtung spekuliert) Kriminalfall ist, tut hier meiner Meinung nach dem Hörgenuss keinen Abbruch. Es war die Form des überstrapazierten Monologs, der mich störte. Aber die dahinter stehende Idee gefiel mir durchaus, weshalb ich auch in einem Rutsch gehört habe. Das Ende, wie von G. Walt geschrieben, würde ich so nicht unterschreiben. Wie gesagt, er könnte auch das Handy runter werfen. Man kann sich nicht 100% sicher sein, dass er gesprungen ist. Auch dass macht dann Reiz aus, vor allem wenn man, wie angeführt, diese Idee weiterausführt.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
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      Gibt es keine weiteren Meinungen und Interpretationen mehr? Ich glaube @Chris und @Flori1981 wollten noch mitmachen?

      Ich hänge noch eine Umfrage bei. Vielleicht wollen ja auch noch weitere Hörer eine Meinung und Interpretation dazu schreiben?
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#