Eure Meinung zu Kammerspielatmosphäre

      Eure Meinung zu Kammerspielatmosphäre

      Wie steht ihr zu einer kammerspielartigen Atmosphäre? Gefällt euch eine solche Form des Hörspiels? Und welche Hörspiele fallen euch ein, die eine solche Form der Atmosphäre haben?

      Laut Wörterbuch:

      Theaterstück mit wenigen handelnden Personen für eine Aufführung in kleinerem Rahmen, bei dem die Führung des Dialogs im Vordergrund steht
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

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      @Orko aus dem Zauberland Es sind Hörspiele, deren Geschichte nur von wenigen handelnden Personen getragen werden und die sich zumeist nur auf einen Raum konzentrieren.

      Als Beispiele würde ich mal spontan diese beiden hier anführen:

      Ivar Leon Menger - Plan B

      FÜNF NACH ACHT - Ein Hörspiel von Diddi Meyer und Sirius Kestel
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

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      Habe auch gerade so ein Hörspiel gehört: 5 nach 8.

      Mir persönlich gefällt solche Art von Hörspielen sehr. Die Handlung ist auf sehr wenige Personen und einen sehr begrenzten Raum beschränkt. Manchmal ist das einfache besser. Man kann sich auf ein oder zwei Personen konzentrieren, wird nicht von vielen Schauplatzwechseln abgelenkt und kann dem Geschehen besser folgen. Dadurch nehme ich die Handlung meistens intensiver wahr, weil mich Szenenwechsel z. B. ablenken, wo ich mir im Kopf wieder ein neues Bild der Umgebung vorstellen muss.

      Meistens sind diese Hörspiele sehr dialoglastig. Da kommt es natürlich sehr auf das Thema an. Beim Gruselkabinett z. B. gibt es auch kammerartige Hörspiele, wo ich auf Grund der mich nicht so mitreißenden Handlung gedanklich schnell abschalte. Wenn mich das Thema allerdings sehr interessiert, wie es z. B. bei 5 nach 8 der Fall war, dann fesselt mich so ein Hörspiel ungemein. Da konnte ich auch ein paar Parallelen zu "Falko Senf" ziehen. Was auch sehr spannend war, aber auf Grund der Länge (7 Teile und über 7 Stunden lang) nicht so einfach in den Tagesablauf passte und daher an mehreren Tage gehört, nicht so eine fesselnde Spannung aufbauen konnte. Daher würde ich sagen, kammerartige Hörspiele: ja, sehr gerne, aber nicht zu lang, da diese hauptsächlich von Dialogen leben und viel Konzentration erfordern. Und am besten zusammenhängend wirken.
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      Kammerspielathmosphäre gefällt mir sehr gut.

      Als Lieblings-Hörtipp kann ich hierzu nennen:

      Friedrich Dürrenmatt - DIE PANNE, NDR 1956. Ein zeitloser Klassiker, der Gänsehaut garantiert!

      Oh. Hier muss ich aufgrund der thematischen Verwandtschaft gleich noch an eine ganze Reihe denken: DAS TRIUMVIRAT von Giesbert Haefs. Allein mit Hans Korte, Peter Pasetti und der dritte liegt mir auf der Zunge... mehr Rollen gab es aber nicht! Verbrechensaufklärung am Skatstammtisch! Die ersten Folgen sind hier (wie so oft) die besten! Aber die haben mir seinerzeit auch wirklich überaus gut gefallen :)

      Zuletzt noch der Gedanke, dass Kammerspiele des Theaters ja zum Teil früher 1 zu 1 auf Schallplatte oder für das Radio mitgeschnittenen bzw. live gesendet wurden, zum Beispiel WER HAT ANGST VOR VIRGINIA WOOLF mit Hans Söhnker hat für mich in diesem Kontext auch sehr gut funktioniert als reines Hörstück.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Rudolf Platte“ ()

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      Mr. Smathers schrieb:

      Meistens äußerst laaangweilig......
      Ich denke da eben auch an die klassischen WDR-Radiohörspiele.


      Ja, jetzt, wo Du das erwähnst ... so Ende der Siebziger, Anfang der Achtziger waren einige dieser Kammer-Schreckensgespenster im Radio. Die waren da irgendwie Mode. :/
      ' EINS UND ZWEI IST DREI -- VON LONDON BIS SHANGHAI '
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      Hörspiel- und Hörbuch-Rezensionen

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      Auf die Spitze getrieben wird das Konzept in dem für meinen Geschmack herausragenden Hörspiel 'Theorie der völligen Hilflosigkeit' von Michael Kohlmeier. Hier gibt es nur eine einzige Rolle, die von der gerne unterschätzten Desirée Nosbusch perfekt gesprochen wird.

      Inhaltsangabe:
      Eine junge Frau spannt ihrer Freundin deren Mann aus. Bald darauf taucht in ihrer Wohnung unvermutet ein Installateur auf, der einen angeblichen Rohrbruch dringend reparieren soll, dann treffen per Nachnahme umfangreiche Buch- und Plattensendungen ein, abgeschickt von einer Versandbuchhandlung: 14 Bände Kirchengeschichte um 24.000 Schilling, ein illustriertes Lexikon der Umgangssprache um 4.900 Schilling, die komplette Mozartedition um 29.000 Schilling, eine Familienbibel mit Goldschnitt und Lederumschlag, und schließlich läutet ein Taxifahrer an der Tür, der angeblich bestellt worden ist. Doch dies ist nicht die einzige Rache der Betrogenen...

      43 Minuten bitterböser und schwarzhumoriger Thrill.

      Das gibt es meines Wissens nicht zum Download oder Nachören, aber immerhin kann man einen Trailer davon hören, und zwar hier.
      Ohne Oberfläche gibt es keine Tiefe. (Walter Moers)

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      Hatte ich schon oben genannt, macht aber gar nix, zeigt welch bemerkenswertes Hörspiel es ist.

      Ich finde solche Kammerspiele durchaus reizvoll. Alles spielt sich auf engstem Raum ab, man erlebt vieles deutlich intensiver, meist in Echtzeit. Der Grat zwischen gekonntem Psychospiel stundenlanger Fadesse kann aber ein sehr schmaler sein. Von daher kann ich nicht behaupten, dass mir jedes Kammerspiel sehr gut gefällt. Aber wenn es gut gemacht ist, empfinde ich es als angenehme Alternative zu den meisten anderen Hörspielen.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#