Hörspielfeuilleton 1/2019: Carsten Hermann 3 Jahre zurück im Hörspielgeschäft - ein kleiner Rückblick und ein Blick nach vorne

      Hörspielfeuilleton 1/2019: Carsten Hermann 3 Jahre zurück im Hörspielgeschäft - ein kleiner Rückblick und ein Blick nach vorne

      Ich weiß nicht ob ihr euch an die späten Hörspiel-90iger noch zurück erinnert. Es war eine Zeit als das Internet und die Foren langsam dafür sorgten, dass die über ganz Deutschland und auch andere Länder verstreuten Hörspielfans erstmals richtig zusammen fanden. Das alte und ehrwürdige Label MARITIM wurde von einem gewissen Carsten Hermann aufgekauft und er startete mit der Schwarzen Serie eine durchaus erfolgreiche zweite Phase des Labels MARITIM. Für mich war dies der Startschuss nach langen eher ernüchternden Hörspiel- Jahren für eine neue Hörspielsammlerzeit. Hermann hat für mich auch die Hörspiel-Forenzeit eingeläutet, startete er auch gleichzeitig mit seinen Hörspielserien ca. 1998 auch ein MARITIM-Forum, wo man mit anderen Hörspielfans aber auch mit ihm selbst, nett plaudern und sich austauschen konnte. Was folgt kennen wir. Carsten hat sich irgendwann einmal für meinen Geschmack mit zu vielen Serien "verzettelt", brachte aber trotzdem einige richtig geniale Sachen, wie zum Beispiel NYPDeath heraus und mit dem Holmes/Watson Duo Rode/Groeger auch eine Krimiserie, die danach dutzende Nachahmer brachte. HighScoreMusic hat vor einigen Jahren den MARITIM-Katalog aufgekauft und ich gingdavon aus, dass Carsten Hermann nun endgültig in die Hörspiel-Pension geht.

      Doch weit gefehlt. Carsten Hermann hat einen neuen Verlag mit Namen "Hermann Media" gegründet und startete vor 3 Jahren mit vorerst zwei neue Serien.

      Mit Serie 1 ging er back to the roots, und setzt dort weiter fort , wo er früher großen Erfolg hatte, nämlich mit Sherlock Holmes. Die neue Serie heißt Sherlock Holmes & John H. Watson. Wieder setzt er auf ein interessantes Duo mit Charisma: Sky du Mont & Hans-Peter Korff. Nähere Infos gibt es unter sherlock-watson.de/ oder facebook.com/HolmesWatsonSerie .

      Wem der olle Holmes schon zu altbacken und viel zu oft vertont ist, der konnte mit der zweiten Serie seine Freude haben. Diese lautet Dr. Thorndyke, ist eine Mystery-Serie aus der Feder von Richard Austin Freeman. Mehr Infos gibt es unter dr-thorndyke.de/

      Mittlerweile hat es Thorndyke auf 4 Folgen und Holmes auf 8 Folgen gebracht. Zudem gibt es mit Margarete Rutherford, von der bis jetzt insgesamt 7 Folgen vertont wurden, 3 Serien am Markt. Serie Nummer 4 steht bereits ante portas. Die Alte und der Kommissar und soll diese Woche , am 31.8. veröffentlicht werden. Zudem wird es auch eine Hörbuchserie geben: hm-audiobooks.de/product_info.…en-der-vergangenheit.html

      Ich bin gespannt wie der zweite Anlauf von CarstenHermann im Hörspielgeschäft verläuft und ob er auch das eine oder andere Ausrufezeichen setzen kann. Bis dato versprühen seine bisherigen Hörspiele für mich auf Grund der Gruppenaufnahmen Kammerspielatmosphäre und das Gefühl sich einen SW-Film anzusehen. Zudem geht Hermann bis jetzt auch in Sachen Vertrieb und Verpackung ganz eigene Wege. Er bleibt dem Streaming fern. Er geht Kooperationen bei der VÖ ein, wie sein Deal mit“Edle Tropfen in Nuss“ zeigen. Er verkauft die Hörspiele nur auf CD und als Download und wählt dabei ein Preissegment, dass seinesgleichen sucht, weil er extrem günstig ist. Entsprechend ist auch die Verpackung sehr schlicht, ausschließlich sogenannte Pappschuber. Carsten Hermann orientiert sich also nicht an andere und auch nicht an seine Tage als „Maritim-Chef“ sondern er geht seinen eigenen, individuellen Weg. Etwas was ihn mir sehr sympathisch macht. Auch wenn seine Hörspiele nicht immer meinen Geschmack getroffen haben, so klingen sie „herrlich anders“ und sind für mich ein wunderschöner Farbtupfer im sonstigen Hörspieleinerlei der Branche.

      Weitere Infos findet ihr hier unter hoerspieltalk.de/index.php/Board/143-Hermann-Media/ und natürlich unter hm-audiobooks.de/
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Erfolgreich ..naja...mässig. Es gelang, trotz vieler Versuche, nur Holmes zu etablieren.
      Die Schwäche, damals, wie heute, war der fehlende Blick für Kleinigkeit und natürlich gute Regie.
      Aberdeen war z. B. ne Goldgrube, aber ohne Regie klang das alles nicht so toll und sorgte dafür, das nur eine kleine Anzahl von Hörer zugriff.
      Mit mehr Qualitätsbewusstsein, würde Hermann-Maritim vielleicht auch heute noch begeistern...
      ...stattdessen wird von vorn begonnen, aber mit genau den gleichen Fehlern: Wenig/Keine Regie ...keine klare VÖ-Strategie usw.
      Das ist schade, denn CH kann eigentlich ganz schön viel, wenn er nur nicht immer an den falschen Ecken sparen würde..... :wacko:
      Besucht meine Homepageprojekte:
      hoernews.de
      kurtz-check.de
      Die große Stärke von Maritim war ja immer Weltbild. Ich weiß jetzt allerdings gar nicht, ob es a) diese Läden und b) diese Hörspiele da noch gibt.
      "Ich habe mittlerweile ca. 30000 Hörspiele gehört, bitte, danke."

      Simmering gegen Kapfenberg Greenskull gegen Audionarchie Dreamland gegen Greenskull - das ist Brutalität
      Stärke in Sachen Vertrieb.

      Und die Weltbild-Boxen mit Rode-Groeger-Holmes, also bitte, die habe ich für immer im Herzen 8o
      "Ich habe mittlerweile ca. 30000 Hörspiele gehört, bitte, danke."

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      Danke für eure Beiträge! Ihr habt natürlich recht, es war bei weitem nicht alles Gold was produziert wurde. Carsten Hermann machte weiß Gott auch in Sachen Regie, Serien und VÖ-Politik nicht alles richtig. Aber er war eines der ersten Labels, glaube sogar noch vor LÜBBE mit der EDI2000 in der zweiten Hälfte der 90iger. Da gab es praktisch nur Europa und Kiosk. Da fehlten natürlich „Anschauungsobjekte“ und auch die Erfahrung und wahrscheinlich auch das Wissen auf das man alles heute zurück greifen kann. Und aus dieser Sichtweise wurde auch vieles richtig gemacht.

      Es gelang, trotz vieler Versuche, nur Holmes zu etablieren.


      Also Holmes hat einen regelrechten Holmes-Boom ausgelöst. Aber auch Mimi Rutherford hat viele Fans gewonnen, es gab sehr viele Folgen bzw. wird bis heute fortgesetzt und hat auch andere Labels animiert „Miss Marple-Kopien“ zu produzieren. Auch Pater Brown war eine Serie, die es auf viele, viele Folgen brachte. Zumindest diese Serien kann man mit Fug und Recht als etabliert bezeichnen. Daneben wurden viele weitere Serien gestartet, die ihre Fans gefunden haben, weil sie sich an erfolgreiche TV-Formate orientiert haben. NYPDead, Planet EDEN und und und. Mit Danger und Andreas Masuth haben sie für mich überhaupt eine tolle Reihe mit einem tollen Autor geboren. Aber jeder wird wohl eine andere Lieblingsserie von Carstens Maritim haben. Alleine dass zeigt schon wie viel er damals probiert und auf die Beine gestellt hat.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Markus G.“ ()

      Stimmt Pater Brown hab ich verdrängt, weil ich Volker Brandt ohne Regie nur bedingt mochte. Dieses abgelesen brrrrRrrrr....aber obwohl es diesen Manko gab, mal weniger stark, mal mehr, konnte ich die Serie auch lieb gewinnen. Hab sie aber aus den Augen verloren. Die 58 erscheint übrigens am Freitag. In der Tat hat CH-Maritim vieles in Bewegung gesetzt, aber ich hätte mir wirklcih gewünscht, das man es etwas strukturierter gemacht hätte. Denn ich mochte CH-Maritim eigentlich gern...
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      Für mich hat Carsten Hermann die Hörspiellandschaft sehr bereichert. Er hat schöne Klassiker, wie Detektiv Kolumbus und Sohn zurückgeholt. Mit das Sternentor und der schwarzen Serie bei mir geschmacklich genau ins Schwarze getroffen.
      Preston Aberdeen und Knall & Fall habe ich mir sehr gerne angehört, gerade weil sie eine Portion Humor mitbringen.
      Er hat viel ausprobiert und sogar versucht die Kultserie Edgar Wallace von Maritim fortzusetzen. Leider ist diese Fotsetzung, für meinen Geschmack nicht richtig gelungen. Besser man hätte wieder mehr umgeschrieben und einen einheitlichen Ermittmer genommen,
      Für mich ist Carsten Herman Ära insgesamt viel mehr als nur „Sherlock Holmes“.
      Das aktuelle Angebot reizt mich dagegen bisher leider noch nicht. Aber, mal schauen, was noch kommt.
      Mich hat Maritim Ende der 90iger ziemlich begeistert und das war genau meine Zeit in welchem sich mir das unendliche Hörspieluniversum aufgetan hat. Angefangen hat es bei mir mit der Maritim-Serie "Der Magier". Und dann natürlich die Schwarze Serie. Weiter ging es direkt mit ein paar wieder aufgelegten Klassikern (Perry Clifton, Balduin Pfiff, Club der Detektive und von Polyband die drei Sherlock Holmes Folgen). Heftig empfand ich damals das Hörspiel Zeit der Unübertrefflichkeit mit Christian Fuchs und Konrad Halver. Sollte man sich unbedingt mal anhören.

      Begeistert hat mich dann als weitere Klassiker folgten: Die Detektive XY, Kolumbus und Sohn, Die 3 Freunde ermitteln, Flattertiere wie Vampire, Raumkontrollschiff Wega 1, Paul Pepper etc.) Wobei ich sehr traurig darüber war das es Paul Pepper nur auf fünf wieder veröffentlichte Folgen gebracht hat, die 6. Folge war lange angekündigt, kam dann aber leider nicht mehr. Hier würde ich mich riesig über eine Box mit allen 12 Folgen freuen.

      Nach und nach trat Maritim dann auf´s Gaspedal und versuchte eine Menge neuer Hörspielserien zu etablieren. Angetan hat es mir extrem Knall und Fall. Eine wirklich unglaublich wortwitzige und unterhaltsame Serie, aber leider sind auch hier nur vier Folgen erschienen. Für mich war zu dieser Zeit bereits Maritim der Marktführer in tollen Hörspielen und hat für mich Europa abgelöst, die nur durch die Rückkehr der Klassiker glänzen konnte, aber das war es dann auch schon, ansonsten gab es ja nur diesen Drei ???, TKKG und FF Einheitsbrei.

      Sherlock Holmes wurde dann der ganz große Wurf und wie bereits von anderen hier erwähnt, wurde auch aus meiner Sicht dadurch ein regelrechter Holmes Boom und generell ein Krimiboom ausgelöst. Mit am interessantesten fand ich aber die Serien Danger, NYPDead (genial) und auch die super schöne Serie Preston Aberdeen (finde ich noch besser als Knall und Fall) Aber leider war bei Folge 10 Feierabend.

      Dankbar bin ich auch heute noch darüber, dass C.H. Jan Tenner wiederveröffentlicht hat, da musste ich dann doch zuschlagen, obwohl ich als Kind die Serie nicht gehört habe, aber allein das 46 Folgen eines Klassikers wiederveröffentlicht wurde musste von mir belohnt werden und ich habe es bis heute nicht bereut.
      Man muss die Menschen nehmen wie sie sind,
      es gibt ja keine anderen. ;)

      Mr. Smathers schrieb:

      Maritim ist nach wie vor eine tolle Schmiede, ob mit Carsten Hermann oder jetzt Pobot(&der schweinsgesichtige Schlechtmensch aus der Hansestadt)..


      Was bringen solche indirekten Beleidigung bzw. ist die Veröffentlichung notwendig?
      Man muss sich ja nicht auf das gleiche Niveau wie dieser Mensch herablassen. ;)
      "Jack Slaughter", "Fünf nach Acht", K. Dieter Klebsch u.v.m. in der neuen Talker-Lounge-Folge 135 .

      Flori1981 schrieb:

      Zitat von Mr. Smathers: „Maritim ist nach wie vor eine tolle Schmiede, ob mit Carsten Hermann oder jetzt Pobot(&der schweinsgesichtige Schlechtmensch aus der Hansestadt)..“

      Was bringen solche indirekten Beleidigung bzw. ist die Veröffentlichung…


      Ich habe es gelöscht, Florian hat Recht.

      Nein, ich meinte nicht Sebastian, sondern habe mich über einen seinen Angestellten ausgelassen.

      Das war doof, sorry vielmals.