Welchen „Typen Mensch“ hört ihr gerne in einem Hörspiel, welchen nicht?

      Welchen „Typen Mensch“ hört ihr gerne in einem Hörspiel, welchen nicht?

      Habt ihr einen gewissen „Typen“, den ihr gerne in einem Hörspiel hört? Wie muss dieser aussehen, welche Charaktereigenschaften muss dieser aufweisen? Habt ihr im Gegenzug Charaktere, die ihr gar nicht gerne in einem Hörspiel hört? Warum nicht?
      Könnt ihr Beispiele nennen?
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Wie kommst du nur immer auf diese guten Diskussionsthemen? :)

      Ich mag Charaktere mit Ecken und Kanten und einer bösen Grundhaltung. Zum Beispiel Hagen von Grau aus dem Caiman Club oder Caine. Verdorben, berechnend und ein bisschen (bei Caine sehr) asozial. Genau das Gegenteil von Saubermännern wir Mark Brandis. Ich mag die Hörspiele ganz gern, aber oft ist mir der Obermoralische in Mark Brandis auf den Keks gegangen. Immer und in jeder Situation besonnen. Das ist nichts für mich...
      Ich finde besonders Typen reizvoll, die eine oder mehrere Schwächen aufweisen und sich darin so wundervoll von den sonstigen „Helden“ unterscheiden. Diese „Schwäche“ zu meistern und sie gegebenenfalls als Stärke zu verwenden um Lebenssituationen, Kriminalfälle oder sonstige Ereignisse zu bewältigen, finde ich sehr „hörmotivierend“. Gerade Peter Lundt ist da eine Paradebeispiel, der wie der TV-Ermittler Monk gerade mit seiner Krankheit zu leben und zu arbeiten versteht. Diese „Es ist ein Segen und ein Fluch“-Menschen beleben eine Geschichte.

      Aber auch Menschen mit einer ganz besonderen Begabung, mit einer nicht alltäglichen Fähigkeit, wie dies zum Beispiel bei Sigmund Freud oder Amadeus der Fall war, machen mir Spaß zu begleiten. Im Fernsehserienbereich war es Der Mentalist, dem ich sehr gerne zugesehen habe.

      Und zügiger letzt sind es Paare, die sich stark von einander unterscheiden, die gegensätzlicher Natur sind und die gemeinsam etwas leisten müssen, die mir Spaß machen. Da fällt mir im Hörspielbereich das sehr erfrischende Young & Grace ein.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Hingegen finde ich solch strahlenden Helden, die alles richtig und perfekt hinbekommen, eher langweilig. So wird unser John Sinclair mit der Zeit etwas öde, weil es ihm an „Kontur“ fehlt. Immer alles richtig zu machen, ermüdet mit der Zeit. Ich denke auch, dass die Zeiten der „Mr.Perfects“ vorbei ist.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

      Markus G. schrieb:

      Ich denke auch, dass die Zeiten der „Mr.Perfects“ vorbei ist.

      Ist sie dass? Ich denke, dass „Helden“ immer Platz in unserer Mitte haben werden. ;) In Zeiten die nicht immer rosig sind vielleicht sogar noch ein wenig mehr. Aber stimmt schon, ein paar Ecken und Kanten sind nicht verkehrt und Helden müssen mit der Zeit gehen. Heute gibt es halt andere Anforderungen, ein Held zu sein, andere Themen. Strahlende Helden lassen uns halt der Wirklichkeit entfliehen. Funktioniert nicht auch gerade die ??? Serie so?

      Zurück zu eigentlichen Frage...
      Probleme habe ich meistens mit Hörspielen, wenn Bösewichter zum Helden der Serie werden. Zumindest kommt es bei mir darauf an, wie sie gezeichnet werden. Mit Death Note bin von daher nie richtig warm geworden, bei Caiman Club war es ok.
      Ich mag Helden, die eine Geschichte mit eine prise Humor vorantreiben. Daher mochte ich Larry Brent auch immer viel lieber hören, als John Sinclair.
      Schön, wenn Helden auch Ecken und Kanten Zeigen und sich dem „echten“ Leben stellen müssen, wie bei Carl Mørck. Allerdings muß dies alles im Rahmen bleiben und ich mag einfach keine Geschichten, in der es sich mehr um die Probleme dreht, die die Titelfigur mit dem Leben hat.
      Moerck ist ein gutes Beispiel. Genau SO funktionieren bei mir Helden. Ich mag grundsätzlich „Helden“ auch lieber als „Bösewichte“. Mit letzteren tue ich mir auch schwer in Hauptrollen. So wartete ich in Cayman Staffel 1 ständig wann bekommt er endlich einmal eine aufs Maul. Wobei ich gleichzeitig auch die Dreistigkeit und Frechheit des Hauptdarstellers faszinierend fand. Hat also irgendwie bei mir auch funktioniert. Aber auf die Dauer mag ich lieber positiv behaftete Hauptdarsteller, die aber alles andere als perfekt sind.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

      Markus G. schrieb:

      Habt ihr im Gegenzug Charaktere, die ihr gar nicht gerne in einem Hörspiel hört? Warum nicht?


      Da fällt mir ganz spontan zuerst etwas zu ein. Was ich nicht mag sind diese "Helden", die alles können und quasi unverwundbar sind. Nichts langweilt mich mehr. Super-Helden, Marvel und Co., damit kann man mich jagen.

      Markus G. schrieb:

      Habt ihr einen gewissen „Typen“, den ihr gerne in einem Hörspiel hört?


      Was ich lieber mag, da muss ich schon etwas überlegen. Das sind Menschen, die Ecken und Kanten haben, Schwächen, Ängste, Probleme; kurz, die menschlich sind. In die man sich gut hineinversetzen kann. Da fällt mir spontan meine Lieblingsserie Andi Meisfeld ein. Andi ist so ein typischer Charakter, der mir gefällt. Normal, manchmal etwas tollpatschig, hat Probleme, Glück, Pech, traut sich manchmal was nicht, zweifelt und so weiter.
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      Mittagshoerer schrieb:

      Genau das Gegenteil von Saubermännern wir Mark Brandis. Ich mag die Hörspiele ganz gern, aber oft ist mir der Obermoralische in Mark Brandis auf den Keks gegangen. Immer und in jeder Situation besonnen.


      Wie kommst Du auf "Saubermann"? Brandis handelt gegen Befehle, säuft, wenn er mit Problemen nicht klar kommt, und vergisst notleidende Freunde, wenn er selbst Hunger hat. Dass er sich das nicht durchgehen lassen will, ist was anderes. Saubermänner sind für mich eher Typen wie die DDF oder Jan Tenner.
      :D ich habe mir schon gedacht, dass Dich das wundern wird ;) Wobei ganz unrecht hat Mittaghoerer nicht. Mark Brandis gibt schon gerne den „Obermoralischen“, gerade deshalb missachtet er Befehle. Aber von einem Saubermann würde ich auch nicht sprechen. Er hat schon seine anderen Seiten, wenn ich da an seine Trunkenheit denke. Aber auch die ??? sind auch nicht immer echte Saubermänner. Sie brechen ein, lügen und schimpfen sogar. Wobei dies natürlich eher die Ausnahme darstellt und sofort auch zur Diskussion gestellt wurde. Wobei auch die Alkoholexzesse bei Brandis diskutiert wurde. Passt halt nicht so recht ins Bild.
      Und auch der strahlendste Saubermann hat manchmal seine Aussetzer, siehe John Sinclair, der Glenda hintergangen hat und sie quasi ins Hexentum getrieben hat. Ändert aber nix daran dass er für mich ein Saubermann ist.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Naja er missachtet nur Befehle, weil sie nicht in sein moralisches Weltbild passen, nicht wegen generellem Ungehorsam. Dieser Alkoholexzess hat meiner Meinung nach auch gar nicht ins Bild gepasst und war unglaubwürdig. Mit dem Hunger muss ich zugeben, weiß ich nicht mehr. Habe die Serie nicht mehr so im Kopf. Ich hab sie auch ganz gern gehört. Aber es war schon sehr viel Obermoral in diesem Charakter. Ist einfach nichts für mich...