Der Hörspielhörernachwuchs

      Der Hörspielhörernachwuchs

      Wie ist denn eure Meinung zum Nachwuchs der Hörspielhörer bestellt? Im Sport ist der Nachwuchs enorm wichtig. Ein Verein ohne Nachwuchs wird in einigen Jahren nicht mehr bestehen weil Vereinsmitglieder irgendwann aus verschiedenen Gründen wegbrechen. Wenn diese Lücke nicht geschlossen wird, dann wird der Verein auf kurz oder lange verschwinden und im Extremfall auch die Sportart verschwinden.

      Wie ist denn der Status Quo im Hörspielbereich? Ich kann mich noch gut an @Simeon Hrissomallis Meinung zur Hörspielmesse 2008 in Hamburg erinnern als er mir auf meinem Video mitteilte, dass ihm die jungen Hörspielhörer und Kinder fehlte. Wie ist es denn aktuell? Hat das Hobby Hörspiel hören noch eine breite Basis an jungen Hörer/innen, die uns irgendwann einmal ablösen werden? Oder sind wir immer noch der Nachwuchs? ;)
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Ich breche dann mal das Eis und gebe als Erster ein Statement ab. Vielleicht folgt ja dann noch der/die eine oder andere mit einer weiteren Meinung.

      Grundsätzlich denke ich einmal, dass der Hörspielnachwuchs, so wie wir Kassettenkindern ihn definieren, wohl dem Aussterben bedroht ist. Unsere Kinder werden in der Zukunft wohl kaum noch Hörspiele sammeln, ins Regal stellen und zuhause vor der Anlage hören. Die diversen Medien haben keinen Reiz mehr für junge Hörspielhörer. Dazu kommt das Format, das für viele wohl nicht mehr passt. Alle heiligen Zeiten einmal eine Folge, viele Themen mit denen man ein junges Publikum nicht mehr vor dem Ofen hervor holt, da wird es schwierig klassische junge Hörspielfans, so wie wir es einmal waren, zu züchten.

      ABER ich denke doch, dass ein großes Potential für ein neues, modernes junges Hörpublikum vorhanden ist. Die kleinen Kinder bekommen Dank Benjamin, Bibi & Co immer noch "Hörspiele quasi in die Wiege" gelegt. Labels und Verlage setzen auf neue moderne Formate, die Kinder, Jugendliche und junges Publikum ansprechen, Podcasts und ähnliche Serien, die VÖs sind gestaffelt und rasch hintereinander, haben kurze Laufzeiten, können alle am Handy gehört werden und Streaming-Plattformen geizen nicht mit verschiedensten Hörspielen. Man passt sich den neuen Konsumgewohnheiten an und versucht "mit der Zeit" mit zu gehen. @Stollentroll hat ja schon erzählt, dass der hoerverlag nicht mehr von Hörspielhörern sondern von Podcasthörern spricht. Alle, die jungen Podcasthörer/innen und die alten Kassettenkinder, die ihre CD im Regal stehen haben wollen, wird man wohl nicht ins Boot holen können. Ich denke es wird sich hier eine junge Hörerschaft als Parallelgesellschaft heranzüchten. Und irgendwann einmal werden die Kassetten- und jetzigen CD-Kinder mehr oder weniger aussterben und durch die Streaming- und Podcastkinder ersetzt werden. Gehört wird aber immer werden. Anders, und wohl sicher nicht mehr in solchem Ausmaß wie früher als es keine solchen Konsummöglichkeiten im Freizeitverhalten gab, aber aussterben wird das "Geschichte hören" sicher nicht!

      Wie sieht es denn mit unseren jüngeren Hörer/innen hier bei uns aus? @BjoernErik gehört ja zur "jungen Garde" des Hörspielnachwuchses. Warum bist Du ein Hörspielfan? Hast Du Dich noch den "haptischen " Medien verschrieben oder bist Du schon nur mehr "digital" unterwegs? Wie sieht es mit Deinen Freunden aus? Hört da irgendjemand noch so etwas altbackenes wie Hörspiele?
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Markus G.“ ()

      Uiuiui, keine/r die/der eine Meinung dazu hat? Sieht es wirklich so schlimm um den Hörernachwuchs aus?

      Ab wann bzw. wie lange ist man denn als Hörspielhörer noch „Nachwuchs“? Bis 18? Oder macht es mehr Sinn hier die Jahre des Hörspielhörens heran zu ziehen? Das würde bedeuten, dass auch ein 50 Jähriger noch zum Nachwuchs gehört, wenn er erst vor kurzem zum Hörspielhören gefunden hat #gruebel#
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Deine Beobachtungen erscheinen mir stimmig soweit. Gehört wird weiter, aber jenseits des Vorschulalters wohl zunehmend "nur einmal", denn Spotify und Co. werben ja geradezu damit, dass es einen unendlichen Pool zu ergründen gibt.

      Das heißt in der Konsequenz: alles, was nicht beim ersten Mal Hören verstanden wird, ist verloren, denn die Zeit zum zweiten und dritten vertieftes Hören braucht sich ja niemand zu nehmen. Es gibt ja immer Neues, die Begrenzung, die für uns daraus entstand, dass es nur eine limitierte Zahl Hörstoff GAB, ist verschwunden.

      Das ist keine Larmoyanz, sondern nur ein Hinweis an die Vollkornbrotbäcker, dass sie nun stattdessen mit Weißbrot genauso gut oder besser fahren.

      Der Nachwuchs ist da, aber eben sehr anders.
      They call me the Fader. Which is what I'm about to do.

      Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, d.h. man darf sie kostenlos nutzen.
      Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.
      Ich persönlich habe jetzt nicht so den Zugang zu jüngeren. Die einzigen, die ich da beurteilen kann, sind meine Nichte und mein Neffe (beide 11 Jahre). Dort hat das Thema Hörspiele eigentlich gar keine Bedeutung (mehr). Durch die vielen Beschäftigungsmöglichkeiten haben da längst Dinge wie Fernsehen, Youtube oder Playstation gewonnen. Das wichtigste ist das Smartphone, mit dem sich stundenlang beschäftigt wird. Dadurch, dass sie visuelle Medien gewöhnt sind, scheint ihnen "nur hören" wohl einfach zu langweilig. Die Eltern leben da auch kein Hörspielhören vor. Und die Tante ist einfach ein Nerd. #schulterzuck#
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      Ich schwanke seit langem zwischen möglichst gut informiert sein und am liebsten gar nichts mehr wissen wollen.
      Wenn ich mich in der Familie so umschaue dann gibt es doch von den noch jungen Familienmitgliedern immerhin zwei die regelmäßig Hörspiele hören. Eine von denen hört hauptsächlich alles im Stream aber dafür eine ganze Menge, wobei hier hauptsächlich auf die Drei ??? zurück gegriffen wird. Allerdings versuche ich ihm auch immer mal wieder andere tolle Hörspiele zu empfehlen. Und der Andere hört mit 14 Jahren doch tatsächlich noch CD´s, aber leider auch nur die Drei ???

      Ein anderes etwas älteres Familienmitglied (23 Jahre) hört auch sehr gerne Hörspiele, hier ist es dann hauptsächlich Offenbarung 23 aber wenigstens schaffe ich es hier regelmäßig andere Empfehlungen zu platzieren welche dann gehört werden und wo wir auch gerne mal zusammen hören und auch über das Gehörte diskutieren. Das mach natürlich sehr viel Spaß.
      Niemand kann so hart zuschlagen wie das Leben.
      Das liest sich positiv :thumbup: Mit 23 hat man wohl seine „Hörspiele hören ist uncool und lässt mich vor meinen Freunden und Freundinnen in der Peergroup als kleines Kind da stehen“-Phase schon hinter sich.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#