Ein fast perfektes Weihnachtsmenü - TKKG Weihnachtsfolge 2018

      Ein fast perfektes Weihnachtsmenü - TKKG Weihnachtsfolge 2018

      „Ein fast perfektes Weihnachtsmenü“ ist der Titel der TKKG Sonderfolge, die wir zum Ende des Jahres 2018 präsentiert bekommen. Satte 3 CDs mit einer Laufzeit von ca. 165 Minuten befinden sich in der Verpackung, die mit einem tollen Cover punkten kann. Dazu ein wirklich spannender Klappentext, der Spannung verspricht und die Vorfreude steigen lässt. Hier wurde alles richtiggemacht. Die 3 CDs weisen, wie es sich für einen guten Weihnachtsfall gehört, jeweils 8 Tracks auf – quasi einer für jeden Tag. Ok, ich stelle mir die Frage, wer denn wirklich einen Track pro Tag hört. – aber ich denke, dass es auch nicht dafür konzipiert wurde.

      Werfen wir einen kurzen Blick auf den Inhalt:

      Es ist kurz vor Weihnachten und Tim wird von der Familie Vierstein zum Essen in das Nobelrestaurant „Plaisir Royal“ eingeladen. Karls Ex-Onkel arbeitet hier als berühmter Sternekoch. Doch der gemütliche Abend entwickelt sich anders als gedacht, denn sie werden Zeuge, wie der Restaurantkritiker Pierre Ragueneau Opfer eines Giftanschlags wird. Steckt Karls Ex-Onkel hinter dem perfiden Giftanschlag? Möglich wäre es, denn dieser führt seit langer Zeit eine private Fehde mit Ragueneau. Doch als Täter kommen noch zahlreiche weitere Personen in Frage. TKKG beginnen mit den Ermittlungen. Es ist Eile geboten, denn auch Karls Mutter gerät unter Verdacht…

      Sprechertechnisch sind die üblichen Verdächtigen alle dabei, die wir in zahlreichen Europa-Hörspielen zu hören bekommen. Hier gibt es schön was auf die Ohren, denn wir werden mit sehr guten Darbietungen verwöhnt. Neben unseren vier Hauptakteuren und Erzähler Wolfgang Kaven bekommen wir unter anderen Stephan Schad, Ingeborg Kallweit, Erik Schäffler, Tina Eschmann, Detlev Tams oder Matthias Grimm zu hören. Tim Kreuer als Martin Schürrle sorgt mit lustigen Sprüchen dafür, dass auch herzlich geschmunzelt werden darf. Insgesamt eine sehr gute Leistung in diesem Bereich.

      Als geneigter Hörspielfan ist man Weihnachts-Sonderfolgen ja gewohnt, die man jedes Jahr wieder serviert bekommt. Die Qualität ist dabei schwankend und zunächst denkt man sich hier bestimmt, dass drei CDs mit dieser Laufzeit vielleicht für zahlreiche Längen sorgen werden. Das dabei das Buch von Martin Hofstetter ist, sorgt als Fan nicht unbedingt dafür, dass dieses ungute Gefühl weicht. Doch Pustekuchen denn diese Folge ist richtig gut.

      Mit dem Auftakt im Restaurant wird man als Hörer quasi sofort mitten in das Geschehen geworfen und wir werden Zeuge eines perfiden Anschlags auf den Restaurantkritiker. Diesen fand ich zu Beginn recht lustig, auch wenn seine Klo-Kommentare schon ein wenig geschmacklos sind, wenn man mal drüber nachdenkt. Was dann folgt ist tolle Ermittlungsarbeit und für TKKG-Verhältnisse bekommen wir eine sehr komplexe Geschichte mit zahlreichen Wendungen und Verstrickungen zu hören. Hier muss man über die gesamte Spieldauer schon genau zuhören, um nicht den Faden zu verlieren. Der Kreis der Verdächtigen ist sehr groß und jeder hat seine eigene Geschichte zu erzählen. Klößchen Magenverstimmung sorgt für wirkliche Dramatik und zunächst dachte ich wirklich oh mein Gott, was hat man dem armen Kerl hier angetan.

      Längen weist die Geschichte keine auf und was mir besonders gefallen ist, dass Tim nicht der alleinige Herr der Fallösung ist, sondern auch Karl und Klößchen in Erscheinung treten. Dies ist eine klasse Abwechslung und hoffentlich geht man diesen Weg weiter.

      Diese Folge sorgt für klasse Unterhaltung.

      Ein wenig komisch und einfach nicht glaubwürdig fand ich es, dass auf der zweiten CD Klößchen sagt, dass man in 20 Minuten, gem. Hausordnung, im Internat sein muss. Zunächst dachte ich ok, es ist halt schon später am Abend. Aber dann sagt Gaby, dass sie noch schnell mit Oskar raus muss, bevor es komplett dunkel ist. Wenn ich mir jetzt überlege, dass es am 21. Dezember um ca. 17:00 Uhr stockdunkel ist, passen beide Aussagen einfach nicht, da mit Sicherheit um 17:00 Uhr noch keine Ausgangsbeschränkung herrscht und der arme Hund wohl auch nachher noch einmal raus muss. Hier hätte man ein wenig besser aufpassen können.

      Musikalisch ist die ganze Angelegenheit sehr gut und es herrscht eine tolle Atmosphäre.

      Insgesamt eine sehr gute Folge, die eine klare Empfehlung erhält und mit Sicherheit noch öfters in den Player wandern wird.