Blick zurück (Teil 4) – LARRY BRENT von Dan Shocker

      Blick zurück (Teil 4) – LARRY BRENT von Dan Shocker

      Eure Lieblingsfolgen von Larry Brent (EUROPA) 14
      1.  
        Irrfahrt der Skelette (1) (12) 86%
      2.  
        Die Angst erwacht im Todesschloss(3) (7) 50%
      3.  
        Marotsch, der Vampir-Killer (2) (4) 29%
      4.  
        Killervirus aus der Hölle (19) (2) 14%
      5.  
        Der Dämon mit den Totenaugen (13) (2) 14%
      6.  
        Atomgespenster (12) (2) 14%
      7.  
        Die Horror-Maschine (4) (1) 7%
      8.  
        Im Kabinett des Grauens (6) (1) 7%
      9.  
        Das Totenhaus der Lady Florence (7) (1) 7%
      10.  
        Chopper – Geisterstimmen aus dem Jenseits (5) (1) 7%
      11.  
        Die Jenseitskutsche von Diablos (10) (1) 7%
      12.  
        Dämonenbrut (15) (1) 7%
      13.  
        Der Mönch mit den Teufelskrallen (14) (1) 7%
      14.  
        Das Grauen von Blackwood Castle (8) (0) 0%
      15.  
        Die Schlangenköpfe des Dr. Gorgo (9) (0) 0%
      16.  
        Orungu, Fratze aus dem Dschungel (16) (0) 0%
      17.  
        Sylphidas Rachegeister (11) (0) 0%
      18.  
        Schreckensparty bei Graf Dracula (18) (0) 0%
      19.  
        Das schwarze Palais von Wien (17) (0) 0%
      Mein Nostalgietrip geht wieder weiter. Nach meiner kleinen Karl May Pause, widme ich mich wieder voll und ganz Dan Shocker und seiner EUROPA-Serie Larry Brent. Wie Macabros startete sie 1983. Auch hier wurde die Regie von Heikedine Körting geführt, während Douglas Welbat, Katja Brügger und Bertram von Boxberg die Larry Brent Romane von Dan Shocker als „Charly Graul“ Hörspiel gerecht überarbeitet haben. Und ich denke ich verrate nicht zu viel, wenn ich schreibe, dass sie diese Arbeit hervorragend gemacht haben.

      Irrfahrt der Skelette (1)
      Anders als bei vielen aktuellen Serien wird der Hörer hier nicht lange mit einer Vorgeschichte über den Hintergrund von Larry Brent, PSA und deren Tätigkeiten aufgehalten. Ein knappes Intro, deren musikalische Untermalung man sich von der deutsch-österreichischen Gruppe DÖF „ausgeliehen“ hat, reicht aus um den Hörer sofort in die Geschichte zu katapultieren. Wahrscheinlich fühlt man sich als Hörer auch deshalb so ins kalte Wasser geworfen, weil „Charly Graul“ nicht mit Folge 1 des Romans gestartet ist. Das tut der Unterhaltung keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil. Larry Brent bekommt es in seinem ersten Hörspielabenteuer mit einem skrupellosen Wissenschaftler zu tun, der einen „Neustart für die Menschheit“ erwirken möchte. Dabei fallen einige buchstäblich vom Fleisch. Ein grandioser Start der Serie mit einem nicht minder großartigen Horst Frank, der den verschrobenen Wissenschaftler perfekt in Szene setzt. Wie bei Macabros muss man auch hier wieder die Musik hervorheben, die Gänsehaut erzeugt und dem Gesprochenen die nötige „Tiefe“ mit gibt.

      Marotsch, der Vampir-Killer (2)
      In Folge 2 bekommt es Larry Brent mit einem übernatürlichen Gegner zu tun. Der schreckliche Marotsch, seine Schlange Lydia und viele Vampire, die nach ihrem Biss ihr Herz verlieren, halten ganz Wien und auch X-Ray 3, Larry Brent, in Atem.Vampirgeschichten haben für mich in all den Jahren ihren Reiz verloren, weil dieses „Geschlecht“ inflationär oft verwendet wurde und wird. Aber diese Interpretation von Dan Shocker und dem Trio „Charly Graul“ weiß auch heute noch zu gefallen. EUROPA verstand es immer seinen Bösewichten eine große Stimme zu leihen. Hier war es der unvergessliche Gottfried Kramer, der egal ob er KITT, Jawa Jim oder eben den Marotsch sprach, jede seiner Figuren ein eigenes Leben einhauchte. Dieses Mal hatte Larry Brent einen Kompagnon. Der russische Agent X-Ray 7 alias Iwan Kunaritschew wird von einem großartigen Henry König gesprochen. Niemand konnte „Briedachen“ so sagen wie er.

      Die Angst erwacht im Todesschloss(3)
      Immer wieder verschwinden im Schloss des Duke of Hutchington Menschen. Was wie eine unheimliche Geistergeschichte beginnt, entpuppt sich am Ende als klassischer Kriminallfall. Dem gruseligen Hörspielspass schadet dies in keiner Weise. Mit Larry Brent und Iwan Kunaritschew ist wieder ein PSA-Duo im Einsatz. Musik und Geräuschkulisse sorgen wieder für bekanntes Gänsehautfeeling. Besonders der Beginn des Hörspiels bietet großes Grusel- und Horrorkino.

      Die Horror-Maschine (4)
      Dan Shocker hat ein Faible für verrückte Wissenschaftler. Dieses Mal zieht es Larry Brent ins entfernte China um einem solchen, mit dem Spitznamen „der dicke Wung“, das Handwerk zu legen. Dieses Mal muss sich Larry Brent mit genetischer Forschung und deren furchtbaren Geschöpfe herumschlagen. Günter König ist wieder in großartiger Laune und sorgt gemeinsam mit der passenden Geräusch- und Musikuntermalung mit seiner typischen Erzählweise für eine wunderbare unheimliche Atmosphäre. Eine Folge, die ich mir immer mit einer gewissen „Hassliebe“ angehört habe. Der Gedanke, dass man sich selbst Menschen nach seinem eigenen Gutdünken fabrizieren kann, hat mich als Kind und Jugendlicher doch immer sehr erschreckt. Ich habe mir auch immer die Frage gestellt ob das „Gebrabbel“von dem chinesischen Fischer in dem Interview tatsächlich chinesisch oder nur irgendein Kauderwelsch sein soll. Kann dies jemand von euch aufklären?

      Chopper – Geisterstimmen aus dem Jenseits (5)
      In Folge 5 kommt es zu einer unheilvollen Dämonenbeschwörung. Martin Boehr erhofft sich damit endlich die Frau seines Herzens zu bekommen. Das Gegenteil passiert. Und das Unheil nimmt seinen Lauf. Mein erstes Larry Brent Hörspiel. Ich weiß noch wie Mama, Papa und ich zu Weihnachten dieses „Geschenk des Christkindes“ anhörten und ich bei den nicht ganz jugendfreien Ausdrücken einen hochroten Kopf bekam.

      Im Kabinett des Grauens (6)
      Ein Hingerichteter verflucht seinen Henker und rächt sich Jahrzehnte später an dessen Nachkommen. Ein Flugzeug, ein Bahnhof und nicht zuletzt ein gruseliges Wachsfigurenkabinett sind Schauplätze für Larry Brents Kampf gegen das Böse. Dieses wird wieder einmal grandios vom leider schon lange verstorbenen Horst Frank gesprochen. Auch wenn die Geschichte viele freiwillige und unfreiwillige Szenen aufweist und diese Folge in meiner Beliebtheitsskala weiter hinten zu finden ist, konnte das Wiederhören durchaus gefallen. Hörspielgrößen wie Hans Paetsch oder Horst Frank können einfach gar nicht anders als ein Kassettenkind zu unterhalten, selbst wenn die Geschichte nur auf Sparflamme köchelt.

      Das Totenhaus der Lady Florence (7)
      Ich bin geneigt bei dieser Folge von einer Verwechslungskomödie zu sprechen. Als solche entpuppt sie sich nämlich am Ende. Neben Personen, die nicht dass sind was sie vorgeben, gibt es auch einen Unsichtbaren und ein unheimliches Haus. Jede Serie hat so seine Folgen, die einem nicht gefallen. Diese Folge ist mein Kassettenkind-Larry Brent-Waterloo. Zu wenig Grusel, zu viel Klamauk, keine Gänsehaut und auch kein Thrill. Hier hat Larry Brent tatsächlich verpennt....

      Das Grauen von Blackwood Castle (8)Die bis über beide Ohren verliebte Eileen Evans berichtet ihrer besten Freundin Sheila Martens von ihrem neuen Schwarm Dave Wellington. Nach dem Telefon wird ihr Leben abrupt beendet. Der Täter ist eine Riesenraupe. Sheila Martens und Larry Brent versuchen das Verschwinden von Evans und einigen anderen aufzuklären und kommen dabei im wahrsten Sinne des Wortes „unter die Räder“.Die Folge ist Trash pur. Sie würde durchaus auch einer Geister-Schockerfolge gut zu Gesicht passen. Auch wenn sie fern meiner Lieblingsfolgen rangiert, so habe ich sie niemals als schlecht empfunden. Helmut Zierl brilliert in einer Doppelrolle und erinnert dabei stark an Antony Perkins in Psycho. Man weiß nie woran man an ihm ist. Der Hörer bleibt lange im Unklaren ob er ein „Guter“ oder „Böser“ ist. Das tut der Folge gut. Das Ende empfand ich beim Wiederhören aber etwas plump.

      Die Schlangenköpfe des Dr. Gorgo (9)Da war sie also. Jene Hörspiel-Folge, die für das größte Aufsehen in den 80igern gesorgt hatte. Die Geschichte rund um einen verschmähten Liebhaber mit körperlicher Deformation, der blutige Rache an den Kindern seiner früheren Angebeteten nimmt, sorgte vor allem wegen dem Ende für einen Skandal und für eine Indizierung durch die Bundesprüfstelle. Ob dies heute auch noch passieren würde? Auf jeden Fall setzte EUROPA bei der Rückkehr der Klassiker den Rotstift an und nahm einige Stellen heraus. Statt dessen spendierte man Extra-Tracks mit Musik.Ich empfand die Geschichte als Jugendlicher weniger wegen dem eigentlichen Indizierungsgrund als „grauslich“. Tiere, denen Gehirne von Menschen eingepflanzt werden oder Menschen-Köpfen mit Tentakeln waren ein schlimmes „Bild“ für mich.

      Die Jenseitskutsche von Diablos (10)
      Folge 10 führt uns nach Spanien. Dort treibt eine Kutsche ihr Unwesen. Sie entführt Menschen, bringt sie auf eine alte Maurenburg und lässt sie altern. X-Ray 1 lässt mit Larry Brent wieder einmal seinen besten Agenten auf das Unheimliche los. Erstmals bekommt er mit Morna Ulbrandson die sogenannte Schwedenfee zur Seite gestellt um das Rätsel zu lösen.Eine durchschnittliche Folge, die ihre unheimlichen Momente, besonders zu Beginn, aufweist. Irgendwie fehlt mir aber doch das gewisse Etwas, dass viele andere Folgen haben und die sich damit von den anderen Geisterjäger-Geschichten im Hörspieluniversum unterscheiden.

      Sylphidas Rachegeister (11)
      Irland bietet ein perfektes Ambiente für unheimliche Sagen und Geschichten. Die unheimlichen Sylphiden locken ahnungslose Fischer mit ihrem Sirenengesang auf ihre Inseln. Von dort gibt es keine Wiederkehr, denn sie werden zu Wasserwesen. Plötzlich macht Andy Reef mit seinem vor 300 Jahren verschwundenen Vorfahren Bekanntschaft. Warum ist er zurückgekehrt? Und wieso löst er sich buchstäblich in Wasser auf? Und warum versammeln sich die Bürger des Ortes im Meer und warten auf einen Auftrag? Larry Brent und Morna Ulbrandson machen sich in ihrem zweiten gemeinsamen Abenteuer auf das Rästel zu lösen. Doch es bleibt ihnen nicht viel Zeit.Dan Shocker liefert hier ein fantastisches Abenteuer, dass sich stark an Seemannsgeschichten und Mythen orientiert. Auch diese Geschichte hat wie Folge 10 gute und schlechte Momente. Auch hier kann mich das Hörspiel nicht restlos überzeugen. Zu „brav“ und zu wenig gruselig kommt die Geschichte daher. Von Larry Brent erwartet man anderes.

      Atomgespenster (12)
      Nach Larry Brents Europareisen nach Spanien und Irland kehrt Larry Brent wieder in die USA zurück. Er muss gemeinsam mit Iwan Kunaritschew die seltsamen Geschehnisse rund um ein verlassenes Atomkraftwerk in Mealburg City klären. Unheimliches scheint sich im Atomkraftwerk abzuspielen. Zudem gibt es in der Nähe ein Kind mit übersinnlichen Fähigkeiten. Haben die Begebenheiten mit der Atomkatastrophe vor vielen Jahren zu tun?Endlich wieder eine für mich richtig gute Folge. Viele unheimliche und gruselige Szenen in einem für ein Horrorhörspiel unüblichen Ort machen Laune. Zudem gibt es wieder einmal einen verrückten Professor, der Larry das Leben schwer macht. Dieser wird von einem glänzenden „bösen“ Günther Pfitzmann gesprochen. Und das Thema geht unter die Haut und ist spätestens nach Tschernobyl und Fukushima realer als es damals vielleicht der Fall war.

      Der Dämon mit den Totenaugen (13)
      Larry Brent bekämpft in Folge 13 ein Verbrecher-Syndikat, das die Weltherrschaft an sich reißen möchte. Das Besondere daran ist, dass alle Mitglieder einen Totenkopf auf ihren Schultern tragen.Der Titel lässt ein klassisches Gruselhörspiel erwarten. Doch der Hörer bekommt ein Krimihörspiel im klassischen Gewand zu hören, das auch aus der Feder von Edgar Wallace stammen könnte. Vieles erinnerte mich auch an die legendären Dr. Mabuse Filme aus den 60iger Jahre. Der Krimi kann durchaus gefallen, wenngleich man sich wohl anderes erwarten würde.

      Der Mönch mit den Teufelskrallen (14)
      In einem Heim für schwer erziehbare Mädchen gehen seltsame Dinge vor sich. Mädchen verschwinden. Ein unheimlicher Mönch mit einer Teufelskralle geht um. Larry Brent darf sein drittes Abenteuer mit Morna Ulbrandson bestreiten. Er wird als Pädagoge ins Heim eingeschleust und macht sich dort daran das Rätsel zu lösen.Wieder eine Folge, die sich nach einem Gruselhörspiel anhört, sich jedoch bald als unheimlicher Krimi heraus stellt. Dies tut der Unterhaltung keinen Abbruch, wenngleich es deutlich bessere Folgen in der Reihe gibt.

      Dämonenbrut (15)
      Unheimliche Morde schockieren die amerikanische Bevölkerung. Alles deutet auf Kinder hin, die ihren fünften Geburtstag gefeiert haben. Aber kann dies sein? Larry Brent und Morna Ulbrandson versuchen dem Rätsel auf die Spur zu kommen.Akte X trifft Larry Brent. Vieles an dieser Folge hat mich an die legendäre TV-Serie erinnert. Einerseits die UFO-Thematik und andererseits das Duo Larry und Morna, die in besten Moulder und Scully Manier ermitteln. Zum Abschluss der Serie in den 80igern gab es noch einen richtigen Hörspiel-Knaller, der mir damals wie heute sehr gefallen hat. Franz Josef Steffens bekommt endlich auch einmal eine Rolle des Bösewichts spendiert. Das einzige was mit meinen heutigen Ohren wirklich störend ist, sind die Frauen, die hier den Kindern ihre Stimmen leihen. Schade, dass man nicht, wie in „Atomgespenster“ Kindern den Vorzug gab. Erwachsene können die Rolle wahrscheinlich besser sprechen, aber es ist trotz verstellter Stimmlage klar hörbar, dass kein 5 Jähriger spricht. Ich meine Katja Brügger als Gino heraus zu hören.

      Orungu, Fratze aus dem Dschungel (16)
      2003 versuchte EUROPA im Anschluss an der Rückkehr der Klassiker die Serie fort zu setzen. Larry Brent muss ins schöne Frankreich um sich hier mit lebenden Toten und der Zombie-Queen Orungu herum zu schlagen.Der Neustart mit Folge 16 hat mir beim wieder hören durchaus gefallen. Mit Katja Brügger hat man sich auch eine wirklich tolle Stimme als Bösewicht ausgesucht. Die Geschichte kommt mit 55 Minuten angenehm kurzweilig rüber. Aber es fehlen doch viele der „Zutaten“, die die Serie in den 80igern für mich so hörenswert gemacht hat. Die Intromusik ist zwar noch mit an Bord. Es fehlen aber viele Synthesizerstücke von Gerd Bessler, die früher für die Atmosphäre und Stimmung mitverantwortlich waren und bei mir Gänsehaut erzeugen konnten. Wolfgang Karven gibt einen guten Erzähler, jedoch kann er Günter König, der eine der Säulen der Serie war, nicht ersetzen. Rainer Schmitt klingt noch jung und glaubwürdig für die Rolle.

      Das schwarze Palais von Wien (17)
      Die nächste „neue“ Folge“ führt Larry Brent wieder nach Wien. Dort trifft er einen alten Bekannten aus „Marotsch, der Vampirkiller“-Zeiten, nämlich Kommissar Horst Sachtler. Auch Iwan Kunaritschew ist wieder mit an Bord. Gemeinsam versucht man das Verschwinden von Mädchen aufzuklären. Manche tauchen steinalt wieder auf. Die Spur führt in ein altes Palais.Als Wiener habe ich mich sehr auf diese Folge gefreut. Aber leider wurde ich enttäuscht. 74 Minuten sind für ein Larry Brent Hörspiel einfach zu lange. Alles plätschert nur so dahin. Henry König als Iwan Kunaritschew klingt viel zu alt. Das Wienerisch von Franz Josef Steffens klingt bemüht, aber in meinen Ohren nicht gut. Und Erzähler Wolfgang Karven hat Probleme das L auszusprechen. Larry wird auf Rarry umgetauft. Schmerzlich vermisse ich Kurzweiligkeit, Günter König und die „alten Musiksamples“.

      Schreckensparty bei Graf Dracula (18)
      Neuer Versuch mit der „neuen“ alten Serie. Diesmal muss Larry Brent ins Mutterland aller Vampire, nach Tansylvanien. Auf einer Party bekommt es der PSA-Agent mit „falschen“ und „richtigen“ Vampiren zu tun. Wer steckt dahinter.Die Geschichte ist sehr plump und es fehlt an richtigen Highlights. Und Wolfgang Karven hat sich vom L bei Larry Brent endgültig verabschiedet und spricht nur mehr von Rarry Brent. Der absolute Tiefpunkt der Serie.

      Killervirus aus der Hölle (19)
      Zum letzten Mal muss es Larry Brent mit einem verrückten Forscher aufnehmen. Diesmal ist er jedoch bereits verstorben. Hätte er nur auf die Warnungen der Wahrsagerin gehört. Wer wird in Zukunft die Welt beherrschen: die Menschen oder riesige Viren?Folge 19 hat mir doch besser als die schwache Folge 18 gefallen. Trotzdem ist sie teilweise sehr langatmig. Zudem ist sie wirklich Trash pur. Man wähnt sich in einer Geisterschocker-Folge und nicht bei Larry Brent. Die Minus-Punkte der Folgen 16-18 sind auch hier zu finden. Karven als Erzähler kann nicht nur wegen seinem Sprachfehler Günter König nicht ersetzen. Die alten Synthiklänge aus den 80igern wurden zum Teil durch nichtssagende neue Klänge ersetzt. Dies geht auf Kosten der Atmosphäre. Und Henry König tut mir als Iwan richtig leid. Mit seinen damals über 70 Jahren kann er einfach keinen jugendlichen und Kraft strotzenden 30 Jährigen mehr glaubwürdig mimen.

      Meine Reise mit Larry Brent ist nun zu Ende gegangen. Larry Brent ist und bleibt eine meiner Lieblingsserien. Dan Shocker hat es geschafft wirklich viele gute Geschichten mit interessanten Bösewichten und verschiedenen Genre zu verbinden. Die Sprecher sind zum Teil wirklich überragend und die Musik von Gerd Bessler ist zu einem Markenzeichen der Serie geworden. Die Kombination Musik von Bessler und Sprecher Günter König sorgt für unheimliche, gruselige und auch eklige Atmosphären. Dies kann man erst dann richtig schätzen wenn man die Folgen 16-19 hört. Ohne diese beiden wichtigen Stützen verliert die Serie doch ihre Seele und mutiert zu einer 0815 Horrorserie, wie es heute einige gibt. Aber die Folgen 1-15 sind, auch wenn es hier bei Gott nicht nur Highlights gibt, wirklich ein Kronjuwel meiner Hörspielsammlung. Damit meine ich die MC-Serie. Die CD-Ausgabe sorgt zwar für besseren Klang, hinterlässt aber wegen Musik und Kürzungen einen deutlich schlechteren Eindruck. Schade, dass hier keine 1:1 Kopie gemacht werden konnte.

      Viele interessante Infos rund um Douglas Welbat und seinem Team sowie die Produktionen von Macabros und Larry Brent findet ihr in der Playtaste Ausgabe 6: playtaste.de/download/PLAYtaste06.pdf

      Was verbindet ihr mit dem EUROPA Larry Brent? Was sind eure Lieblingsfolgen? Siehe Umfrage in Posting 1.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Markus G.“ ()

      Ich habe mir damals (1983, 84) nur 3 Brent-MCs zugelegt (Irrfahrt, Horrormaschine und Marotsch).

      Das hatte einerseits damit zu tun, dass ich allmählich aus dem Hörspielalter herauswuchs. Der andere Grund war, dass ich mit dem Stil dieser Hörspiele nicht so recht warm wurde. Wahrscheinlich hingen beide Gründe auch miteinander zusammen.

      Ich hatte damals an ein Hörspiel, das sich nach außen als „Gruselhörspiel“ oder „Horrorhörspiel“ gab, den Anspruch, dass es auch wirklich gruselig ist und mir Angst einjagt. (Diesen Anspruch habe ich übrigens auch heute noch). Was mir nun bei Larry Brent serviert wurde, war jedoch eine Mischung aus Horror, Action, Erotik und Humor. Meinen Geschmack traf das nicht so recht.

      Mittlerweile kenne ich auch die restlichen Folgen bis Nummer 15 (die neueren Produktionen habe ich noch nicht gehört). Und aus heutiger Sicht (Geschmack kann sich ja im Laufe von Jahrzehnten auch ändern) kann ich sagen, dass einige Folgen durchaus gelungen sind.

      „Irrfahrt“ und „Horrormaschine“ fand ich schon damals (mit Abstrichen) ganz gut. „Marotsch“ hingegen war mir zu albern. „Todesschloss“ gelingt es, in der Tat etwas echten Grusel zu erzeugen. In „Kabinett des Grauens“ gefällt mir der Humor, „Dr. Gorgo“ ist durch seine morbide Atmosphäre und das ausnahmsweise Fehlen von Witzen interessant, wobei man allerdings, wie ich finde, die ungeschnittene Originalfassung hören muss, nicht die Neuauflage.

      Ich habe für Irrfahrt, Horrormaschine und Todesschloss gestimmt.
      "Larry Brent" ist, wie ich schon erwähnt hatte, neben "HG Francis", meine Lieblingshörspielserie aus dem Grusel/Horror-Genre.
      Und das liegt neben den gewohnt hohen Produktionsstandards, vor allem auch an den Vorlagen. Dan Shockers Geschichten sind einfach eine ganze Portion raffinierter und durchdachter als die geradlinigen, vorhersehbaren Storys eines Jason Dark.
      Tatsächlich lese ich Larry-Brent-Romane auch heute noch immer wieder mal gerne durch. Auf einer Leserseite hat Dan Shocker einmal erwähnt, daß es die alten Klassiker der Filmgeschichte sind, die ihn am meißten beeinflußt haben, und das merkt man seinen Romanen auch an. Und dann dieser wunderbare Gegensatz: Inmitten von altmodischer Grusel- und Krimiatmosphäre kommt die PSA ins Spiel, die mit ihrem utopischem Hauptquartier geradewegs aus den Agentenfilmen der 60er Jahre a la "Man From UNCLE" zu kommen scheinen.

      Die Qualität der einzelnen Hörspielfolgen ist stets fast gleichbleibend hoch, und ja, das gilt auch für das TOTENHAUS DER LADY FLORENCE!
      Keine Ahnung, was Markus daran nicht gefällt. Die Story ist mal wieder sehr schön durchdacht und, ja, auch mit Ironie versehen. Spannung kommt keineswegs zu kurz. Also wenn ich mir vorstelle, mich mit einem Unsichtbaren in einem Raum zu befinden, der mich bei bloßer Berührung zu töten vermag... puh! Herrlich auch die einleitende Szene mit dem herrenlosen Fahrrad. Alles in allem auch wieder eine klare Reminiszenz an klassische Kinoproduktionen, wobei ich hier am ehesten an den deutschen Film DIE UNSICHTBAREN KRALLEN DES DR. MABUSE denken muß. Aber Dan Shocker mengt ja noch Gangster- und Haunted-House-Motive hinzu, und am Ende wird alles schön stimmig aufgelöst. (Der Roman ist übrigens noch etwas verwickelter) Top-Folge! :thumbup:

      Müßte ich eine Lieblingsfolge benennen, würde ich mich am ehesten für Nummer 3 (TODESSCHLOß) entscheiden. Auch hier wieder eine wilde und absolut stimmige Mischung aus klassischen Schauermotiven und Krimielementen. Ich frage mich zwar bis heute, wie man es schafft ein mit mehreren Männern besetztes Motorboot per Muskelkraft umzukippen, aber was soll´s, es sind halt keine Durchschnittstypen, die Jungs von der PSA. Unwiederstehlich finde ich auch die Auflösung, das ganze Brimborium als mit Hilfe von Spiegelholografien inszeniertes Ablenkungsmanöver zu enttarnen. Wären wir hier in einer Jason-Dark-Geschichte, so wäre dem Chef dieses Mördervereins ein spektakuläres Ende gewiß, nicht jedoch bei Dan Shocker: hier wird er schlicht und einfach verhaftet - wunderbar!
      Ich hege übrigens bis heute eine gewisse Sympathie für Geschichten, in denen sich vermeintlich übernatürliche Ereignisse als Fake herausstellen, wie dies beispielsweise beim "Hund von Baskerville" der Fall ist. Zurückzuführen ist dies wohl auf meinen "drei ???"-Konsum, wo dies ja fast die Regel war.

      Schade, daß es nicht mehr Folgen, von "Larry Brent" gab, die Romanserie hätte noch Stoff für genügend exzellente Hörspiele hergegeben. Behalten wir also die 19 Folgen als unerreichte Referenz-Klasse des Horror-Hörspiels in bester Erinnerung.

      MACABROS rangiert bei mir persönlich knapp darunter. Zwar ebenso gut gemacht, sind mir die Geschichten hier zu fantasylastig, was mir generell weniger gefällt. Das gilt auch für "John Sinclair", dessen reine Fantasy-Abenteuer mir schon früher beim Lesen nicht so gefallen haben.
      @Angus Gunn: #danke# für Deinen Beitrag. Schön einen weiteren EUROPA Larry Brent Fan hier lesen zu können #top#
      Die Qualität der einzelnen Hörspielfolgen ist stets fast gleichbleibend hoch, und ja, das gilt auch für das TOTENHAUS DER LADY FLORENCE!
      Keine Ahnung, was Markus daran nicht gefällt.


      Warum sie mir nicht gefällt, habe ich in meiner Folgenzusammenfassung gepostet:

      Zu wenig Grusel, zu viel Klamauk, keine Gänsehaut und auch kein Thrill.


      Dass die Qualität der einzelnen Hörspielfolgen, wenn man Sprecher, Musik und Geräuschkulisse her nimmt (abgesehen der Folgen 16 -19, da gibt es in meinen Ohren schon einen starken "Leistungsabfall") fast gleichbleibend hoch ist, mag durchaus gleich stimmen. Das Tolle an Larry Brent ist jedoch, dass nicht jede Folge gleiche Themen beinhaltet sondern dass ein sehr großer Abwechslungsreichtum vorherrscht. Mal ist es ein Psychothriller, mal ein Krimi, mal spielen übernatürliche Erscheinungen eine Rolle und manchmal gibt es sogar Aliens zu bekämpfen, mal regiert Action, mal Gruselstimmung, mal der blanke Horror und mal spielt der Humor eine größere Rolle. Genau diese Abwechslung bedeutet großes Hörkino für den Hörer und deshalb können auch viele Leute große Freude an Larry Brent haben, wenn sie die für ihren Geschmack passende Folge hören. Das Totenhaus trifft aus den beschriebenen Gründen leider nicht meinen Geschmack. Angesicht von 14 sehr guten bis guten Folgen verkraftbar. Natürlich wären 15 gleich starke Folgen auch eine schöne Sache, dann würde jedoch die Abwechslung fehlen und die Gefahr, dass man sich vom Schema F satt hört (Stichwort Döringscher Sinclair), ist sehr groß. Von daher ist es gut wie es ist und Larry Brent von EUROPA bleibt ein wunderschönes Unikat im Hörspieluniversum, auch wenn eine Folge nicht meine volle Begeisterung teilt. #winkewinke#
      Wie gefällt Euch LARRY BRENT? 13
      1.  
        Sehr Gut (9) 69%
      2.  
        Gut (3) 23%
      3.  
        Nicht besonders (1) 8%
      4.  
        Durchschnitt (0) 0%
      5.  
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        Kenne ich nicht (0) 0%
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        Höre ich nicht (0) 0%
      Und wie gefällt Euch Larry Brent?
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

      Neu

      Ich habe heute in der Früh Folge 1 laufen lassen. Großartig geniales Hörspiel. Und ein großartiger Horst Frank. Ich hoffe mal, dass @Horst Frank Fan das Hörspiel kennt #jaja# Die Art wie er den verschrobenen Professor spricht, ist wirklich 1A. Nur in seinem letzten Take ändert sich seine „Art“ den Professor zu sprechen. Ist euch das aufgefallen? Da ist dann nix mehr mit „mir fallen nicht sofort alle Worte ein und ich muss stottern“, denn da spricht er flüssig. Jedes Mal ein Hörgenuss. Und natürlich von Kassette gehört :love:
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#