STREAMING … Fluch oder Segen? Umfrage Seite 19/20

      Ich finde es gut, dass durch Streaming viele, auch ältere Produktionen (Beispiel: Maritim) einem großen Publikum zuhänglich gemacht werden.
      Generell finde ich es gut, wenn jeder Hörer eine Wahl hat, das heißt, wenn er sich die Produktion auf CD, als Download oder per Streaming anhören kann, ganz wie er möchte.
      Nur glaube ich, dass aufgrund geringer zu erwartender Verkaufszahlen sich eine CD-Veröffentlichung für viele Labels einfach nicht lohnt.
      Aber dann doch lieber als Stream, als überhaupt nicht oder als teures, abgenudeltes Sammlertape vom Flohmarkt.
      Ich fände es auch begrüßenswert, wenn etwa Filme simultan im Kino, auf DVD und als Stream veröffentlicht würden.

      Was mich nur unheimlich nervt, sind die Leute, die sich strikt weigern eine Produktion zu hören, weil sie ausschließlich als Stream oder Download zu haben ist.
      Schließlich geht es (zumindest mir) ja ums Hören, und nicht darum, dass möglichst viel im Regal steht.

      Weltensegler schrieb:

      Es ist schön, dass ich für so Naiv gehalten werde, dass ich nicht weiß was Streaming bedeutet.
      Es ist mir durchaus bewusst, dass es sich dabei nicht um etwas illegales handelt.

      Sorry, aber so weit hergeholt war das von mir nicht. Schließlich hat in einem Interview auch Oliver Rohrbeck als Labelboss Streaming mit illegalem Saugen verwechselt. Ist aber schon einige Zeit her, mittlerweile wird ihm das wohl nicht mehr passieren.

      Weltensegler schrieb:

      Mir geht es nur darum, wenn man wirklich etwas haben möchte, dann muss man eben sparen.

      Omas Sprüche ziehen aber in einer Zeit, in dem Mieten in allen Lebensbereichen gegenüber Besitzen massiv an Bedeutung gewonnen hat, nicht mehr. Mittlerweile schon zwei Jahre alt, hat der SZ-Artikel "Das kaufen wir euch nicht ab" (sueddeutsche.de/kultur/digital…r-euch-nicht-ab-1.1756994) nichts an Bedeutung verloren, ganz im Gegenteil. Darauf kann man sich nun einstellen, oder ewig rumjammern, dass wir alle sterben werden und unsere Hörspiele auch. Ersteres stimmt, zweiteres nicht.

      Weltensegler schrieb:

      Ich finde es nur etwas befremdlich, wenn man glaubt den Firmen damit etwas gutes zu tun.

      Ein Telekom-Aktionär findet es auch befremdlich, dass die Leute für die Internetnutzung nicht nach verbrauchten Kilobytes bezahlen, obwohl sein Unternehmen ja so viel investiert hat in Lizenzen und Netzausbau. Diese moralische Wertung finde ich ohnehin reichlich unangebracht. Wenn ich etwas Gutes tun will, dann kaufe ich kein Hörspiel, sondern spende für die Erdbebenopfer in Nepal oder jetzt wieder für die Flüchtlingshilfe. Dass sich jeder als Mäzen oder gar Produzent bzw. Retter der Hörspielwelt fühlt, weil er nen Zehner für ne CD locker gemacht hat, nun ja, ich weiß nicht.

      Nebenbei dopple ich auch noch die 50 Pfenning vom Telliminator auf, ich finde auch nicht, dass der Umweltaspekt hinkt.
      Völliger Schrott, offensichtlich von den Tauben für die Ahnungslosen.

      Weltensegler schrieb:

      Warbird ich habe differenziert. Wenn es nur ums Hören geht ist doch alles super.
      Wenn es aber um spezielle Wunsch- oder Lieblingsserien geht ist es etwas anderes.


      ne ist es nicht.Ist genau das gleiche, Lieblingsserie hin oder her.
      ich kann mir ja auch nicht aussuchen ob ich mein lieblingshörspiel auf CD, MC oder LP kaufe, da es schlicht nicht in der gewünschten Form angeboten wird. Bald fällt dann noch die CD weg und man kann nur noch als MP3 kaufen.
      Da streame ich dann lieber :D
      Ausnahme sind nur noch CDs zu Schnäppchenpreisen deren Inhalt es bei Streamingportalen nicht gibt und die mir wichtig sind, und das sind bei mir halt grade noch die 2 klassiker TKKG und ???. Und die muss ich auch nicht sofort haben sondern kann auf einen günstigen Preis warten, und selbst dann liegen die sachen meist noch ein paar wochen ungehört rum, weil ich erst noch was fertig streamen möchte :)
      Die StarWars Hörspiele habe ich mir bsw auch auf CD gekauft, da ich die genial finde und da sie halt nicht bei streaming zu finden sind.
      Aber wären die genannten Sachen zum streaming verfügbar hätte ich sie nicht gekauft. Aber da haben die Label halt beschlossen nein zum streaming zu sagen.
      Jemand der seine Sachen zum streaming anbietet sollte so vernünftig sein einzusehen, dass einigen Leuten dies eben reicht.
      Wer sowas als Produzent\Label nicht lesen will der soll streaming halt nicht anbieten.
      mfg
      warbird

      Life is a journey not a destination.

      warbird schrieb:

      Wenn streaming für Hörspiele schlecht ist, dann sollen die Label sie dort nicht einstellen.

      Markus0815 schrieb:

      Andererseits richtig, wenn ich nichts damit verdiene, wieso biete ich es im Streaming an? Selbst Audionarchie, die da ja bekannte Gegner sind, sind ja vertreten


      Audionarchie stellt dort gar nix ein, sondern deren Download-Vertrieb aka Highscore Music. Das Highscore extrem offen für den Download ist und CDs als tot erklärt, ist bekannt ;)
      Warum es angeboten wird? Es ist halt Inn, aber ob das auf lange Sicht gluck ist?! Warum sollten so die nötige Anzahl von Hörern zusammenkommen?! Okay, solang es noch die CD und die legalen Downloads gibt, gibt es evtl. eine schöne Gesamtsumme.
      Aber warum einige den Punkt übersehen, das so auch Käufer der "Teueren Versionen" (Download/CD) verloren gehen können, verstehe ich nicht...

      Je mehr Kunden zum Streaming wechseln, vielleicht sogar aus Frust über die schwankende Qualität bestimmter Produzenten, desto schwieriger wird es die Produktionssumme zu erreichen...
      Im Umkehrschluss heißt das, das es irgendwann wieder eine Marktbereinigung gibt und nur die "starken" überleben. Aber ob das gut ist?
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      Detlef schrieb:

      Audionarchie stellt dort gar nix ein, sondern deren Download-Vertrieb aka Highscore Music. Das Highscore extrem offen für den Download ist und CDs als tot erklärt, ist bekannt


      Da hat CB sicher ein Wort mitzureden, ob seine Produkte da eingestellt werden oder nicht?

      Detlef schrieb:

      Es ist halt Inn


      Aber wieso?? Für den Kunden, versteh ich, aber die Produzenten-Seite entzieht sich mir.

      Markus0815 schrieb:

      Und Chris, du führst immer Pobot als Visionär und Helden der Arbeit an, letzten Endes hast du sicher auch wie wir alle nur seine optimistischen Interviews gelesen und kennst keine Interna oder?

      Interna nicht, aber ich habe ähnlich wie daneel mit den Playlisten auch ein Hobby und ein Excel-File mit den Followerzahlen von Serien und den Abrufzahlen von Hörspielen auf Spoti. Daher kann ich durchaus relativ genau abschätzen, wie viel Umsatz ein Hörspiel auf Spoti generiert, für welche Serien es sich bereits jetzt lohnt, für welche noch nicht und für welche es sich nie lohnen wird.

      der markus schrieb:

      Nur glaube ich, dass aufgrund geringer zu erwartender Verkaufszahlen sich eine CD-Veröffentlichung für viele Labels einfach nicht lohnt.

      Das ist nun aber auch eine Behauptung, für die du jeglichen Beleg schuldig bist. Bei einem Label weiß man sicherlich exakt, wie viel geringer der CD-Absatz bei einer Folge ist, die sofort im Stream abrufbar ist, im Vergleich zu einer, die man erst paar Monate später reinstellt und zu einer, die man nie reinstellt.

      Wir müssen einfach akzeptieren, dass es unterschiedliche Kunden gibt: Diejenigen, die auf einen physischen Datenträger bestehen, diejenigen, die es besitzen und bequem haben wollen und bei Amazon oder iTunes schnell auf KAUFEN klicken, diejenigen, die die Hörspiele von einem externen Anbieter verwaltet und als Stream bereitgestellt haben wollen.

      der markus schrieb:

      Andererseits richtig, wenn ich nichts damit verdiene, wieso biete ich es im Streaming an? Selbst Audionarchie, die da ja bekannte Gegner sind, sind ja vertreten. Muss man diesen Umsatz heute gezwungernmaßen mitnehmen, auch wenn man denkt, man schneidet sich damit ins eigene Fleisch (weniger CD-Verkäufe)?

      Vielleicht weil die CD-Verkäufe gar nicht so sehr zurückgehen? Und der entscheidende Grund ist wohl ein ganz naheliegender. Viele Leute zahlen keine x Euro für eine CD bzw. y Euro für einen Download. Die saugen es dann halt illegal von der Insel. Ist doch logisch, dass man die dafür anfallenden Kleckerbeträge auch als Kleinlabel lieber mittels der Streams selbst einsackt als sie den Insulanern zu überlassen.

      Letztlich sind die Streams die Antwort der Musikindustrie auf das Filesharing. Napster ist ja nicht mehr das Napster von früher, stimmts Weltensegler ;)
      Völliger Schrott, offensichtlich von den Tauben für die Ahnungslosen.
      Ich hab da noch einen Punkt, den ich völlig außer acht gelassen habe. Den will ich mal loswerden, in Form eines Beispiels.

      Ein Label verkauft eine CD zum bestmöglichsten Preis. Der Kunde ist glücklich und hört es sich hundert mal, tausend mal oder noch öfter an - bis ihm schlecht wird von mir aus. Das Label hat Geld verdient mit dem Verkauf von einer CD. Jetzt kopiert dieser Käufer sich die CD für mal im Auto zu hören und macht sich davon vielleicht ein MP3 um es zu Hause auf dem PC oder auf dem Handy, Tablet etc. zu hören. Der Kunde nutzt das Hörspiel was er ehrlich erworben hat auf viele Art und Weise mit den modernen Möglichkeiten die man heute so zur Verfügung hat. Nun, muss das Label vielleicht zähneknirschend feststellen - Mist er hat es einmal gekauf und kann es so oft nutzen wie er will bzw. bis die CD kaputt ist. An den vielen Einsatzmöglichkeiten verdiene ich gar nicht mehr. Hier kommt nun das Streaming ins Spiel. Hier "verdient" das Label mit jedem mal hören seines Produktes, egal ob es auf dem Handy läuft, dem TV, Computer usw. vom klassischen Dauertonträger mausert sich das Produkt zum "pay-per-hear" Angebot und lässt die Kasse bei jedem abspielen klingeln. Das meine Freunde ist Geld verdient.

      Nun kann man sagen, ja wenn er aber nur einmal hört verdient das Label nix bzw. nicht so viel. Ja, stimmt, aber der Hörer spart Geld. Wer kauft sich eine CD um sie nur einmal zu hören? Das ist doch weggeworfenes Kapital. Das ist hart verdientes Geld. Manche haben nicht mal so einen hohen Stundenlohn wie ein Hörspiel kostet, geschweige denn die Zeit bei so einem geringen Verdienst sich Hörspiele anzuhören. Ich triffte ab... sorry.
      http://www.blackdays.de - http://timeshift.blackdays.de - TimeShift kostenloses Hörspiel - Finale ist online, Folge 8 "And All My Dreams, Torn Asunder" * TS 7.1 TechDemo *

      Detlef schrieb:

      warbird schrieb:

      Wenn streaming für Hörspiele schlecht ist, dann sollen die Label sie dort nicht einstellen.

      Markus0815 schrieb:

      Andererseits richtig, wenn ich nichts damit verdiene, wieso biete ich es im Streaming an? Selbst Audionarchie, die da ja bekannte Gegner sind, sind ja vertreten


      Audionarchie stellt dort gar nix ein, sondern deren Download-Vertrieb aka Highscore Music. Das Highscore extrem offen für den Download ist und CDs als tot erklärt, ist bekannt ;)
      Warum es angeboten wird? Es ist halt Inn, aber ob das auf lange Sicht gluck ist?! Warum sollten so die nötige Anzahl von Hörern zusammenkommen?! Okay, solang es noch die CD und die legalen Downloads gibt, gibt es evtl. eine schöne Gesamtsumme.
      Aber warum einige den Punkt übersehen, das so auch Käufer der "Teueren Versionen" (Download/CD) verloren gehen können, verstehe ich nicht...


      Den Punkt übersieht glaube ich niemand :).
      Den Filmleuten ist sicherlich auch klar, dass dank Netflix und co. weniger Leute DVDs kaufen als vorher aber die bekommen ja auch von Netflix Geld dafür dass Ihre Inhalte gestreamt werden. Kann mir nicht vorstellen dass die dort nur pro abgerufenem Inhalt bezahlt werden sondern eben auch dafür, dass Sie überhaut die Inhalte dort anbieten.
      Es ist halt eine Entscheidung die der Vertrieb trifft, wo die Inhalte wie wann und zu welchem Preis angeboten werden. Wenn es der Audioanarchie total gegen den Strich gehen würde dass Ihre Inhalte beim Streaming angeboten werden, tja dann tut mir das nicht leid, denn dann hätten Sie sich vorher mit Ihrem Vertrieb diesbezüglich einigen müßen, bzw. sich einen anderen Vertrieb suchen müßen oder sogar den Vertrieb selbst übernehmen sollen (was ja so schwer auch nicht ist, wenn man bsw. nur noch als Downloadverkäufer oder CDs nur über den eigenen Shop vertreibt).

      Jemand der nicht will dass seine Produkte bei Streamingplatformen erhältlich sind kann dies auch durchsetzen oder er machts halt selbst.
      mfg
      warbird

      Life is a journey not a destination.
      Ich glaube, das Hörspiel dass ich am meisten gehört habe, war 30 mal. Auf 1.000 mal komm ich nicht und kann mir auch nicht vorstellen dass das ein anderer schafft, erst recht nicht bei den meisten seiner Hörspiele. Aber das Beispiel funktioniert nur, wenn es die Mehrheit betrifft uns nicht nur einzelne.

      Telliminator schrieb:

      Ich hab da noch einen Punkt, den ich völlig außer acht gelassen habe. Den will ich mal loswerden, in Form eines Beispiels.

      Ein Label verkauft eine CD zum bestmöglichsten Preis. Der Kunde ist glücklich und hört es sich hundert mal, tausend mal oder noch öfter an - bis ihm schlecht wird von mir aus. Das Label hat Geld verdient mit dem Verkauf von einer CD. Jetzt kopiert dieser Käufer sich die CD für mal im Auto zu hören und macht sich davon vielleicht ein MP3 um es zu Hause auf dem PC oder auf dem Handy, Tablet etc. zu hören. Der Kunde nutzt das Hörspiel was er ehrlich erworben hat auf viele Art und Weise mit den modernen Möglichkeiten die man heute so zur Verfügung hat. Nun, muss das Label vielleicht zähneknirschend feststellen - Mist er hat es einmal gekauf und kann es so oft nutzen wie er will bzw. bis die CD kaputt ist. An den vielen Einsatzmöglichkeiten verdiene ich gar nicht mehr. Hier kommt nun das Streaming ins Spiel. Hier "verdient" das Label mit jedem mal hören seines Produktes, egal ob es auf dem Handy läuft, dem TV, Computer usw. vom klassischen Dauertonträger mausert sich das Produkt zum "pay-per-hear" Angebot und lässt die Kasse bei jedem abspielen klingeln. Das meine Freunde ist Geld verdient.

      Nun kann man sagen, ja wenn er aber nur einmal hört verdient das Label nix bzw. nicht so viel. Ja, stimmt, aber der Hörer spart Geld. Wer kauft sich eine CD um sie nur einmal zu hören? Das ist doch weggeworfenes Kapital. Das ist hart verdientes Geld. Manche haben nicht mal so einen hohen Stundenlohn wie ein Hörspiel kostet, geschweige denn die Zeit bei so einem geringen Verdienst sich Hörspiele anzuhören. Ich triffte ab... sorry.


      Ach ich glaube es gibt zig Leute die sich eine Hörspiel CD maximal noch eine handvoll Male anhören. Die einzigen die sowas hoch und runter hören dürften wohl Kinder sein - sofern man Ihnen noch kein Spotify Handy in die Hand gedrückt hat ;). Wer kauft sich denn bsw. Mark Brandis und hört die CDs dann täglich immer und immer wieder? Das dürfte doch ein verschwindend geringer Teil sein. Ich glaube eher dass sich halt der "Sammler" eine CD kauft, damit er die im Regal stehen hat.
      Diesen Punkt halte ich für vernachlässigbar um ehrlich zu sein.
      mfg
      warbird

      Life is a journey not a destination.

      Detlef schrieb:

      Audionarchie stellt dort gar nix ein, sondern deren Download-Vertrieb aka Highscore Music. Das Highscore extrem offen für den Download ist und CDs als tot erklärt, ist bekannt


      Der Vollständigkeit wegen: Ich wurde von Audionarchie gerade eben per eMail informiert, das sehr wohl die Entscheidung bei Audionarchie liegt, was mit deren Produktionen passiert.
      Allerdings verstehe ich diesen Einwand nicht, denn ich hab mit obiger Aussage nicht bezweifelt, das vorher alles abgeklärt wird, nur das Audionarchie nix einstellt, sondern deren Downloadvertrieb.
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      hoernews.de
      kurtz-check.de
      Wenn es genehm ist, würde ich gerne noch einmal auf das eigentliche Thema dieses Threads zu sprechen kommen.

      Von meiner Warte aus sind Streams eine sehr ambivalente Angelegenheit, weshalb sie gleichermaßen Segen und Fluch sind.

      Vordergründig sind sie für die Nutzer der gängigen Portale ein Segen, denn für einen niedrigen monatlichen Fixbetrag (es gibt auch noch Spotifys Gratis-Angebot, ich weiß) kann man sich eine Vielzahl an älteren, aber auch an brandneuen Produktionen anhören. Und die Zahl der verfügbaren Titel wird von Woche zu Woche größer. Für das gleiche Geld könnte man sich maximal eine Hörspiel-CD pro Monat kaufen. Besser könnte es eigentlich aus Sicht dieser Klientel also scheinbar gar nicht laufen.

      Für die CD-Sammler sieht die Welt schon anders aus. Bereits heute gibt es schon eine Reihe von Produktionen, die nur noch „Digital Only“ angeboten werden. Und einmal angenommen, immer mehr Hörer wenden sich von der CD ab und den Streams zu, dann wird es immer mehr Hörspiele geben, die gar nicht erst auf CD erscheinen, weil sich eine Pressung mangels Nachfrage nicht mehr lohnt. Oder aber, die CDs werden wegen der immer kleineren Auflagen immer teurer. So oder so könnten die Streams den Tod des Hobbys „Hörspiel-CDs sammeln“ bedeuten.

      Genanntes Szenario setzt allerdings voraus, dass diese Wanderungsbewegung von der CD hin zu den Streams wirklich stattfindet. Mangels öffentlich zugänglicher belastbarer Zahlen lässt sich für mich nicht abschätzen, ob dies tatsächlich der Fall ist. Ich weiß von Leuten, die keine CDs (und auch keine Downloads) mehr kaufen, sondern nur noch streamen (und zwar nicht nur im Hinblick auf Musik und Hörspiele, sondern auch TV-Serien und Filme). Aber ob dies ein Massenphänomen ist, wird die Zeit zeigen müssen.

      Für ein Label sind die Streams nur dann ein tragfähiges Vertriebsmodell, wenn seine Produktionen (bzw. die einzelnen Tracks) eine sehr große Zahl an Zugriffen verzeichnen. Das ist aber nur bei den wenigsten Labeln der Fall, weshalb die Steams für die meisten Produzenten wohl eher ein Taschengeld oder eine Werbemaßnahme darstellen. Vielleicht auch noch den Versuch, den illegalen Uploadern die Tour zu vermasseln. Aber die Produktionskosten durch Einnahmen aus den Streams zu refinanzieren, wird der Masse der Label nicht möglich sein. Wenn dann noch die Verkaufszahlen der CDs und der Downloads sinken, weil die Kunden lieber streamen, wird dies in der Hörspiellandschaft deutliche Spuren hinterlassen. In diesem Szenario würde es unausweichlich einen Konzentrationsprozess geben, dem viele kleine Anbieter zum Opfer fallen. Zwei oder drei größere Anbieter würde es dann noch geben. Sollte daneben noch etwas existieren, dann Independent-Hörspiele von Leuten, die tagsüber ihrem Hauptberuf nachgehen und in der Freizeit produzieren, weil die vom Hörspiel-Machen nicht leben können. Dieser Prozess hätte dann natürlich auch große Auswirkungen für die Fans, denn das Angebot an Titeln dürfte deutlich zurückgehen. Inhaltliche Vielfalt fände wohl auch eher kaum noch statt. Kostenintensive Hörspielproduktionen dürften zugunsten preiswert zu realisierender Lesungen noch weiter in den Hintergrund treten.

      Was man natürlich trotzdem nicht ausschließen kann, ist die Möglichkeit, dass Hörspiele durch die Streams wieder zu einem Massenphänomen werden und sich so tatsächlich Zugriffszahlen erzielen lassen, die auch für kleinere Anbieter zum Überleben ausreichen. Doch dann wäre da immer noch das Problem, dass die Entlohnung pro gestreamtem Track so lächerlich gering ist.

      Meine persönliche Hoffnung ist, dass sich längerfristig ein Mix aus CD-Verkäufen, Download-Verkäufen und Streams ergibt, der den Labeln jene Einnahmen beschert, die sie brauchen, um auch in Zukunft weiterhin produzieren können. Ansonsten habe ich die große Sorge, dass es zwar einerseits zwar kaum noch etwas kostet, sich Hörspiel anzuhören, es aber andererseits kaum noch etwas zu hören gibt...

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „SciFi Watchman“ ()

      pmartin schrieb:

      Dazu noch: Es geht nicht gegen Wadgar Ellace an sich, sondern eher an die Sichtweise bzw. Einstellung, oder genauer gesagt: Der Trend der sich in so vielen Bereichen längst abzeichnet. Wie denkt ihr darüber?

      Wer hats erfunden ?!
      Wer macht dabei mit ?! - hier sind die Labels, Verlage, usw. gemeint ....
      Wer das nicht mitmachen will, macht nicht mit oder geht gegen vor, wenn man es unrechtmäßig ohne Zustimmung macht ...

      Von den Machernseite aus darf sich IMHO keiner beschweren - self schuldeling !!



      und ob das für die Zukunft des HSPs von Bedeutung ist, wissen nur die die Ahnung haben ...




      Das ist mein € dazu ^^
      # #
      Downloads Ja --- Streaming Nein
      # #
      " DU! DU! DU! "


      Klar wird die CD aussterben. Weil die Nachfrage nach physikalischen Datenträgern generell sinkt und die Leute die Daten direkt aus dem internet bekommen wollen. Vor streaming wäre die CD wegen den Kaufdownloads langsam ausgestorben und nun wird Sie dank streaming einfach schneller verschwinden.
      Nur werden halt immer weniger Geld für einen Download ausgeben wenn es durch streaming billiger wird.

      Wenn alle Menschen ach so nett wären, dann würden Sie statt der TVs made in china das doppelte für den gleichen TV made in Germany bezahlen um die Arbeitsplätze in Deutschland zu haltten... Das funktioniert halt nicht.

      @luke
      schön zu sehen wie konsequent du doch wieder bist :D
      mfg
      warbird

      Life is a journey not a destination.

      „Streaming“…Fluch oder Segen?

      warbird schrieb:

      Klar wird die CD aussterben. Weil die Nachfrage nach physikalischen Datenträgern generell sinkt und die Leute die Daten direkt aus dem internet bekommen wollen.

      Das hat man damals wohl auch bei der MC gesagt und die ist auch immer noch da.
      Bis die CD weg ist dauert es hoffentlich noch etwas. ;)

      Flori1981 schrieb:

      Das hat man damals wohl auch bei der MC gesagt und die ist auch immer noch da.Bis die CD weg ist dauert es hoffentlich noch etwas.


      Na ja, im Promille Bereich vielleicht. ;) Bei der MC kann man nun nicht wirklich sagen, dass sie noch am Markt ist.

      Und zum Thema an sich...

      Ich nutze Streaming immer ausgiebiger, dass gebe ich zu, schon weil es sehr verlockend ist für nur 10 Euro im Monat soviel geboten zu bekommen. Aber, wenn wir alle mal ehrlich in uns hinein hören, muss man einfach mal zugeben, dass das Streaming schon eher ein "Fluch" ist und ganz sicher noch negative Konsequenzen haben wird. Für eine "Marktbereinigung" wird er auf alle Fälle sorgen.