HÖRSPIELKOLUMNE "GEDANKEN EINES HÖRSPIELFANS 2/2015" - Warum sich nicht auch einmal Zeit nehmen?

      HÖRSPIELKOLUMNE "GEDANKEN EINES HÖRSPIELFANS 2/2015" - Warum sich nicht auch einmal Zeit nehmen?

      Hört ihr öfters... 11
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        neue Hörspiele zum ersten Mal (4) 36%
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        beides ungefähr gleich oft? (4) 36%
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        ältere Hörspiele zum wiederholten Mal (3) 27%
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        siehe thread (0) 0%
      In den letzten Jahren habe ich unglaublich viele Hörspiele konsumiert und regelrecht "weg gehört". Kaum hatte ich ein Hörspiel gehört, sind schon wieder 2 Hörspiele auf meinen Stapel der ungehörten Hörspiele dazu gekommen. Das hatte natürlich den immens großen Vorteil immer up to date zu sein und immer zu den neuen Hörspielen etwas zu sagen und zu schreiben zu haben. Auch wenn viele Labels da draußen zu recht von einer Talsole der Hörspielnachfrage schreiben, so hat man als Sammler und Vielkäufer einen ganz anderen Eindruck. Man kommt mit dem Hören einfach nicht mehr nach! @warbird hat mir mit einem seiner Beiträge aus der Seele gesprochen:

      Als Kind hatte ich halt "nur" maximal 20 - 30 Stück die dann immer und immer wieder gehört wurden. Heute gibt es kaum noch ein Hörspiel das ich öfter als 3x hören würde, weil einfach eine riesen Auswahl von immer neuen Hörspielen da ist. Wenn ich den Tietel einer der Folgen aus meiner Kindheit lese kann ich noch genau sagen worum es in der Folge ging. Aktuelle Sachen gehen bei mir leider schon fast bei einem Ohr rein und beim anderen wieder raus. Daher kaufe ich mir schon so gut wie keine Hörspiele mehr sondern lasse mich halt von Spotify gratis bestreamen.
      Eigentlich schade aber bei der Masse an Inhalten kommt es bei mir kaum noch vor, dass ich irgendwelche Lieblingsfolge von irgendwas habe.


      Nachdem mein letztes Jahr nicht so gut verlaufen ist, habe ich mir selbst einen Stop in vielen Dingen auferlegt. Ich habe kurz inne gehalten und regelrecht verschnauft. Und siehe da, dieses "Pause machen", kann unglaublich erholend sein. Kein Stress mehr etwas "weg hören zu müssen", nicht mehr von einem Hörspiel zum nächsten Hörspiel hetzen und durch das Vielhören das eigentliche Hörspielerlebnis aus den Augen verlieren. Mit dem Hörspiel hören habe ich natürlich nicht aufgehört, ganz im Gegenteil. Ich habe mich in Ruhe in meinen leider ziemlich herunter gekommenen Hörspielraum (warum ist eine andere Geschichte) gesetzt und mich umgesehen. Dann habe ich mir überlegt welche dieser vielen Hörspiele, dieser vielen Serien und Reihen ich gerne wieder hören möchte. Ich habe mich auch bei vielen Hörspielen gefragt ob ich überhaupt noch weiß, was denn der eigentliche Inhalt war. Oft wußte ich es nur Bruchstück Weise, oft setzte meine Erinnerung komplett aus. Unglaublich schade, wie viele schöne Hörspielstunden dadurch verloren gehen. Ich dachte: " Nicht mit mir". Ich habe angefangen alte Serien am Stück wieder zu hören. Keine Hörspiele- und Hörspielserien aus meiner Kindheit, denn diese, wie warbird richtig schreibt, kennt man auswendig, weil man sie so oft gehört hat. Die späteren aber nicht mehr, leider. Und so habe ich unter anderem Danger, Offenbarung 23, Edgar Allen Poe, Schattenreich, PSI-Akten, Dark Side Park und aktuell Porterville noch einmal gezielt, konzentriert, öfters und möglichst am Stück hintereinander gehört. Kaum zu glauben, was einem beim mehrmaligen Anhören alles auffällt, dass einem beim ersten Hören unentdeckt bleibt oder was man nach so langer Zeit schon wieder vergessen hat. Für mich hat sich ein ganz ein neues Hörspielerlebnis aufgetan. Ich habe dadurch bestimmte neue Serien vernachlässigt, aber was solls? Die kommen einfach später dran. Und bald einmal noch einmal, sofern sie mir wirklich sehr gut gefallen haben. Mit dem hetzen und hinter her hecheln habe ich bis auf weiteres Schluss gemacht. Und es tut gut. Und wisst ihr wer mich darauf aufmerksam gemacht hat? Meine Tochter Pia, die ein Hörspiel nicht 1x hört und dann verschwindet es im Regal, sondern die es unglaublich oft hört. Genau so wie ich es als Kind selbst gemacht habe.

      Unsere Zeit bietet unglaublich viele und tolle Hörspiele an. Es wäre schade, wenn wir in 10 Jahren als Lieblingshörspiele immer noch jene aus unserer Kinderzeit aufzählen würden und die, die danach kommen, gar nicht mehr richtig kennen. Jede Zeit hat großartige Hörspiele hervorgebracht, die es wert sind, öfters gehört zu werden. Selbst wenn man dafür das eine oder andere aktuelle Hörspiel später hört. Warum sich nicht auch einmal Zeit für ältere Hörspiele nehmen? Ich nehme sie mir jetzt!

      Über Kommentare in Form von Postings, PMs oder Emails würde ich mich freuen!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Markus G.“ ()

      Ein sehr schöner Artikel, in dem ich mich wiedererkennen konnte. Auch ich greife in der letzten Zeit immer wieder zu Produktionen aus den letzten Jahren, um sie noch ein weiteres Mal zu erleben. Doch wie Du es auch schon geschrieben hast, muss man sich dafür gezielt Zeit nehmen - was häufig aber nicht passiert, da ständig neue Hörspiele auf den Markt kommen. Und neues ist natürlich immer attraktiver als das, was man schon kennt. Ich habe mich kürzlich noch einmal durch "Planet Eden" und "Das dunkle Meer der Sterne" gehört und will den Sommer noch für einige Durchläufe anderer Serien nutzen.

      Markus G. schrieb:

      Es wäre schade, wenn wir in 10 Jahren als Lieblingshörspiele immer noch jene aus unserer Kinderzeit aufzählen würden und die, die danach kommen, gar nicht mehr richtig kennen.


      Ich habe mich auch schon mal gefragt, was von den Hörspielen der 2000er Jahre wohl noch als "Klassiker" im Gedächtnis sein wird, wenn die Hörspielfans 2020 oder 2025 auf diese Ära zurückblicken. Zu einem Ergebnis bin ich aber noch nicht gekommen. Das muss dann wohl die Zeit zeigen...

      Markus G. schrieb:

      In den letzten Jahren habe ich unglaublich viele Hörspiele konsumiert und regelrecht "weg gehört". Kaum hatte ich ein Hörspiel gehört, sind schon wieder 2 Hörspiele auf meinen Stapel der ungehörten Hörspiele dazu gekommen. Das hatte natürlich den immens großen Vorteil immer up to date zu sein und immer zu den neuen Hörspielen etwas zu sagen und zu schreiben zu haben. (...) Ich habe kurz inne gehalten und regelrecht verschnauft. Und siehe da, dieses "Pause machen", kann unglaublich erholend sein. Kein Stress mehr etwas "weg hören zu müssen", nicht mehr von einem Hörspiel zum nächsten Hörspiel hetzen und durch das Vielhören das eigentliche Hörspielerlebnis aus den Augen verlieren.


      Kann ich sehr gut nachfühlen. So ein bisschen innere Einkehr ist niemals falsch. Auch ich bin früher oft nur dem Neuen, Aktuellen hinterher gehechelt, ohne mir wirklich einmal richtig Zeit für ein HSP zu nehmen.

      Man lässt sich ständig unter Druck setzen (merkt das manchmal gar nicht) und denkt ganz ängstlich, dass man ja vielleicht was verpassen könnte. Und später merkt man, dass das alles gar nicht so die Aufregung und Schnelligkeit wert war. Und dann sitzt man auf einem Haufen HSPe, die man mäßig bis schlecht findet und kann sich darum kümmern, dass man sie irgendwo wieder los wird.

      Früher in Kinder- und Jugendtagen hat man ja in eher gemäßigtem Tempo HSPe konsumiert und nicht wie wahnsinnig eins nach dem anderen „weggehört“ wie ein Fließbandarbeiter. Man hat nicht wie wahnsinnig gekauft, jedes HSP vielleicht nur einmal gehört, in irgendeinem Forum was dazu runtergeschrieben (nur aufgrund des ersten Eindrucks), es dann ins Regal gestellt und vergessen und sofort das nächste angeschmissen. Sondern man hat dieselben HSPe immer wieder gehört, oft bis man sie auswendig kannte. Erst dadurch hatten HSPe die Möglichkeit, wirklich ins Bewusstsein zu dringen. Und manche haben erst dadurch ihre Qualität gezeigt, die man sonst vielleicht gar nicht erkannt hätte. Dadurch hat man auch letztlich viel mehr von einem HSP gehabt.

      Ich bin daher schon seit einigen Jahren (hängt wohl auch mit meinem fortgeschrittenen Alter zusammen) dazu übergegangen, in Sachen HSPe alles sehr ruhig und gemächlich angehen zu lassen und mich nicht ständig durch Neuankündigungen anheizen zu lassen. Bis ich mich zum Kauf eines neuen HSP entscheide, wäge ich ziemlich lange ab und fülle meine freie Zeit lieber mit dem Hören mir bereits bekannter HSPe, die ich noch nicht so gut kenne. Auch ich habe da schon so manches Mal ganz neue Details entdeckt. Oder ich teste ein neues Radiohörspiel. Kurz: Ich habe gelernt, in erster Linie Hörer und kein Sammler zu sein.

      Manchmal habe ich sogar das Gefühl, dass ich auch ohne viele neue HSPe gut weiterleben kann. ;)

      Aber natürlich (das darf man der Fairness halber nicht verschweigen) ist ein solches „ruhiges“ Konsumverhalten schlecht für die Labels. Die leben letztlich davon, dass jede Neuerscheinung fleißig gekauft wird.

      @SciFi Watchman: Die Generation, die die 2000er HSPe als ältere Kinder oder Jugendliche kennen gelernt haben, werden diese garantiert in 30 Jahren als Klassiker betrachten. So wie ich heute die HSPe der 70er Jahre als Klassiker betrachte. ^^

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „H. Hatch“ ()

      Ein sehr schöner Artikel Markus! Du sprichst mir aus der Seele.
      Diesen Hörstress habe ich leider auch.
      Teilweise fühle ich mich von der Flut der Hörspiele erschlagen und verliere schon wieder alleine beim Blick auf das "nicht gehört Regal" die Lust.
      Ich habe mir daher angewöhnt, mir selbst nicht mehr den Druck zu machen, alles neue sofort z hören. Ich warte bis die Laune dazu passt. Und Hörspiele die mir gefahren, werden auch mehrmals hintereinander gehört.

      Besonders häufig dürfte ich wohl dorian hunter gehört haben, und ich glaube da wird es auch mal wieder zeit für einen Marathon. :D
      Oder gegen schlechte Laune Doktor Döblingers geschmackvolles Kasperltheater - ich habe alle Folgen jetzt innerhalb von wenigen Monaten so oft gehört, dass ich sie teils mitsprechen könnte, und dennoch lache und grinse ich in jeder Folge vor mich hin.

      Danke Markus! Du hast mir den Anstoß gegeben, meinen Bestand mal wieder durchziehen und das zu hören, worauf man gerade Lust hat und schon lange nicht mehr im Player war.
      Traditionen sind wie Teller


      da um zergebrochen zu werden
      Die Generation, die die 2000er HSPe als ältere Kinder oder Jugendliche kennen gelernt haben, werden diese garantiert in 30 Jahren als Klassiker betrachten. So wie ich heute die HSPe der 70er Jahre als Klassiker betrachte. ^^


      würde ich zustimmen aber ich glaube nicht dass das in gleicher Weise noch auf die Menschen zutreffen wird die in 5 Jahren geboren werden.
      ich vermute Mal dass die meisten Eltern bis dahin Streaming Dienste nutzen werden, die dann natürlich auch mit den Kids geteilt werden.
      Die können damit dann auch direkt auf Riesen Bibliotheken zugreifen und werden das auch nutzen. Hätte ich als Kind Zugriff auf Tausende Hörspiele gehabt hätte ich wohl auch kaum eines 2x gehört. Wobei ich nicht mal sicher bin ob ich Hörspielfan geworden wäre wenn statt dessen auch Serien und Filme gucken hätte können wann und so oft ich wollte.
      mfg
      warbird

      Life is a journey not a destination.
      @Lola: Genau das habe ich auch versucht in meiner Kolumne auszudrücken. Klar wird man nicht gezwungen, aber manches nimmt oft eine Eigendynamik an, der man sich oft nicht mehr entziehen kann bzw. es wird einem gar nicht so bewusst. Menschen machen oft Dinge, die nicht immer gut für einem sind, zu denen wir auch nicht gezwungen werden, siehe “rauchen“, ungesunde Ernährung, Alkohol usw.! Beim Hörspiel hören finde ich es nach langer Nachdenkpause sehr schade, wie viele sehr gute Hörspiele ich besitze, diese aber nicht mehr geniessen kann, weil ich nur mehr mit aktuellen Hörspielen beschäftigt bin. Daher mein Umdenken in meinem Hörverhalten.

      Mit Gabriel Burns, Gruselkabinett, O23 ( wieder einmal,aber jetzt mit dem Wissen der letzten Folge!) und Goldagengaarden habe ich in der näheren Zukunft weitere tolle Serien und Reihen zu hören. Ich freue mich sehr darauf!!!
      Das kann ich so gut nachvollziehen, Markus G.!

      Bei mir ist es so, dass ich durchs Schreiben und manch andere Verpflichtung nicht mehr so viel Zeit, nein: Muße, zum Lesen oder Hörspielehören habe, wie früher. Und ich müsste echt nachdenken, wann ich mich zum letzten Mal entspannt hingesetzt oder hingelegt habe, um mir ein Hörspiel anzuhören. Schon einige Monate her...

      Selbst zum Lesen muss ich mich zwingen, und wenn es nur ein Comicheft wäre.

      Na ja, ich will nicht klagen. Aber Muße zu haben, um sich mit Dingen zu beschäftigen, die einem Spaß machen - sei es, sich einen Film anzusehen oder ein gutes Buch zu lesen, oder sich ein Hörspiel anzuhören - das ist schon Luxus. Ab und zu muss man sich das mal gönnen. Das richtige Maß zu finden ist wichtig. Zu viel Muße führt (bei mir leider oft) zu "Wer rastet, der rostet". Zu wenig Muße führt wiederum zum hektischen "noch-mehr-Strampeln" im Hamsterrad. Die goldene Mitte muss man finden, irgendwie.

      warbird schrieb:

      ich vermute Mal dass die meisten Eltern bis dahin Streaming Dienste nutzen werden, die dann natürlich auch mit den Kids geteilt werden. Die können damit dann auch direkt auf Riesen Bibliotheken zugreifen und werden das auch nutzen. Hätte ich als Kind Zugriff auf Tausende Hörspiele gehabt hätte ich wohl auch kaum eines 2x gehört. Wobei ich nicht mal sicher bin ob ich Hörspielfan geworden wäre wenn statt dessen auch Serien und Filme gucken hätte können wann und so oft ich wollte.


      Ich wahrscheinlich auch nicht. Und selbst wenn: Bei einem so riesigen Angebot hätte ich restlos den Boden unter den Füßen verloren. Ich tendierte als Kind ohnehin dazu, mehr HSPe, Radio und Fernsehen zu konsumieren, als mir gut tat. Aber bei Tausenden HSPen wäre ich endgültig zum Junkie geworden. Aber ich bin sicher: Ich hätte dabei keinen wirklichen Spaß empfunden - oder hätte ihn mir höchstens eingebildet. Vor allem hätte ich dann dazu tendiert, ein HSP schon nach 5 Minuten auszumachen und "weiter zu switchen", weil ich immer ungeduldiger geworden wäre angesichts der Masse, die ich "abzuarbeiten" gehabt hätte.

      Aber wahrscheinlich hast du recht, dass dies die Zukunft sein wird. Die Konsumgeschwindigkeit von HSPen wird dadurch immer mehr ansteigen anstatt sich zu entschleunigen.
      Hier spielt aber auch das Zusammenspiel zwischen Eltern und Kinder eine Rolle. Pia möchte von sich aus ein Hörspiel, einen Film oder eine TV-Serie immer und immer wieder hören bzw. sehen. Und ich unterstütze dies auch und füttere sie nicht immer und immer wieder mit etwas Neuem. Pia könnte auch aus Tausenden Hörspielen auswählen. Will sie aber gar nicht. Ich denke doch dass Kinder hier noch etwas anders ticken, wobei natürlich auch die Eltern das Verhalten steuern können und auch selbst natürlich eine Vorbildrolle einnehmen. Wenn Kinder sehen, dass Erwachsene nie etwas fertig machen, rasch aufgeben und selbst ständig etwas Neues konsumieren ohne etwas Älteres fertig gehört, gesehen oder gespielt haben, dann werden sie dieses Verhalten unbewusst übernehmen. Wie Ascan richtig andeutete, kommt es auf die richtige Mischung an, nämlich nicht nur an Altes zu hängen und Neues zu verteufeln, aber auch nicht immer Altes und Bewährtes sofort zu Gunsten etwas Neuerem aufzugeben.
      Keine Frage, dass Eltern eine Vorbildfunktion haben. Und ich hoffe, dass ich diese Funktion für meinen Sohn auch erfülle, indem ich halt nicht ständig von einem zum anderen hüpfe. Wie schon gesagt - diese Zeiten sind bei mir vorbei. Ich "füttere " ihn nur mit neuen HSPen, wenn er es möchte - und jetzt (mit 13) kommt das nicht mehr so oft vor.

      Aber ich denke, so lange die Kids noch klein sind, lassen sie sich auch leichter steuern. Ich für meinen Teil werde jetzt ab und zu mit bösen Blicken bedacht, wenn ich den Medienkonsum einschränke. Darum kommt für mich auch kein Streaming-Dienst in Frage. Denn irgendwann (das weiß ich schon jetzt) würde ich es bei meinem Sohn nicht mehr steuern können - oder es würde zumindest immer schwieriger werden. Das ist keine Verteufelung von etwas Neuem, sondern nur eine realistische Sorge, die für viele andere vielleicht nicht besteht. Aber ich kenne nunmal mich und meine Gene ... ;)

      Markus G. schrieb:

      Hier spielt aber auch das Zusammenspiel zwischen Eltern und Kinder eine Rolle. Pia möchte von sich aus ein Hörspiel, einen Film oder eine TV-Serie immer und immer wieder hören bzw. sehen. Und ich unterstütze dies auch und füttere sie nicht immer und immer wieder mit etwas Neuem. Pia könnte auch aus Tausenden Hörspielen auswählen. Will sie aber gar nicht. Ich denke doch dass Kinder hier noch etwas anders ticken, wobei natürlich auch die Eltern das Verhalten steuern können und auch selbst natürlich eine Vorbildrolle einnehmen. Wenn Kinder sehen, dass Erwachsene nie etwas fertig machen, rasch aufgeben und selbst ständig etwas Neues konsumieren ohne etwas Älteres fertig gehört, gesehen oder gespielt haben, dann werden sie dieses Verhalten unbewusst übernehmen. Wie Ascan richtig andeutete, kommt es auf die richtige Mischung an, nämlich nicht nur an Altes zu hängen und Neues zu verteufeln, aber auch nicht immer Altes und Bewährtes sofort zu Gunsten etwas Neuerem aufzugeben.


      Jab, weil du alter Knacker ;) und das halt noch so aus deiner Jugend kennst und teilweise vorlebst.
      Leute die in 5 Jahren Kinder kriegen sind Streaming gewohnt die streamen schon selbst ewig und da kommen nur die wenigsten auf den Gedanken sich auf irgendwelche Medieninhalte lange zu konzentrieren oder gar das gleiche 2x zu konsumieren. Behaupte ich jetzt einfach mal. Da wird einfach auf Folge 2 geklickt wenn Folge 1 rum ist und gut ist. Die Kids werden das dann auch so machen - warum auch nicht.
      Auch wollen Kinder meist was anderes gucken, spielen oder hören als Ihre Eltern. Meine Eltern hatten auch ein oder zwei Regale mit Büchern die mich nie interessiert haben, wundert mich daher nicht all zu sehr, dass deine Kinder nicht großartig an deiner Sammlung interressiert sind - ist ja fast schon automatisch Out was die Eltern haben/machen wenn man in ein bestimmtes Alter kommt :)
      mfg
      warbird

      Life is a journey not a destination.
      @warbird: Da hast Du mich falsch verstanden. Pia geht oft und gerne mit mir in meinen Hörspielraum und nimmt sich trotzdem nicht 20 Kinderhörspiele mit, was sie dürfte sondern nur eines, dass sie hört. Nicht weil es sie nicht interessiert, sondern weil sie zuerst das HÖrspiel hören möchte bevor sie ein neues hören möchte. Und dieses EIne hört sie dann öfters als einmal sondern mindeste 5x! Sie hört zwar keine Hörspiele als Stream, sieht aber Serien via Stream. Und auch hier sieht sie nicht quer durch alles was ihr an Kinderserien unter kommt, sondern sie sieht sich eine Serie an. Und wenn sie die Serie komplett gesehen hat, dann sieht sie viele Folgen noch einmal und noch einmal an. Das macht sie viel lieber als eine neue Serie "weg zu sehen". Für die mit sehenden Eltern ist dies nicht so toll ;)
      Es mag sein, dass man in Zukunft noch leichter via Stream hören und sehen kann, aber ob Kinder sich einem Stoff intensiver und öfters widmen oder nicht, liegt auch, nicht nur, an den Eltern und ihrem Verhalten.Der Umgang mit den neuen Medien und das Wert schätzen von Inhalten wird aber sicher in der Zukunft in der Medienerziehung eine wichtige Rolle spielen.
      In der Zeit, wo ich noch sehr aktiv Rezensionen geschrieben habe, war es wirklich stellenweise echter Stress. Label anschreiben damit man an die HSPs kommt und dann hören und was dazu schreiben.
      Dafür fehlt mir mittlerweile die Zeit. Die Gründe sind mannigfaltig...ich fahre nicht mehr soviel Auto, die Familie und die Freunde "kosten" Zeit, der berufliche Stress (den man sich oft selbst macht) und natürlich andere Hobbys.

      Nun habe ich verschnauft und mich auch nicht mehr wirklich in Foren blicken lassen.
      Jetzt höre ich wirklich nur noch das, was ich meine, was mir gefallen könnte. Lese Meinungen und Kritiken und entscheide danach über meinen Kauf. Was aber bleibt ist die Angst, dass man was verpasst. Aber wenn ich mich selbst betrachte, dann muss ich echt sagen, dass das Hören wirklich wenig geworden ist. Trotzdem liebe ich Hörspiel nach wie vor und bezeichne mich immer noch als Fan - wenn auch wohl weniger, als ich es mal war.
      @T-Rex: Welcome back!

      ​Aber wenn ich mich selbst betrachte, dann muss ich echt sagen, dass das Hören wirklich wenig geworden ist. Trotzdem liebe ich Hörspiel nach wie vor und bezeichne mich immer noch als Fan - wenn auch wohl weniger, als ich es mal war.


      Ich denke wir alle ändern unsere Prioritäten und da ist es ganz verständlich wenn Hörspiele nicht mehr einen so hohen Stellenwert haben wie früher. Trotzdem ist es schön wenn man seinem Hobby weiterhin treu bleiben kann. Ein Fan muss sich nicht zwangläsufig durch die Anzahl seiner gehörten Hörspiele definieren.

      Markus G. schrieb:

      Ein Fan muss sich nicht zwangläsufig durch die Anzahl seiner gehörten Hörspiele definieren.

      Das ist absolut richtig.

      Aber es ist auch interessant, dass es auch heute immer noch "Neueinsteiger" gibt, die dann auch noch zu einem richigen "Maniac" mutieren.
      Da gibt es Leute, die haben innerhalb eines Jahres ihre Sammlung verzehn- oder verhundertfacht und es ist kein Ende in Sicht.
      Ich finde sowas erfreulich erstaunlich. :)
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      Downloads Ja --- Streaming Nein
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      " DU! DU! DU! "


      HÖRSPIELKOLUMNE "GEDANKEN EINES HÖRSPIELFANS 2/2015" - Warum sich nicht auch einmal Zeit nehmen?

      LskH schrieb:

      Aber es ist auch interessant, dass es auch heute immer noch "Neueinsteiger" gibt, die dann auch noch zu einem richigen "Maniac" mutieren.
      Da gibt es Leute, die haben innerhalb eines Jahres ihre Sammlung verzehn- oder verhundertfacht und es ist kein Ende in Sicht.
      Ich finde sowas erfreulich erstaunlich. :)


      So ging es mir zur Jahrtausendwende obwohl ich wohl eher ein Wiedereinsteiger war aber da fast alles Gesammelte futsch war kann es dem gleich.

      Heute bin ich aber auch entspannter geworden.
      Ich muss nicht mehr alles hören, kaufen, kennen oder wissen.
      Es gibt Vieles von früher was ich nicht kenne bzw. gehört habe.
      Aber das kann man ja zum Glück nachholen.

      Flori1981 schrieb:

      Heute bin ich aber auch entspannter geworden.
      Ich muss nicht mehr alles hören, kaufen, kennen oder wissen.


      Irgendwann "verliert man wohl auch den Überblick" und man setzt sich Prioritäten, weil einfach die Ressourcen oder Interessen nicht mehr so (extrem) da sind ....
      Früher mußte ich auch alles haben - nun ja, meine Sammlung ist auch dem entsprechend - aber dann gabs einen "Bruch" und ich began zu selektieren:
      was sind wirklich meine Interessen ?, wie gut sind die Produktionen ?, ist ein Ende in Sicht oder wird es eine Endlosserie wo der Autor oder Produzent sich "verlaufen" ? ...
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      Ich habe zu Beginn meiner Kolumne noch eine Umfrage angehängt. Vielleicht habt ihr ja Lust mit zu machen bzw. auch hier dazu eure Meinung zu posten.

      Hört ihr öfters "neue Hörspiele" zum ersten Mal oder greift ihr öfters zu einem älteren Hörspiel bei dem ihr wisst, dass es euch gut gefällt?

      Vor noch nicht all zu langer Zeit hätte ich ganz klar mit ersterem geantwortet. Mittlerweile hat es sich doch ein wenig verschoben. Insgesamt höre ich wohl immer noch mehr Neues als Altes, aber ich nähere mich schön langsam einer ausgeglichenen Statistik.