Sherlock & Watson - Neues aus der Baker Street [DAV]

      Hoax schrieb:

      Ich habe heute den Teil 2 in der Post gehabt.

      Meiner kam vorhin mit der Paketpost (zusammen mit der Basil-Rathbone-BluRay-Box ^^ ).
      Erster Eindruck: Wie, kein Jewelcase, nur ein superdünnes Digipack? Sieht im Regal nicht gut aus, und die Schrift auf dem Rücken ist so natürlich auch entsprechend mickrig...

      Ich habe bis jetzt nur den ersten Track gehört und dann erst mal abgebrochen. Hm. Ich höre das zwar sicherlich heute abend noch zuende, aber soo begierig darauf bin ich nun nicht mehr. Der Anfangsdialog kam mir recht hölzern gesprochen vor. Jemand, der beunruhigt von seinen Sorgen um einen Freund ist und sein Gegenüber zu sofortigem Handeln bringen will, sollte nicht so klingen, als ob er seine Worte druckfähig formuliert von einem Zettel abliest. Selbst wenn er sich zusammenreisst, um nicht überspannt zu wirken, wäre ein klein wenig Aufregung in der Stimme und auch mal eine weniger schriftsprachliche Formulierung überzeugender gewesen...
      Abgesehen davon: Hat er den ganzen Kram wirklich auch in den Blog geschrieben? Mitten in einem womöglich sensiblen Fall?? #schetter#
      Aber gut, das war nur der Anfang, erst mal zuende hören....

      Markus G. schrieb:

      Ich gehöre wohl zur aussterbenden Hörspielfanrasse, die sich das Hörspiel kaufen wird. Es mag riskant sein, es mag teuer sein (für mich nicht), aber ich kann es mir auf CD anhören wann immer ich möchte und bin nicht irgendeinem Stream ausgeliefert, dass (nicht) zu hören, was mir dort angeboten wird. Da sind dann doch auch wieder einmal die Käufer, Sammler und Nostalgiker im Vorteil.



      ich wär nicht böse wenn ich es nicht mehr streamen könnte :D - auch wenn ich nicht weis wie das nun zum Thema des Threats passt ;)
      mfg
      warbird

      Life is a journey not a destination.

      warbird schrieb:

      ich wär nicht böse wenn ich es nicht mehr streamen könnte - auch wenn ich nicht weis wie das nun zum Thema des Threats passt


      Markus nutzt halt jede Gelegenheit, sich als physischen Hörspielsammler zu zelebrieren. Bis ihm die Industrie endlich ein Denkmal baut anstatt ihm die Abos zu kündigen und mit dem Anwalt zu drohen ;) Kleines Späßle, nicht persönlich nehmen ;)

      Zum Thema kann ich mich nur wiederholen, ich begrüße es, wenn sich Apple und Napster um die Hörspiele schlagen, auch wenn ich als Spotify-Kunde dann ein paar Monate warten muss. Ich werde da wie bei Sinclair neulich auch mal wieder den Kundenservice nerven ("Wieso haben Apple und Napster Kunden schon wieder Hörspiele drei Monate vor mir und wieso holt ihr nicht mal was für uns exklusiv...". Obwohl mir persönlich das eh egal ist, der Hörstapel ist hoch genug.
      Ich hab ja damals 2002 in der Wiener U3 zwischen Volkstheater und Neubaugasse mit dem Motorala A920 von Drei und Leni Riefenstahl das erste Selfie der Geschichte geknipst” - Aus meiner Biografie, erschienen im Jahr 2039, geschrieben im Jahr zuvor am Pool einer Finca auf den Balearen
      ​auch wenn ich nicht weis wie das nun zum Thema des Threats passt


      Ich denke, dass die Verfügbarkeit eines Hörspiels immer zum jeweiligen thread passt. Und wenn ich lese, dass manche es bedauern, dass es das Hörspiel auf diesem oder jenen Stream (noch) nicht gibt, dann fühle ich mich als Käufer doch privilegiert und freue mich, dass ich es ohne Schwierigkeiten hören kann. Ich werde dann berichten wie es mir gefallen hat.

      beli schrieb:

      Aber gut, das war nur der Anfang, erst mal zuende hören...

      Habe ich gestern abend getan. Noch mal von vorn, und der erste Track war mir auch beim zweiten Mal etwas zu lahm inszeniert, wenn ich den Inhalt betrachte. Überhaupt wäre das Ganze ein recht gemächliches Hörspiel gewesen, wenn da nicht an einigen Stellen diese hektische Begleitmusik so etwas wie Spannung und Eile vortäuschen würde - mich hat die aber eher gestört, zudem sie mir manchmal zu laut war.

      Die Sprecherleistungen waren soweit in Ordnung, ich habe aber bedauert, dass Holmes und/oder Watson keine prägnanteren Stimmen hatten. Welche, die ich mir wenigstens für die Dauer eines Hörspiels problemlos merken kann und in einer weiteren Folge sofort wiedererkenne...

      HP. Göldner schrieb:

      Auch die eigentlich sehr abstrakte Kunst der Deduktion, mit der Sherlock immer wieder seine Gegenüber verblüfft, wird hier sehr anschaulich in Form einer "Gedankenwolke" präsentiert, bei der man quasi in die Gedankenwelt des Meisterdetektives eintauchen und so seine Schlußfolgerungen in allen Einzelheiten miterleben und nachvollziehen kann.

      Man kann die Deduktion nur nachvollziehen, wenn man sich höllisch konzentriert und keinerlei störende Nebengeräusche - vorbeifahrende LKWs, Kindergeschrei - die ineinandergreifenden Folgerungsfetzchen übertönen. (Doch, ich höre noch gut - und ich stelle den CD-Player darum eher leise ein.)
      In der TV-Serie gab es ja statt dieser akustischen Gedankenwolke sehr viele Texteinblendungen, die auch schnell aufeinanderfolgten. Aber bei denen konnte man 1. notfalls die Pausetaste betätigen und in Ruhe das Standbild "durchlesen", 2. Lese ich offenbar schneller als ich überlappende Satzfragmente akustisch sortiere und 3. gab es in der Filmfassung nach Sherlocks interner "Datenverarbeitung" meist noch eine gekürzte Fassung für die anderen Anwesenden, die also auch der Zuschauer mitbekam - hier dagegen rauscht der Faktenbrei an einem vorbei, und als nächstes hört man die zweifelnden Kommentare von Lestrade.
      Da Sherlock seine Folgerungen nicht in dem Tempo herausgesprudelt haben kann - schon gar nicht zweistimmig mit sich überschneidenden Sätzen - muss er das Resultat also auch hier nochmal langsamer vorgetragen haben. Und wenn man das im Hörspiel drinliesse, würde viel von dem wiederholt, was er schon vorher gedacht hat - man hätte also zweimal den gleichen Text hintereinander. Dass das unschön wäre, ist mir klar. Aber so, wie es jetzt ist, gefällt es mir auch nicht besonders, das funktionierte im Film viel besser...

      visionary schrieb:

      Nervig waren diese Messenger-Unterhaltungen, die als Einblendungen in der Serie absolut großartig sind, im Hörspiel aber einfach nicht recht funktionieren wollen.

      Sehe ich genauso. Zudem: Bei Einblendungen hilft das Auge, Inhalt, Absender und Uhrzeit zu trennen und unwichtige Teile auszublenden. Ich war gerade an den Stellen ganz froh, dass ich die Sprecherliste schon vorher durchgelesen hatte - obwohl ich das eigentlich nicht so gern mache, weil man da oft schon zuviele Informationen bekommt, einem manchmal sogar schon der Täter verraten wird.

      (Geschmunzelt habe ich aber bei dem Namen Keyser Söze, schöne Anspielung auf The Usual Suspects)

      Wenn man den betreffenden Film nicht gesehen oder längst wieder vergessen hat, geht die Anspielung komplett an einem vorbei - und wenn man wie ich den ersten Teil der Serie nicht gehört hat, weiss man nicht mal, wie sich der Name schreibt. In der Sprecherliste wird er nämlich nicht aufgeführt. (Da dort ein anderer Name steht, der im HSP gar nicht vorkommt, und zwar sogar an prominenter dritter Stelle der Liste, kann ich mir zwar denken, wer es ist, aber trotzdem finde ich das nicht gut - da ist gerade mal EIN Satz von ihm im Hörspiel, und dafür gibts noch Ratespielchen im "Inlay"?? :thumbdown: )

      Tja, zum eigentlichen Fall... der war tatsächlich halbwegs neu. Im Kern jedenfalls, denn es waren doch reichlich Anklänge an Doyle und an die BBC-Serie drin. Tatsächlich habe ich, obwohl es ja nur so ähnlich war wie bei "Sherlock", eine ganze Zeit auf die Stelle gewartet, wo Watson nach dem Koffer fragt... ;)
      Leider kann man praktisch nicht mitraten. Noch weniger als bei den beiden Vorbildern (Buch/Film). Das ist für einen Krimi nur dann kein K.O.-Kriterium, wenn die Geschichte mich dennoch fesselt und vielleicht sogar mitfiebern lässt. Was sie nicht getan hat.

      Nun gut. Ich habe die Folge ja gekauft, weil ich neugierig auf die Darstellung des Sich-Kennenlernens war. Und zum Probehören. Diese Variante der Erstbegegnung kenne ich nun, die Neugier darauf ist also gestillt. Die Folge hat es aber nicht geschafft, bei mir brennende Neugier auf weitere Folgen zu wecken. Oder überhaupt Neugier. Wenn ich dann noch die in mehrerer Hinsicht unattraktive Verpackung der CD betrachte - die sich lt. den Fotos der anderen Folgen so fortsetzen wird - dann war es das für mich. Schade...
      .
      dann will ich auch mal, auch wenn ich vom zweiten fall nur die hälfte gehört habe.

      entgegen den bisher hier überwiegend geäußerten meinungen bin ich von beiden folgen (soweit gehört) ziemlich begeistert. tatsächlich frage ich mich mitunter, ob wir die gleichen hörspiele gehört haben, weil ich teilweise so gegensätzlicher meinung bin, dass ich schon gestutzt habe. irgendwie wurde ja an der serie von anfang an irgendwie gemäkelt, vom titel bis zu angeblich fehlenden lizenzen. habe mich da schon gewundert #gruebel#

      zu den sprechern: ich bin von beiden hauptdarstellern absolut angetan. ich mag herrn lukas eh und von herrn von bülow bin ich wegen mord mit aussicht sowieso voreingenommen. aber beide machen hier einen tollen job, von bülow den holmes mit der richtigen arroganz und distanziertheit, die ich mir so vorgestellt hätte. ich finde ihn fast perfekt als holmes. lukas ist ein ruhiger watson, der mich auch sehr überzeugt. er ist ein ganz anderer watson als herr groeger, den ich auch in seiner rolle mag. die beiden kann man auch nicht verwechseln, weder stimmfarbe noch tonfall ähneln sich. kai magnus sting ist überragend als mycroft, ich musste mehrmals hinhören, um ihn zu erkennen. auf der bühne ist er ja eine besengte sau (im besten sinne).

      die chatnachrichten finde ich super und mal was neues, beim inhalt und besonders bei den namen musste ich doch mehr als einmnal schmunzeln. sie sind ein erfrischendes element für mich, um auch mal aus der erzählstruktur auszubrechen. zu den namen: warum man/frau die tatsache negativ bewertet, einen namen aus einem film nicht mehr so parat zu haben, verstehe ich nicht. in erste folge hat derjenige auch eine größere rolle. da haben die nachrichten etwas mehr gewicht für die story...

      genauso empfinde ich die deduktion als sehr passend. gerade die geschwindigkeit und das überlappen machen deutlich, wie schnell und automatisch sherlock die fakten zusammenträgt und daraus schlussfolgerungen trifft. die tatsache, dass er das schneller und besser macht als der normalsterbliche, wird so eindrucksvoll dargestellt. mir gefällts! ich konnte ihnen auch folgen, zumal, wie schon erwähnt, lestrade meistens eh nachhakt. ich verstehe auch nicht, warum es besser ist, dass sherlock seine gedanken nochnal zusammenfasst, anstatt seine schlussfolgerung lestrade zu erklären.

      mitraten ist bei holmes finde ich generell schwierig, auch in den filmen. daher habe ich auch hier keine probleme damit, mich von holmes aufklären zu lassen.

      die storys sind gut und verschachtelt, aber nicht so, dass man sie viermal hören muss, um sie zu verstehen. die anzahl der toten ist jetzt auch nicht sooo dramatisch, und action habe ich keine bemerkt. der schusswechsel in teil 1 wird doch nach meiner erinnerung nur erzählt, oder?

      ich fand die musik passend und gut, ist wohl geschmacksache.

      ich liebe die bbc-serie und könnte sie einmal im monat schauen, und auch die hörspiele gefallen mir richtig gut. sie sind auch genug anders, um neben dem "altmodischen" holmes in seinen mannigfachen varianten eine berechtigung zu haben. und eine hörspielreihe neben der fernsehserie, die ja nicht gerade dadurch glänzt, einen mit fällen zu überschwemmen, kann ich gut vertragen. freue mich auf den frühling mit neuen folgen
      You're offended. Well so fucking what?

      reid schrieb:

      zu den namen: warum man/frau die tatsache negativ bewertet, einen namen aus einem film nicht mehr so parat zu haben, verstehe ich nicht. in erste folge hat derjenige auch eine größere rolle. da haben die nachrichten etwas mehr gewicht für die story...

      Warum sollte ich negativ bewerten, dass ich den Namen Keyser Söze vorher nicht kannte? Man muss ja nicht jeden Film gesehen haben. Nein, mich stört die simple Kleinigkeit, dass der Name zwar in Teil 2 auftaucht, aber nicht im Booklet steht. Obwohl sonst jeder drinsteht, der sich irgendwie am Chat beteiligt hat. Ich wüsste also nicht mal, wie sich der Name schreibt, wenn visionary ihn nicht hier erwähnt hätte. Dafür steht Moriarty gleich an dritter Stelle der Sprecherliste, wirkt also wichtig, und der taucht in Teil 2 namentlich gar nicht mit Text auf (oder bin ich zwischendurch unbemerkt eingeschlafen? Spräche dann aber auch nicht für das Hörspiel...)
      Nun habe ich die erste Folge ja gar nicht gehört. Ich weiss also nicht, inwieweit dort erklärt wurde, ob die beiden die gleiche Person sind oder nicht. Ich vermute es (und da ich "Sherlock" gesehen habe, vermute ich noch einiges mehr). Falls ja, finde ich es nicht gut, diese Kenntnis im Booklet von Teil 2 vorauszusetzen. Man hätte wenigstens beide Namen, mit Schrägstrich getrennt, hinschreiben können. Oder deutlicher machen, dass man die Folgen nur in bestimmter Reihenfolge hören darf.

      reid schrieb:

      genauso empfinde ich die deduktion als sehr passend. gerade die geschwindigkeit und das überlappen machen deutlich, wie schnell und automatisch sherlock die fakten zusammenträgt und daraus schlussfolgerungen trifft. die tatsache, dass er das schneller und besser macht als der normalsterbliche, wird so eindrucksvoll dargestellt.

      Wird es, so weit stimme ich zu. Sehr eindrucksvoll. Und mir fällt auch tatsächlich keine andere Möglichkeit ein, diese schnellen Gedankenabläufe "live" darzustellen. Das heisst aber nicht, dass mir die Lösung im Kontext des Hörspiels uneingeschränkt gefällt. In der Fernsehserie fand ich das super, hier nur "geht so".

      mir gefällts! ich konnte ihnen auch folgen, zumal, wie schon erwähnt, lestrade meistens eh nachhakt. ich verstehe auch nicht, warum es besser ist, dass sherlock seine gedanken nochnal zusammenfasst, anstatt seine schlussfolgerung lestrade zu erklären.

      Ob es besser wäre, bezweifele ich - wie ich schon schrieb, sind Wiederholungen des eben schon mal gehörten Textes auch ungünstig für ein Hörspiel. Nur können wir hier als Hörer zwar "hören", was Sherlock denkt (und ja, ich kann dem Gedankenfluss bei störungsfreiem Hören auch folgen, finde es aber trotzdem anstrengend). Wir erfahren aber nicht, welche dieser Gedanken er nur denkt und welche er an sein Gegenüber weitergibt. Der Teil wird ja übersprungen. Und dieser übersprungene Handlungsteil stößt mir jedesmal unangenehm auf. Er lässt sich auch durch die Nachfragen von Lestrade bzw. Watson nicht komplett rekonstruieren.

      reid schrieb:

      zu den sprechern: ich bin von beiden hauptdarstellern absolut angetan. ich mag herrn lukas eh und von herrn von bülow bin ich wegen mord mit aussicht sowieso voreingenommen. aber beide machen hier einen tollen job, von bülow den holmes mit der richtigen arroganz und distanziertheit, die ich mir so vorgestellt hätte. ich finde ihn fast perfekt als holmes. lukas ist ein ruhiger watson, der mich auch sehr überzeugt.

      Tja, ich habe mit den beiden Namen vorher exakt gar nichts assoziiert. Ich höre das Hörspiel gerade ein zweites Mal, und jetzt, wo ich beim zweiten Durchgang bewusster auf die Stimmen achte, kann ich noch immer wenig Begeisterung für die Auswahl aufbringen. Mit Watsons Stimme werde ich einfach nicht warm, die kommt mir manchmal nicht nur ruhig, sondern fast emotionslos vor. Und ich mag sie nicht. Vermutlich ist die Meinung, die man über Stimmen hat, genauso Geschmackssache wie die über Musik. Sherlock ist ganz gut gesprochen, aber die Stimme an sich ist in meinen Ohren so durchschnittlich, dass sie sich mir einfach nicht einprägt...

      Was gut herüberkommt, ist das Ambiente unseres Jahrhunderts. Aber wenn ich das haben will, schaue ich doch lieber "Sherlock".
      .
      Interessant, wie man das gleiche Hörspiel immer anders beurteilt. Liegt vielleicht auch an Erfahrungen und Wissen das man schon vorher erworben hat. Ich bin kein grosser SHERLOCK HOMES-Fan und kenne erstens nicht alle Geschichten und schon gar nicht die BBC-TV-Serie, aber diese Hörspiel-Serie finde ich gut. Sie holt mich da ab, wo ich eine gute Krimiunterhaltung im modernen Stil erwarte :thumbsup: ...

      Ich bin daher mit meiner Wahrnehmng mehr bei @reid ;) ...
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      http://www.hoerspiel-box.de "... die Hörspiel-Box - Hörspiele gut gehört ..."
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      bocksbox schrieb:

      HP. Göldner schrieb:

      ...und schon gar nicht die BBC-TV-Serie, aber diese Hörspiel-Serie finde ich gut.

      Dann bleibt Dir wirklich fast nichts andere übrig, als Dir die BBC-Serie anzusehen ...


      Ja, denke ich auch. Die ist zu gut, um sie nie gesehen zu haben.

      Ich nehme fast an, dass mir das Hörspiel unter anderem deswegen nicht so gut gefällt, weil ich es nicht am durchschnittlichen Hörspielkrimi messe, sondern an der BBC-TV-Serie. Die Ähnlichkeiten sind so groß, dass sich dieser Vergleich aufdrängt, und verglichen mit der TV-Serie hat die Hörspielreihe in meinen Augen einfach keine Chance. Ich wünschte, es wäre anders, weil ich ja eigentlich jeden Holmes-Krimi begrüße...
      .

      Markus G. schrieb:

      Dann wäre es aber wohl besse wenn HP die TV-Serie besser nicht sieht. Sonst gefällt ihm vielleicht die Hörspielserie auch nicht mehr...

      Er würde etwas verpassen...

      Aber ich bin mir auch nicht sicher, ob es so herum genauso abliefe. Wenn ich die TV-Serie erst nach dem Hörspiel gesehen hätte, hätte ich die Filme vielleicht eher als geniale Erweiterung eines guten Hörspiels mit optischen Mitteln empfunden. Stattdessen hatte ich (und dafür kann das Hörspiel natürlich nichts) einfach zu hohe Erwartungen.

      Wenn sich die Gelegenheit ergibt (soll heissen, ich finde eine CD im Sonderangebot - oder ich befasse mich doch endlich mal praktisch mit dem Thema Streaming), werde ich doch noch mal eine Folge hören. Vielleicht freunde ich mich ja doch noch mit Watsons Stimme und Sprechweise an...
      .

      Markus G. schrieb:

      Dann wäre es aber wohl besse wenn HP die TV-Serie besser nicht sieht. Sonst gefällt ihm vielleicht die Hörspielserie auch nicht mehr...

      Wahrscheinlich werde ich sie sowieso nicht sehen, da ich kein großer TV-Fan bin und nur selten vor der Glotze hocke #kopfschuettel1# ...

      Aber ich glaube auch nicht das dies etwas an meiner positiven Wahrnehmung der SHERLOCK & WATSON-Hörspiele ändern würde #beah# ...
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      beli schrieb:

      Ich nehme fast an, dass mir das Hörspiel unter anderem deswegen nicht so gut gefällt, weil ich es nicht am durchschnittlichen Hörspielkrimi messe, sondern an der BBC-TV-Serie. Die Ähnlichkeiten sind so groß, dass sich dieser Vergleich aufdrängt, und verglichen mit der TV-Serie hat die Hörspielreihe in meinen Augen einfach keine Chance. Ich wünschte, es wäre anders, weil ich ja eigentlich jeden Holmes-Krimi begrüße...



      Ich kenne auch beide. Nach anfänglicher Skepsis kann ich nicht behaupten, das es große Ähnlichkeiten zwischen den beiden gibt. Okay, beide transportieren Holmes in unsere Gegenwart, aber das macht für mich jetzt nicht unbedingt ne Kopie aus. Ich finde schon das die Hörspielserie genug eigene Wege geht und unterhalten kann. Natürlich kommt sie nicht an die BBC-Serie heran, aber muß sie das denn?

      Zumal gerade die BBC-Serie, obwohl sie nur kleine Ministaffeln hat, schon nach wenigen Folgen stark zu schwanken beginnt. Staffel 1 ist genial, Staffel 2 so la la und Staffel 3 hätte auch jede andere Serie sein können. Aber ich freue mich schon auf das Special, wo die Serie im viktorianischen England angesiedelt ist. Fragt sich nur , wann die von der ARD gezeigt wird.
      Besucht meine Homepageprojekte:
      hoernews.de
      kurtz-check.de
      Detlef's Kommentar, dass der Fernseh Sherlock stark schwankt und ab Staffel 2 nur noch lala und ab Staffel 3 jede andere Serie sein koennte, kann ich absolut nicht nachvollziehen und ich empfinde das ganz anders. Fuer mich war Staffel 1 war sehr gut, Staffel 2 mit Moriarty war AUSGEZEICHNET, besser als Staffel 1. Staffel 3 hat dramaturgisch mit der Abwesenheit des dominanten und ausgezeichneten Moriarty zu kaempfen ist aber auch immer noch typisch Sherlock, was man z.B. sieht, wie der neue Gegenspieler aufgebaut wird und wie Sherlock seinen Trick lueftet und wie er Watson dann aufklaert, dass er doch noch lebt (Spoiler!). Und dann das Finale der dritten Serie ... Darueber wird in meinem Buero immer noch heftigst diskutiert. Fuer mich ist das absolut einzigartig Sherlock und nicht austausschbar.

      Ich freue mich auch auf das Viktorianische Spezial, aber gerade dort erwarte ich, was Detlef fuer Staffel 3 empfindet. Das koennte irgendeine Serie sein da dort die uebergreifende Rahmenhndlung fehlen wird. Die macht aus der schon sehr guten Sherlock Serie eine einzigartige Serie. Das wird wohl aber bei dem Viktorianischen Special fehlen. So verschieden sind ie Geschmaecker

      BTW, heute wurde bekanntgegeben, dass diese Folge in England und in den USA am 1. Januar ausgestrahlt wird. Ich weiss nicht, wann das dann nach Deutschland kommt.

      Soderle, ich habe mir jetzt auch mal die Reihe... besorgt. Da ich die Veröffentlichungspolitik von DAV recht albern finde, habe ich mit der zweiten Folge begonnen, die das erste Treffen von Holmes und Watson schildert.

      Fangen wir mit der Auswahl der Sprecher und der Charakterisierung an:

      Florian Lukas durfte den Dr. Watson bereits 2012 im rbb-Hörspiel "Klassiker – Reloaded" sprechen.
      Er schafft es sehr gut, den Durchschnittsbürger rüberzurbingen, der Watson bei Conan Doyle ja eigentlich sein sollte. Jedoch bin ich mir nicht sicher, ob dieser Effekt wirklich so beabsichtigt war. Jedenfalls passt er nicht richtig zu Art, wie er im Hörspiel vorgestellt wird.
      Im ausgehenden 19. Jahrhundert war Krieg noch etwas nobles, und so haben sich viele leichtfertig für den Dienst um Krone und Vaterland gemeldet. Zudem war er nur kurz im Krieg, da er bereits bei seinem ersten großen Einsatz verletzt und Dienstuntauglich wurde.
      Heutzutage muss man schon sehr viel abgebrühter sein, um sich soetwas freiwillig anzutun. Und es passt einfach nicht, wenn der Soldat, der angeblich 12 Jahre lang an allen möglichen Krisenorten war, sich so anhört wie der Bubi an der Gemüsetheke.
      Nicht falsch verstehen: Ich will auf keinen Fall einen actiongeladenen Watson haben. Und ich gehe davon aus, dass seine Militärvergangenheit in künftigen Folgen bestenfalls eine sehr geringe Rolle spielen wird, was diesen Kritikpunkt relativieren wird. Aber dann fragt man sich, ob man diesen Punkt seiner Vergangenheit dann nicht einfach hätte streichen können?

      Aber natürlich steigt und fällt jede Serie mit ihrem Holmes. Im lauf der Jahre gab es die verschiedensten Interpretationen, vom gnadenlosen Zyniker bis zum perfekten Gentlemen.
      Die Version in dieser Serie fällt eindeutig nicht in letztere Kategorie, trotzdem scheint ihre Version von Holmes etwas umgänglicher als z.B. die von Benedict Cumberbatch oder Christian Rhode angelegt zu sein.
      Zumindest, was den Text auf dem Papier angeht. Ich weis nicht wie Johann von Bülow es anstellt, aber ich werde mit seiner Interpretation einfach nicht warm. Irgendwie schafft er es, wirklich nahezu jeden einzelnen Satz so klingen zu lassen, als würde er sich gerade selbstverliebt im Spiegel bewundert.

      Peter Jordans Part als Lestrade beschränkt sich im wesentlichen darauf, der grummelnde Polizist zu sein, der den Protagonisten den Tatort zeigen darf. Abgesehen davon leistet er leider nur (buchstäblich) Dienst nach Vorschrift.

      Die restlichen Nebensprecher sind gut gewählt, bleiben aber weitesgehend nicht weiter in Erinnerung. Die meisten der, zugegeben recht langen Sprecherliste, werden sowieso für Kommentartoren in Watsons Blog eingesetzt, und haben nur wenige, unzusammenhängende Sätze.

      Werfen wir nun einen Blick auf die Inszenierung:

      Wie gerade bereits angedeutet, ist ein immer wiederkehrendes Element, dass "die Leser" auf Watsons Blog reagieren. Seltsamerweise wird es so dargestellt, als täten sie es, während er den Text gerade noch am schreiben ist. Ich frage mich, wie soll das funktionieren? Das ergäbe nur Sinn, wenn er jeden Absatz einzeln posten würde.
      Ich persönlich finde auch nicht, dass ihre Anmerkungen eine echte Bereicherung für die Erzählung darstellt, und der Hörer wird in relativ kurzem Abstand mit einem ganzen Haufen Namen überschüttet, die er sich alle merken muss.

      Wenn Holmes deduziert, versucht das Hörspiel einen Einblick ein seine Gedanken zu geben. Dazu wird mit Soundeffekten und wechselnder Tonhöhe ein surrealer Effekt erzielt. Diese Art der Inszenierung mag zwar hübsch modern sein, ist auf die Dauer aber eher anstrengend zu hören.
      Seltsamerweise scheint dies aber trotzdem kein reiner innerer Monolog zu sein, denn die anderen Personen reagieren direkt auf seine so gewonnenen Erkenntnisse.

      Von der Musik ist offenbar nicht viel hängen geblieben. Es gibt ein Stück für die Deduktionen, und eines für "traurige Situationen". Für den Großteil der Handlung hatte ich aber das Gefühl, als würde immer die selbe Melodie gespielt werden, die sich so anhört, als würde man die ersten Takte von Sherlock im Dauerloop wiederholen.

      Kommen wir zur Handlung:

      (Kurzfassung: Mimimi, das ist alles von Sherlock geklaut. Ihr könnt auch gleich zum Fazit springen)

      Spoiler anzeigen
      Holmes benimmt sich seltsam, darum sucht Watson Mycroft auf. Doch kaum treffen beide in der Baker Street ein, löst sich die Situation irgendwie in Wohlgefallen auf, ohne dass der Hörer nun eine Erklärung für Sherlocks Verhalten bekommt. Warum diese Szene überhaupt da ist, erschließt sich mir bis heute nicht. Offenbar nur, damit es einen einigermaßen dramatisch klingenden Einstand gibt.

      Anschließend springt die Geschichte zurück, zu ihrem ersten gemeinsamen Fall.
      Wie bereits weiter oben beschrieben, startet es mit Watsons Kriegszeit. Und hier zeigen sich schon die großen Unterschiede, die die Medien Buch und Hörspiel mit sich bringen: Während man im Roman so ein paar Seiten relativ locker weglesen kann, erwartet uns im Hörspiel eine quälend lange Schilderung von gut 5 Minuten.
      Der TV-Serie Sherlock gelang es, den selben Inhalt in ca. 25 Sekunden rüberzurbingen, aber hatte dabei natürlich auch die Macht der Bilder auf ihrer Seite.

      Der eigentliche Fall beginnt damit, dass es zu einer Reihe unangekündigten Selbstmorden gekommen ist. Ein Handlungspunkt, der im Kanon nicht existiert, aber sehr wohl in Sherlock (was ein Zufall aber auch). Während dies in der Serie durch eine unzusammenhängende Montage von Einzelfällen demonstriert wird, erleben wir im Hörspiel mit, wie Watson eine Nachrichtensendung über das Thema hört. Das gefiel mir eigentlich recht gut, da es die Handlung näher an die Protagonisten bringt.

      Aber bevor es ans Ermitteln geht, muss sich Watson erstmal auf Wohnungssuche begeben, um Holmes kennen zu lernen. Das Gespräch selbst verläuft eigentlich recht ähnlich wie in der Vorlage. Doch während Watson den Tipp dort von einem alten Freund bekam, ist es hier ein völlig Fremder, der ihn darauf aufmerksam macht.
      Keine Ahnung, warum man dieses Detail verändert hat. Durch diesen fehlenden persönlichen Bezug wirkt es jedenfalls sehr eigenartig, dass sich Watson überhaupt darauf einlässt.
      Dafür wurde die Szene dadurch etwas erweitert, dass zunächst mitten in die Auflösung eines anderen Falls platzt. Eigentlich eine nette Idee, da wir so sofort eine praktische Demonstration von Holmes' Arbeit bekommen.

      Kurz darauf werden sie zu einem Tatort gerufen. Offenbar ein weiterer Selbstmord, nur dass das Opfer das Ort "Rache" in den Boden geritzt hat. Die Polizei glaubt, dass damit das deutsche Wort gemeint, doch Holmes erkennt natürlich sofort, dass es eigentlich der Name "Rachel" werden sollte.
      Eine raffinierte Variante des Kanons, wo die Polizei glaubte dass der Name Rachel gemeint war, und Holmes sie mit seinen Fremdsprachenkenntnissen auf die wahre Bedeutung hinweisen muss. Nur, irgendwo habe ich das schonmal gesehen... Ach ja, in Sherlock war es genauso.
      Im Kanon war es übrigens auch der Täter, der das Wort geschrieben hat. Immerhin: Dass das Opfer hier ein Rabbi ist, das ist ein neuer Einfall. Hat für die spätere Handlung aber nur geringe Bedeutung.

      Nachdem er vom Tatort zurück kehrt lernt Watson dann Mycroft kennen, der sich sehr geheimnisvoll gibt, und Watson vom einziehen abbringen will. Ein ähnliches Treffen fand übrigens auch in der ersten Folge von Sherlock statt. Im Kanon wurde er indessen erst sehr viel später eingeführt, und tauchte insgesamt nur in drei Geschichten auf.

      Kurz darauf werden sie zu einem zweiten Tatort gerufen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist bereits ca. die Hälfte der Spielzeit rum, und erst jetzt beginnt man sich für eine Weile vom Handlungsmuster der BBC-Serie zu lösen. Leider eben so sehr vom ursprünglichen Roman.

      Irgendwie zieht Holmes plötzlich irgendwelche neuen Indizien aus dem Hut, die endlich die lange gesuchte Verbindung zwischen den Opfern herstellt (irgendwas mit Diamanten. Fragt nicht weiter). Anschließend werden sehr ausführlich die Angehörigen aller Opfer abgeklappert, um diese Spur zu verifizieren.

      Das ganze gipfelt dann in einer persönlichen Konfrontation zwischen Holmes und dem Täter, der unter dem Namen Golem agiert. (Soll ich darauf hinweisen, dass dies auch der Name eines Mörders in der dritten Sherlock-Episode ist?)
      Und wie ein guter Bösewicht nunmal so ist, erzählt er dem Helden erstmal seine gesamte Lebensgeschichte und alle Details des Falls, bevor er ihn erledigen will. Die bisherigen Opfer hatten früher also was total schlimmes gemacht, und dafür soll nun Rache genommen werden (mit viel gutem Willen kann man das Rache-Motiv als Verweis auf den Kanon nehmen, auch wenn die Vorgeschichte dort natürlich eine völlig andere war).
      Gott sei dank greift am Ende Watson ein, und rettet den Tag.

      Während des Gesprächs verweist der Mörder dann auch noch nebenbei auf einen Geschäftspartner der "ein blühender Verehrer von [Holmes'] Kunst sei". Wer dies ist, wird nicht gesagt. Aber wir können wohl davon ausgehen, dass Moriarty gemeint ist. Zumindest war er es, als GENAU DIE SELBE FORMULIERUNG in Sherlock auftauchte.

      Die Verbindung zum Rosarot im Titel wird übrigens erst in der aller letzten Szene hergestellt. Und was den Fluch angeht... öhm... tja...


      Fassen wir zusammen:

      Ich will nicht unfair sein. Das Hörspiel ist nicht wirklich schlecht, und hat durchaus seine Momente.
      Aber es ist halt auch nicht wirklich gut, vor allem hat man das meiste bereits besser gesehen. Und besonders angesichts dieses riesen Werbezirkus, bei dem das Produkt als die beste Erfindung seit geschnitten Brot angepriesen wurde, ist es doch eine herbe Enttäuschung.

      Da können die Autoren noch so viel beteuern, aber dass diese Hörspiele nicht von der BBC-Serie abgekupfert sind, es glaubt ihnen kein Mensch. Während des Hörens können zuweilen sogar starke Zweifel aufkommen, ob die Autoren überhaupt andere Versionen kannten.
      Es gibt zwar Verweise auf den Kanon, aber nur, wenn es diese in Sherlock auch gab. Zudem finden sich viele Elemente wieder, die eindeutig nur für die Serie erfunden wurden.

      Und gerade bei den Elementen, die aus Sherlock stammen, verzetteln sich die Autoren in meinen Augen ein wenig, und scheinen nicht recht zu wissen, was sie damit anstellen sollen:

      Im Kanon gab es nur zwei Opfer, die sich gegenseitig kannten. Eine Verbindung war damit schnell gefunden. Im Hörspiel sind es sechs Opfer, die sich zunächst offenbar völlig fremd sind. Daher geht viel Zeit drauf, bis man alle Angehörigen befragt hat und die Puzzleteile zusammen hat. Das Hörspiel wäre auch gut mit weniger Personen ausgekommen, denn das Geheimnis, das sie teilen, ist eher mau.
      Bei Sherlock gab es zwar auch mehrere Tote, aber dort waren es wirklich Zufallsopfer, und die Suche nach dem gemeinsamen Nenner erübrigte sich.

      Ebenso muss eine Erklärung gefunden werden, wer denn nun Rachel ist und was sie mit der Sache zutun hat. Während es Sherlock gelingt hier nochmal einen kleinen Twist einzubauen, ist es im Hörspiel... naja, ich will ich unnötig spoilern, aber ist es die erste Verbindung, die einem in so einer Situation in den Sinn kommt.

      Auch frag ich mich, was sie sich bei der Szene um die erste Begegnung mit Mycroft gedacht haben. In der Serie taucht er zwar auch bereits relativ früh auf, nennt jedoch keinen Namen und seine Identität wird aber erst am Ende der Folge enthüllt. Der Zuschauer wird so auf eine falsche Fährte geführt, die aufgrund seines mysteriösen Benehmens zunächst annehmen sollen, er wäre der Big Bad (möglicherweise sogar Moriarty selbst).
      Im Hörspiel läuft das Treffen genauso ab. Nur kennt der Hörer Mycroft bereits längst (und für die, die es immer noch nicht geschnallt haben wird seine Identität bereits in der nächsten Szene genannt). Somit verliert sein Auftritt jederlei Wirkung, und ist offenbar nur da, damit er halt da ist.


      Zudem gibt es noch einige andere kleine Details, die zwar eher nebensächlich sind, die meiner Meinung nach aber einfach nicht hätten passieren dürfen:
      * So kann sich Watson offenbar nicht entscheiden, ob er wegen seines Kriegstraumers noch in einem Sanatorium liegt, oder sich bereits ein eigenes Hotelzimmer gesucht hat.
      * Während seines ersten Besuchs in der Baker Street beschreibt Watson einen der Anwesenden bereits mit Namen, obwohl er ihm noch gar nicht vorgestellt wurde. Zugegeben, dies ist kein wirklicher Fehler, da Watson den Fall ja im Rückblick erzählt, aber es wirkt seltsam.
      * Nach den beiden Besuchen am Tatort erhält Holmes jeweils eine rätselhafte SMS. Obwohl kein Name angegeben ist, und noch gar nicht klar ist wie diese Person mit den Morden in der Verbindung steht, rutscht Watson bei der zweiten SMS versehentlich bereits der Name des Absenders (und damit des Täters) raus.
      * Über weite Strecken hält sich das Hörspiel daran, dass Watson der Erzähler ist, und es daher nur Ereignisse enthalten kann wo er selbst dabei war. In der letzten Szene wird mit diesem Vorgehen aber plötzlich gebrochen, um die Konfrontation zwischen Holmes und dem Mörder zeigen zu können.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Tribble“ ()

      Hi Tribble - Sehr schöner Beitrag. Das hat mir geholfen. Ich werde mir die Hörspiele trotzdem kaufen und mir meine eigene Meinung bilden.

      Du hast geschrieben, dass die Macher behaupten nicht von der TV Serie abgekupfert zu haben. Wo steht das? Ich meine auf der DAV Seite gelesen zu haben, dass die Hörspielserie aus einer Inspiration von der TV Serie entstand. Ich habe also nicht den Eindruck, dass sie jede Inspiration von der TV Serie verneinen. Im Gegenteil.

      Danke nochmal für deinen ausführlichen Beitrag.