Können Hörspiele zur Droge oder Religion werden?

      Also von einem Verbot lese ich da nix #schulterzuck# Es geht nur um die Frage, ob das, im ersten Post beschriebene Verhalten als Sucht anzusehen wäre.
      --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

      Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles seine Bemerkungen. ( Heinrich Heine)

      Dagmar schrieb:

      Ist da jetzt ERNSTHAFT gefragt worden, ob man Hörspiele verbieten sollte, weil Leute deswegen schlechte Arbeitsleistung gebracht haben??


      Die Frage wurde zwar so nicht gestellt, aber selbstverständlich kann der Arbeitgeber dir auf der Arbeit verbieten Hörspiele zu hören.
      Und das gilt nicht nur für Hörspiele, das gilt im Prinzip für jede Tätigkeit die nicht mit der Arbeit verbunden ist, ausser "unvermeidbaren" z.B. Toilettengang.

      Und selbstverständlich kann man einem Arbeitnehmer kündigen wenn er wiederholt den "Entzug der Arbeitsleistung" begeht, ich weiß zwar nicht ob ohne Abmahnung, aber nach einer vorher erfolgten Abmahnung und wiederholtem Verstoß ganz sicher.

      Ist ähnlich wie mit dem Rauchen, dem privaten Gebrauch von Telefon und Internet etc.

      Und wenn jemand auf der Arbeit schläft..... gilt das ebenso.
      Hier im Forum wurde ja u.a. diskutiert, ob der Hörspielmarkt übersättigt oder durch zuviele Kopien gefährdet ist und das eine oder andere Label dabei auf der Strecke bleiben könnte. Dass der Gedanke an eine solche Marktbereinigung und die evt. folgende "Verknappung" des Angebots hier auf wenig Begeisterung stösst, ist klar. Wenn schon die bloße Idee daran, dass es weniger Anbieter geben könnte, Panik auslöst, kann man vielleicht wirklich von Abhängigkeit sprechen. (Das ist ja noch lange keine Hörspiel-Prohibition.) Aber dass Hörspiele zu einem gewohnten Teil des Tagesablaufs geworden sind, ist wohl noch keine Sucht. Andere glauben, ohne ein Glas warme Milch am Abend nicht einschlafen zu können...

      Ob sich das Hörspiel in punkto Abhängigkeitspotential wesentlich von anderen Unterhaltungsmedien wie Fernsehen, Bücher, YouTube o.ä. unterscheidet, mit denen man zeitweise den Alltag ausblenden kann, bezweifele ich. Und bei dem angedeuteten Einzelfall würde ich (ohne die Einzelheiten zu kennen) zunächst vermuten, dass eher die soziale Interaktion/Bestätigung nach dem Hören das eigentliche Problem ist.

      Dass nicht immer nur "der böse Markt" und illegale Downloads schuld sein könnten, sondern vielleicht auch mal ein Label selbst, wird anscheinend (meinem Eindruck nach) vereinzelt ähnlich gern gehört wie - in gewissen Kreisen - die Bemerkung, dass am Verlust des letzten Fussballspiels nicht etwa die mit religiöser Inbrunst behauptete Voreingenommenheit des Schiedsrichters schuld war, sondern die grottenschlechte Abwehrleistung der Heimmannschaft... zur Religion wird das Hörspielhören dadurch aber nicht. (Die Idee hat was... die Label als die unfehlbaren Vertreter des Hörspiel-Gottes auf Erden... Du sollst keine anderen Unterhaltungsmedien haben neben ihm... )

      beli schrieb:

      Andere glauben, ohne ein Glas warme Milch am Abend nicht einschlafen zu können...

      Wenn es wirklich ohne nicht geht und auch Entzug auftritt, dann kann selbst ein Glas Milch zu Sucht werden.
      Und bei einigen Süchten ist diese sogar verdammt schwer nachzuweisen, da spreche in aus Erfahrung. Denn z.B. bei Medikamentenabhängigkeit im Falle eines Schmerzpatienten, wie soll man da exakt beurteilen können ob die "Schmerzen" evtl. Entzug oder eben Sucht sind.

      Und bei dem angedeuteten Einzelfall würde ich (ohne die Einzelheiten zu kennen) zunächst vermuten, dass eher die soziale Interaktion/Bestätigung nach dem Hören das eigentliche Problem ist.


      Ich denke egal was man für ein "Hobby" hat, wenn man dafür den Job verliert, da hört das "Hobby" zumindest auf.
      Hobbys können aber nicht nur im negativen Sinne zu einer Sucht oder Religion werden sondern im positiven Fall zu einem Beruf und/oder Berufung. Es gibt doch den einen oder anderen Hörspielfan/Kassettenkind, der aus seinem Hobby einen Beruf gemacht hat. Schön - ich weiß wovon ich spreche, denn mein Beruf ist mein Hobby und mein Hobby ist mein Beruf. Was kann es eigentlich schöneres geben?

      Markus G. schrieb:

      Es gibt doch den einen oder anderen Hörspielfan/Kassettenkind, der aus seinem Hobby einen Beruf gemacht hat. Schön - ich weiß wovon ich spreche, denn mein Beruf ist mein Hobby und mein Hobby ist mein Beruf. Was kann es eigentlich schöneres geben?



      Ich denke sicher muss man differenzieren ob man dieses aus freien Stücken also aus "Berufung" macht oder eben aus der Not herraus weil die "Sucht" nichts anderes mehr zulässt.

      Macht man sein Hobby zum Beruf, ist das völlig ok, aber verliert man seinen Job durch eine "Sucht" und macht diese "Sucht" dann zum Beruf, dann ist es imho nur eine Ausrede "Hobby zum Beruf machen".
      Wobei man auch hier mit der Bezeichnung "Sucht" vorsichtig umgehen sollte. Wie schon geschrieben, gibt es einige Kriterien ab wann man von einer Sucht aus psychologischer Sicht sprechen kann. Wenn jemand seinen Job verliert weil er sich gerne und viel mit Hörspielen auseinandersetzt, ist dass nicht gleichzusetzen mit einer Sucht. Erst wenn auch die anderen Kriterien zutreffen, kann man von einer Sucht sprechen. Dies hat insofern Bedeutung, weil der Schritt von jemanden der seinen Job wegen seiner Liebe zum Hörspiel verloren hat zum Hörspielmacher eine durchaus richtige sein kann. Dagegen würde nichts sprechen. Gerade dann ist der Schritt sein Hobby zum Beruf zu machen richtig. Wenn jemand jedoch tatsächlich süchtig ist, er also alle seine sozialen Kontakte kappt, ohne dem Hörspiel Hören nicht mehr leben kann und er auch seine zum Leben notwendigen Grundbedürfnisse vernachlässigt, dann wäre dieser Schritt nicht ratsam. Ich denke aber ganz ehrlich, dass so jemand gar nicht mehr in der Lage ist, Hörspiele zu produzieren. Denn dazu braucht es einiges, zu dem ein Süchtiger auf Grund seiner Krankheit nicht in der Lage ist.

      Markus G. schrieb:

      Dies hat insofern Bedeutung, weil der Schritt von jemanden der seinen Job wegen seiner Liebe zum Hörspiel verloren hat zum Hörspielmacher eine durchaus richtige sein kann. Dagegen würde nichts sprechen. Gerade dann ist der Schritt sein Hobby zum Beruf zu machen richtig.


      Wenn er selber kündigt, dann ja weil dann ist es geplant, nicht aber wenn er trotz Abmahnung weiter daran festhält und dann gekündigt wird.

      Ich selbst habe es schon oft genug gesehen das eben ein "Hobby" zum Problem werden kann, das bekannteste Beispiel wird hier wohl World of Warcraft sein. Selbst wenn diese Personen direkt auf der Arbeit nicht mal spielen konnten, so haben da anscheinend einige mehr Zeit damit verbracht ihre "Spielzeit" zu organisieren, die Ablaufpläne zu lesen oder mit Mitspielern zu kommunizieren, als ihre Arbeit zu verrichten.

      Wenn die deswegen nun gekündigt werden, sollen die dann auch professionelle "World of Warcraft-Gamer" werden?

      Nur weil es eben gerade einen "Beruf zum Hobby" gibt, ist doch der Schritt dann nicht zwangsläufig richtig, wie du ja auch schreibst:

      Markus G. schrieb:

      Wenn jemand jedoch tatsächlich süchtig ist, er also alle seine sozialen Kontakte kappt, ohne dem Hörspiel Hören nicht mehr leben kann und er auch seine zum Leben notwendigen Grundbedürfnisse vernachlässigt, dann wäre dieser Schritt nicht ratsam.


      Nur kann denn ein Süchtiger (egal welche Sucht) denn überhaupt noch selber beurteilen ob er einer Sucht erlegen ist?

      Markus G. schrieb:

      Ich denke aber ganz ehrlich, dass so jemand gar nicht mehr in der Lage ist, Hörspiele zu produzieren. Denn dazu braucht es einiges, zu dem ein Süchtiger auf Grund seiner Krankheit nicht in der Lage ist.


      Warum sollte dem so sein? Alleine wieviele Songs schon einen "Drogenhintergrund" haben, gerade aus den 60ern und 70ern.
      Oder sogar Sport kann wie eine Droge wirken. z.B. Bodybuilding.

      Markus G. schrieb:

      Wobei man auch hier mit der Bezeichnung "Sucht" vorsichtig umgehen sollte.


      Es muss ja sogar nicht mal das Hörspiel an sich sein nach dem man "süchtig" ist, sondern eher die körpereigenen Glückshormone (Endorphine) oder andere Faktoren wie die Realitätsflucht, die eben wie eine Droge wirken können.

      Btw. nicht jede Droge bedeutet zwangsläufig eine Sucht.
      Kann der Konsum & das Sammeln von Hörspielen zu einem Suchtproblem für Euch werden? 7
      1.  
        Nein, das Hobby Hörspiel könnte für mich niemals zu einem „Suchtproblem“ werden (5) 71%
      2.  
        Ich könnte es mir vorstellen! (1) 14%
      3.  
        Nur in absoluten Ausnahmesituationen (1) 14%
      4.  
        Ja, habe ich schon erlebt! (0) 0%
      2021 - Seht ihr für euch in Eurem Hobby eine Gefahr oder tatsächliches „negatives“ Suchtpotential? Habt ihr mit eurem Hörspielkonsum schon einmal negative Erfahrungen machen müssen?

      Ich musste mich an dieses Thema durch diesen Bericht erinnern: futurezone.at/netzpolitik/face…stagram-analyse/401767281
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#