Gruselkabinett Nr. 78 - Das Ding auf der Schwelle

      Gruselkabinett Nr. 78 - Das Ding auf der Schwelle

      Der ereignisreiche Einstieg des Hörspiels präsentiert Daniel Uptons tödlichen Angriff auf seinen Freund. Im Anschluss geht es darum, die Beweggründe zu erforschen und weshalb sich Upton weigert, seinen Anschlag als Mord zu betrachten. Das entscheidende Element: Sein Sohn möchte ihn durch seine Anwaltstätigkeit unterstützen und weil es ein Familienangehöriger ist, wagt Upton es, die ganze Wahrheit zu erzählen …

      Die Geschichte fesselte mich. Besonders zu verdanken ist es ihrer Erzählweise. Sie ist packend, aber nicht unbedingt gruselig. Wer sich in Uptons Situation jedoch hineinversetzt, wird den Schauer erfahren, der bedingt wird durch seltsame Charakterwechsel und den unheimlichen Einfluss anderer Personen auf den guten Freund, der sich immer mehr abkapselt und dem man doch helfen möchte, aber nicht wirklich weiß wie.

      Die Geräuschkulisse ist überaus gelungen. Es gibt nicht immer eine musikalische Untermalung, sondern vielfach auch eine Begleitung rein durch Geräusche bei den Dialogen, die dann selbst so stimmig ist, als ob ein schönes Musikstück eingespielt würde. Oft gibt es aber auch beides.

      Einmal mehr weiß die Sprecherauswahl zu überzeugen. Jede Stimme passt zu ihrer Rolle. Jede Figur wird hervorragend interpretiert. Besonders begeistert hat mich Stefan Krause, der eine besondere Vielfalt an den Tag legen muss, wegen seiner anspruchsvollen Figur Edward Derby. Helmut Winkelmann führt als erzählende Figur, als Protagonist Daniel Upton, durch das Hörspiel und schafft es dabei sehr gut stimmliche Grenzen zu bilden zwischen seinem Erzählerpart und den Teilen, in denen er mit anderen Figuren interagiert. Weitere Sprecher sind Peter Lontzek als Daniels Sohn, Jürgen Thormann, Marius Clarén, Axel Lutter, Joseline Gassen, Fabian Oscar Wien, Patrick Bach, Dieter Brandecker und Marc Gruppe

      Fazit
      Dieses Hörspiel ist packend inszeniert. Mancher mag den Grusel etwas missen. Doch besonders wer das Original nicht vergöttert, dürfte dieser Produktion einiges abzugewinnen wissen. Ich wurde bestens unterhalten und genau darauf kommt es (mir) an. Zumal ich es mag, wenn nah an der Vorlage gearbeitet wird, aber der Geist des Gruselkabinetts durchgehend erhaltend bleibt: romantische Schauergeschichten, bei denen die Gefühlswelt im Vordergrund steht.
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      Ich habe mir an meinem freien Sonntag-Nachmittag die beiden neuesten GKs angehört. Lovecraft und seine Geschichten haftet immer etwas Düsteres und Unheimliches an. Ich mag seine Geschichten ohne, dass ich jemals die Bücher gelesen habe. Irgendwie haben aber viele als Hörspiel vertonten Geschichten mit Arkham und den "Fischmenschen" zu tun. Wie wenn viele kleine individuelle Geschichten zusammen eine große Geschichte ergeben. Mir hat auch diese Handlung gut gefallen. Helmut Winkelmann zeigt, dass er viel mehr kann als Dokus besprechen oder den TSB-Sinclair geben. Sehr gut gefiel mir auch Stefan Krause, der seine Stimme sehr variieren kann. Letztendlich eine wirklich gute Gruselkabinett-Folge, die aber doch noch ein Stück weit entfernt ist, von den besten Folgen der Reihe.

      H. P. Lovecraft Grusel-Kabinett (78): Das Ding auf der Schwelle

      H. P. Lovecraft

      Grusel-Kabinett (78): Das Ding auf der Schwelle


      Hörspiel, bearbeitet und inszeniert
      ca. 83 Minuten
      Titania Medien
      Vertrieb: Lübbe Audio
      1 CD, ca. 65 Minuten; 8,99 EUR
      ISBN: 978-3-7857-4893-0


      Sprecher:
      Mit den bekannten Stimmen von Helmut Winkelmann, Peter Lontzek, Stefan Krause, Jürgen Thormann, Marius Clarén, Axel Lutter, Joseline Gassen, Fabian Oscar Wien, Patrick Bach, Dieter Brandecker


      Covertext:
      "Es ist wahr, ich habe meinem besten Freund in jener regnerischen Nacht Anfang Februar des Jahres 1933 sechs Kugeln durch den Kopf gejagt und doch hoffe ich, beweisen zu können, dass ich nicht sein Mörder bin. Sicherlich werdenmanche denken, dass ich bloß ein Verrückter bin - sogar noch verrückter als der Mann, den ich in seiner Zelle im Arkham Sanatorium erschossen habe. Andere hingegen werden, wenn sie meinen Bericht gehört haben, anerkennen, dass ich gar keine andere Wahl habe, nachdem ich das grauenhafte Beweisstück gesehen habe...dieses Ding auf der Schwelle."


      Kritik:

      Februar 1933. Edward Pickman Derby, Insasse des Arkham-Sanatoriums, scheint sich endlich auf dem Wege seiner geistigen Genesung zu befinden, als ihn eines Abends sein bester Freund Daniel Upton besucht und kurzerhand erschießt. Wieso nur? In einer Rückblende erzählt Upton seinem Sohn, wie es dazu kam - und versucht zu erklären, dass er nicht zum Mörder seines besten Freundes wurde...

      Bereits zum sechsten Male hat sich Titania Medien eine klassische Horrorgeschichte von H. P. Lovecraft zur Vorlage für ein Hörspiel der Gruselkabinett-Reihe genommen. "Das Ding auf der Schwelle" spielt wie bereits der vor Kurzem erschienene Zweiteiler der Reihe "Schatten über Innsmouth" wieder im von tiefem Grauen durchzogenen Universum des Autors, das mit seinen Ideen über den Dagonkult, die Shoggothen und die nach Fisch stinkenden Bewohner des Örtchen Innsmouth spielt.
      Ich-Erzähler Daniel Upton rollt die atmosphärisch dichte Geschichte des Altmeisters Lovecraft von hinten auf und berichtet vom Leben seines besten Freundes, seiner Heirat mit einer geheimnisvollen Schönheit aus dem Ort Innsmouth und dem allmählichen Grauen, das in dessen Haus und Leben einzieht. Der Hörer ist immer ganz nah dabei, und die düstere auswegslose Situation des sich dramatisch verwandelnden Edward Pickman Derby schleicht sich auch immer tiefer ins Gemüt des Zuhörenden, der in dieser 83-minütigen Produktion immer tiefer in die Geschichte hineingesogen wird. Wer Action erwartet, liegt hier allerdings falsch. "Das Ding auf der Schwelle" bietet dafür jede Menge unterschwelliges Unbehagen und sich leise steigernden Horror.

      Dass Drehbuchautor Marc Gruppe sein Handwerk versteht, hat er bereits in vielen Produktionen unter Beweis gestellt - auch "Das Ding auf der Schwelle" wartet erneut mit einem äußerst gelungenen Spielbuch auf.

      Hinzu kommen die vielen kleinen Musikeinspielungen, von einzelnen Streichern, Percussion und Klavier bis hin zu eindringlichen Elektrosounds und Orchesterstücken. Trotzdem wäre in Sachen Musik noch einiges mehr an Düsternis drin gewesen, und hier lässt man leider ein paar Punkte liegen. Die Geräuschkulisse ist wieder stimmig bis ins letzte Detail und zieht unter anderem mit heulenden Winden, Meeresbrandung und Regengeprassel die nötigen Schauer-Register.

      Hauptohrenmerk in dieser wie gewohnt atmosphärisch starken Produktion liegt allerdings auf den hervorragenden Sprechern, allen voran Protagonist Stefan Krause mit einer mehr als beeindruckenden Leistung auf seinem emotionalen Höllenritt. Helmut Winkelmann gibt einen tollen Gegenpart in seiner Rolle als getreuer Freund Daniel Upton, außerdem sind Peter Lontzek als dessen Sohn Edward Derby Upton, Jürgen Thormann als Mr. Derby, Marius Clarén als Dr. Thorndike und andere zu hören.


      Fazit:

      Freunde des Gruselkabinetts werden in Lovecrafts "Das Ding auf der Schwelle" eine Folge mit viel unterschwelligem Innsmouth-Horror vorfinden. Ein Tacken mehr Düsternis wäre allerdings drin gewesen - dafür entschädigt aber allein Stefan Krauses genialer Auftritt mehr als genug - Empfehlung!


      Weitere Infos und Hörproben: titania-medien.de ; luebbe.de/Hoerbuecher
      Bilder
      • gruselkabinett_78.gif

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      ' EINS UND ZWEI IST DREI -- VON LONDON BIS SHANGHAI '
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      Hörspiel- und Hörbuch-Rezensionen

      Wow!

      Wieder eine sehr spannende und unglaublich packende Story aus der Feder von HP Lovecraft. Nach der (für mich) grandiosen Folge "Der Schatten über Innsmouth", welche die Beste der ganzen Reihe ist, geht es mit dieser spannenden Geschichte weiter. Weitere Aspekte dieser Wesen werden beschrieben. Und das wieder super spannend. Die Musik erhöht diese noch. Und Stefan Krause ist einfach genial!
      Von mir daher die Note 1+. Top! Bitte noch mehr Storys aus der Feder des Schriftstellers! :) :thumbsup:
      Auch vor ein paar Tagen gehört.

      Trotz der Länge von 83 Minuten (auf einer CD!) nicht langweilig und in meinen Augen viel, viel besser als „Schatten über Innsmouth“. Schön atmosphärisch und mit einem ziemlich starken Ende. In erster Linie habe ich mich wegen Helmut Winkelmann auf die Folge gefreut – enttäuscht wurde ich nicht. Auch in meinen Augen nicht die beste GK-Folge, aber trotzdem habe ich eine sehr angenehme Zeit mit ihr verbracht.
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