Gruselkabinett Nr. 72 - Markheim

      Gruselkabinett Nr. 72 - Markheim

      Markheim, das 72 Hörspiel im Gruselkabinett, im Original von Robert Louis Stevenson verfasst, ist ein Hörspiel, das mich ganz wunderbar unterhalten hat. Alles beginnt wie bei „Fröhliche Weihnachten, Mr. Scrooge!“: Mr. Miller ist Weihnachten nicht besonders heilig. Er schätzt diese Zeit, um in Ruhe zu arbeiten. Ansonsten ist er ein wenig ruppig, ganz wie Mr. Scrooge bei Charles Dickens. Ansonsten unterscheiden sich die Geschichten sehr. Miller ist ein Antiquitätenhändler, der sich als harter Geschäftsmann ausgibt, der noch nie über den Tisch gezogen wurde. Ein Faktum, auf das er stolz ist. Als Markheim ihn zu seiner heiligen Weihnachtsstunde, in der er doch wirklich ganz ungestört die Buchhaltung machen können sollte, stört, ist er ganz und gar nicht erfreut. Aber als Geschäftsmann nimmt er jede Möglichkeit eines Geschäfts an, lässt Markheim ein und – obschon er es doch eilig haben sollte, bahnt sich ein längeres Gespräch an, bei dem es um die vielen reichen Onkel der Stadt geht, deren Neffen deren Besitz verhökern und was Markheim dieses Mal anzubieten hat. Überraschenderweise kommt er als Käufer, doch was Miller ihm anbietet (einen Spiegel, der die Wahrheit über die hineinblickende Person zeigt), weiß nicht zu gefallen. Das Gespräch nimmt eine böse Wendung, eine schreckliche Tat folgt und zuletzt tritt eine wohl übersinnliche Person („der Fremde“) in Erscheinung.

      Zur Geschichte mag ich nicht mehr schreiben. Sie gefällt mir, lebt sie doch von unterhaltsamen Dialogen, die nie zu lang werden und ein paar überraschenden Wendungen.
      Titania Medien hat diese Erzählung perfekt in Szene gesetzt mit wunderschönen Musikstücken und herausragenden Geräuschen. Dieses Hörspiel ist tatsächlich eines. Die Geräusche übernehmen eine wichtige Funktion und sind schön herausgearbeitet. Das hat mich sehr gefreut, denn oft genug hatten sie vielmehr eine unterstützende Funktion. Jetzt sind sie ein Stilmittel.

      Helmut Zierl spricht Markheim. Zunächst freundlich und nett, dann ganz schockiert über sein Spiegelbild und böse auf Miller. Später entsetzt, entmutigt und seinem Schicksal ergeben. Eine tolle Performance! Wolfgang Welter spielt den kauzigen Antiquitätenhändler mal liebenswert, mal schroff – einfach großartig. Lucy, Mr. Millers Hilfe, leiht Julia Stoelpel ihre Stimme. Sie klingt jung, dynamisch, erfreut, verwundert und entsetzt. Immer wie es gerade passt. Bemerkenswert ist weiterhin Hans Bayer, der den ominösen Fremden spricht, und mit Markheim ein fesselndes Gespräch führt.

      Das Covermotiv von Ertugrul Edirne gefällt mir sehr gut. Leider verrät es etwas mehr über die Geschichte als der Klappentext, aber vielleicht übersehen das genügend Betrachter und haben eine Überraschung mehr.

      Fazit
      Ein tolles Hörspiel, das diese Bezeichnung verdient hat: Die Geräusche haben ebenfalls eine Hauptrolle ergattert. Das Zusammenspiel von Geräuschen, Musikstücken und den hervorragenden Sprecher macht die Geschichte erst so packend. Großartige Schauerromantik – richtig gegruselt habe ich mich allerdings nicht.
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      In der Tat ein wunderbares Hoerspiel. Die Atmosphaere ist klasse. Nicht unbedingt die klassische Gruselstimmung, sondern eher eine Geschichte, die in die Abgruende der menschlichen Seele geht (was absolut schaurig sein kann). Klasse gemacht. Helmut Zierl ist fantastisch. Ich habe das Hoerspiel 5 mal gehoert. Nicht weil ich es nicht verstanden habe, sondern weil ich sicher sein wollte, alle komplexen Aspekte aufzufangen und die Performance der Sprecher zu geniessen. Dieses Hoerspiel ist ein perfektes Hoerspiel fuer diese Reihe, welches sich erfrischend von anderen Gruselserien abhebt und einen sehr nachdenklich macht.
      Hallo Cherusker,
      bin ganz Deiner Meinung! Ein Juwel von einem Hörspiel, dass ich garantiert auch öfter hören werde!
      Rundum perfekt und anspruchsvoll! Als Sahnehäubchen auch noch der Sound! Wenn ich es nicht besser wüßte, würde ich fast sagen, mein Kopfhörer kann Dolby Surround. #knie#
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      Keiner ist weiter von der Wahrheit entfernt als jener, der alle Antworten weiß.
      ( Laozi )