Gruselkabinett 15- Der Freischütz [titania]

      Gruselkabinett 15- Der Freischütz [titania]



      Titel: Gruselkabinett 15- Der Freischütz [titania]
      Genre: Horror
      Label: Titania Medien
      Laufzeit: . ca. 65 Minuten
      Erscheinungsjahr: 2006

      Preis: Euro 7,95 /CD
      ISBN: 3-7857-3254-6

      Inhalt:
      Johann August Apels (1771-1816) Erzählung ist die Vorlage zu Carl Maria von Webers berühmter, gleichnamiger Oper. Ein literarischer Schatz aus der Zeit der schwarzen Romantik, der nun erstmals als atmosphärisches Hörspiel vertont wurde.

      Eine kürfürstliche Gegend um 1800:

      Der junge Amtschreiber Wilhelm liebt des Försters Tochter Käthchen. Die einzige Möglichkeit, den Vater dazu zu bewegen, ihm die Hand der Geliebten zu gewähren, besteht für Wilhelm darin, sich als sein würdiger Nachfolger in der Erbförsterei zu erweisen. Leider ist er alles andere als ein sicherer Schütze. Wilhelm ist jedoch jedes Mittel recht, das kurfürstliche Probeschießen zu bestehen – sogar ein Pakt mit dem Teufel ...

      Mit Marius Clarén (u.a. dt. Stimme von Tobey Maguire), Jochen Schröder (Gregory Peck), Dagmar von Kurmin, Luise Helm (Scarlett Johansson), Tobias Kluckert (Colin Farrell), Jürgen Thormann (Michael Caine), Inken Sommer (Anne Bancroft), Kammerschauspieler Heinz Ostermann, Evelyn Maron (Kim Basinger), Norman Matt (Jonathan Rhys-Meyers), Uwe Büschken (Matthew Perry) und Jürg Löw.

      Kritik:
      Huiii, was hat Titania sich nur dabei gedacht diese Geschichte im Rahmen ihrer Reihe Gruselkabinett zu veröffentlichen? Die Story mutet wirklich eher wie ein Märchen, denn wie eine Gruselgeschichte an. Beschauliche Musik, ein harmloses Liebesgeplänkel, belanglose, schmalzig-gefühlsbeladene Dialoge formen ein Szenario, das geradewegs jedem Heimatroman zur Ehre gereichen würde... aber leider so gar nichts mit dem Genre Grusel zu tun hat. . Neee liebe Titanias, das war wohl nix....

      Genau das dachte ich beim Pre-Listening dieser Hörspielfolge in der Immanuelkirche in Wuppertal, als mir der Freischütz mit ca. 50 weiteren Lauschern in der Uraufführung vorgespielt wurde. Gähnende Langweile beschlich mich und ich fragte mich ernsthaft, ob diese Geschichte nun der erste Fehltritt der Titanias in der immerhin seit 2002 andauernden Erfolgsgeschichte des kleinen Hörspiellabels sein würde. Tja, es kam wie es kommen musste. Die Dissonanz zu oben beschriebenem Ersteindruck ereilte mich nach ca. einer Viertelstunde und lehrte mich erneut, dass Stephan Bosenius und Marc Gruppe es perfekt vermögen den Hörer gekonnt in die irre zu führen. Langsam aber bedächtig transformierte sich das ach so beschaulich öd beginnende Försterepos in ein dunkles, düsteres, bedrohliches Drama. Die diesbezügliche Wandlung vollzieht sich sukzessive, langsam, aber stetig und gipfelt in einem richtig bösen Ende. Genau das macht den Reiz an dieser Produktion aus: Die Konterkarierung des inszenierten Heimeligen durch die sich langsam steigernde Heranführung des Zuhörers an das Unheimliche, Diabolische, Böse. Ehrlich, ich hätte nicht gedacht, dass die Story so hübsch hässlich enden würde. Chapeau ob dieser gelungenen Überraschung!

      Fazit:
      Durchhalten lautet die Parole! Wieder ist dem Label Titania ein wirkliches Meisterwerk der vertonten Schauerromantik gelungen. Was die handwerkliche Arbeit angeht, so darf man den Titaniaboys uneingeschränkt ein absolutes künstlerisches Genie unterstellen. P E R F E K T.

      Quelle
      Gruß
      Der
      Olli

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      Totgesagte leben länger!