Gruselkabinett Nr. 63 - Besessen

      Gruselkabinett Nr. 63 - Besessen

      Ich hatte mich sehr auf dieses Hörspiel gefreut, da mich die vorherigen Geschichten von Robert E. Howard im Gruselkabinett begeisterten. Inzwischen hat das Gruselkabinett ein ähnliches Problem, wie viele andere Reihen / Serien. Es beschleicht einen ab und an das Gefühl, Teile bereits zu kennen, nur eine Variation / andere Zusammenstellung zu hören. Dadurch geht ein wenig der Reiz verloren. Wer sich mit Bekanntem wohlfühlt und sich darüber freut, mag da anders denken.

      Alles passiert mehr oder weniger in einer größeren Gesellschaft in Afrika, bei der es auch eine überraschend angelegte Intrige gibt. Neben Grusel wird also auch noch „normale“ Spannung geboten. Besonders prekär: Das Finale vereint sowohl die Plandurchführung des Intriganten mit den Vereitelungsversuchen als auch das Ende des titelgebenen Besessenen.
      Einer der Gäste bittet alle anderen, die Türen des Nachts zu verschließen. Wer sich nicht daran hält, wird von einem schrecklichen Wesen angegriffen. Die Eingeborenen glauben an einen menschlichen Leoparden: einem Menschen, der von einem Tiergeist besessen ist. Wer könnte besessen sein und kann der Geist vom Menschen gelöst werden, ohne ihn zu töten?

      Bei den Sprechern läuft alles hervorragend. Egal ob der intrigierende Erbe, der ein schweres Verbrechen plant und durchführt, der ominöse Jäger oder der Zwiegespaltene Besessene, der unter seinen Taten als Monster leidet. Alles wird hervorragend gespielt.

      Musikalisch gibt es ebenso wenig auszusetzen. Die Geräusche sind ebenfalls äußerst gelungen. Es gibt höchstens bei dem großen Kampf Kleinigkeiten, die besser sein könnten. Das sei hier nur erwähnt, weil es sonst nur Lob gibt. Es gibt folglich noch ein Winziges bisschen Luft nach oben.

      Fazit
      „Technisch“ auf gewohnt hohem Niveau, doch die Geschichte selbst vermochte mich nicht so zu fesseln wie beispielsweise Alexandre Dumas Werwolf (Gruselkabinett Nr. 20). Für Fans der Serie sicherlich dennoch ein Muss und insgesamt ein gutes Hörspiel, das unbesorgt gekauft werden kann.
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      Ich habe mir die Folge gestern angehört. Ich stimme mit acquires Fazit überein. Ein gutes Hörspiel, das trotzdem noch Luft nach oben hätte. In manchen Szenen war ich ein wenig an die alten "Hammer-Filme" aus den 60igern erinnert. Irgendwie gab es in dieser Folge, etwas ungewohnt für die Reihe, ein Trash-Elemente zu finden. Es hat mich aber nicht gestört und gut unterhalten. Ich höre einfach gerne Hörspiele aus dieser Reihe #jaja#

      Gruselkabinett 63 - Besessen

      Gruselkabinett 63 - Besessen



      Dom Vincente da Lusto hat eine illustre und amüsierwillige Gesellschaft in sein Schloss an der Küste Afrikas geladen. Von den Eingeborenen werden die Fremden mit größtem Argwohn betrachtet. Mit dem Vollmond zieht das Grauen im Schloss und der gesamten Gegend ein...

      Wen die Darstellung des „Die Schöne und das Biest“-Werwolfes vom hören abschrecken mag, dem sei der Name Robert E. Howard nahe gelegt, welcher für die Geschichte verantwortlich zeichnet und welcher sich nicht auf Romantik verstand.

      Die Geschichte, welche das Hörspiel erzählt, verwendet Howards Kurzgeschichte „In the Forest of Villefére“ nur als Grundgerüst, um die Entstehungsgeschichte des vorhandenen Bösen zu erklären. Der Rest scheint von Marc Gruppe hinzu geschrieben worden zu sein, denn ich konnte keinerlei Entsprechung in Howards Werk finden, welche mir bekannt wäre. Doch muss man der dem Ganzen ein gutes Einfühlungsvermögen attestieren, denn der Stempel der Schauer-Romantik kann problemlos auf das Horror-Grundgerüst gedrückt werden, denn Schmonzetten-Liebeleien sind ebenfalls vorhanden – wenn auch erfreulicherweise nicht so dramatisch wie bisher aus Folgen wie „Die Liebenden Tote“ gewohnt.

      Zwar spielt dies alles zu Zeiten in denen die Sprache noch umständlich und schwülstig gewesen ist, doch auch dies wird nicht bis zum Exzess ausgelebt. Ebenfalls ist die Inszenierung als ganzes eher moderner gehalten, denn die orchestralen Musikstücke halten sich in minimalen Grenzen und man hat wirklich das Feeling einer aktuelleren Produktion für ein Publikum welches noch nicht jenseits der Trivialschmalzgrenze ist.

      Namen sind Schall und Rauch. So wenig wie ich die Namen der meisten Protagonisten auseinander halten konnte, so wenig sagten mir die Namen der jeweiligen Sprecher. Dies ist jedoch kein Negativpunkt, denn keiner der Schauspieler holpert durch seinen Part und jede Rolle wird glaubhaft herüber gebracht. Besonders fiel mir jedoch Alexander Turrek – in der Rolle des Sklaven Gola - auf, welchen ich als Mischung aus David Nathan und Claus Wilke empfand.

      Das Cover erweckt falsche Hoffnungen/Befürchtungen, denn es wird der Geschichte nicht gerecht. Die Geschichte ist interessanter als ein „Schöne und das Biest“-Werwölfchen, denn die Bestie hier ist in vielen Punkten mehrschichtiger als der normale Werwolf, was der Phantasie von Marc Gruppe zuzuschreiben ist.

      Erneut eine Folge in der die Titanier beweisen das nicht alles so nah am Original sein muss wie sie es manchmal zu sehr betreiben, sondern auch die Interpretation einer alten Geschichte viel Spaß machen kann...


      4 von 5 Wolfstatzen