Gabriel Burns [DECISION PRODUCTS]

      Kann man so sehen, vorallem wenn nur eine abgeschlossene Serie eine gute Serie ist. Die ersten 16 möchte ich aber trotz des offenen Endes und der inhaltlichen Durststrecke in den 20er Folgen nicht missen. Dafür sind die einfach zu gut und auch zu einzigartig. Dazu kommt das Erlebnis damals den VÖs entgegenzufiebern und die Inhalte zu diskutieren. Unterm Strich ist GB für mich somit eine Bereicherung des deutschen Hörspiels. Der Impact wäre natürlich noch größer, hätte man die Qualität der ersten Folgen beibehalten und ein würdiges Ende präsentiert.
      Für mich gehört Sassenberg zu den besten Hörspielmachern. Und er hat mit Gabriel Burns wirklich eine einzigartige Serie abgeliefert. Ich würde sogar so weit gehen, dass es eine der besten Serien ist, die ich besitze. Aus meiner Sicht gibt es auch eine Vielzahl an Antworten, aber natürlich sind die Stränge am Ende nicht beantwortet. Es gibt jedoch eine Vielzahl an Folgen, die man auch wunderbar ohne große Vorkenntnisse hören kann und die auch als Einzelfolgen funktionieren. Das Zusammenspiel zwischen Musik, Sprecher und Atmosphäre sorgen für eine einzigartige Komposition für mich, wie es in der Hörspielbranche keine Zweite gibt. Also ich bin ehrlich froh dass wir eine „solche“ Unvollendete haben. Denn sie nicht zu haben wäre für mich eine immense Lücke in meiner Sammlung. Eine größere Lücke für mich als das fehlende Ende der Serie. Aber auch hier habe ich meine endgültige Hoffnung nicht aufgegeben, wenn es auch sehr sehr unrealistisch ist.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Ich kann mich voll und ganz @DeLorca und @Markus G. anschließen. Ich habe Gabriel Burns zwar erst ziemlich spät kennengelernt, aber ich habe mich absolut in die Story und Charaktere verliebt. GB ist für mich persönlich die beste Hörspielserie, die ich je gehört habe und mein ganz persönlicher Schatz meiner Sammlung.
      Natürlich gibt es einige schwächere Folgen und mir gefallen die ersten 16 Episoden auch am besten, aber dennoch ist das Gesamtpaket einfach toll zum Anhören. Dass die Serie unvollendet ist, stört mich überhaupt nicht. Ich male nur für mich die Story einfach weiter aus oder erfinde neue Geschichten rund um die Charaktere. GB biete mir da so viele Möglichkeiten zum Träumen oder einfach nur zum Spinnen.
      "Mein Name ist Luther. Ich würde mich gerne mit Ihnen unterhalten."

      Chris2710 schrieb:

      Zitat von Markus G: „Es gibt jedoch eine Vielzahl an Folgen, die man auch wunderbar ohne große Vorkenntnisse hören kann und die auch als Einzelfolgen funktionieren. “

      Magst du diese nennen? Wäre nicht uninteressant. <img src="https://www.hoerspieltalk.de/wcf/images/smilies/smile.png" alt=":)" />


      Folge 7 würde ich dir z.B. empfehlen. Eine meiner absoluten Lieblingsfolgen mit einem gewissen Indiana-Jones-Flair :love:
      "Mein Name ist Luther. Ich würde mich gerne mit Ihnen unterhalten."
      @Chris2710 Ich bin aktuell etwas im Stress weil Kursbeginn, aber hier kann man sich ein wenig einlesen welche für ein Reinhören gut geeignet ist:

      GABRIEL BURNS von DECISION - Meine Serienmeinungen (Teil 5)

      Mein Favorit Folge 8 :love:
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Der Herr Sassenberg müßte jetzt einfach noch mal in sich gehen, und versuchen den damaligen Fans, noch die letzten 4-5 Folgen „zugänglich zu machen“ ( veröffentlichen wäre das Stichwort) um dann mit Folge 50 ( oder 49) das Ganze endgültig abzuschließen.
      Damit man sagen kann, ja Gabriel Burns war eine tolle Mysteryserie, SIE WAR ABGESCHLOSSEN! Einiges wurde aufgelöst, die Hauptfigur tauchte am Ende auch wieder auf ( damit man ja das Thema nicht verfehlte. Warum heißt z.B. John Sinclair so? Na weil es in der Serie um Sinclair geht).
      Hörr Sassenberg sollte das einfach noch mal in seinem Leben richtig stellen, um somit das Ganze abzuschließen, dann könnte man Gabriel Burns endlich zu den Akten legen!
      So aber bleibt bei mir jedenfalls immer noch ein fader äh fahler Nachgeschmack.

      An seiner Stelle wäre ich mir das schuldig. Es würde mir selbst keine Ruhe lassen. Aber wenn er es so für sich entschieden hat, kann ich ihm auch nicht helfen. Vielleicht kommt er irgendwann noch mal zu der Erkenntnis....
      The Jokes on you!
      @Evil 100% Zustimmung

      Da geht es nicht um Millionen - irgendwie wird er sich mit einem Verlag einigen können und sollte dann die Serie, für die Fans, beenden.
      "Wenn du es auf der Straße zu was bringen willst, dann bind dich auf keinen Fall an jemand, häng dich an nichts, was du nicht problemlos in 30 Sekunden wieder vergessen kannst wenn du merkst das dir der Boden zu heiß wird."

      Neil McCauley
      Da wird es wohl niemanden geben, der dem widersprechen wird. Aber Sassenberg hat vielleicht schlicht und einfach keinen Bock und Burns und Geld sind ihm egal.

      Oder es sind ihm aus welchen Gründen auch immer die Hände gebunden.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Ich denke, alle diese Appelle werden nichts nützen. Das Thema GB scheint für Sassenberg keine Rolle mehr zu spielen, und es war auch in der Zeit, als es das noch war, wohl über lange Strecken eine subjektiv als frustrierend empfundene Erfahrung. So jedenfalls habe ich es damals wahrgenommen.

      Und ich verstehe das auch gut. Denn in keinem anderen Fall in der Hörspielgeschichte sehe ich eine so gravierende Kluft zwischen Potential und Umsetzung. Sassenberg und der GB-Kosmos - das hätte, wie ich schon mal schrieb, etwas ganz Großes, etwas Episches sein können, so etwas wie das Game of Thrones der Hörspielwelt.

      Aber man ist aus verschiedenen Gründen daran gescheitert. Nach allem, was man so hört, scheinen Eigenheiten im Charakter des Masterminds keine ganz unwesentliche Rolle gespielt zu haben. Abert auch davon abgesehen: Die Handhabung der Serienhandlung ist von Anfang an nicht optimal gewesen. Konnte man das in den ersten Folgen noch als die ersten unsicheren Schritte auf halbwegs neuem Terrain erklären, war es später ein deutlicher Ausdruck eines Mangels. Des Mangels an Vorstellung, welchen Weg die Handlung überhaupt nehmen und wo das alles enden soll. Widersprüche ergaben sich, nachträgliche Umdeutungen des bisher Erzählten, die Teile der Serienprämisse infrage stellten, und viele Folgen, bei denen man den Eindruck hatte, dass hier Ekeleffekte das Fehlen einer echten Idee überdecken sollen. Mal ganz abgesehen vom absurden Umgang mit der Hauptfigur, mit der man offensichtlich nichts mehr anzufangen wusste.

      Die Skript-Problematik und der fehlende (ausdifferenzierte) Masterplan haben das Projekt letztlich zum Scheitern gebracht, denke ich. Man konnte damit die echten Hardcore-Fans und die Liebhaber von Sassenbergs Regie-Kunst dauerhaft an sich binden, aber nicht die breite Masse. Und das wird letztlich der Grund sein, warum nichts mehr kam. Nichts anderes. Am Ende hatte man einfach nicht mehr genug Hörer.

      Das ist vor allem darum so tragisch, weil Sassenberg tatsächlich überaus talentiert war (ein echter Hörspielgigant, der sich für mein Empfinden durchaus nicht hinter Oliver Döring zu verstecken brauchte) und die Art, wie er GB erzählt hat, mit einer komplex angelegten Geschichte voller Mysterien und einem eingebetteten Erzähler, atmosphärisch unfassbar dicht, noch heute ihresgleichen sucht. Auch die schlechteren Folgen lohnen, gehört zu werden, denn die Regiekunst wird auch da erkennbar.

      Wie ich vor kurzem schon mal schrieb. GB in der alten Form ist für mich tot.
      Ich würde mir wünschen, dass er eine Kooperation mit Audible startet und einen Reboot wagt - und dann so klug ist, die Fehler vom Anfang nicht zu wiederholen. Das heißt: Die Handlung bis ins letzte wesentliche Detail antizipieren, den großen Bogen in in sich runde Etappen (Staffeln) unterteilen, verlässlich veröffentlichen (zB eine Staffel pro Jahr).

      Damit könnte man noch heute etwas reißen. Wenn man es richtig anstellt.

      Zu den alten Bedingungen oder als reine Fortführung? Keine Chance! Meine Meinung.
      Kann ich alles nachvollziehen. Aber ein Reboot von Burns ohne Sassenberg kann ich mir nicht vorstellen. Es wäre dann ein komplett anderer Burns. So wie TSB- Sinclair und EDI2000 oder DÄMONENKILLER und DORIAN HUNTER. Kann funktionieren. Wird aber komplett „anders“ sein (müssen).

      Eine Ende in welcher Form auch immer wäre wirklich schön. Ich glaube nicht an fertige Hörspielen in Sassenbergs Schublade. Somit müsste man das Ende neu produzieren. Und ich befürchte man möchte so viel Zeit und Energie da nicht reinstecken. Und natürlich wäre hier auch die Problematik der älter gewordenen Stimmen. Es gäbe einen Bruch.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      @Markus G.

      Nee, ich meinte nicht ohne Sassenberg. Ein Reboot funktioniert nur mit ihm als Regisseur und Mastermind. Aber er bräuchte halt einen richtig guten Skript-Autoren an seiner Seite, der es schafft, seine Ideen umzusetzen und gleichzeitig schon vor Produktionsbeginn alle relevanten Punkte des Serienverlaufs zu antizipieren, damit es nicht zu Widersprüchen und Logikbrüchen kommt. Er allein ist damit überfordert, denn er ist in erster Linie Regiekünstler. Andreas Gloge war mit der Aufgabe ganz offensichtlich auch überfordert - oder er hatte zu wenig Raum, um diesen weiten Bogen logisch zu spannen. Ich würde nach den Erfahrungen mit VIDAN sogar sagen, dass Weber dafür nicht geeignet wäre. Auf jeden Fall könnte man nicht wieder einfach so drauflos produzieren wie beim ersten Versuch.

      Aber ein Sassenberg-Burns als Reboot hätte in meinen Augen immer noch großes Potential, gerade in Zeit, in denen Serien wie Stranger Thing als Hot Shit gelten.