MINDNAPPING (eine Hörspielserie von AUDIONARCHIE) ...

      Chris schrieb:

      Und daneel hat ja völlig recht, kannst Du den Beitrag bitte auch auf der Plattform des Dienstleister einstellen, Stolli?
      Da bin ich nicht angemeldet - und nach den Kommentaren des Captains dort weiß ich auch wieder, warum nicht.
      Das Leben ist eine wilde Reise! Gefährlich! Unvorhersehbar! Voller Überraschungen - selbst wenn du es damit verbringst, irgendwo auf einem Stuhl an ein und derselben Stelle sitzen zu bleiben. (Walter Moers)
      MindNapping ist derzeit in diesem Bereich mein absoluter Favorit. Folge 28 bestätigt dieses. Mit "Verbindungen" bekommen wir klasse Psychothrillerkost serviert, die derzeit ihresgleichen sucht.

      Alan verschuldet einen Unfall, weil seine Freundin ihn während der Fahrt oral befriedigt. Das Opfer ist schwer verletzt. Doch alles wird so dargestellt, als ob das Opfer die Schuld am Unfall tragen würde. Doch Alan plagen Gewissensbisse und auch eine Journalistin ist der Verbindung auf der Spur. Doch diese Verbindungen reichen in bis in die obersten Ebenen...

      ​Insbesondere das Ende lässt den Hörer mit einem wirklichen Schlucken zurück. Klare Empfehlung.
      Duschek, der alte Skandinavist, wurde ja zuletzt für die Rache der Natur in der Kammer ordentlich abgewatscht, aber wenn er für Mindnapping wieder auf die staubigen Straßen der US-amerikanischen Provinz geschickt wird, dann läuft er zu Hochform auf.

      War schon "Mardi Gras" ein Highlight, so gilt dies auch für "Harmoniac", launiger Genremix mit ziemlich überragenden Sprechern. Alle top, aber Christian Zeiger besonders genial.

      Kurz und schmerzlos, beste Mindnapping-Folge 2017.
      "Ich habe mittlerweile ca. 30000 Hörspiele gehört, bitte, danke."

      Simmering gegen Kapfenberg Greenskull gegen Audionarchie Dreamland gegen Greenskull - das ist Brutalität
      Spielt für mich in derselben Klasse wie Giallo vom selben Autor, eine gute 2. Ich bin jetzt nicht der größte Duschek-Fan, dafür hat er einfach auch zu großen Käse abgeliefert, aber auch letztens mit Schattenschrei hat er ganz ordentlich abgeliefert. Ich würde mir mehr Erwachsenen-Horror dieser Art wünschen, jetzt nicht nur in der Gespensterkrimi-Reihe. Folge 1 von The Border ging auch in die etwas anspruchsvollere Richtung.

      Stollentroll schrieb:

      Allerdings hat sich beim Schneiden ein kleiner Fehler eingeschlichen: In Track 15 sagt eine der Personen den selben Satz zweimal. Kein Beinbruch, aber erstaunlich, dass ein solcher Schnitzer bei einer ansonsten doch stets auf hohem Niveau befindlichen Produktion passiert.

      Welcher Satz denn? Ich habe mir Track 15 nun mittlerweile 5x angehört und kann beim besten Willen keinen doppelt gesprochenen Satz finden. ?( Und mir fällt sowas normalerweise auch immer sofort auf.

      LarsH schrieb:

      Welcher Satz denn?

      Es ist der Satz 'Der Typ muss ja völlig kaputt sein. So wie du es schilderst kommt ja niemand anderes als dieser Massimo in Frage.'

      Der Fehler ist aber wohl nur in der Streaming-Version drin, bei CD- und DL-Fassung ist nach Angaben des Captains alles in Ordnung.
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      30 - Dark Trace

      Da ja Ascan wieder an Board ist, nutze ich mal die Gelegenheit ihn direkt was zu fragen :)

      F r a g e n


      1. (ich habe die CD nicht, deswegen habe ich den Namen nicht vorliegen) Dieser Skyla. Am Anfang auf der Hubschrauberplattform. Anstatt, dass er zu seiner Fiona eilt, lässt er sich ja sehr viel Zeit für seine ganzen Aktionen, während Cor ihn gefühlt 1000 mal ruft sich zu eilen. Als er dann darauf reagiert, braucht er ebenfalls wieder sehr lange bis er da ist und dann (dafür kannst du zwar nichts, aber es ist halt akustisch inszeniert als würde er spazieren gehen. Nicht mal laufen, geschweigen denn hetzen - da hat der Geräuschefuzzi gepennt). Warum das Ganze ? Einzig um einen Grund zu liefern Cor die Schuld zu geben, a la "Cliffhanger" ? Hätte er sich nicht so viel Zeit gelassen, hätte er seine Fiona noch selber retten können. OK, es ist Teil der Story, aber ich finde die Szene sehr unrealistisch, denn im Gegensatz zu Stallone im Cliffhanger, der alleine auf sich gestellt war, wäre hier ja die Gelegenheit gegeben zu zweit anzupacken. Hätte man die anschließende Feindschaft der beiden und auch das "wieder auftauchen" der Fiona nicht anderes konzipieren können ?

      2. Gleiche Szene. Cor kämpft mit letzter Kraft, da hat man keine Power mehr noch zu palavern, aber redet Fiona noch nen halben Roman (und ich meine nicht seinen Gedanken) ans Ohr, um ihr Mut zu machen, etc. Auch sehr unreal.


      3. Der mir wichtigste Teil aller Fragen. Was hat die letzte Szene auf dem Friedhof zu bedeuten ? Die ganze Zeit kommt Baas' große Liebe nicht vor und plötzlich ist er total niedergeschlagen und Tränen übergossen am Grab stehend ..... Mir fehlt da der Zusammenhang. Macht mir gar keinen Sinn. Sie kommt nicht vor, Baas ist nicht niedergeschlagen und voll einsatzfähig und hat viel Action um die Ohren und plötzlich taucht eine tote Große Liebe auf - woher kommt die, wann, warum, wie, was ??? #nachdenk# #gruebel# #wirr2# #schulterzuck# ?( #?#



      Ich freue mich über eine Antwort - besonders, wenn sie nachvollziehbar ist ;) :)
      #
      Negan : - What's your Name ?
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      Wenn Das Die Lösung ist , dann will ich das Problem zurück
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      " DU! DU! DU! "

      Pig Hoschi aka Cerebral-Bulimie
      Hallo LskH!

      Gerne stehe ich da Rede und Antwort. Die Story habe ich zudem noch recht gut im Bewusstsein und im Ohr. (Das hilft.)

      Well then,

      1.) Cor's best friend heißt Skylar van Rossum. -- Ja, das war eine Szene, die wohl von der Umsetzung her etwas "tricky" war. Ich hätte hier und da sicher etwas anders gemacht, von der Umsetzung her. Meine Idee war: Sie sind auf dem Dach eines Hochhauses. Die Hubschrauberplattform bildet nur einen kleinen Teil des Daches. Auf der Omval-Halbinsel wird derzeit das größte Hochhaus Europas gebaut, glaube ich. Und es ist der einzige Ort in Amsterdam, wo überhaupt Hochhäuser in der Landschaft rumstehen. Dummerweise musste ich auf das nur Zweithöchste zurückgreifen, weil die anderen so blöde Spitzen oben drauf haben, à la Empire State Building. Ich brauchte aber das Flachdach für die Szene. Und den Heliport.

      Mir persönlich hätte es auch besser gefallen, wenn die Schüsse in der Szene lauter, fetter und mehr im Vordergrund gewesen wären. Und natürlich die Schritte von Skylar... Er rennt ja zum anderen Ende des Daches, ballert auf den Hubschrauber, der daraufhin abschmiert und im Nachbar-Hochhaus in die Glasfront ballert. Nun sollte Skylar eigentlich so schnell wie nur möglich zur anderen Seite rüber hetzen... Weshalb da diese "recht gemütlich klingenden" Schritte ausgewählt wurden... keine Ahnung. Ich hatte das auf meiner "Meckerliste" stehen, mit Verbesserungsvorschlägen. Aber leider wurde das nicht berücksichtigt. (Dafür aber andere Kleinigkeiten, die "ich" so noch verbessern konnte, ehe das Ding ins Presswerk startete.) -- Alles in allem bin ich aber sehr zufrieden mit der Umsetzung. Vor allem natürlich auch mit der tollen Leistung der Sprecher, die auch den einen oder anderen augenzwinkernden Quatsch mitgemacht haben.

      2.) Ja, sicher ist die Hommage an "Cliffhanger" hier nicht zu überhören. (Später in der Story gibt's dann noch ein, zwei Hommagen an "Rocky IV".) Und klar: Wer in so einer Situation steckt, hat keine große Kraft, noch viel zu reden. Das wiederum ist für ein Hörspiel ungünstig. Und da wir keine Bilder sehen können, muss "palavert" werden. Auch wenn hier und da mal etwas nicht so sehr realistisch ist. Aber gut, Chuck Norris kann auch irre Sachen. Cor Liewens halt auch.
      ;)

      3.) Das bezieht sich auf Folge 7: "Weißes Fleisch".*
      Cor Liewens entdeckt dort die wenig attraktiv zugerichteten Überreste einer Toten, die man zunächst für die verschwundene & vermisst gemeldete Melissa van Hogart hält. Dann aber stellt Cor fest, dass es sich dabei in Wahrheit um Alina Harden handelt; jene welche Sebastian de Jonge sehr liebte und verehrte. Daraufhin schickt Cor Bas schnell ins Ausland, damit de Jonge in Thailand oder so Urlaub macht, bevor er erfährt, was passiert ist. Nun, da etwas Zeit vergangen ist, wäre es unrealistisch gewesen, wenn Bas immer noch nichts davon mitbekommen hätte. Ich wollte da aber kein großes Drama draus machen. Große Dramen gibt es ja bei "Nemesis" schon mehr als genug. (Na ja... dreie, glaube ich, wenn man alle zusammenzählt...)

      Und auch in den kommenden Teilen gibt es frei nach Bruce Darnell: "More drama, baby!", denn schließlich: "Ohne Handtasche keine competition", und so.
      ^^

      Ich hoffe, ich konnte dir etwas weiterhelfen!

      * So wie auch Stines wütender Ausruf: "Da drin steckten die Angelhaken!", der sich ebenfalls auf Geschehnisse von Folge 7 bezieht. Die einzelnen Folgen sind zwar voneinander unabhängig und funktionieren einzeln für sich gut, auch ohne dass man dafür nun alle, alle Folgen kennen müsste. Dennoch gibt es eine gewisse Kontinuität, weshalb diese Sonderfolge ja auch als Folge 7.5 firmiert und als Überleitung zur regulären Folge 8 der Serie dient. (Was sein wird: "Das Mädchen mit der Violine", Teil 1 von 3)
      »Only believe that I have power to raise from death thy brother who sleeps in Albion. - William Blake«

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Ascan von Bargen“ ()

      Ascan von Bargen schrieb:

      Wer in so einer Situation steckt, hat keine große Kraft, noch viel zu reden. Das wiederum ist für ein Hörspiel ungünstig. Und da wir keine Bilder sehen können, muss "palavert" werden. Auch wenn hier und da mal etwas nicht so sehr realistisch ist.


      Ist das wirklich zwingend? Oder kann man eine solche Situation nicht vielleicht auch vermeiden?

      Fader schrieb:

      Ist das wirklich zwingend? Oder kann man eine solche Situation nicht vielleicht auch vermeiden?
      Na ja ... was heißt schon "zwingend"? Zwingend ist natürlich gar nichts. Ich hätte problemlos schreiben können:

      Fiona baumelt strampelnd am Hochhaus.

      FIONA: (strampelt wie verrückt & kreischt sich die Seele aus dem Leib)

      COR: (gibt angestrengte Laute zwischen zusammengebissenen Zähnen von sich, während er versucht, Fiona zu halten & irgendwie hochzuziehen)


      Kein Problem. Nur ist es ja so, dass wir im Hörspiel verschiedene Sachen qua Dialog lösen müssen. Dinge, die man (nun mal in einem Hörspiel) nicht sehen kann, müssen dem Hörer entweder durch Soundeffekte, Erzählertexte oder durch Dialoge vermittelt werden. Informationen, die der Hörer zum Verständnis anderer Dinge - zwischenmenschliche Beziehungen, etc. - benötigt, müssen ebenfalls durch Dialoge vermittelt werden. Und Emotionen ... die müssen halt ebenfalls durch Dialog / Erzähltext vermittelt werden, wenn man sie denn vermitteln will. -- Was Cor z.B. durch den Kopf geht, als er um Fiona kämpft ... ohne erklärende Texte ist dies nicht an den Hörer zu transportieren.

      Das Ende der Szene, z.B.: Im Film hätte das alles hervorragend ganz ohne ein einziges Wort funktioniert. -- Cor greift Fionas Hand, die ihm entgleitet. Dabei rutscht ihr der Verlobungsring vom Finger. Sie stürzt ab, Drama. Cor steht auf, öffnet seine Hand, der Ring fällt zwischen ihm und Skylar zu Boden. Wind peitscht. Tränen in den Augen der beiden bis gerade eben noch-Freunde... Packende Musik darüber im Hintergrund.

      Kein einziges Wort wäre nötig, um das große Drama und die Gefühle, die in beiden jetzt toben, im Film zu inszenieren. Ein paar schöne Groß- und Detailaufnahmen der Augen, der Gesichter, etc., dazwischen. Bam! Das funktioniert.


      Letztlich ist aber die Frage: Will ich in der Story - im Hörspiel - lediglich das rein äußere Geschehen vermitteln, inszenieren, beschreiben? Oder will ich dabei auch gleichzeitig oder parallel das innere Erleben vermitteln? Ich versuche gerne beides, weil es mir nicht gefällt, rein oberflächlich-äußerlich zu bleiben. Mal gelingt es in der Umsetzung besser, mal weniger gut. Je nachdem, wie die Leute im Studio meine Sachen auffassen, interpretieren, welches Sprechtempo usw. sie verwenden -- und wie dann hinterher auch der technische Schnickschnack gebastelt wird, mit Musiken, Schnitten, Pausen oder nicht-Pausen, etc.
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      Ok, danke für die Erklärung. Ganz rein meine Meinung wäre, mir eben nicht zu filmische Szenen auszudenken, weil die dann in der Hörspielumsetzung Probleme machen können, sondern den Höhepunkt der Geschichte so anzulegen, dass er quasi ausschließlich als Hörspiel gut funktioniert. Das heißt natürlich, dass stark visuelle Szenen von vornherein wegfallen, weil die ohne großen Erzählereinsatz nicht umzusetzen sind.
      Und in einer Szene mit einem Charakter, der am Hochhaus hängt und einem anderen, der ihn hochzuziehen versucht, spielt sich nun mal das meiste optisch und innerlich und nur sekundär über die Tonspur ab.
      Das meinte ich mit "war das zwingend" -- Deine Geschichte hätte ja auch genauso dramatisch anders enden können.
      They call me the Fader. Which is what I'm about to do.

      Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, d.h. man darf sie kostenlos nutzen.
      Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.
      Gerne, gerne.

      (Ich war mir nämlich nicht ganz sicher, wie du das mit dem "Situation vermeiden" gemeint hattest.) Es ist so eine Sache mit dem Bereich "Hörspiel"... ich schätze, dass das nicht nur mir, sondern auch ein paar anderen Leuten so geht: Einerseits sind wir voller Begeisterung als Kinder / Jugendliche mit Hörspielen aufgewachsen; andererseits waren die häufig so... "Schau mal, was ist das?" - "Eine Tür?" - "Tatsächlich... eine rote Tür..." - "Ja, mit einem gelben Schild dran, wo draufsteht... blablabla..."

      In mir zumindest wuchs dann irgendwann der Wunsch, auch einmal Hörspiele zu schreiben, aber nicht mit diesen "unrealistischen Dialogen", wie kein Mensch im echten Leben spricht. Aber, so ist das nun mal, im Hörspiel geht es manchmal kaum anders -- außer, man lässt tatsächlich ein paar Sachen weg, die sich nur schwer bis gar nicht (ohne Dialog und Erzähler) transportieren lassen. Das wiederum schränkt ein. Was ich wiederum nicht mag, Einschränkungen.

      Aber man lernt jeden Tag Neues dazu. -- Ich erinnere mich daran, wie damals "ANNWYN - Die Tore der Anderwelt" erschien. Da waren ein paar Szenen dabei, wo alles durch FX vermittelt wurde. Ich sah dabei vor meinem geistigen Auge, z.B.: "Ah ja, hier zerfetzt jetzt das Monster die und die Ische..."

      Problem: Der Hörer da draußen... dem hatte das gar keiner gesagt. Kein Erzähler. Kein Dialog. Kein Niemand. Ergo: Manche Szenen waren für die Leute schwer bis gar nicht zu verstehen. Daher beschloss ich, die Sachen fortan lieber so zu gestalten, dass sie jeder nachvollziehen kann.
      ^^ (In Zukunft aber mit weitaus kürzeren und leichter verdaulichen Erzählpassagen.)
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