Ivar Leon Menger - Plan B

      Ivar Leon Menger - Plan B

      Ivar Leon Menger - Plan B

      Thriller-Hörspiel
      Lauscherlounge
      Vertrieb: Lübbe Audio
      ca. 63 Minuten
      1 CD; ISBN 978-3-7857-4222-8; Euro 9,95


      Sprecher:
      Simon Jäger, Udo Schenk, Gerrit Schmidt-Foss, Luise Helm, Katja Brügger, Hans-Werner Bussinger

      Inhalt:
      Ein junger Student plant den perfekten Mord. Dafür hat er alles bis in das kleinste Detail vorbereitet und zum Beweis seiner Genialität in der kompletten Wohnung Videokameras installiert. Doch dann trifft sein Opfer ein und alles läuft plötzlich völlig anders als geplant ...Ein spannendes Psycho-Kammerspiel von Thriller-Autor Ivar Leon Menger mit Starbesetzung!


      Kritik:

      Gibt es ihn wirklich, den perfekten Mord? Student Finn Jorgensen jedenfalls behauptet es - und dokumentiert das Ganze auch noch per Video!

      Schonmal irgendwie gehört? Kann durchaus sein, denn die Idee hinter diesem Hörspiel ist nicht ganz neu und wurde von Hitchcocks berühmten Film "Cocktail für eine Leiche" inspiriert.

      Eine durchweg starke Story, die Ivar Leon Menger ("Dodo") hier erzählt, ausgestattet mit starken Sprecherleistungen, aber ohne aufwändige Inszenierung - logisch, spielt das Ganze doch nur in einer Wohnung. Ein Kammerspiel also, das mit nur fünf Darstellern plus einem Erzähler besetzt ist. Trotzdem ist die Atmosphäre des kleinen Thrillers sehr dicht, und das Hörspiel packt.

      Die Sprecher agieren sehr gut, vor allem das "Duell" zwischen Sascha Jäger und Udo Schenk (brillant wie gewohnt!) sitzt auf den Punkt. Auch Gerrit Schmidt-Foss als "Mad" in der dritten Hauptrolle liefert tolle Arbeit ab. Insgesamt bieten alle sechs eine klasse Sprecherleistung. Und das ist essentiell, denn das Hörspiel kommt - zusätzlich zu den Dialogen - mit nur ein paar wenigen Gitarrengriffen aus, die an den Nerven des Hörers zupfen - ein sparsamer Einsatz der Musik, der allerdings auch völlig ausreichend ist und die Szenen kunstvoll voneinander trennt. Zwei "echte" Musiktracks sind noch zusätzlich auf dem Silberling untergebracht: einer mitten im Hörspiel und eher störend, und einer am Ende. Hier wurde wohl einfach ein wenig Werbung für den Musiker betrieben, so zumindest kommt es bei mir an.

      Die zum Einsatz kommenden Geräusche wirken authentisch und fügen sich gut ins Gesamtwerk ein.

      Schick ist das Artwork der Scheibe selbst: als Kamera-Objektiv gestaltet und damit sehr gut zur Story passend.

      Insgesamt präsentiert sich "Plan B" beinahe wie ein klassisches Radiohörspiel, wären da nicht der - für meinen Geschmack - redundante Erzähler und die bereits erwähnten ebenso überflüssigen Musik-Tracks. Dass Autor Ivar Leon Menger ein Händchen für spannende Scripts hat, hat er ja bereits mehrfach bewiesen. Das Thriller-Hörspiel fesselt von Anfang bis Ende, wartet mit überraschenden Wendungen auf und unterhält ausgezeichnet.


      Fazit:

      Kleines feines fesselndes Hör-Kammer-Spiel - Empfehlung!


      Weitere Informationen: lauscherlounge.de
      Bilder
      • menger_planb_ll.gif

        29,62 kB, 220×200, 275 mal angesehen
      ' EINS UND EINS IST ZWEI - VON LONDON BIS SHANGHAI ! '
      ------------


      www.hoerspatz.de -- Hörspiel- und Hörbuch-Rezensionen

      Markus G. schrieb:

      überraschenden Wendungen, wenngleich doch vorhersehbar.

      Tatsächlich !? ....... kann ich vm nicht behaupten. Ich war jedesmal überrascht - ok, das ein oder andere war offensichtlich, aber dann war es eben auch offensichtlich ;) ;D ...... Die ganzen Wendungen waren doch überraschend, wenn teils auch bisserl "tappsig", aber doch verblüffend und auch das Ende hatte ich mir nicht so vorgestellt. Ich dachte wirklich an einen eiskalten Plan, der wörtlich über Leichen geht, damit Finn seinen Stiefvater hat "alt" aussehen lassen lassen. Zw.zeitlich habe ich mich jedoch vermehrt gefragt, warum Matt sich "erpressen" lässt und nicht (logisch) hinterfragt - aber das gehörte ja eben zur Rolle / zum Plan. .... Sehr positiv find ich die Besetzung (Simon Jäger und Gerrit Schmitd-Foss) und Udo Schenk war mal wieder herlich zum hassen und verwünschen. ... Ich hatte ja anfangs Bedenken - den obwohl Psycho, eben auch ein Skandinavian, und letzteres ist eigentlich eher nix für mich und ich habe auch 3-4 Anläufe gebraucht, um durchzuziehen - erstaunlicher Weise hats mir extrem gut gefallen und wird hiermit zu meinem Lieblings-Skandinavier und auch generell wird PlanB häufiger vm gehört werden. #jaja#

      Fazit : wer kein Problem mit Skandinavians hat und auch Psycho nicht abgeneigt ist, dem kann ich es wärmstens empfehlen.
      . #


      Die einen kennen mich #winkewinke# - die anderen können mich#pokuss#

      " Ersteller des 1. Beitrages 2010,11+12 "

      NEXUS schrieb:

      obwohl Psycho, eben auch ein Skandinavian


      Skandinavian?
      Psychothriller mit Krimis aus Skandinavien gleichzusetzen, halte ich ehrlich gesagt für etwas kurz gegriffen. Oder ist mir da möglicherweise eine andere, neue Begrifflichkeit entgangen?
      Falls du auf der Suche nach weiteren News rund ums Hörspiel bist, schau doch einfach mal auf www.hoerspiel3.de vorbei.
      Neu: GRATIS-Hörspiele

      DiStefano schrieb:

      NEXUS schrieb:

      obwohl Psycho, eben auch ein Skandinavian
      Skandinavian?
      Psychothriller mit Krimis aus Skandinavien gleichzusetzen, halte ich ehrlich gesagt für etwas kurz gegriffen. Oder ist mir da möglicherweise eine andere, neue Begrifflichkeit entgangen?
      Nein, setze ich nicht gleich - im Gegenteil, ich bin ein Psycho/Thriller-Fan und ein Nicht-Freund von Skand. Krimis/Stories/HSP - nur beinhaltet PLAN B beides und ich bin verwundert, dass mich das, entgegen meiner Erwartungen/Befürchtungen, doch sehr angesprochen hat.
      . #


      Die einen kennen mich #winkewinke# - die anderen können mich#pokuss#

      " Ersteller des 1. Beitrages 2010,11+12 "

      Aristophanes schrieb:

      Ohne es jetzt gehört zu haben: Die Hauprolle heißt Finn Jorgensen. In meinen Ohren klingt das nach dem hohen Norden... ;D


      Namen sind Schall und Rauch :D
      Das stimmt natürlich. Aber das macht dieses Hörspiel für mich jetzt nicht unbedingt typisch "Scandinavian"...
      Falls du auf der Suche nach weiteren News rund ums Hörspiel bist, schau doch einfach mal auf www.hoerspiel3.de vorbei.
      Neu: GRATIS-Hörspiele
      was ist typisch "skandinavischer Krimi"?

      Das er in Skandinavien spielt. ;D

      Spaß beiseite, für mich gibt es in typischen skandinavischen Krimi eine gedrückte Stimmung. Der Ermittler hat einen gewissen Weltschmerz und meist eine völlig kaputte Familie (Minimum geschieden und ein Kind drogensüchtig)
      --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

      Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles seine Bemerkungen. ( Heinrich Heine)
      Produktion: Lauscherlounge 2009
      Sprecher: Udo Schenk, Simon Jäger, Hans-Werner Bussinger, Gerrit Schmidt-Foß, Katja Brügger und Luise Helm

      Inhalt: Finn Jorgensen, ein junger Student, plant den perfekten Mord. Dafür hat er alles bis in das kleinste Detail vorbereitet. Und zum Beweis seiner Perfektion will er seine Tat auf Video dokumentieren. Doch dann trifft sein Opfer ein und alles läuft plötzlich völlig anders als geplant...


      Die Handlung:
      Das Drehbuch, dem dieses Hörspiel zugrunde liegt, wurde von Ivar Leon Menger vor mehreren Jahren in einer Schublade verstaut und erst vor kurzer Zeit wieder zu Tage gefördert. Und er wandte sich dann mit dem zum Hörspielskript umfunktionierten, mit neuem Ende versehenen Drehbuch an das Label von Oliver Rohrbeck, die Lauscherlounge. Gibt es den perfekten Mord? Ja, zumindest behauptet dies Finn Jorgensen, der seinen "perfekten Mord" aufgezeichnet hat. Als Hörer bekommt man sozusagen die Aufnahme zu hören. In einem sogenannten "Kammerspiel", das sich nur in vier Räumen abspielt, erzählt Ivar Leon Menger von einem perfekt geplanten Mord. Aus einem scheinbar willkürlichen Familientreffen, das die angespannten Wogen glätten soll, entsteht ein überaus gelungenes und teuflisches Psychospiel. Menger richtet sich besonders auf die Ausformulierung seiner wenigen Charaktere und auf die Verhältnisse bzw. Verbindungen der verschiedenen Personen. Er versteht es, seine Charaktere stets glaubhaft und überzeugt wirken zu lassen. Mit mehreren gemeinen und unvorhersehbaren Wendungen schickt Menger einen nach dem Anderen aus dem Rennen, ohne zu zwinkern. Doch seine Wendungen übertrumpft er mit einem überraschenden Ende, das wohl keiner erwartet hätte...Sprecher: Zwar ist die Sprecherriege sehr klein, da es sich wie schon erwähnt eher um ein Kammerspiel handelt, aber das schmerzt hier keineswegs. Denn die wenigen Sprecher, die im Hörspiel mitwirken, sind alle bekannt und leisten sehr gute Arbeit. Allen voran Simon Jäger als Finn Jorgensen, der gekonnt und eiskalt durch die Geschichte führt. An seiner Seite stehen Udo Schenk als bösartiger und eiskalter Stiefvater, Katja Brügger als seine liebevolle Mutter, Gerrit Schmidt-Foß als bester Kumpel Finns, Luise Helm als Maja Breuer und... Hans Werner Bussinger, der den zentralen Part als Erzähler im Hintergrund übernimmt. Letzterer hat wieder einmal tolle Arbeit geleistet. Dennoch ist er kurze Zeit vor der Veröffentlichung dieses Hörspiels verstorben, was die Hörspielwelt zutiefst erschüttert hat.
      Musik und Geräusche:
      Bei der Untermalung setzte man auf einzelne und durchaus wirksame Gitarrentöne. Auch wenn sich diese kurzen Saitenanschläge immer wiederholen, verschmelzen sie mit der Handlung und zeigen die kriminalistische Dichte auf, die diese Produktion kennzeichnet. Besonders, da dieses Hörspiel als Kammerspiel gedacht war / ist, kann die Musik dem Stil folgen. Stark aufgefallen ist aber auch das Musikstück "Tree", das als Abschlusssong dient und von Thobias Hundt stammt. Von einer Geräuschkulisse kann man bei einem Kammerspiel nur schlecht sprechen, spielte sich das Hörstück doch nur in drei bis vier Räumen ab, die sich in einer Wohnung befanden. Aber der Einsatz der normalen Geräusche wurde gut gemeistert.

      Cover: Der Rohling ist in einem schicken Digipack aufbewahrt, das ein Booklet mit zweiseitigen Infos zur Produktion sowie zu neuen Produkten der Lauscherlounge sowie Infos zur Lauscherlounge und zu Oliver Rohrbeck enthält.


      Gesamtfazit: Schon seit langem hat mich kein Krimi mehr so überrascht und gefesselt. Hier verzichtete man auf überaus düstere oder sehr brutale Szenen, dafür schu man einen spannungsgeladenen und schwer durchschaubaren Krimi, der auch als "Psycho-Thriller" durchgeht. Tolle Umsetzung mit sehr guter aber kleiner feiner Sprecherliste. Tolle Leistung!

      14 Punkte / Note 1
      Bilder
      • andreashöber.jpg

        12,16 kB, 240×215, 161 mal angesehen

      Markus G. schrieb:

      Grundsätzliche Frage - was ist typisch "skandinavischer Krimi"?


      Das hat Gybrush u.a. gut beschrieben, allerdings ist es das nicht unbedingt .... aber jedes Land hat mehr oder weniger einen gewissen Stil. So kann man ganz gut "verschubladen".

      Skandinafische, Italgeänische und Ostblock - Krimis sind überhaupt nicht mein Ding (vermutlich hat mir PAVOR auch deswegen nicht so zugesagt). Sie haben das gewisse Etwas was mich persönlich nicht anspricht bzw. abschreckt - was in den entsprechenden Thread passt, ob und was einen beim HSPKauf abschreckt ... (oder so ähnlich) ..... Hingegen mag ich deutsche, englische, französische, amerikan. Krimis sehr gern - was nadullisch nicht unbedingt zwingend Garant sein muß. Nadullisch gibbet Skandinafische, die mir sehr gut gefallen und französische absolut nicht - jedoch ist es die Masse/Häufigkeit ... und bei Skandi. bin ich immer erstmal skeptisch und lasse mich, wenn überhaupt nur schwer und sehr bedingt darauf ein ..... Goldagengarden und Plan B waren nicht typisch und haben mich positiv überrascht.
      . #


      Die einen kennen mich #winkewinke# - die anderen können mich#pokuss#

      " Ersteller des 1. Beitrages 2010,11+12 "

      DiStefano schrieb:

      Mich würde jedoch nach wie vor interessieren, was dieses Hörspiel "Scandinavian" machen soll?


      Obwohl ich nicht direkt angesprochen bin, greife ich hier mal zu: für mich ist dieses Hörspiel ganz sicher nicht skandinavisch - warum auch? Ich sehe keine einzige skandinavische Komponente... ?!

      ... aber irgendetwas wird Nexus schon im Vorfeld auf diesen Eindruck gebracht haben. Bin gespannt, was das gewesen sein könnte. Vielleicht war es ja tatsächlich nur der Name "Finn Jorgensen"? Da kann man schonmal von falschen Voraussetzungen ausgehen eventuell...
      ' EINS UND EINS IST ZWEI - VON LONDON BIS SHANGHAI ! '
      ------------


      www.hoerspatz.de -- Hörspiel- und Hörbuch-Rezensionen
      Es kannn schon sein, dass allein der Name bei mir für falsche Schlussfolgerungen verantwortlich ist und Arnolds Heidenbergers und Mayas/Majas sind bestimmt dort auch ansääsig ...

      Insgesamt machte es auf mich den eindruck, es handle dort - es steht auch n irgends (jedenfalls habe ich nix gefunden), dass es dort nicht spielt, ... hab aber auch kein Problem damit, wenn es in Deutschland ist. ;) ;D
      . #


      Die einen kennen mich #winkewinke# - die anderen können mich#pokuss#

      " Ersteller des 1. Beitrages 2010,11+12 "

      Schade, dass es keine Reihe dazu gibt. ich würde weitere Folgen sofort kaufen.

      Das HSP war efrischend, kurzweilig, wendung- und einfallsreich und ein Kammerspiel
      tolle Sprecher, nix aufwendiges und doch oder gerade deshalb sehr besonders.
      Bei der Wohnung hab ich immer die meiner Kindheit vor Augen :D

      Davon darf es gerne mehr geben. :)
      #
      Negan : - What's your Name ?
      Daryl : - Easy Street !
      #
      Wenn Das Die Lösung ist , dann will ich das Problem zurück
      #
      " DU! DU! DU! "

      Pig Hoschi aka Cerebral-Bulimie
      Ich habe das Hörspiel auch heute Morgen gehört.

      Lange kein Hörspiel mehr gehört, welches mich in jeder Sekunde so gefesselt hat. Ständig ging es in eine andere Richtung. Richtig stark.

      Interessanter Punkt mit der Wohnung. ich hatte die alte Wohnung meiner Tante vor dem geistigen Auge. Und da wohnt sie seit 15 Jahren nicht mehr. Komisch, dass genau dieses Bild entstanden ist...

      Wärmste Empfehlung für dieses Hörspiel. Gibt es aktuell für knappe 4 Euro bei pop.de

      shop.pop.de/Hoerspiele/Hoerspi…n-B-Hoerspiel::11610.html

      Hoax schrieb:

      Ich muss zugeben, dass Plan B zu den Hörspielen gehört, die bis jetzt völlig an mir vorbeigegangen sind. Ich habe noch nicht einmal ansatzweise eine Idee worum es bei dem Hörspiel geht.


      Ein Psychothriller von einem perfekt geplanten Mord. In meinen Augen einer der besten Thriller und eines der besten Hörspiele, die ich bisher hören durfte.

    Hier geht's zum HÖRSPIEL-PLAYER ...