[Review] A Nightmare on Elm Street 7: Freddy's New Nightmare

      [Review] A Nightmare on Elm Street 7: Freddy's New Nightmare

      A Nightmare on Elm Street 7: Freddy's New Nightmare
      (USA, 1994)

      Regie: Wes Craven
      Darsteller: Robert Englund, Heather Langenkamp, Miko Hughes, John Saxon, Wes Craven, Robert Shaye, Tuesday Knight u.a.
      FSK-Freigabe ab 16 Jahren
      Laufzeit: 108 Minuten


      Heather Langenkamp, seit dem ersten Teil festes Ensemblemitglied der "Nightmare on Elm Street"-Horrorserie, wird auch im richtigen Leben von Alpträumen geplagt. Besonders schlimm wird es, als man beschließt, die Serie einzustellen. Heather erkennt, daß Alptraumdämon Freddy versucht, in ihre reale Welt einzudringen. In ihrer Not wendet sie sich um Hilfe an dessen Darsteller Robert Englund. Doch auch er kann ihr nicht helfen. Da beschließt die geplagte Schauspielerin Freddys "Vater", Wes Craven, aufzusuchen...
      (Quelle: kino.de)


      Nachdem Wes Craven den Status Quo für die äußerst erfolgreiche „A Nightmare on Elm Street“-Serie mit Teil 3, „The Dream Warriors“, geschaffen hatte, zehrten die folgenden drei Filme ausschließlich von der wirklich überragenden Verflechtung von „echtem Horror“ mit der oftmals fantasymäßig anmutenden Traumwelt Freddy Kruegers, der jedoch bis einschließlich, bzw. besonders bei Teil 6 zu einer regelrechten „Witzfigur“ verkam.
      Nun sollte mit Teil 6, welcher im amerikanischen Original kurz und knackig „Freddy's Dead“ betitelt war, selbiges besiegelt sein: Freddy ist tot, die Serie zu Ende. Und ja, in der Tat ist sie das – und doch auch irgendwie nicht.
      Wes Craven ist nicht umsonst einer der einflussreichsten Regisseure im Horrorgenre und anstelle einer bloßen Fortsetzung hat Craven das Rad, bzw. den Albtraum faktisch neu erfunden. Ja, „A Nightmare on Elm Street“ ist mit Teil 6 abgeschlossen worden. Wir haben hier keine Elm Street, keine „wirklich“ fiktiven Charaktere, denn Craven hat Freddy aus der Filmwelt in die „Realität“ herübergeholt. Klingt bekloppt, hängen da vonne Decke? Mitnichten, denn der Reiz des Films geht davon aus, daß sich die Horrormär um den „beliebtesten Kino-Irren seit Darth Vader“ (Newsweek) nicht zwischen Nancy Thomson, gespielt von Heather Langenkamp, und etwa ihrem Vater Donald Thomson, gespielt von John Saxon, abspielt, sondern beispielsweise zwischen Heather Langekamp, gespielt von Heather Langenkamp, John Saxon, gespielt von John Saxon, Freddy-Darsteller Robert Englund, gespielt von Robert Englund und eben Freddy Krueger, laut Credits gespielt von Freddy Krueger ;). Dieser pseudo-reale Anstrich, daß der „schwarze Mann“ tatsächlich unter den an der „Nightmare on Elm Street“ Beteiligten umgeht, daß Heather scheinbar dem Wahnsinn verfällt – all das hebt sich von den Vorgängern ab und „Freddy's New Nightmare“ in bislang unerreichte Sphären. Anstelle einer weiteren blutig-überdrehten „10 kleine Negerlein“-Interpretation, haben wir es hier mit einem wirklichen Horrorfilm zu tun, der erschreckt – aber nicht durch 10000 Hektoliter Blut pro Sekunde, sondern durch Cravens geradezu perfide Art der Realitätsebenenverbindung und dem bislang wohl düstersten und bösesten Freddy, der sogar noch die beängstigende Darstellung aus dem ersten Teil der Reihe toppt.


      Was die Darsteller betrifft, habe ich oben bereits erwähnt, daß hier im Grunde jeder sich selbst spielt – zumindest die bei den Original Nightmare-Teilen beteilígten, etwa Robert Englund, Heather Langenkamp (die auch trotz der 10 Jahre „mehr“ auf dem Buckel immer noch sehr klasse aussieht ;) ), New Lince Cinema Chef Robert „Bob“ Shaye, „Kristin“-Darstellering Tuesday Knight aus Teil 4, Nightmare- und Scream-Erfinder Wes Craven oder natürlich der wieder großartige John Saxon, der Lt. Don Thomson in den Teilen 1 und 3 spielte. Sie alle wirken überzeugend, im Falle von Englund sogar cool. Dazu kommt noch die wirklich anerkennenswerte Leistung von Miko Hughes, was der damals 8jährige Stöpsel aus der Rolle des Filmsohns von Heather Langenkamp rausgeholt hat, war schon klasse – und dürfte sicherlich auch Jamie Lee Curtis in Sachen Scream Queen, bzw. Scream King Konkurrenz machen :P

      Musikalisch geht es hier ungewohnt „orchestralisch“ zu; zeichneten sich die vorigen Teile oftmals durch „synthetische“ Ohrwürmer und zeitgenössische Titel (sei es Metal, Pop oder Hiphop) aus, wird hier vornehmlich auf „klassische“ Klänge gesetzt – allerdings nicht ohne „maschinelle“ Perkussion; so war ich bei der „Freeway-Szene“ nicht gerade negativ angetan bei dem „rutschenden Tanker“ ein doch sehr Terminator'esques, metallisches ¼-“Gestampfe“ zu hören. Grundsolide – untermalt den anfangs „nur“ bedrohlichen, später zudem extrem düsteren Ton des Films ausgezeichnet.


      Bei den Effekten besteht ebenfalls kein Grund zur Klage. Im Gegenteil: Man muss hier anerkennen, daß der bislang wirklich düsterste und bedrohlichste Freddy zu sehen ist. Nur eine oder zwei Montagen (etwa Freddy, der sich am Freeway aus den Wolken „zusammensetzt“) konnten mich nicht wirklich überzeugen und erinnerten (leider) an TV-Ware. Das kratzt zwar ein wenig am ansonsten makellosen Hochglanzlack, beeinträchtigt das Gesamtergebnis jedoch nicht.


      Fazit:
      Wes Craven ist und bleibt einfach derjenige, der „A Nightmare on Elm Street“ zu verstehen scheint – was ja nicht weiter verwunderlich sein dürfte, da es ja „sein Baby“ ist. Somit hat die Zeit der oftmals bemüht wirkenden Einzeller und knatschbunten Spielereien ein Ende und wir erleben „Nightmare“ auf einem neuen Level, der die Elm Street hinter sich lässt und den Schrecken in die „wirkliche Welt“ hinüberbringt.
      Geniale Storyidee, die meiner Meinung nach völlig zu Recht mit der Goldenen Schriftrolle der Academy of Science Fiction, Fantasy & Horror ausgezeichnet wurde. Dazu noch ein Ensemble aus vielen Darstellern der „Nightmare“-Filme, allen voran Heather Langenkamp, Robert Englund und John Saxon, wirklich guten bis sehr guten darstellerischen Leistungen, einem düsteren, exzellent passenden Score und dem wirklich bösesten Freddy der Reihe. Definitive „Wollte kucken auch“-Empfehlung!

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „prof. snape“ ()

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