TAKIMO - Abenteuer eines Sternreisenden (eine Hörspielserie von POLARIS) ...

      Takimo ist in der Tat ein Phänomen. Für mich ist die Serie so etwas wie der Stealth-Bomber des deutschen Hörspiels: Es ist durchaus bekannt, dass sie existiert, doch man hat sie nie wirklich auf dem Hörspielradar. Die Serie dreht weitgehend unbemerkt ihre Runden, und wenn sie eine neue Folge abwirft, haut die meistens auch richtig rein (jedenfalls sagen mir das Leute, die die Serie hören).

      Irgendwie schade, dass Takimo keine großere Öffentlichkeit findet. Aber gleichzeitig ist es bemerkenswert und schön, dass sie offenbar über eine solch treue Fanbase verfügt, dass sie sich halten kann.
      Wenn ich mir die Webseite (takimo.de/) anschaue und dort den wissenschaftlichen Hintergrund durchlese, der dort Sachen aus den Hoerspielen wie Terraforming, schwarze Loecher, und Hyperraum sehr interessant ausweitet, dann habe ich das Gefuehl, dass die Produzenten von Takimo diese Hoerspielserie mit Leidenschaft herstellen, unter anderem, um sich selber weiter zu bilden und ihr Wissen dann in Geschichten einzubinden. Lest zum Beispiel mal was sie zu der Transzendental-Philosophie geschrieben haben. Das geht ganz schoen ab und ins philosophieren. Dieses ist nicht notwendig um die Hoerspiele zu verstehen, aber wenn man durch die Hoerspiele Interesse an einem Aspekt gefunden hat, dann kann man auf der Takimo Seite sich erstmal ein bisschen weiterbilden. WUNDERBAR!!

      Hier ein Beispiel, der kuerzlich hinzugefuegt wurde (da er in einer der letzten Folgen eine Rolle gespielt hat):

      takimo.de/lexikon/horizont7a.html

      Immanuel Kant und der Perspektivismus. Da geht es ins Eingemachte.

      Takimo 29 wird uebrigens den Titel haben: TAKIMO-29-Elementare
      Das CD-Cover ist jetzt online und es wird eine Doppel-CD!

      Polaris Hörspiele schrieb:

      Blumbergs Geländefahrzeug, ein Produkt hochmoderner Technik, war zwischen den schlafenden Steinriesen nicht viel mehr als ein winziger unbedeutender Punkt. Immer weiter ging es Richtung Süden, vorbei an sich öffnenden und wieder schließenden Abgründen, die einen Blick auf die geologischen Schichten des Planeteninneren freigaben.




      Quelle: takimo.de/takimo/29elementare.html
      Ich habe letzte Woche eine E-Mail an Polaris geschrieben, ob es einen Termin für Folge 30 gibt. Sinngemäß wurde geantwortet, dass es zwischen Folge 29 und 30 einen größeren zeitlichen Abstand geben wird, was die Veröffentlichung anbetrifft. Dies hat den Hintergrund, dass man zuerst die Skripte für Folge 30 bis 34 schreibt und danach mit den Sprachaufnahmen für alle fünf Folgen weitermacht. Die Skripte sollen so gut wie fertig sein. Ein Termin wurde nicht genannt, bzw. konnte nicht genannt werden. Daher gehe ich davon aus, dass man dieses Jahr auf keinen Fall mehr etwas veröffentlichen wird und nächstes Jahr auch nicht zu früh.
      Hier nun die offizielle Mitteilung von Polaris

      Polaris schrieb:

      21.08.2017
      Zwischen Folge 29 und 30 wird es einen etwas größeren zeitlichen Abstand geben, da wir zunächst die Skripte für die Folgen 30 bis 34 erstellt haben. Dieser Arbeitsschritt ist jetzt fast abgeschlossen. Als Nächstes beginnen die Sprachaufnahmen (für alle 5 Folgen) und anschließend die Produktion. Die Veröffentlichungsabstände werden ab Folge 30, da wir ja jetzt sozusagen vorausproduzieren, wieder etwas kürzer sein.
      Es geht auf alle Fälle weiter, nur möchten wir uns zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht auf ein festes Veröffentlichungsdatum festlegen.


      Quelle: http://takimo.de/news/news.html
      Ich kann es gar nicht oft genug betonen: Ich bin ein reiner SciFi-Hörspielhörer, andere Genres haben mich noch nie interessiert. TAKIMO ist mit Abstand das beeindruckendste, was mir jemals als SciFi-Hörspiel untergekommen ist. TAKIMO ist spannend, sehr intelligent, spielt auf mehreren Handlungsebenen, ist sehr gut produziert, hat Sprecher auf wirklich durchgehend höchstem Niveau und ist gleichzeitig relaxt, also sehr entspannend für den Hörer. Dass einem bei inzwischen 29 Folgen mal das eine oder andere nicht zusagt, ist völlig klar. Ich vermute ebenfalls, dass der oder die Macher von TAKIMO sich mit dieser Serie selbst einen Traum erfüllen. Zwar wirken für TAKIMO unerfahrene Neugierige 29 Folgen zunächst abschreckend, trotzdem kann ich jedem nur anraten, die Serie anzutesten und bis zur 7. Folge durchzuhalten. Ab da geht es dann richtig ab. TAKIMO ist zwar SciFi, von der Machart ist die Serie aber sehr offen angelegt, dass heißt, auch Hörer, die SciFi nicht so mögen, sollten TAKIMO testen. Denn hier erwarten einen keine Weltraumschlachten etc.

      Acurus_ schrieb:

      ch kann es gar nicht oft genug betonen: Ich bin ein reiner SciFi-Hörspielhörer, andere Genres haben mich noch nie interessiert. TAKIMO ist mit Abstand das beeindruckendste, was mir jemals als SciFi-Hörspiel untergekommen ist. TAKIMO ist spannend, sehr intelligent, spielt auf mehreren Handlungsebenen, ist sehr gut produziert, hat Sprecher auf wirklich durchgehend höchstem Niveau und ist gleichzeitig relaxt, also sehr entspannend für den Hörer. Dass einem bei inzwischen 29 Folgen mal das eine oder andere nicht zusagt, ist völlig klar. Ich vermute ebenfalls, dass der oder die Macher von TAKIMO sich mit dieser Serie selbst einen Traum erfüllen. Zwar wirken für TAKIMO unerfahrene Neugierige 29 Folgen zunächst abschreckend, trotzdem kann ich jedem nur anraten, die Serie anzutesten und bis zur 7. Folge durchzuhalten. Ab da geht es dann richtig ab. TAKIMO ist zwar SciFi, von der Machart ist die Serie aber sehr offen angelegt, dass heißt, auch Hörer, die SciFi nicht so mögen, sollten TAKIMO testen. Denn hier erwarten einen keine Weltraumschlachten etc.



      Habe den Kauf der Serie nach ein paar wenigen Folgen abgebrochen. Muss mal sehen wo die sind.
      Dann werde ich sie mal wieder anhören.
      Und vielleicht auch wieder einsteigen.
      Klingt jedenfalls sehr interessant was du schreibst. :)
      Ich gehe davon aus, dass die Macher von Takimo ursprünglich in Richtung Jugendhörspiel tendierten und damals auch entsprechende Preise gewannen. So ab Folge 6 muss dann etwas passiert sein, denn die Ausrichtung wurde vollständig geändert. Seit dem ist es ein reines Erwachsenenhörspiel, da die jugendlichen Stil-Elemente nahezu vollständig getilgt wurden. Vielleicht liegt es daran, dass die Macher mit der Zeit älter geworden sind :) Die SciFi-Serie ist ja in ihrem Genre die älteste am Markt. Da gibt es eine kleine Parallele zu "Das dunkle Meer der Sterne". Diese Top-Serie (leider nur 8 Folgen, aber abgeschlossen!) hatte in Folge 1 eine ähnliche Ausrichtung, die dann ab Folge 2 eigentlich ebenfalls verschwunden war. Und wenn ich oben schrieb, bei Takimo gibt es keine epischen Weltraumschlachten, dann sollte man trotzdem zur Kenntnis nehmen, dass da viel im Weltraum hin- und hergeflogen wird. Es gibt sogar Momente, in denen die Serienmacher mal eben so ganz locker - aber immer nur für kurze Zeit - das Aktiongaspedal antippen. Es könnten aus meiner Sicht mehr solcherMomente geben, denn sie sind grandios in Szene gesetzt. In einer - es muss so ganz zu Beginn um Folge 17 oder 18 herum sein - betreten Takimo und die in einen künstlichen Körper hineinversetze Schwester seines Adoptivvaters so eine Art Erlebnis-Holodeck für Touristen. Sie wählen als Abenteuer einen Stoßtrupp zur Besiedelung eines Planeten, der unmittelbar nach der Landung angegriffen wird. Diese völlig unerwartete Militaria-Szene ist ungeheuer stark inszeniert. Die Takimo-Macher könnten aus meiner Sicht noch ganz andere Geschichten vertonen und müssten sich da nicht zwingend hinter der Sound- und Regiequalität verstecken, wie sie insbesondere bei Mark Brandis auf die Spitze getrieben wurde. Der Sound bei Takimo ist über die Folgen gewachsen. Neulich hörte ich mal wieder die ersten beiden. Die klingen noch nicht so gut, schön sind sie trotzdem. Wer immer auch Takimo macht, ich würde mit dem Ideengeber gerne mal einen Whisky trinken. Das muss ein irre interessanter Mensch sein. Denn die Geschichte, die uns über mehrere Perspektiven und Zeitschienen hinweg erzählt wird, ist wirklich abgefahren.

      Fader schrieb:

      Danke, aber das meinte ich nicht.

      Ein Beispiel: Der Film "Lawrence von Arabien" ist auf der Plotebene die Geschichte des arabischen Freiheitskampfes zwischen 1914 und 1917 aus der Perspektive von T.E. Lawrence als dem britischen Anführer des "Aufstands in der Wüste". Wichtige Stationen des Plots sind die Begegnungen mit prominenten Führern der Zeit, die Intrigen der Briten, der Ritt auf Akaba, und der Zusammenbruch der Allianz der Araber. Eingerahmt wird das Ganze durch die Rahmenhandlung rund um Lawrences Tod und Beerdigung 1935.
      Als Geschichte ist der Film die Wandlung eines Mannes, der glaubt, Schicksal zu spielen und einer Berufung zu folgen, der dabei feststellt, dass er eigentlich nicht weiß, wer er wirklich ist (und nicht nur, weil er ein unehelicher Sohn war). Als Konsequenz seiner Wurzellosigkeit in sich selbst scheitert seine äußere Mission. Ab dann verstärken sich seine masochistischen Tendenzen und eine Tendenz zum Gewaltrausch, bis Lawrence seiner Bannerträgerfunktion abschwört und versucht, seinem eigenen Denkmal zu entkommen, um schließlich in Todessehnsucht zu enden. Aus der Geschichte kann sich so etwas wie die "Moral" oder das "Thema" ableiten.

      Ich glaube, dass jede Serie (egal ob Hörspiel, Buch oder Film), die nicht rein episodisch mit statischen Charakteren arbeitet (wie DDF), eine solche Geschichte braucht.

      Um die geht es mir bei meiner Frage.


      @Acurus_bist Du in der Frage weitergekommen?

      daneel schrieb:

      Es gibt einige Ausrutscher in der Serie, wie ich finde. Im Gedächtnis ist mir <a href="http://www.hoerspieltalk.de/index.php/Thread/74-Welches-H%C3%B6rspiel-H%C3%B6rbuch-h%C3%B6rt-ihr-gerade/?postID=255286#post255286">Folge 27 (Roulette)</a> hängen geblieben. Ganz furchtbar mit dem &quot;Robot-Ensemble&quot;. Dafür war die SF in den nächsten beiden Folgen umso präsenter und beeindruckender!


      Ja, diese Folge war in der Tat auch in meinen Ohren ein "infantiler" Ausrutscher. Das nehme ich aber hin, weil es bei so vielen Folgen passieren kann und vielleicht sogar muss.

      Acurus_ schrieb:

      Die Komplexität von Takimo schlägt LvA locker aus dem Feld. Die Charaktere von Takimo sind nicht durchgehend einseitig festgelegt. Das heisst, einige sind es - bis jetzt -, einige sind es nicht.


      Der erste Satz ist eine Behauptung, auf dessen belegende Beweisführung ich mich freue. Auch beim zweiten und dritten Satz habe ich weiteren Informationsbedarf; so ist das für mich noch nicht nachvollziehbar. Ganz abgesehen davon, dass es mir nicht auf einen VERGLEICH "Lawrence von Arabien" vs. "Takimo" ankam (das ist genremäßig ohnehin sehr Datteln vs. argolianische Schwarzäpfel), sondern ersteres nur als Beispiel einer thematischen Tiefe genannt wurde. Die müsste sich ja ähnlich komplex (oder wie Du sagst, komplexer) in Takimo finden lassen.
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