Eure Meinung zu Label-Ensemble

      Eure Meinung zu Label-Ensemble

      Ich hatte vor vielen, vielen Jahren einmal eine Diskussion mit einem Hörspielschaffenden in welcher ich mich kritisch darüber äußerte, dass er immer wieder die selben Sprecher vor das Mikrofon geholt hat. Er erklärte mir dann, es sei wie im Theater, wo auch immer ein und das selbe Ensemble verschieden Stücke vortragen. Das klang für mich ganz logisch.

      Was meint ihr dazu? Gibt es tatsächlich solche „eingespielten“ Ensembles in der Hörspielbranche und welche sind das? Wie steht ihr dazu?
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Also bei Europa gibt es ja in den alten Serien auch immer dieselben Sprecher. Das hat ja schon einen gewissen Wiedererkennungswert. Auch beim Ohrenkneifer gefällt es mir sehr gut, dass die drei in ihren Hörspielen mitspielen.

      Beim Hörplanet wurden auch sehr oft die gleichen Sprecher eingesetzt. Hier fand ich das teilweise ein bisschen unglücklich, da diese dann in zwei, drei aufeinanderfolgenden Teilen zu hören waren. Aber das lässt sich wahrscheinlich produktionstechnisch nicht vermeiden.

      Grundsätzlich finde ich ein Label-Ensemble nicht verkehrt, solange man eine vernünftige Mischung hat, damit es nicht zu eintönig wird.
      Gibt es tatsächlich solche „eingespielten“ Ensembles in der Hörspielbranche und welche sind das?

      Besonders bei Label früherer Jahrzehnte fallen mir heute doch auf, dass bestimmte Sprecher in unterschiedlichen Serien und Rollen immer wieder kehren. Bei den EUROPA Serien gab es tatsächlich eine größere Auswahl an Sprechern, die mal hier und mal dort eingesetzt wurden. Ebenso bei den Hörspielen von Kurt Vethake. Besonders auffällig war es bei TSB. Da gab es doch einen Kern von Sprechern auf die Max Braun immer mal wieder zurück griff. Hier kann man durchaus von einem Ensemble sprechen. Als Carsten Hermann Ende der 90iger die Hörspielbranche wieder belebte, hatte er auch eine Reihe von Sprechern, die in allen seinen Produktionen auftraten. Auch Döring hatte und hat so seine Lieblinge, besonders aus der Synchronszene, die er gerne einsetzte. Ebenso wiederholten sich bei kleinen Labels oftmals die Sprecher in verschiedenen Rollen.
      mVon einem richtigen Ensemble zu sprechen wäre hier aber zu weit hergeholt. Aus meiner Sicht trifft dieser Ausdruck am ehesten für die TSB-Sprecherriege zu.

      Wie steht ihr dazu?

      Als Kind ist es mir überhaupt nicht negativ aufgefallen. Klar, habe ich bemerkt dass dieser Sprecher auch mal woanders mitgespielt hat, aber es störte mich nicht. Je älter ich wurde um so mehr fand ich manche Sprecherauswahl störend. Vor allem wenn manche Sprecher, zum Beispiel Bodo Wolf, nur ganz bestimmte Rollen, der knurrige Polizist, gesprochen hat. Da hätte ich mir mehr Abwechslungsreichtum gewünscht. Aber im Grunde ist die Zeit der Ensembles mehr oder weniger vorbei. Daran ist wohl auch das x-en Schuld.
      Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

      Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#
      Als Kind haben mich solche Ensembles nicht gestört. Anfangs habe ich überwiegend Märchen gehört und da hat mich mehr die "spannende Geschichte" interessiert und weniger die Sprecher. ;)

      Irgendwann fiel mir aber auf, dass der König später im selben Hörspiel auch noch der Schweinehirt und der 3. Bauer von links war, weil man wohl die kleinen Rollen nicht extra besetzen wollte. Das fand ich doof und irritierend, zumal die Produzenten sich auch noch die Mühe machten, diese Dopplungen in der Sprecherliste aktiv zu vertuschen, indem sie Pseudonyme und Fantasienamen auflisteten.

      TSB hat erst gar keine Listen abgedruckt und lange Jahre ein Riesengeheimnis daraus gemacht, wer in dem jeweiligen Hörspiel mit dabei war. Finde ich bis heute furchtbar albern.
      Und so wirklich ernst genommen hat man diese Produktionen offenbar nicht, denn anders ist es nicht zu erklären, dass die Sprecher und Sprecherinnen munter von Folge zu Folge neu verteilt wurden, heute mal Joan Collins, morgen dann Lupina oder Zigeunerin oder Asmodina oder... ach, egal, merkt eh niemand. Heute der Schwarze Tod, morgen der zahnlose Hausmeister. Egal. Nur bloss keine weitere Rolle bezahlen müssen für die Kindercassetten. :D
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