Wärt Ihr bei einer Klarnamen-Pflicht noch dabei?

      Darf man dieses oder jenes noch öffentlich sagen? Darf man dieses oder jenes noch öffentlich schreiben? Oder besser, sicherheitshalber, die Klappe halten, um nicht die „Sprach-Polizei” oder andere Gesinnungs-Terror-Unterstützer auf den Plan zu rufen - und eventuell Ärgernisse, Nachteile, etc., in Kauf nehmen? — Ähnliches wurde hier im Thread schon angedeutet. Nun gab es dazu eine Umfrage mit interessanten Ergebnissen.

      Danke für den interessanten Artikel.
      Kann ich absolut nachvollziehen und Klarnamen werden dies auch noch weiter schüren. Noch mehr Menschen werden sich hüten im Internet politisch zu äußern, da bin ich fest von überzeugt. Gerade was die „Political Correctness“ betrifft, hier wird in meinen Augen der Bogen aktuell sehr oft zu weit überspannt.

      Markus G. schrieb:

      Wäre toll wenn @markus und @SchattenMan hier helfen könnten unser Forum Zukunftssicher zu machen

      Im Prinzip habe ich das schon gesagt: SSL-Zertifikat beim Provider bestellen (kostet natürlich Geld), Datenschutzerklärung rechtssicher anpassen. Dazu kann man selbstverständlich bekannte und aktuelle Generatoren verwenden…aber Vorsicht! Nicht einfach alles zusammenklicken nur weil man der Meinung ist, mehr ist mehr und kann ja nicht schaden. Das ist ein Irrtum! Es gab bereits Abmahnungen, weil in der Datenschutzerklärung bspw. die Verarbeitung von personenbezogenen Daten über ein Kontaktformular aufgeführt wurde, obwohl es auf der Webseite gar kein Kontaktformular gibt. Mein Tipp: Beim Provider erfragen, welche Analysetools verwendet werden und welche Daten tatsächlich gespeichert werden.

      So irre ist mittlerweile dieses Konstrukt zwischen unserem BDSG und der DSGVO, welches immer wieder Veränderungen unterliegt. Das heißt, jedes Jahr muss ich mich als DSB schulen lassen (Fachkundenachweis gem. §4f Abs.2 Satz 1 BDSG). Letztendlich müsste jeder Verantwortlicher in einem Forum sich wenigstens einmal im Jahr mit den Veränderungen „bewusst“ auseinandersetzten und Anpassungen zeitnah vornehmen. Ansonsten gilt wieder: „abmahnfähig“!

      hoerspielkassette schrieb:

      Gerade was die „Political Correctness“ betrifft, hier wird in meinen Augen der Bogen aktuell sehr oft zu weit überspannt.


      Ich finde es geradezu vermessen, wenn die Journalisten hier mit leeren Worthülsen um sich werfen, wie: „heutige Sensibilitäten und Normen”, „nicht mehr zeitgemäß”, „nach heutigen Maßstäben politisch korrekt”.

      Es gibt Normen, Werte und so etwas wie moralische Maßstäbe, ja, durchaus. — Wenn es sich dabei jedoch um echte, essentielle und authentische Werte, Normen und Wertmaßstäbe des menschlichen und gemeinschaftlichen Lebens oder Miteinanders handelt, dann sind diese Werte allerdings keinem Wechsel oder Wandel unterworfen. Das heißt: Sie sind nicht verhandelbar. Sie unterliegen nicht Mode und nicht Zeitgeist und können daher auch nicht heute als gut und richtig, morgen aber als „nicht mehr zeitgemäß” gelten. — Gut ist gut, böse ist böse. Richtig ist richtig, falsch ist falsch. Recht ist Recht, Unrecht ist Unrecht. — Die Menschen haben einen eingebauten Instinkt dafür. Wenn nun einer daherkommt und meint, er müsse das alles auf den Kopf stellen, den Leuten erklären, daß böse in Wahrheit gut, daß falsch in Wahrheit richtig, daß Unrecht in Wahrheit Recht ist ... und das ganze dann auch noch unter dem Deckmäntelchen des gesellschaftlichen Wandels, der „heutigen Sensibilitäten” verkaufen will ... dann trifft das bei den Menschen auf innerlichen Widerstand.

      Natürlich sind die Leute auch klug genug, sich nicht unnötig in Ärger oder Gefahr zu begeben, und wissen schon, in welchem Rahmen sie normal und unbefangen reden können, und wo nicht. Es ist und war immer so, wenn Menschen in totalitären Regimen leben mußten, daß es einen „Sprach-Code” fürs öffentliche Leben und einen anderen fürs private Leben gab. Umso dramatischer ist die Situation hierzulande, denn — eigentlich — leben wir in einem freiheitlich orientierten, demokratischen Rechtsstaat. Man müßte und sollte also annehmen dürfen, daß man seine Meinung frei sagen kann, wie man möchte. — Im wahren Leben, ganz praktisch betrachtet, ist dies jedoch nicht immer möglich.

      Ein Kabarettist wie Florian Schröder sieht das ganze sehr sarkastisch, wenn er [wie seinerzeit bei Sandra Maischberger] erklärt: „Es gibt in Deutschland keine Sprach-Polizei! Das ist Unsinn! Natürlich dürfen Sie jederzeit und überall die Worte verwenden, die Ihnen gefallen. Jeder kann und darf seine Meinung frei äußern. Sie müssen dann halt nur die Konsequenzen dafür auch auf sich nehmen.”

      Heute wird unser großartiges Grundgesetz gefeiert, 70 Jahres-Jubiläum. Darin ist das Recht der Deutschen auf freie Meinungsäußerung in Wort, (Ton), Schrift und Bild verbrieft.
      Aber das haben die Väter des Grundgesetzes eben vor 70 Jahren so niedergeschrieben und sich dabei auch etwas sehr Gutes gedacht.

      1949: Sie sind frei, Ihre Meinung in Wort, (Ton), Schrift und Bild zu äußern!
      2019: Sie ziehen Konsequenzen auf sich, wenn Sie Ihre Meinung in Wort, (Ton), Schrift und Bild äußern — wenn und falls Ihre Meinung nicht dem propagierten Mainstream entspricht; nach heutigen Maßstäben nicht politisch korrekt oder zeitgemäß ist; von heutigen Sensibilitäten und Normen unbeeindruckt, frei, selbstständig und unabhängig geblieben ist.

      P.S.: Der „Europa-Park” darf seine niedergebrannte Attraktion „Piraten in Batavia” nicht wieder so aufbauen, wie sie gewesen ist. Weil: Die Darstellung der Piraten war, bzw. ist neuerdings politisch nicht korrekt.
      P.P.S.: Kleinstadt in Thüringen „muß Konsequenzen auf sich nehmen”, weil sie ein Fest „politisch nicht korrekt” benannt hat.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Ascan von Bargen“ ()

      Guter Rat - Ringen um das Grundgesetz (Doku-Hörspielserie)

      Wo wir schon beim Thema „Jubiläum des Grundgesetzes“ sind, aus diesem Anlass wurde eine 8teilige Doku-Hörspielserie „Guter Rat - Ringen um das Grundgesetz“ vom WDR/DLF/BR (2019] produziert und die derzeit im Radio läuft. Alle 8 Teile stehen außerdem auf den Seiten vom WDR als Stream und Download zur Verfügung.

      Folge 1: Die Würde des Menschen ist unantastbar
      Folge 2: Eine Zensur findet nicht statt
      Folge 3: Deutschland in Europa
      Folge 4: Das Wahlrecht
      Folge 5: Berufung auf Gott
      Folge 6: Parlament und Volksentscheid
      Folge 7: Männer und Frauen sind gleichberechtigt
      Folge 8: Die Rechte unehelicher Kinder

      Ausführliche Informationen zur Hörspielserie, Download und Stream...
      www1.wdr.de/kultur/guter-rat-g…mentarischer-rat-100.html

      hoerspielkassette schrieb:

      Wo wir schon beim Thema „Jubiläum des Grundgesetzes“ sind, aus diesem Anlass wurde eine 8teilige Doku-Hörspielserie „Guter Rat - Ringen um das Grundgesetz“ vom WDR/DLF/BR (2019] produziert und die derzeit im Radio läuft. Alle 8 Teile stehen außerdem auf den Seiten vom WDR als Stream und Download zur Verfügung.


      Das finde ich ja super! Da werde ich mit Sicherheit hineinhören. Es liefen in letzter Zeit schon viele Dokus im TV zum Thema, und das war manchmal spannender als jeder Thriller, wie und unter welchen Umständen der unvergessene Konrad Adenauer sich damals in Bonn an die Arbeit zu machen hatte; gerade auch in Sachen Grundgesetz. — Zitat Adenauer: „Wer Berlin zur neuen Hauptstadt macht, schafft geistig ein neues Preußen.” — Ich bin nun mal mit Bonn als Bundeshauptstadt aufgewachsen. Und so recht will mir diese ganze Berlin-Sache noch immer nicht zusagen, rein gefühlsmäßig. Und manchmal fragt man sich, ob Adenauer mit diesem Zitat nicht irgendwie, irgendwo recht hatte.

      Aber gut, manche Dinge sind nun mal so wie sie sind. Damit muß man umgehen. Es hat keinen Sinn, über verschüttete Milch zu klagen.

      Für alle (politisch) Interessierten: Der Wahl-O-Mat ist jetzt übrigens wieder online.

    Hier geht's zum HÖRSPIEL-PLAYER ...