Werbesprech -- nervig oder egal?

      Werbesprech -- nervig oder egal?

      Wenn in Hörspiel- oder auch sonstigen Ankündigungstexten Formulierungen kommen wie
      • "langerwartet"/"endlich" (die Definition, ob und wie lange etwas erwartet wurde, könnte man ja auch einfach dem Leser überlassen)
      • "Dein Exemplar sichern" (sind wirklich nur (zu) wenige Exemplare da, oder wird da nur eine Verknappung angedeutet, damit der Käufer schnell handelt, statt das eben dann zu kaufen, wann es ihm/ihr sonst behagt?)
      • "shop NOW" (gleicher Gedanke)
      würdet Ihr Euch das anders wünschen bzw. würde es Euch sogar positiv auffallen, wenn es anders formuliert wäre -- oder ist Euch das völlig wurscht? So im Sinne von "ist halt so, und ich lasse mich davon eh nicht beeinflussen"?
      They call me the Fader. Which is what I'm about to do.

      Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, d.h. man darf sie kostenlos nutzen.
      Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.
      Interessanter wäre die Frage „Würdet ihr es bemerken wenn man nicht so auf den „Busch hauen“ würde oder würde die Ankündigung sonst in der Masse untergehen?“. Ich befürchte Zweiteres, weil wir so von Reizen überflutet werden, dass man dann wohl keine Notiz davon nehmen würden.

      Mich stört es nicht, mich begeistert es aber auch nicht. Es ist aber doch so, dass ich, wenn die Ankündigung dann nicht eingehalten wird, es mich eher enttäuscht. Wenn Döring ordentlich “klappert“ dann würde ich trotz der euphorischen Ankündigung noch niemals enttäuscht. Bei Seven hat mich der Unterschied zwischen dem verlautbarten „Sollzustand“ und dem tatsächlichen „Ist-Zustand“ irritiert.

      Markus G. schrieb:

      Es ist aber doch so, dass ich, wenn die Ankündigung dann nicht eingehalten wird, es mich eher enttäuscht.


      Das beste Beispiel ist ja wohl momentan die Blu Ray zu "Phantastische Tierwesen 2" die seit Dezember lauthalt angepriesenen wurden mit "Kino-Fassung und Extended Version". Jetzt stellt sich heraus, die Extended Version ist nur in englisch. Da komme ich mir als Vorbesteller verar..t vor.

      Und da wären wir auch schon bei dem eigentlichen Hintergrund von "Werbesprech". Ist es etwas das man einfordern kann oder ist es eine reine subjektive Beurteilung.

      Markus G. schrieb:

      Bei Seven hat mich der Unterschied zwischen dem verlautbarten „Sollzustand“ und dem tatsächlichen „Ist-Zustand“ irritiert.


      Genau hier sehe ich den Fall einer subjektiven Beurteilung, denn was soll eine Aussage "Im Stil von komplexen HBO und Netflix-Serien" für eine Bedeutung haben ? Es gibt auch Serien die mir persönlich nicht gefallen, dafür aber meiner Frau oder meinen Kindern. Also ist die Aussagekraft für mich persönlich gesehen gleich Null.

      Anders aber eben wenn z.B. mit längerer Laufzeit geworben wird. Der Datenträger auf Deutsch beschriftet ist, dann aber nur englischer Ton verfügbar und diese "Eigenschaft" auch nur "winzig" auf dem Backcover angemerkt wurde.

      Das sind für mich zwei völlig differenzierte Umstände.
      Ich beachte solches Gelaber nicht.
      Wenn mich etwas interessiert, egal ob Hörspiel oder Film, wird es gekauft sobald es auf dem Markt ist, der Preis für mich akzeptabel ist- und mich das Gesamtprodukt anspricht.
      Vorbestellungen mache ich prinzipiell nicht, von daher kann mich auch keiner "verarschen".
      Ist etwas dann wirklich limitiert und nicht mehr zu kriegen oder übermäßig teuer werde ich es überleben, gibt schlimmeres. Hörspiele oder Filme sind nicht lebenswichtig.

      Ergo: "ist halt so, und ich lasse mich davon eh nicht beeinflussen"
      Dieser Beitrag ist ein Anti-Terror-Anschlag des Asozialen Netzwerks!

      Meine Hörspiel und Hörbuchsammlung

      Markus G. schrieb:

      In dem Zusammenhang empfinde ich eher die Bezeichnung „Werbesprech“ als etwas, bei dem sich mir die Fußnägel aufrollen. Das ist für mich kein Wort, auch wenn dies wohl ein Zeichen unserer Zeit ist. Gibt es dafür kein geeigneteres Wort #nachdenk#


      Vielleicht hilft es, daran zu denken, dass das Wort von der Übersetzung "Newspeak" abgeleitet ist ("Neusprech" im Deutschen), das in "1984" die Art Sprache bezeichnet, die nur noch die von der Partei gewünschte Denkform zulässt. "Werbesprech" hat durchaus ähnliche Züge.



      Von daher ... wenn es negativ auffällt, entspricht das gewiss der Absicht des Worterfinders (der nicht ich bin, versteht sich).
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