Die PSI-Akten - Folge 1 bis 4

      Die PSI-Akten - Folge 1 bis 4

      DIE PSI-AKTEN



      Nach dem Abendessen in einem griechischen Lokal fahren Peter Wayne und seine Frau Selina mit dem Auto nach Hause.
      Der Wirt hatte den beiden noch geraten so spät am Abend unbedingt auf der Hauptstraße zu bleiben da es hier Wölfe geben soll,
      doch Selina schläft schon im Auto ein, und auch Peter ist müde- so dass er die Abkürzung durch eine dunkle Waldgegend nimmt.
      Unterwegs nehmen die beiden noch den Anhalter William mit, kurz darauf fährt Peter ein Tier an, welches aus dem Wald kam.
      Als er aussteigt um nachzusehen was genau er da angefahren hat greift ein Werwolf an-
      Peter und Selina flüchten in den Wald, nur William bleibt zurück.
      Im Wald ist auch ein junges Paar unterwegs, welches den verletzten William findet, während Peter und Selina
      zuflucht in der Hütte des alten Vladimir finden. Dieser hat allerdings ein dunkles Geheimnis, ebenso wie William...

      Der Sprecher der Hauptrolle Peter Wayne ist vollkommen indiskutabel, er hat einen starken Akzent und spricht generell sehr seltsam.
      Erstaunlicherweise sind alle anderen Rollen deutlich besser besetzt, aber was hilft das, wenn man von der Hauptrolle genervt ist?
      Die Musik und Geräuschuntermalung geht dagegen in Ordnung, auch der Erzähler ist passend gewählt.
      So mancher Dialog ist allerdings arg Grenzwertig: Bei Vollmond verwandeln sich Werwölfe. Aha. In was denn? In Werwölfe?
      Generell sind alle witzig gemeinten Dialoge eher zum fremdschämen geeignet.
      Auch der Schlussgag mit dem Weihwasser mag ja gut gemeint sein, wird aber dermaßen plump rübergebracht dass es peinlich wirkt.
      Als gruselig empfand ich hier nur den Sprecher von Peter und die unlustigen Witze der Protagonisten.

      2/10



      Michael Brooks bricht mit zwei Freunden zu einer Wanderung durch die Wälder von Wales auf.
      Das Ausflugsziel nennt sich "Burning Grace", und steht in dem Ruf verflucht zu sein- was zufällig getroffene Wanderer bestätigen.
      Natürlich machen solche Geschichten aber eher neugierig als dass sie abschrecken, also wird die Wanderung fortgesetzt.
      Es dauert nicht lange bis der kleinen Gruppe immer wieder unheimliche Phänomene und Geräusche auffallen,
      allmählich machen sich ein ungutes Gefühl und auch ein wenig Angst breit- doch die Freunde wollen ihren Trip durchziehen...

      Das zweite Hörspiel der Reihe ist in allen Punkten eine gewaltige Steigerung zum ersten.
      Nicht nur die Sprecher überzeugen durchgehend, auch die Dialoge sind diesmal um einiges interessanter- und auch witziger.
      Geräusche und Musik sind auch hier wieder dezent und passend eingesetzt.
      Es dauert zwar eine Weile bis der gruselige Teil der Geschichte beginnt, dann steigt die Spannung aber stetig an.
      Ich vermute mal dass man sich hier atmosphärisch ein wenig vom "Blair Witch Project" inspirieren lassen hat,
      was aber keinesfalls als Kritik gemeint ist, da das ganze stimmig rüberkommt.
      Das überraschende Ende bringt dann auch gleich noch einen Bonuspunkt.

      9/10



      In London steht ein neues Museum, der "Temple of History" kurz vor der Eröffnung.
      Zu Werbezwecken hat man zwei Reporter eingeladen welche durch das riesige Museum geführt werden,
      in welchem unter anderem auch die Mumie des Pharao Nut al Ham ausgestellt wird.
      Auf ihrer Tour durch das Museum findet die Gruppe allerdings schon bald einen toten Wachmann...
      Ist ein Mörder unter ihnen? Oder hat der Fluch der Pharaonen etwas damit zu tun?

      PSI-Akte Nummer 3 glänzt immerhin mit einem meiner Lieblingsthemen, der ägyptischen Geschichte und somit einer Mumie.
      Gute Voraussetzungen also, zumal auch für an diesem Thema nicht speziell interessierte genug Infos am Rande eingestreut werden.
      Wie schon im Vorgänger sind die Sprecher hier passend ausgewählt, Musik und Soundeffekte sind wie gewohnt auf hohem Niveau.
      Auch der in der ersten PSI-Akte unglaublich nervende Sprecher ist hier dabei,
      passt aber halbwegs in seiner Rolle als Mahmut, da fällt sein seltsamer Akzent gar nicht mehr so extrem auf.
      Dass er hier ein Klischee bedient, was man leider auch exakt so erwartet,
      und generell das übel kitschige Ende kosten aber wieder Punkte in der Gesamtwertung.

      6/10



      In der Antarktis-Station "Position 4" leben seit einiger Zeit Wissenschaftler auf engstem Raum zusammen,
      um Veränderungen der Ozonwerte über einen längeren Zeitraum zu erforschen.
      Kurz bevor an ihrem letzten Abend in der Station alle zu einem Festessen zusammenkommen,
      entdeckt ein Teammitglied draussen einen eingefrorenen Pinguin.
      Bis auf Alfred, der den Pinguin untersuchen will, setzt sich der Rest zum Essen in den Aufenthaltsraum.
      Weil Alfred lange Zeit nicht auftaucht geht das Team auf die Suche nach ihm, doch sie finden nur noch seine Brille.
      Als schließlich die Technik ausfällt, und auch in der Station alles komplett mit Eis überzogen ist, kommt Panik auf...

      Bei nur etwas mehr als einer halben Stunde Laufzeit muss man trotzdem fast bis zur Hälfte warten,
      bis die eigentliche Geschichte in Gang kommt.
      Noch dazu ist das ganze quasi eh nur "Das Ding aus einer anderen Welt" in kindgerecht, also nicht besonders gruselig.
      Auch hier sind zwar die Sprecher wieder in Ordnung, und größtenteils auch die Geräusche-
      nur das plumpe herumtapsen des Wesens aus dem Eis wirkt eher lächerlich und billig- jedenfalls nicht bedrohlich.
      Wenn man dann auch noch bedenkt dass das Ende so abgehackt daherkommt als ob etwas fehlt,
      und der Sprecher zum Schluss versucht das vermutlich fehlende Ende nachzureichen, kann ich hier eigentlich nur abraten.

      2/10

      Mein Fazit nach den ersten vier Geschichten:
      Eine sehr durchwachsene Gruselreihe mit starken Schwankungen in Qualität und Geschichten.
      Wenn mir günstig weitere Folgen in die Finger kommen werde ich wohl auch wieder zuschlagen,
      gezielte Käufe zum Normalpreis werden bei den PSI-Akten allerdings nicht von mir erfolgen.
      Dieser Beitrag ist ein Anti-Terror-Anschlag des Asozialen Netzwerks!

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      Vielen lieben Dank für die Mühe und Arbeit, die Du Dir hier gemacht hast und dass obwohl, wie von mir befürchtet die Serie nicht so gut gefunden hast. Wahrscheinlich bist Du dafür einfach noch zu wenig „retro“, denn diese Serie richtet sich eindeutig an die alten Kassettenkinder und die Freunde der Europa-Gruselserie. Simeon hat wie HG Francis damals bekannte Grusel- und Horror-Filme zum Vorbild genommen.

      Ein paar Anmerkungen zu mir.

      Folge 1 - Der als „indiskutabel“ kritisierte PeterWayne ist der Hörspielmacher @Simeon Hrissomallis himself. Er ist hier im Hörspieltalk auch registriert. Ein lustiges
      Highlight dieser Folge ist, als Peter Wayne statt Hütte Chütte ruft. Als wir unser Tonstudio Braun Fantreffen anlässlich 40-jährigem Jubiläums hatten und Simeon wie auch viele andere aus der Hörspielbranche und Fanszene vor Ort waren, hat Boris Simeon sofort mit „Chütte“ begrüßt und wir alle mussten lachen. Das war schön. Meine Kritik an seiner Besetzung war immer warum er als Grieche nicht den Griechen zu Beginn gesprochen hat anstatt Peter Wayne. Das hätte viel besser gepasst. Simeon meinte damals, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dass man mehrere Takes aufgenommen hatte und sich der damalige Schirmherr von Maritim, Carsten Hermann (Folge 1-4 liegen noch unter Maritim, die späteren Folgen dann unter dem eigenen Label von Simeon und Günter R&B Company) dann dafür entschieden hatte. Simeon hat dann aber ein Art Remake von Folge 1 gemacht. Hier hat er sich selbst ausgetauscht und die musik leicht geändert. Er selbst spricht dann den Griechen.
      Als gebürtiger Grieche sicher die bessere Wahl. Hier kann man sich einen kleinen Eindruck davon machen:



      Folge 1 ist ganz klar eine Homage an die Europa-Gruselserie. Hier wird ganz stark an Folge 6 „Duell mit dem Vampir“ Bezug genommen.

      Folge 2 - Ist wohl eines der Highlights der Serie. Gruselig und überraschend. Erinnert mich auf Grund
      der Wald Thematik an „Blair Witch Project“.

      Hier haben wir eine weitere Rezension dazu:

      PSI-Akten (2): Burning Grace

      Folge 3 - Eine Gruselserie ohne Mumie geht gar nicht. Diesmal wird alles in ein Museum verlegt. Erinnert mich ein bisserl an Relikt.

      Folge 4 - Eine meiner Lieblingsfolgen. Ein skuriler Bösewicht aus Eis. Für mich eine Mischung aus „Das Weltraummonster“ und „The Thing“. Eine Folge, die ich sicherlich schon 30 Mal gehört habe. Kurz und knackig, kurzweilig, unheimlich und spannend.

      Wenn ich diese ersten 4 Folgen so mit der gerade gestarteten Europa Gruselserie vergleiche, dann haben diese Auftaktfolgen ganz klar die Nase vorne.
      Sowohl was den Hörspass betrifft als auch was die Homage und Fortführung der HG Francis Gruselserie betrifft.

      Hier haben wir auch eine Umfrage und weitere Meinungen zur Serie im Hörspieltalk:

      Die PSI-Akten - Eure Meinung ist gefragt

      Ich hatte irgendwann einmal hier im Talk alle Folgen ganz kurz beschrieben und rezensiert, kann aber leider den Thread nicht mehr finden. Vielleicht habe ich es mir auch eingebildet ;)

      Markus G. schrieb:

      Wahrscheinlich bist Du dafür einfach noch zu wenig „retro“, denn diese Serie richtet sich eindeutig an die alten Kassettenkinder und die Freunde der Europa-Gruselserie.

      Seltsamerweise bin ich doch aber genau das- in beiden Punkten. Ein "Kassettenkind, welches damals die Europa-Gruselserie geliebt hat.
      Nur mit den ewigen Vampiren, und speziell "Dracula" und "Frankenstein"-Gedöns konnte ich schon damals wenig anfangen,
      ich kannte wohl alle damals erhältlichen Filme zu den beiden Themen halbwegs auswendig, was zu einer gewissen übersättigung geführt hat.
      War aber auch kein Wunder, wenn man einen (Horror)Filmverrückten Vater hatte, der alles in der Richtung auf Super 8 hatte oder sich im TV ansah. ;)

      Immerhin sind wir wenigstens bei "Burning Grace" einer Meinung. ^^
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