2019 Eurovision Song Contest

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      Thorsten B schrieb:

      In der finalen Telefonabstimmung unter den letzten Drei hatte er auch am wenigsten Stimmen. Aber die Jurys haben ihn in der San-Remo-Woche massiv hochgewertet.


      In Italien hätte man es lieber gesehen, die Göttliche zum ESC zu entsenden, die aber in San Remo eliminiert wurde.

      Mahmood hat aber noch eine veritable Chance, die Leute zu versöhnen: Er müsste lediglich den ESC gewinnen.
      :P
      Verliert er aber, bzw. holt nicht den Sieg ... dann will ich nicht in seiner Haut stecken, wenn die Presse und die social media-Kommentare über ihn herfallen ...

      ESC 2019 - Nachlese

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      Die gute Nachricht zuerst:
      Alessandro Mahmoud („Mahmood”) hat für Italien stolze 465 Punkte geholt.

      Das Problem:
      Duncan hat für die Niederlande stolze 492 Punkte - und damit die Trophäe - geholt, und Italien vom fast schon greifbaren Siegerpodest auf Platz 2 verwiesen.

      Eine knappe Kiste war das. Nur 27 Punkte Differenz...

      Was war noch? - Der österreichische Kanzler Kurz kündigt die Koalition mit der FPÖ infolge der Ibiza-Affäre um den mittlerweile zurückgetretenen Vize-Kanzler Strache auf und will vorgezogene Neuwahlen anberaumen. [Ein zwei Jahre altes Video, das Strache belastete, tauchte rein zufällig eine Woche vor der EU-Wahl auf und gelangte an die Öffentlichkeit. Nee, Zufälle gibt es manchmal, ne? ... Staun, wunder...] — Die beliebte Grinsekatze „Grumpy Cat” ist in die andere Welt gegangen. — Arnold Schwarzenegger wurde in Süd-Afrika von irgendeinem Spinner mit einem Kung Fu-Tritt in den Rücken attackiert, ist aber wohlauf. Nichts weiter passiert. — Ach so, ja ... der ESC ... da war doch auch noch was...

      Australien hat mit „Zero Gravity” vielleicht nicht den besten Kate Bush-Gedächtnis-Song, dafür aber die stärkste und abgefahrenste Bühnenshow geliefert! Das hat Spaß gemacht. Absolut irre.



      Und diese Krone der australischen Sängerin ...! Der Hammer!

      [„Hat die heimlich den Eisernen Thron geplündert, für diese Krone?” — „Nein, das ist nur die offizielle Schaschlik-Krone.” — „Menno ... Ich will auch so eine haben!”]

      Tamara aus Nord-Mazedonien hatte wohl auch niemand auf dem Schirm.



      Durch die Punkte der Jurys war sie zeitweilig sogar auf Platz 1 gelandet. Jedoch erhielt sie vom Publikumsvoting nur schlappe 8 Punkte. Da war der Traum vom Sieg dann schnell ausgeträumt.

      Macht aber nichts. Die „S!sters” haben vom Publikumsvoting her 0 - in Worten: NULL - Punkte erhalten. (Was nicht anders zu erwarten war, bei diesem nichtssagendsten aller nichtssagenden Träller-Liedchen, das —365, (in Worten: MINUS dreihundertfünfundsechzig), Punkte verdient hätte.) Aber, (was ebenfalls zu erwarten war), von den Jurys haben sie ein paar Gnadenpunkte erhalten, so daß sie am Ende doch nicht auf Platz 26 gelandet sind, sondern immerhin mit insgesamt 32 Punkten auf Platz 24. Das Schlußlicht bildeten standesgemäß die Briten, mit insgesamt 16 Punkten. (Ein Mysterium ist das. Zwar kommen unglaublich talentierte Bands, Songwriter, Sänger und Sängerinnen, die international mitmischen, aus Großbritannien. Zum ESC schicken die aber immer nur sonderbare Kandidaten. Der diesjährige Interpret sah aus wie das Double von Kerstin Ott.)

      Wir haben es uns derweil mit Pizza, Salat, Espresso, Krimskoye, Ouzo, Rotwein, Tiramisù, Chips und Süßgebäck-Zeugs gemütlich gemacht, und herzhaft gelacht, als der Zahnarzt mit seiner Wurzelbehandlung für San Marino loslegte. Aber auch gestaunt, bestaunt und bewundert haben wir manche, z.B. die 16-jährige „Britney” (Zinaida 'Zena' Kupriyanovich) aus Weißrußland, die starken Sängerinnen aus Zypern, Albanien, die starke Performance der Tschechen oder aus Aserbaidschan.

      Die große Überraschung kam dann am Schluß: Der Auftritt von Madonna.


      (Überarbeitete Version ihres Auftritts, wobei die Tonspur ihres Gesangs nachträglich angepaßt oder „geradegezogen” wurde.)

      Auffällig: 1.) Sie hat ihren Welt-Hit „Like a prayer” und den neuen Song „Future” live gesungen. Und dabei leider keine zweieinhalb Töne richtig getroffen. Katastrophe. (Manche unken sogar schon, dieser desaströse TV-Auftritt vor 200 Millionen Fernsehzuschauern hätte ihre Karriere nun ein für alle Mal vernichtet und zerstört.)

      2.) Sie mußte erneut - (Warum eigentlich? Ist das Vertrags- oder Paktbestandteil mancher Leute?) - offensiv diese typische, sogenannte „Illuminati”-Symbolik vor sich hertragen. Das ”X Union O” auf der Augenklappe (über dem linken Auge). Ein großes „X” auf der Brust. Die strahlende Sonne darunter, (die auch Jean Paul Gaultier in seinem neuen „Scandal”-Werbespot gemeinsam mit dem „schielenden Auge” propagiert). Ebenso wenig durfte natürlich das Dreieck, bzw. die Pyramide fehlen. Die Säulen des Tempels, die eine Treppe flankieren, wo sich oben ein Podest befand, von dem die Tänzer dann paarweise, wie hypnotisiert oder elektrogeschockt, rückwärts herabstürzten, wie man es auch aus dem KENZO-Werbespot mit Margaret Qualley schon kennt. Und am Ende dann der obligatorische Schriftzug: „WAKE UP!” — Den Aufruf kennen wir bereits von den Zeugen Jehovas aus der Fußgängerzone: „Erwachet!”

      Musikalisch, bzw. gesanglich aber war es einer der miesesten und enttäuschendsten Auftritte des Abends.— Zur Ehrenrettung der „Queen of Pop”: Ja, es mag sein, daß es anfangs technische Probleme mit dem in-ear-monitoring gab und Frau Ciccone ihre Stimme selbst nicht, oder zumindest nicht besonders gut, hören konnte. Vor solchen technischen Problemchen sind auch Weltstars nicht gefeit.

      Auch die Kleiderordnung der beiden Moderatorinnen war anfangs katastrophal. Israels „Königin” Bar Refaeli (anfangs in einem schulterfreien, und trotzdem irgendwie zu eng wirkenden silberglitzerndem Pailletten-Irgendwas) konnte sich aber nach einem Kostümwechsel noch in Richtung Eleganz (weißes Kleid, seitlich geschlitzt, langärmelig + stilvoller Goldschmuck) retten. Immerhin. Und, keine Frage, Bar Refaeli entschädigte die Zuschauer optisch für ihre Landsmännin „Netta”, die wir letztes Jahr ... ja, und auch dieses Jahr schon wieder ... ertragen mußten.



      Bar Refaeli (2. v. r.) vorher.


      Bar Refaeli, (rechts), nachher.

      Alles in allem eine abgefahrene Show, die man da aufgezogen hat. Das hat, eigentlich wie jedes Jahr, großen Spaß gemacht! Und die Punktevergabe am Ende ist durch das neuere Reglement zwar zügiger und kurzweiliger, dafür aber unglaublich spannend!

      Nächstes Jahr dann also der ESC live aus den Niederlanden. Man darf gespannt sein, ob der NDR bis dahin ein glücklicheres Händchen in der Songauswahl beweist. (Und dann sagen die Leute: „Die Menschen mögen uns einfach nicht.” Oder: „Sie strafen uns für politische Bevormundung ab...” Und? Wie viele Deutsche waren derweil in den Niederlanden? In Belgien oder Dänemark oder sonst wo? Und? Warum haben die nicht für die „S!sters” abgestimmt?)
      Nein, nein. Ich denke, so einfach darf man es sich nicht machen. Die „S!sters”-Mädels haben sehr, sehr gut gesungen. Um Lichtjahre besser als Madonna, z.B., oder diese Totalausfall-Kasperle aus Island, San Marino oder Großbritannien.

      Aber der deutsche Song ist in diesem Jahr einfach kompletter Müll gewesen, machen wir uns da nichts vor. Das Lied „You Let Me Walk Alone” von Michael Schulte im letzten Jahr war schon Kappes. Ist aber trotzdem noch irgendwie auf Platz 4 gelandet. — Politik hin oder her. — Der Beitrag für 2019 war schlichtweg noch nichtssagender, aus der Abteilung „da rein, da raus”. Das geht besser. 2020 können sie es unter Beweis stellen. — In diesem Sinne: L’Chaim!

      Dieser Beitrag wurde bereits 23 mal editiert, zuletzt von „Ascan von Bargen“ ()

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      Ich musste gestern bis 23.00 arbeiten, hab jetzt kurz durch die Lieder gezappt. Uiiii, da gefiel mir ja sehr wenig richtig gut. Da bleibt wenig im Ohr hängen. Deutschland empfand ich da nicht weniger gut oder schlecht als die anderen. Dänemark gefiel. Niederlande für mich fad, da war Paenda für mein Ohr deutlich schöner. Irgendwie gefielen mir die Lieder letztes Jahr deutlich besser. Da meine Tochter in den nächsten Tagen sicher alle Lieder genau unter die Lupe nehmen wird, werde ich mir sicher alle Lieder noch einmal genau anhören um mir eine genaue Meinung bilden zu können. Aber auf das erste Ihr hin enttäuschend.

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      Da hat am Ende doch der Favorit gewonnen. Nicht unverdient, wie ich finde.

      Ich würde @Ascan von Bargen zustimmen, dass der Auftritt von Madonna wirklich daneben war. Sie hat 'Like a Prayer' schlicht versemmelt, wirkte bei beiden Songs außer Atem und der neue Song war... naja. Wäre das ein Wettbewerbsbeitrag gewesen, wäre er vermutlich nicht über das Halbfinale hinausgekommen.

      Von diesem Auftritt abgesehen fand ich die Show aber sehr gelungen: Starke Beiträge, irre Auftritte (ja, Australien war der Hammer), wie immer schöne 'Postkarten'. Und an der Kleiderwahl der Damen habe ich auch nichts zu mäkeln. Den 'Skandal des Abends' lieferten die Isländer 'Hatari' mit dem Zeigen der palästinensichen Flagge, was vom Publikum mit einem Pfeifkonzert quittiert wurde. Die Punktevergabe der weißrussichen Jury wurde annulliert, weil die Jurymitglieder sich über ihre Abstimmungen im Halbfinale öffentlich geäußert hatten. Davon erfuhr man in der Sendung aber nichts.

      Null Zuschauerpunkte für Deutschland. An den Sängerinnen hat es nicht gelegen. Der Song war einfach nicht gut. Interessant ist halt die Diskrepanz: 12 Punkte im deutschen Vorentscheid von den Zuschauern, 0 Punkte im Wettbewerb vom Rest Europas. Vielleicht schaut am Freitagabend auch ein ganz anderes Publikum den Vorentscheid als dann am Samstagabend den Wettbewerb?

      Alles am Ende nicht schlimm. Es ist ja nicht mehr passiert, als dass ein Lied den Geschmack Europas nciht getroffen hat

      Ascan von Bargen schrieb:

      [Ein zwei Jahre altes Video, das Strache belastete, tauchte rein zufällig eine Woche vor der EU-Wahl auf und gelangte an die Öffentlichkeit. Nee, Zufälle gibt es manchmal, ne? ... Staun, wunder...]
      Ich staune auch häufig. Insbesondere, wenn der Zeitpunkt der Veröffentlichung und das Alter des Videos wichtiger zu sein scheinen als der Inhalt. Ob das dann auch ein Zufall ist?
      Ohne Oberfläche gibt es keine Tiefe. (Walter Moers)

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      Stollentroll schrieb:

      Null Zuschauerpunkte für Deutschland. An den Sängerinnen hat es nicht gelegen. Der Song war einfach nicht gut. Interessant ist halt die Diskrepanz: 12 Punkte im deutschen Vorentscheid von den Zuschauern, 0 Punkte im Wettbewerb vom Rest Europas. Vielleicht schaut am Freitagabend auch ein ganz anderes Publikum den Vorentscheid als dann am Samstagabend den Wettbewerb?


      12 Punkte im Vorentscheid von den deutschen Zuschauern. Aber die dürfen beim ESC ja nicht für das eigene Lied abstimmen. Die Eurovision-Jury, die den Geschmack des europäischen Fernsehpublikums repräsentieren soll, hatte S!sters nur auf Platz 5 von 7 beim Vorentscheid. Von daher ist das schon irgendwie folgerichtig.

      Man muss sich auch mal in Erinnerung rufen, dass man in einem Land bzw. einer Jury besser/beliebter sein muss als 16 andere Songs, um überhaupt Punkte zu bekommen. Das war mit unserem Beitrag und bei der Konkurrenz gestern Abend natürlich sehr schwer. Die Startnummer war auch relativ ungünstig für das Kurzzeitgedächtnis des TV-Publikums.

      Beim Voting habe ich echt mit Italien mitgezittert. Von daher bin ich jetzt doch ein wenig traurig, dass Mahmood den Sieg nur so knapp verfehlt hat. Niederlande ist aber auf jede Fall ein würdiger Gewinner. In meinen Augen besser für das Renommee des ESCs als Televoting-Sieger Norwegen (viel Instant Appeal, aber doch irgendwie billig) oder Jury-Sieger Schweden (so vorhersehbar, dass sich die Juroren nach 2018 erneut für eine angegospelte Nummer entschieden haben).
      "Was sagt man darüber, wie man Bücher schreibt? Man denkt sich etwas aus und zwingt sich, es aufzuschreiben."

      Ariadne Oliver, Poirot: Wiedersehen mit Mrs. Oliver

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      Stollentroll schrieb:

      Ich staune auch häufig. Insbesondere, wenn der Zeitpunkt der Veröffentlichung und das Alter des Videos wichtiger zu sein scheinen als der Inhalt. Ob das dann auch ein Zufall ist?


      Mal eben off-topic: Klar, daß ich auch die näheren Todesumstände von „Grumpy Cat” hier mitgeteilt habe, oder was es mit dem Angreifer des Herrn Schwarzenegger, die Tatmotive usw. auf sich hat. Im Fall Strache: Ich denke, der Inhalt des Videos ist

      a) allgemein bekannt
      b) vollkommen selbsterklärend, und bedarf
      c) prinzipiell keines weiteren Kommentars, sofern es authentisch ist.

      Darüber hinaus interessant sind allerdings schon noch einige Fragen:

      - Wie alt ist das Video? — Von 2017 (!) — Strache war damals noch kein Regierungs-, sondern Oppositionspolitiker.
      - Wie entstand es? (Auf legale oder illegale / kriminelle Weise? Wer hat das Treffen mit der angeblichen „russischen Oligarchin” initiiert und das ganze finanziert?)
      [Aktueller Edit: Sie wurde als „Nichte des russischen Oligarchen Igor Makarov” ausgegeben, der laut eigener Aussage aber Einzelkind ist, und somit keinerlei verwandtschaftliche Beziehungen zu irgendwelchen Nichten oder Neffen haben kann.]
      - Wer wußte davon, und wie lange schon?
      [Aktueller Edit: Die österreichische Zeitung „Falter” hat offenbar schon seit über einem Jahr davon gewußt. Auch der Spiegel und die SZ wußten, laut eigenen Angaben, schon „seit vielen Monaten” davon.]
      - Wann kam es an die Öffentlichkeit? — Am vergangenen Wochenende, Mai 2019. Eine Woche vor der EU-Wahl. Der Spiegel und auch die SZ sagen: „Zufall.”
      - Durch WEN gelangte es — ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt — an die Öffentlichkeit? — Durch den SPIEGEL und die SZ. Die eigentlichen Drahtzieher, Informanten, etc., bleiben weiterhin unklar und im dunkeln. Man, (d.h. der SPIEGEL), beruft sich hierbei auf „Quellenschutz” und verweigert auch die Zusammenarbeit mit Behörden, wie ein SPIEGEL-Vertreter es gestern bei „Anne Will” im TV sagte. (Vertreter der SZ bestätigten in der Sendung „Markus Lanz” vom 21.5.2019 im ZDF dieselbe Haltung.)
      - Weshalb gelangte es erst jetzt an die Öffentlichkeit? (War Erpressung o.ä. im Spiel?) — Muß noch geklärt werden.
      - Gilt im politischen Diskurs „Gleiches Recht für alle”?, oder nur für bestimmte Auserwählte, die „politisch auf der richtigen Seite” stehen? — Es gibt Leute in diesem Land, die der ernsthaften Auffassung sind, daß „der Zweck die Mittel heiligt”. Sie sprechen sich also für illegale, schmutzige und verbrecherische Methoden und Vorgehensweisen aus, solange es nicht ihre eigenen Gesinnungsgenossen trifft.
      - Haben dt. Medien (Spiegel / SZ) das Recht, sich in die innenpolitischen Belange eines anderen Staates einzumischen und dort eine Staatskrise auszulösen, bzw. Regierungen zu stürzen? (Solche Machenschaften werden Deutschlands Ansehen im Ausland gewiß mehren, nur weiter so. Nachdem Österreich durch ist, empfehle ich unseren Qualitätsjournalisten vom Spiegel und der SZ, sich an Frankreich, Großbritannien und Rußland zu wagen. Wahlweise stehen auch die USA, China und Luxemburg zur Verfügung. Das gibt Stimmung in der Hütte.)

      Auch interessant: Strafrechtlich relevant, (für etwaige Ermittlungen der österreichischen Behörden, etc.), mag das Videomaterial sein — sofern belastbare Taten folgten, die den im Suff oder Halbsuff geäußerten Worten entsprechen. Dummes Hybris-Gelaber allein reicht da mitunter nicht aus, wenn nicht auch Taten folgen.) Konkret: WURDEN Anteile der „Kronen”-Zeitung an russische Investoren verkauft? Wurde eine russische Konkurrenz-Firma zur österreichischen Strabag gegründet; und wurden diesem neuen Unternehmen nun Staatsaufträge zugeschustert, die man wiederum der Strabag entzog? — Das alles muß nun erst einmal recherchiert und aufgeklärt werden.

      Nur, ist es eigentlich noch legal, heimlich in privatem Rahmen gefilmte Gespräche von Politikern an die Öffentlichkeit zu bringen? (Datenschutz, Privatsphäre, Persönlichkeitsrechte, etc.) — Soll heißen: Wo hört seriöser Journalismus auf & wo beginnt schmutziges Spiel?

      Nach deutschem Recht sieht es übrigens so aus:
      § 201a StGB — Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen
      [Man wird sich jedoch gewiß auf die „Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens” berufen.]

      Da müssen wohl künftig viele Leute in entsprechenden Positionen jedes Wort, auch wenn es „nur” in privatem Rahmen fällt, mehrfach auf die Goldwaage legen — und sich sehr genau überlegen, vorher, nach Möglichkeit, ob das, was sie da denken und womöglich sagen, nicht zufällig von einem übereifrigen „Investigativ-Journalisten” mitgeschnitten oder sonst wie aufgezeichnet und morgen in irgendeiner Zeitung veröffentlicht wird. Da kommen hochinteressante Zeiten auf uns zu, wenn das Spiel jetzt so weiter geht.

      Ich finde es eine äußerst spannende Affäre, die durchaus Einblicke in den politischen und journalistischen Machtbetrieb und die Taktiken oder Strategien seiner Protagonisten gewährt. [So etwas verfolge ich immer mit großem Interesse durch die Brille des Schriftstellers auf der Suche nach Anregungen für neue, spannende Geschichten. „Die Ibiza-Affäre” ist auch ein netter Titel für ’ne Story.] Mich persönlich würde es nicht wundern, wenn solche Dinge zur Tagesordnung gehören, und zwar nicht nur in Österreich, sondern in etwa überall. Nur, daß wir davon keine direkte Kenntnis haben (können). „Seilschaften”, dubiose Absprachen, Geschäfte, usw. gibt und gab es immer und überall. Man erinnere sich z.B. an manch sonderbare Dinge im Zusammenhang mit dem verstorbenen Alt-Kanzler Helmut Kohl: „Ich habe mein Ehrenwort gegeben...”, usw. usf. Auf anderer Ebene: Man betrachte die Kooperation einer gewissen Greta Thunberg mit Ingmar Rentzhog und anderen ehemaligen oder gegenwärtigen (finanziellen) „Unterstützern” und „Organisatoren”.

      Sorry an die ESC-Fans für diesen kurzen off-topic-Exkurs.

      Nun gerne zurück zum Thema.



      Thorsten B schrieb:

      Beim Voting habe ich echt mit Italien mitgezittert. Von daher bin ich jetzt doch ein wenig traurig, dass Mahmood den Sieg nur so knapp verfehlt hat. Niederlande ist aber auf jeden Fall ein würdiger Gewinner.


      Das sehe ich auch so, bzw. das ging mir gestern genauso. Schweden und Norwegen haben Songs ins Rennen geschickt, die man neudeutsch wohl mit ’nice’ bezeichnen könnte. Aber es war, (für meinen Geschmack), nichts, was irgendwie aus der Masse herausgestochen ist. Da ist mir das holländische Liedchen lieber, obwohl es mich auch irgendwie sehr an ein anderes Lied erinnert. Nur komme ich derzeit nicht drauf, welches das (gewesen) ist. Viele Songs klingen sich alle zu ähnlich und austauschbar.

      Den ESC in Rom zu sehen, wäre natürlich chic gewesen. Andererseits, die Verantwortlichen atmen jetzt wohl erst einmal auf, bzw. durch, weil sie sich immense Kosten und immensen Stress sparen können. Darum müssen sich nun die Niederländer Gedanken machen, das ganze Zirkus-Spektakel zu organisieren.

      Dieser Beitrag wurde bereits 25 mal editiert, zuletzt von „Ascan von Bargen“ ()

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