EU Urheberrechtsreform

      Chris schrieb:

      Zitat von Markus G.: „@Ascan von Bargen Mir schaudert bei dem Gedanken einer Partei wie der AFD, die meinen Werten widerspricht, meine Stimme geben zu müssen. Wenn ich um ein kleines Übel zu verhindern, ein sehr großes Übel wählen muss, dann lasse…


      Wenn die FDP gegen die Upload-Filter ist, warum hat sie dann bei der Abstimmung nicht geschlossen dagegen gestimmt? (Siehe meine angehängte Bilddatei weiter oben).
      "Mit dem Hören von Die drei Fragezeichen oute ich mich nicht als Hörspielfan, sondern als Fan meiner eigenen Kindheit."
      -
      Günter Merlau -
      Das kann ich Dir nicht beantworten, ist aber sicherlich eine berechtigte Frage. Lakaien der Lobbyisten gibt es wohl in allen Parteien.
      "Ich habe mittlerweile ca. 30000 Hörspiele gehört, bitte, danke."

      Simmering gegen Kapfenberg Greenskull gegen Audionarchie Dreamland gegen Greenskull - das ist Brutalität

      Das "absolute Unverständnis" des Axel Voss

      Einen sehr spannenden Artikel zum Thema gibt es hier: golem.de/news/eu-urheberrechts…xel-voss-1902-139511.html

      [...] Ebenso irrelevant wäre es, ob und in welchem Umfang überhaupt durch Nutzer gegen Urheberrechte verstoßen wird. Daher ist künftig jede kommerzielle Website mit Kochrezepten unmittelbar haftbar, wenn dort ein Kochanleitung mit Fotos aus einem Kochbuch eins zu eins hochgeladen wird. Um dies zu verhindern, müsste eine Seite wie Chefkoch.de laut Voss "bestmögliche Anstrengungen auch vorweisen, um eine Autorisierung von dem Rechteinhaber entsprechend zu erhalten". Das heißt, sie müsste versuchen, mit allen Kochbuchverlagen weltweit Lizenzvereinbarungen abzuschließen.

      [...] Voss sagte weiter: "Für den Fall, dass die Plattform keine Lizenz erhält oder, was oftmals in dem audiovisuellen Bereich der Fall ist, wo von vornherein eigentlich keinerlei Autorisierung auch erfolgen wird, muss die Plattform erneut das Bestmögliche tun, damit diese Werke auf Grundlage der Informationen der Rechteinhaber erst gar nicht hochgeladen werden." Konkret müsste Chefkoch.de alle urheberrechtlich geschützten Kochbücher und Rezepte in eine Datenbank einpflegen und mit den hochgeladenen Nutzerrezepten vergleichen.


      Das wird vielen Webseitenbetreibern sicher zu anstrengend sein....
      "Mit dem Hören von Die drei Fragezeichen oute ich mich nicht als Hörspielfan, sondern als Fan meiner eigenen Kindheit."
      -
      Günter Merlau -

      Lenny schrieb:

      Einen sehr spannenden Artikel zum Thema gibt es hier: golem.de/news/eu-urheberrechts…xel-voss-1902-139511.html
      Auf genau diese Umstände und Auswüchse hat ja auch Hr. Solmecke, der Rechtsanwalt, in seinem Video hingewiesen. Sämtliche Fragen, die Copyright / Urheberrecht etc. betreffen, sind ja längst eindeutig durch Gesetze geregelt (gewesen). Sämtliche „Neuerungen” durch NetzDG, DSGVO, Artikel 11 & 13, usw. sind von daher vollkommen unnötig für den Zweck, dem sie angeblich dienen sollen. In einer etwas diffus-schwammigen Art ist übrigens auch die Partei DIE LINKE gegen diese Urheberrechtsreform. (Deren Parteiprogramm zur Europawahl steht noch nicht. Jedoch ist online ein Entwurf einsehbar.)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Ascan von Bargen“ ()



      Offensichtlich ist diese Urheberrechtsreform nur hier ein Thema. In den anderen Hörspiel-Foren nicht. Dabei betrifft die Reform in der Form wie sie jetzt kommen soll, auch die Foren.
      "Mit dem Hören von Die drei Fragezeichen oute ich mich nicht als Hörspielfan, sondern als Fan meiner eigenen Kindheit."
      -
      Günter Merlau -

      Reform bedroht Foren und Lehrmittelangebote im Netz


      Nach und nach wird deutlich, welche Konsequenzen die EU-Urheberrechtsreform für die verschiedenen Webangebote haben könnte.
      Ein Kahlschlag bei ehrenamtlichen Projekten und kleinen Diensten durch die Uploadfilter-Pflicht droht.
      Artikel veröffentlicht am 10. März 2019, 11:50 Uhr, Friedhelm Greis

      Forenbetreiber und Anbieter kostenloser Lehrmaterialen warnen vor
      einschneidenden Konsequenzen durch die geplante EU-Urheberrechtsreform. "Der geplante Artikel 13 in seiner aktuellen Form bedroht unsere Arbeit für eine offenere zeitgemäße Bildung", schreibt die Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet (ZUM) in einem offenen Brief an die Abgeordneten des Europaparlaments. Zwar respektiere der Verein ausdrücklich das Urheberrecht, heißt es weiter. "Eine
      Haftung als Plattformbetreiber oder eine Vorabfilterung von
      hochzuladenden Inhalten lehnen wir jedoch ab. Sie würde den Betrieb und
      Bestand unseres Angebots gefährden", warnt der Vereinsvorstand.
      Deutsche Foren mit fast 15 Millionen Mitgliedern protestieren seit Tagen
      ebenfalls gegen die Reform.

      Der umstrittene Artikel 13 der geplanten Richtlinie (PDF)
      sieht vor, dass Plattformbetreiber für Urheberrechtsverletzungen ihrer
      Nutzer künftig unmittelbar haften. Zwar gibt unter anderem Ausnahmen für
      Sammlungen von Lehrmaterialien, allerdings nur, wenn diese nicht
      profitorientiert sind. Doch da die ZUM Werbung auf ihrer Website
      schaltet, befürchtet sie, selbst als gemeinnütziger Verein nicht unter
      die Ausnahme zu fallen. "Erfahrungsgemäß wird erst von den Gerichten
      entschieden werden, ob wir damit als profitorientiert gelten oder
      nicht. Bis dahin hängt das Damoklesschwert der Klage über uns - für
      einen kleinen Verein, dessen Vorstände ehrenamtlich arbeiten, ist dieses
      Risiko nicht zu tragen", heißt es in dem Brief.

      Kein Geld für Anwälte

      Der Verein betreibt nach eigenen Angaben verschiedene
      Websites, auf denen Lehrer Inhalte erstellen und ihren Schüler zur
      Verfügung stellen können. Diese Inhalte werden kostenlos unter zumeist
      freien Creative-Commons-Lizenzen geteilt. Die Materialien seien damit
      Open Educational Resources (OER). Der Verein habe jedoch nicht das Geld,
      "um Anwälte zu bezahlen und auch nicht die Zeit, uns neben unserer
      beruflichen Tätigkeit mit Rechtsstreitigkeiten zu befassen. Im Zweifel
      müssten wir - nach 20-jährigem Bestehen - unsere Plattformen schließen".

      Ähnliche Probleme befürchten viele Betreiber von Diskussionsforen im Netz. Auf der Seite foren-gegen-uploadfilter.eu warnen sie vor "existenzbedrohenden Folgen" der geplanten Regelung. "Wir
      befürchten, dass viele Forenbetreiber ihre Communities schließen werden
      und es so zu einer massiven Einschränkung der Diskussionskultur im
      europäischen Internet kommen wird", heißt es auf der Seite. Dem
      Aufruf haben sich inzwischen 340 deutsche Foren angeschlossen, darunter
      Fotocommunity mit fast 1,2 Millionen Mitgliedern, PSD-Tutorials mit
      407.821, Computerbase mit 369.512 und Macuser mit 230.393 Mitgliedern.



      Foren sehen sich überfordert

      Solche Foren mit nutzergenerierten Inhalten, die sich
      meist über Werbebanner finanzieren, sehen sich mit völlig neuen
      Anforderungen konfrontiert. Sie müssten ebenso wie Youtube oder andere
      große Plattformen versuchen, mit Rechteinhabern "faire und angemessene Lizenzvereinbarungen" abzuschließen. "Ohne
      solche Verträge müssten wir durch 'angemessene und verhältnismäßige
      Maßnahmen' dafür sorgen, dass illegale Werke nicht verfügbar sind", schreiben die Forenbetreiber und fügen hinzu: "Für
      einen Forumsbetreiber ist es schlicht unmöglich, mit allen
      Rechteinhabern eine Vereinbarung zu schließen. Sollte dies über
      Verwertungsgesellschaften wie GEMA, VG Wort und VG Bild organisiert
      werden, bedeutet dies mit Sicherheit zusätzliche Lizenzkosten und
      bürokratischen Aufwand."

      Die Forenbetreiber fordern stattdessen die Beibehaltung
      der bisherigen Regelung, wonach sie bei Urheberrechtsverstößen die
      betreffenden Inhalte innerhalb von 24 Stunden löschen müssen, wenn sie
      darüber informiert werden. Die Einrichtung eines Uploadfilters könnte
      für kleine Unternehmen "den Ruin bedeuten". Denn eine eigene
      Lösung zu programmieren sei für eine kleines Firma schlicht unmöglich.
      Externe Lösungen verursachten hingegen hohe Lizenzkosten plus enormen
      Aufwand für die Einbindung.

      Zwar weisen Befürworter der Reform stets darauf hin, dass
      der Begriff Uploadfilter in dem Richtlinienentwurf gar nicht enthalten
      sei. Doch selbst Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) hält dies
      für unausweichlich. "Mir sind keine anderen technischen Maßnahmen
      bekannt, mit denen man Lizenzverstöße verhindern könnte. Insofern läuft
      es auf Uploadfilter hinaus", sagte die SPD-Politikerin nach Angaben des WDR am Freitag in Brüssel.

      Das Europaparlament soll über den Mitte Februar beschlossenen Kompromiss
      voraussichtlich Ende März abstimmen. Für den 23. März 2019 sind
      europaweit große Proteste gegen die Reform geplant. Auch am Wochenende
      gab es wieder Demonstrationen in deutschen Städten. Allein in Magdeburg
      sollen 1.500 Menschen gegen Uploadfilter auf die Straße gegangen sein.



      Quelle: golem.de/news/uploadfilter-ref…-im-netz-1903-139894.html
      "Mit dem Hören von Die drei Fragezeichen oute ich mich nicht als Hörspielfan, sondern als Fan meiner eigenen Kindheit."
      -
      Günter Merlau -
      Danke für den SEHR interessanten Beitrag.
      Was ich immer noch nicht ganz verstehe, dass man überhaupt einen Upload-Filter in Erwägung zieht. Wie bitte soll dieser denn z.B. bei einem Foren, wie dieses hier aufgebaut sein? Eigentlich müsste man dann ja mit einer Whitelist arbeiten und ALLES blocken, bis auf die Sachen, die man bereits mit Lizenzinhabern ausgehandelt hat.
      War es nicht auch mal von der Größe der Einnahmen abhängig, ob man von dem Artikel 13 betroffen ist? Würde der Talk auch schon Probleme bekommen?

      hoerspielkassette schrieb:

      War es nicht auch mal von der Größe der Einnahmen abhängig, ob man von dem Artikel 13 betroffen ist? Würde der Talk auch schon Probleme bekommen?


      Es gibt drei Faktoren von denen es abhängt, ob man betroffen ist oder nicht. Trifft nur EINER dieser drei Faktoren zu, ist man betroffen. Ein Faktor ist z.B. ob man länger als 3 Jahre am Markt ist. Das trifft ja auf viele Foren zu. Auch auf den Hörspieltalk.
      "Mit dem Hören von Die drei Fragezeichen oute ich mich nicht als Hörspielfan, sondern als Fan meiner eigenen Kindheit."
      -
      Günter Merlau -
      Wohin wir uns drehen und wenden, geht es um Geld — denn „money makes the world go round”. Und wir brauchen es zum Leben und Überleben.

      Joanne K. Rowling, um mal einen großen und allseits bekannten Namen ins Spiel zu bringen, hat sich auf ihren Arsch gesetzt, ihre Phantasie bemüht, sich in langer, mühevoller Arbeit die tollsten Harry-Potter-Abenteuer einfallen lassen und diese aufgeschrieben, überarbeitet, Sachen verworfen, neue Sachen geschrieben, gemacht, getan... Nun begab es sich im Jahre des Herrn 2012, daß der Gesamterlös aus den Harry Potter-Büchern sich auf sage und schreibe 330 Millionen Euro bezifferte. Hinzu kamen für Ms. Rowling noch Einnahmen aus den Vermarktungsrechten.

      Heutzutage blickt Frau Rowling auf ein (von der Sunday Times geschätztes) stolzes Vermögen von 770 Millionen Euro, und die Marke „Harry Potter” ist sage und schreibe 15 MILLIARDEN DOLLAR wert.

      Zum Vergleich: Im Jahr 1993, (wißt ihr noch, was ihr da so gemacht habt?), war „Harry Potter” einfach bloß ein simpler Name auf Papier und eine Phantasie im Kopf einer völlig unbekannten Engländerin. Immerhin erhielt Frau Rowling umgerechnet etwas mehr als 2.000 Euro Vorschuß von Bloomsbury Publishing für den „Stein der Weisen”. Die Erstauflage davon belief sich auf 1.000 Exemplare, die Hälfte davon ausschließlich für Bibliotheken gedruckt.

      Wie war es also, angesichts dieser Umstände, möglich, daß Frau Rowling heute so viel Geld besitzt? — Ah, richtig: Sie hatte zwar eine Heidenarbeit mit dem Hogwarts-Zeugs ... aber sie erhielt (und erhält weiterhin) TANTIEMEN und GEWINNBETEILIGUNGEN für ihre Arbeit. Sie hat hart geackert, gepflanzt und gesät — und sie hat Anteil an der ihr zustehenden Ernte, an den Früchten ihrer Arbeit. So, und NUR SO, läßt sich für kreative Köpfe vernünftig arbeiten und langfristig Erfolg, Geld, Zufriedenheit und Lebensqualität erzielen. Alles andere ist indiskutabel. Braucht man gar nicht erst drüber sprechen.

      Dennoch bin ich nach wie vor der Auffassung, daß dieser EUnsinn von Reform vollkommen unnötig ist. Es gibt längst bestehende Gesetze zum Thema. Diesen müßte nur Geltung verschafft werden. Neue Gesetze braucht kein Mensch. Dadurch werden Sachen bloß verschlimmbessert.

      Ascan von Bargen schrieb:

      Diesen müßte nur Geltung verschafft werden. Neue Gesetze braucht kein Mensch. Dadurch werden Sachen bloß verschlimmbessert.


      Das finde ich im Ansatz völlig richtig.
      Nur müssen "Verantwortungen" endlich einwandfrei definiert werden.
      Es kann nicht sein das urheberrechtlich geschütztes Material auf einer Plattform hochgeladen wird und der Plattformbetreiber sich mit viel Geld in den Taschen und Abschiebung der Verantwortung auf den Uploader aus der Affäre ziehen will.

      Gerade die Teens werden doch massenweise durch Apps wie Musical.ly und dessen Nachfolgern zu Urheberrechtsverletzern. Und die "Betreiber" der Apps sitzen dann in Ländern wo sie Quasi nicht angreifbar sind.

      Sämtliche Verantwortlichkeiten und Abgaben müssten in dem Land geleistet werden in dem der Konsument sitzt und nicht wo es der App- oder Plattformbetreiber gerne hätte.
      Und genau dafür muss es exakte Regeln und Gesetze geben.
      Das Europaparlament hat jetzt für die Reform gestimmt. Jetzt müssen die Mitgliedsstaaten noch einmal gesondert dem Vorhaben zustimmen.

      Nur müssen "Verantwortungen" endlich einwandfrei definiert werden.
      Es kann nicht sein das urheberrechtlich geschütztes Material auf einer Plattform hochgeladen wird und der Plattformbetreiber sich mit viel Geld in den Taschen und Abschiebung der Verantwortung auf den Uploader aus der Affäre ziehen will.


      Volle Zustimmung!

      Die entsprechenden „Großen” wollen abkassieren ohne Ende, aber nichts abgeben. Wenn sie, wie das der Musikproduzent
      Uwe Fahrenkrog-Petersen in dem facebook-Video da sagte, einfach mal fair lizensieren würden, dann könnte ein jeder zu jeder Zeit alles hochladen, ohne Probleme. Da könnte auch das Lieblings-Musikvideo 100 Mal von 100 verschiedenen Leuten hochgeladen werden. Denn es wäre dann eindeutig geregelt: „Der Filmausschnitt da stammt aus Produktion X, das Musikstück von Band / Komponist Y; wenn das angeklickt und abgespielt wird, erhalten X und Y eben einen Beitrag in Höhe von Summe XX gutgeschrieben, weil sie die Urheber des Bildmaterials und / oder der Musik / der Geschichte (Lesung / Hörbuch) / des Hörspiels etc. sind.” Die Uploader sind so betrachtet dann völlig wurscht, weil nicht der oder die Uploader die Kohle einstreicht, sondern die ursprünglichen Urheber.

      (Ein neues Problem würde sich aber an anderer Stelle auftun: Für Hörspielproduktionen, z.B., benutzen viele Label bestimmte Sound- und Musik-Datenbanken. Da zahlen sie z.B. Lizenzgebühren für die Verwendung. — Jetzt lädt einer so ein Hörspiel bei youtube hoch. Wenn die mit ihren Filtern erkennen: „Aha, da wird das Musikstück XY von Komponist YZ verwendet...”, würde der vom Label Lizenzgebühren erhalten UND noch einmal von youtube? Keine Ahnung, wie man so etwas vernünftig regeln könnte / müßte oder sollte....) *

      Vermutlich haben die Großen aber eh die größte Angst davor, daß auch junge Leute mit ihren Privatvideos (Schminktips, etc.) auf den Trichter kommen und von ihnen Lizenzgebühren einfordern, für den Fall, das ihre Videos angeklickt, abgespielt und / oder von anderen geteilt werden. Da darf es wiederum keine 2- oder 3-Klassen-Gesellschaft geben. Es geht ja nicht an, daß wiederum nur die Multis Lizenzgebühren erhalten, die „kleinen Fische”, Hobby-Musiker oder -filmer usw., aber leer ausgehen.

      Schwierig, das ganze vernünftig handzuhaben, nehme ich an.

      * Ein weiteres Problem: Es gibt z.B. Songs, für die existiert kein offizielles Musikvideo. Die Leute machen sich aber in ihrer Freizeit gerne mal die Mühe und basteln sich ihre eigenen Musikvideos. Manche verwenden dafür Sequenzen aus Computerspielen. Andere basteln sich eine Collage aus Bildern, Fotos, usw. Wieder andere nehmen dafür Ausschnitte aus Spielfilmen. — Wie müßte man das handhaben? Kriegt da nur der Musiker / Interpret / die Band / Komponist Geld für so ein Video? Oder müßte man nicht auch fairerweise den Filmemachern, Spieleherstellern, Fotografen, Malern usw. eine gewisse Gebühr zahlen?

      Oder hätte sogar der Bearbeiter, der Ersteller des Hobby-Videos auch Ansprüche, weil er ja gewissermaßen auch eine kreative oder künstlerische Arbeit bei der Zusammenstellung geleistet hat?

      Stichwort: Schöpfungshöhe, Gestaltungshöhe, Kleine Münze


      (Zudem wird rechtlich unterschieden zwischen „angewandter” und „zweckfreier” Kunst und dergleichen mehr.)

      Hätten wir dann also einer Art „Schmarotzertum” oder „Parasitentum” Tür und Tor geöffnet, in dem Zweite und Dritte sich an die Werke anderer Leute dranhängen, daran dann mitverdienen und abkassieren? — Ich denke da z.B. an das eine Video, das ich vor Monaten einmal hochgeladen habe:

      Jemand hatte sich die Mühe gemacht, alle bis dato veröffentlichten Werbespots von DIOR mit CHARLIZE THERON aneinanderzureihen, wobei eine gewisse Laufzeit zusammenkam. Unterlegt ist das ganze mit der Musik von Dire Straits, „Brothers in Arms”.

      Wer müßte in so einem Fall das Geld bekommen? Charlize? Dior? Mark Knopfler? Oder nicht auch der Ersteller des Videos? — Der wiederum, gaaaanz ganz streng genommen, urheberrechtlich geschütztes Material verwendete, wofür er keine Lizenzen oder Rechte besitzt. Nach heutigem Recht aber soweit in Ordnung, als daß er es ja nicht für kommerzielle Zwecke verwendet, sondern nur aus Spaß an der Freude bereitgestellt hat...

      Anders wieder ist es bei Werken, die eine eigene, neue, gestalterische Komponente (Schöpfungshöhe) mit einbringen. Das Video „BEAUTY” von Regisseur Rino Stefano Tagliafierro zeigt beispielsweise Gemälde, die jedoch animiert (und quasi zum Leben erweckt) wurden. Die eigentlichen Maler und künstlerischen Urheber der Gemälde sind andere (gewesen). Urheber der Animation und der filmischen Darstellung sind wiederum andere, denen man unmöglich absprechen kann, somit ein neues künstlerisches Werk geschaffen zu haben.

      Nur: Wenn das Video 3 Minuten lang läuft und (wie bei dem einen Hobby-Metallica-Video) darin durchgehend Filmausschnitte von „Mad Max” verwendet werden, dann ist das sicherlich wieder anders zu bewerten als wenn in einem „Collagen”-Video für drei Sekunden ein Bild von Royo oder ein Foto von David Hamilton zu sehen ist. (Letzterer ist z.B. seit 2016 nicht mehr unter den Lebenden. Wer kriegt jetzt die Lizenzgebühr? Verlage? Erben? Nachlaßverwalter?) — Das ist äußerst diffizil, da eine vernünftige und vor allem ANGEMESSENE Entlohnung für die Leute bereitzustellen. Und youtube & Co. haben bestimmt nicht vor, Legionen von Angestellten loszuschicken, um herauszufinden, wer der Urheber des Bildes in „Hobbymusikvideo pillepalle” gewesen ist, das man bei Minute 0:23 - 0:29 kurz zu sehen bekommt...? (Um dann anschließend noch herausfinden zu müssen, daß der Urheber seit ein, zwei Jahren nicht mehr lebt ... und wer jetzt korrekterweise die Lizenzgebühren erhalten müßte...)

      Dieser Beitrag wurde bereits 10 mal editiert, zuletzt von „Ascan von Bargen“ ()

      Ascan von Bargen schrieb:

      Schwierig, das ganze vernünftig handzuhaben, nehme ich an.




      Natürlich ist das schwierig.

      Alleine schon wie man sich denn überhaupt "Rechte" weltweit und für alle Plattformen eintragen lassen kann dürfte das erste große Problem werden.
      Und Videos und Musik sind ja nur der Fuß des Eisberges. Bilder und Texte werden da wohl das um einiges schwieriger zu lizensieren sein.

      Darum halte ich eine Lizenzabgabe wie sie Uwe Fahrenkrog-Petersen anspricht für sinnvoll.

      ABER Man sieht ja schon an den Verteilschlüsseln der GEMA, VG-Wort etc. wie intransparent es da ist.

      Eigentlich müsste mal dieser ganze altbackene Urheberrechtskram saniert werden.
      Und das ist nun mal verdammt schwierig.
      Erstmal müsste man sich Global einigen was und wieviel unter das Zitat-Recht fällt. Es kann ja nicht sein das jemand im Extremfall einen kompletten Film, Hörbuch, Hörspiel oder Song in einem Video oder Audio-Podcast unterbringt um das Werk dann im krassesten Fall mit "Geiles Zeug" rezensiert :D


      Bei Portalen, Foren und Social-Media dürfte auch nur bei einer pauschalen Lizenzform anonyme Uploads geben, denn sonst wäre jede noch so kleine Plattform für seine User verantwortlich.
      Das ist ja DER Kritikpunkt mit dem die großen Plattformen versuchen einen Keil zwischen User und Urheber zu treiben.

      Da gibt es soviel zu bedenken und es müssten eigentlich Vertreter ALLER Gruppen zusammen am Tisch sitzen. Nur ist Politik nun mal sehr "Lobbylastig"
    Hier geht's zum HÖRSPIEL-PLAYER ...