TV -- Im Kampf gegen die Langeweile

      Hmm ... ganz nüchtern betrachtet: Für jeden der Kandidaten da ist die Teilnahme letztlich eine einzige, große, bunte Promotion-Kampagne.
      Sie alle haben (mindestens) ein Produkt zu bewerben - das kann eine TV-Sendung sein (wie die von Chris, die bald auf RTL II zu sehen sein wird), eine Dienstleistung (Yottas Abteilung), ein Parfum (Gisele) oder auch man selbst; also: das eigene Gesicht, die eigene Persönlichkeit (Sandra, Doreen, Tommi, Sibylle, Domenico, Evelyn).

      Durch diese Sendung können sie ein sehr viel größeres Publikum erreichen, als es sonst vielleicht möglich wäre, um quasi Werbung für sich selbst oder das eigene Produkt zu machen. Dabei geht es gar nicht um die Gage oder die Gewinnerprämie. Denn das, was hinten dran hängt - irgendwann ist man ja mal wieder raus aus dem Dschungel - bringt mitunter sehr viel mehr ein, in Form von neuen Möglichkeiten, Einladungen und Teilnahmen in anderen TV-Shows, Buchveröffentlichungen, Aufträgen, usw.

      Soll heißen, auch für einen hervorragenden Schauspieler und Synchronsprecher wie Tommi Piper wird die Teilnahme kein Nachteil (gewesen) sein.

      Ein Wort noch zu den Affirmationen, die Bastian Yotta in seinem "Miracle Morning" verwendet, und die er sich angeblich "selbst ausgedacht" haben will:

      Im Fernsehen verwiesen die Moderatoren darauf, dass der erfolgreiche Motivations-Coach Jürgen Höller diese schon lange vor ihm in seinen Seminaren und Vorträgen verwendet hat. Das ist zwar korrekt, aber auch er hat sich das nicht "ausgedacht". Eine Affirmation ("Bekräftigung") ist eine kurz gehaltene Formel, die zudem immer in der Gegenwartsform zu halten ist und immer positiv formuliert werden muss. Auf diese Weise wird ihr Inhalt im Unterbewusstsein verankert, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen.

      Mittels dieser Methode lassen sich keine Lotto-Gewinne oder ähnliches "herbeizaubern". Aber vor allen Dingen charakterliche Eigenschaften lassen sich so beeinflussen, und auch im gesundheitlichen Bereich kann es eine große Hilfe sein, die Widerstandskräfte zu stärken, Heilungen zu beschleunigen, etc.

      Insbesondere die "Wunder"-Formel "Es geht mir mit jedem Tag in jeder Hinsicht besser und besser" stammt von Émile Couè, dem berühmten Apotheker von Nancy, der in den 1920er-Jahren aufsehenerregende Heilungserfolge damit erzielte. Man muss dazu wissen, dass man in jener Zeit große Stücke auf Hypnose und die Suggestionslehre Lièbaults hielt, dessen Schüler Couè war. Er stellte jedoch fest, dass diese beiden Praktiken gewisse Nachteile besaßen:

      1.) man benötigt dafür die Hilfe einer zweiten Person, (des Hypnotiseurs)
      2.) die Erfolge, die so erzielt wurden, waren nur vorübergehend, nicht dauerhaft

      Couè verfolgte ein anderes Ziel. Er wollte

      1.) die Hilfesuchenden aus der Abhängigkeit anderer befreien
      2.) dauerhafte, anhaltende Erfolge erzielen

      Die Methode von Couè funktioniert wie folgt:

      1.) Setze oder lege dich entspannt hin. Wichtig ist es, den Körper in eine völlig ruhige, passive und vollkommen gelöste, entspannte Haltung zu bringen.
      2.) Setze k e i n e r l e i Willenskraft ein. Je mehr verbissene Willenskraft, desto größer die nervliche An-Spannung und Verkrampfung. Wir wollen aber Ent-Spannung!
      3.) Schließe die Augen.
      4.) Sprich l e i s e, zwanzig Mal nacheinander, dem Ohr gerade noch vernehmlich, die Formel. Was das Ohr vernimmt, sinkt direkt ins Unterbewusstsein.

      Es ist daher sinnvoll, diese Übung morgens, gleich nach dem Aufwachen im Bett, und nachts vor dem Einschlafen zu wiederholen.
      Von diesen Zeiten abgesehen, denke nicht eine Sekunde darüber nach.

      Alle negativen Formulierungen sind dabei strikt zu vermeiden. Niemals sollte so eine Affirmationsformel lauten "ich bin nicht krank" oder "ich habe keine Schmerzen", denn die unbewussten Bildekräfte, die hierbei aktiv werden, streben danach alle bildhaften Inhalte zu verwirklichen. Wir können uns zwar einen Zustand vorstellen, aber keinen nicht-Zustand. Das Unterbewusstsein wird daher "Ich bin" verstehen und "krank". Es wird verstehen "Ich habe" und "Schmerzen".
      Die Folgen einer negativen Affirmation wären also äußerst unangenehm.

      Couès berühmte Formel ist positiv. Sie ist ein kurzer, eindeutiger Befehl. Und sie erweckt keinen inneren Widerstand. Wenn es jemandem in irgendeiner Hinsicht nicht gut geht, und er soll die Formel sagen: "Es geht mir super!", dann wird das inneren Widerstand auslösen: "So ein Quatsch! Mir geht es Scheiße! Wie kann ich da sagen, es ginge mir super?!"

      Bleibt derjenige aber bei "Es geht mir mit jedem Tag besser und besser", so wird das keinen Widerstand auslösen - denn es steht nicht im Widerspruch dazu, dass es ihm oder ihr momentan nicht so sehr gut geht.

      Die erfolgreiche Methode des Émile Couè hat also nicht das geringste mit wild umherhüpfenden, hysterisch herumbrüllenden und dabei mit verbissener Muskelkraft Fäuste in die Hand schlagenden "Motivations-Guru"-Methoden von heutzutage zu tun. Militärisches Drill-Gehabe und Befehl-Eingepeitsche werden nichts erzielen. Am Ende höchstens das Gegenteil des Beabsichtigten.

      Einwände entkräften leicht gemacht

      Endlich mal eine hilfreiche Argumentationshilfe von ICONIST - Daily Lifestyle by Icon zum Thema Einwände gegen Trash-TV.

      Einwand: Das ist doch Trash-TV, für verblödete Menschen!

      Will sagen:
      Ich bin klüger als du!

      Beste Antwort: „Du kennst ja sicher die Studie über Trash-Filme des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik. Demnach sind Menschen, die so was sehen, in den meisten Fällen hochgebildet. Würde mich sehr wundern, wenn das nicht auch für Trash-TV gelten würde. Meine Rezeptionsmotive sind jedenfalls höchst divers.


      ^^

      Weitere Anregungen dazu, wie man unbegründete Einwände gegen Trash-TV entkräften kann, findet ihr unter dem oben angegebenen Link.

      P.S.: Dschungelcamp-Update -- Leila Lowfire und Doreen Dietel sind mittlerweile im Luxus-Hotel angekommen.
      Ach ja, das Dschungelcamp. Diese Staffel ist wieder interessanter. Wobei sich das Format langsam abnutzt. Ich hoffe ja darauf, dass ein Sender mal Running Man oder Hunger Games umsetzt. Ich will circenses! :P

      Schade, dass Leila raus ist. Neben ihrer nackten Haut, kam sie ruhig und vernünftig rüber. Leider kriegt man damit keine Sendezeit.

      Keuchhusten schrieb:

      Ach ja, das Dschungelcamp. Diese Staffel ist wieder interessanter.

      Das sehe ich auch so. Was sicher an der interessanten Konstellation der Belegschaft liegt, die nun leider und naturgemäß schrumpft.

      Keuchhusten schrieb:

      Wobei sich das Format langsam abnutzt.

      Nun ja. 13. Staffel, immerhin. Müssen andere erst einmal schaffen, in diesen schnellebigen Tagen. Mangelnde Beständigkeit oder Beharrlichkeit kann man ihnen zumindest nicht attestieren. -- Ob man's mag oder nicht: Auch Dieter Bohlens "DSDS" und "Das Supertalent" kann man schon durch diese "Gekommen, um zu bleiben"-Brille betrachten.

      Keuchhusten schrieb:

      Ich hoffe ja darauf, dass ein Sender mal Running Man oder Hunger Games umsetzt. Ich will circenses!

      Nur Geduld, das kommt sicher noch. ;)

      Keuchhusten schrieb:

      Schade, dass Leila raus ist. Neben ihrer nackten Haut, kam sie ruhig und vernünftig rüber. Leider kriegt man damit keine Sendezeit.

      Das größte Manko war sicher ihr "ruhig sein". Das Mädchen sieht ja sehr hübsch aus, hat ein sehr sympathisches Lächeln = Sendezeit prinzipiell leicht zu erhalten. Dann die nackte Haut, auch damit bekam sie ja ihre Sendezeitmomente. Sie hat nur leider so gut wie kein einziges Wort gesprochen, überspitzt gesagt. Sie war nicht besonders gesprächig, nicht besonders geistreich oder zumindest witzig... Und sie hat sich extrem im Hintergrund gehalten. Dabei hatte man sie ja in ihrer Funktion als "Sexpertin" eingeladen und sich ein paar interessante Gesprächsthemen von ihr erhofft. Da kam aber gar nichts.

      Nun ist ja auch Doreen Dietel raus, auch so eine tragische Figur. Zerfressen von Reue, Liebeskummer und anderen Schwierigkeiten. Unter anderen Lebensumständen, in einer anderen Verfassung wäre da vielleicht mehr für sie zu holen gewesen. Aber am Ende hatte sie es sich ja regelrecht gewünscht, da endlich rauszukommen. Und wie glücklich sie anschließend bei ihrem McDonald's-Menü gewesen ist!
      ^^ -- Gestern gab es übrigens eine "Server-Panne" bei denen. Die zahlungswilligen Anrufer haben zwar ihre Wahl abgegeben, es konnte aber aufgrund des Computerproblems kein Kandidat ermittelt werden, der ausscheiden müsste.

      Dafür wird es dann heute ein Novum geben: Erstmals müssen gleich zwei Leute auf einmal das Camp verlassen.

      Mein Wunsch für die nächste Dschungel-Ausgabe: Die wundervolle Ruth Moschner!
      Das wäre mit Sicherheit superwitzig und lustig! Wobei ... ich könnte es nicht ertragen mit anzusehen, wie man irgendwelche Mistviecher über ihr ausschüttet...

      Hmmm ... ein waschechter Interessenskonflikt ... Mistmistmist... wie soll man sich da entscheiden?
      :P

      Hat sie eigentlich mal bei einem Hörspiel mitgewirkt? Mein Forderungskatalog für aktive Hörspiel-Teilnahmen:

      1.) Ruth Moschner
      2.) Felicitas Woll
      3.) Wolke Hegenbarth
      4.)
      Jella Haase

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Ascan von Bargen“ ()

      Ah, ich hatte da etwas falsch aufgefasst, weil es einigermaßen missverständlich klang:

      Es wurde zwar heute nachträglich noch jemand aus dem Camp entlassen, der eigentlich schon gestern hätte gehen müssen, (Chris Töpperwien).
      Dennoch wurden heute z w e i weitere Personen in den "Ruhestand" entsendet: Bastian Yotta & Sandra Kiriasis.

      Die letzten drei Finalisten sind somit:

      - Evelyn Burdecki
      - Peter Orloff und
      - Felix van Deventer

      Jetzt wird deren telefonierende und simsende Gefolgschaft darüber entscheiden, wer bald zum König oder zur Königin des Dschungels gekrönt wird.

      Dschungelcamp 2019 - Die Königin ...

      ... heißt: Evelyn Burdecki!

      (I told you...)

      Herzlichen Glückwunsch, von meiner Seite her!

      Solche Freudenschreie, -tränen und -hüpfer hat man im australischen Unterholz schon lange nicht mehr gesehen und gehört! (Wenn überhaupt jemals...)

      Und, ohne das zu beabsichtigen, haut sie am Ende noch mal zwei Gags raus, die klarmachen, weshalb nur sie die Siegerin sein konnte.

      "DAAAAAAAAANKEEEE!" kreischt sie in den Urwald und reißt weinend und schluchzend die Arme hoch.
      Der Zweitplatzierte, Felix van Devender, räumt stumm das Feld, ohne ihr auch nur zu gratulieren. Diesmal keine geschauspielert netten Worte. Diesmal keine verlogene Umarmung.

      Allein steht die Siegerin nun da bei der Feuerstelle. Das Camp wirkt verwaist. Evelyn ist "The Last Girl Standing". Die letzte "Überlebende" von ursprünglich zwölf Teilnehmern.
      Sie weiß nicht, in welche Kamera sie vielleicht schauen müsste - sie weiß aber, dass da überall Kameras sind und schickt ihr "DAAAAAAANKEEEE!!!" kreischend einfach in alle Richtungen gleichzeitig.

      Aus einem Impuls heraus ruft sie in derselben schrillen Frequenz hinterher: "Ich habe keine Ängste mehr!!!" -- Da fällt ihr ein, dass die Leute, die da irgendwo im Urwald um sie herumgeistern, die Ranger und so weiter, ja Australier sind und gar kein Deutsch verstehen. Daher will sie ihre Freude auch mit ihnen teilen und übersetzt es flugs in das, was sie für Englisch hält und kreischt:

      "I have not Eeeeengst!"

      Da naht der Ranger, um sie zum letzten großen Defilee zu führen. Ein roter Teppich wartet auf die Königin des Dschungels, der sich über viele, sehr viele, sehr lange Hängebrücken erstreckt. In wenigen Augenblicken schon wird sie darüber gehen, nur mit ihrem Rucksack bewaffnet, und ausrufen: "Boah ... ein roter Teppich! Und wie lang der ist!" Dann wird sie auf ihm niederknien und ihn küssen, wie weiland Papst Johannes Paul II. es nach Flugreisen mit dem jeweiligen Rollfeld zu tun pflegte. Nur, dass bei ihm dabei nicht links und rechts aus Konfetti-Kanonen Blütenblätter in die Luft geschossen wurden. Überwältigt von dem Anblick wird sie gleich ein zweites Mal niedersinken und ihren schrillen Siegesschrei ausstoßen. In einer Frequenz, die noch meilenweit zu hören ist und dort auf unbekanntem Terrain Tote wieder zum Leben erweckt.

      Nun aber naht erst einmal der stiernackige Ranger, mit zackigem, militärischen Schritt und Sonnenbrille. Er bellt ihr im Befehlston sein "C'mon! Let's go!" entgegen.

      Evelyn, die noch schnell ihren Rucksack an sich nimmt, versucht den drängenden Koloss zu beschwichtigen. Auch diesmal in perfektem Denglisch:

      "Ey Mann, why are you denn so sauer? I have doch gewonnen!"

      ^^

      Ja. Genau. Und zwar genau deswegen.

      Peter Orloff, der von seiner letzten Dschungelprüfung in den fünf Terrarien des Schreckens zu berichten wusste - wo er gegen Warane, Schlangen und Krokodile antreten musste - betonte mit stolzgeschwellter Brust:

      "Wie Crocodile Dundee hab ich um die Sterne gekämpft!"

      Was Evelyn dazu veranlasste, da doch sofort einmal genauer nachzuhaken: "Du? Wer ist denn der Dann-Die? Dieser Krokodail...? Ist das ein Märchen?"
      ^^

      Ich weiß nicht, ob man Crocodile "Das ist doch kein Messer... DAS HIER ist ein Messer!" Dundee nun unbedingt kennen muss, um glücklich und zufrieden auf diesem Erdball hier leben zu können. Tatsache aber ist, dass es Menschen gibt, zumal jene der jüngeren Generation, die viele Filme, Romane, Geschichten usw. überhaupt nicht kennen, die wir oftmals (fälschlich) als "allgemein bekannt" betrachten. Vielleicht sogar als eine Art "Kulturgut", über das wir uns irgendwie definieren.

      Aber, was juckt das eine Evelyn? Was müsste sie das auch jucken?

      Sie ist jung.
      Sie ist schön.
      Sie ist die amtierende "Dschungelkönigin".

      Und sie kommt um einhunderttausend Euro reicher aus dem Dschungel wieder raus als sie reingegangen ist.

      Mein Fazit:
      16 Tage sehr amüsanter und unterhaltsamer reality-soap sind nun vorüber. Zeit, sich jetzt wieder anderen Dingen zuzuwenden. Sehr viel länger hätte ich dieses dauer-werbe-unterbrochene Dschungel-Drama nun auch nicht ausgehalten. Soll heißen: War nett und schön und gut. Aber jetzt ist es auch genug.
    Hier geht's zum HÖRSPIEL-PLAYER ...