DER SPIEGEL zum Thema Groschengrusel 1977

      DER SPIEGEL zum Thema Groschengrusel 1977

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      Und die Konzern-Chefs wissen, was sie tun. Denn: "Ein großer Teil der Jugend hat die Orientierung verloren", zitiert Bauers "Neue Revue" den Kriminologen Armand Mergen -- und jammert über die Folgen: "Die Verbrecher werden immer brutaler" (Schlagzeile im September).
      Doch zum Orientierungs-Verlust trägt Bauer nach Kräften selber bei: Waren die Begriffe von Gut und Böse, wenn auch reduziert auf die Minimal-Positionen von Ordnungshütern und Gesetzesbrechern" bislang unangetastete Wegweiser im Groschenreich des Wilden Westens geblieben, so sind sie in Bauer-Produkten häufig schlichtweg vertauscht.


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      Das Urteil des Redakteurs über den Wettlauf der Romanheftverlage in Richtung größere Brutalität einerseits (damit der Sensationseffekt erhalten bleibt) und andererseits in Richtung Phantastik (da phantastische Stoffe nicht den gleichen Zensurbestimmungen unterlagen wie vermeintlich "realistische" Geschichten) fällt hart aus, aber ohne Plan oder Forderung.

      Würde jemand heute noch so argumentieren, wenn nein, wie würde es sich unterscheiden? Und wäre eine Aussage, die nicht auf "soll doch jeder lesen dürfen, was ihm Spaß macht" als intolerante Moralisiererei gebrandmarkt sofort gescheitert?
      They call me the Fader. Which is what I'm about to do.

      Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, d.h. man darf sie kostenlos nutzen.
      Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Fader“ ()

      Halt, halt, nicht alle auf einmal ... ;)
      They call me the Fader. Which is what I'm about to do.

      Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, d.h. man darf sie kostenlos nutzen.
      Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.
      Hi,

      erst mal danke für dieses Fundstück, habe den Artikel jetzt endlich mal komplett gelesen und musste doch das eine oder andere Mal schmunzeln. Das Teil ist immerhin ca. 40 Jahre alt, trotzdem finden sich in der Kernargumentation ganz viele Parallelen zu mehr oder weniger aktuellen Diskussionen bezügl. Gewalt in / durch Musik oder Computerspiele - Diskussionen die in Deutschland / Europa gerade nach fürchterlichen Gewaltverbrechen / Amokläufen immer wieder aufflammen.

      Hier finden sich denke ähnliche Argumente - übertriebene, zu realistische Gewaltdarstellung, gerade Jungendliche lassen sich angeblich durch das Medium beeinflussen, verrohen, können Realität und Fiktion nicht mehr trennen, usw.

      Daher ein doch noch recht aktueller und interessanter Titel.

      Die im Artikel angesprochenen Groschenhefte habe ich nie gelesen, die darauf basierenden Hörspiele dagegen mag ich schon teilweise.
      Nun bin ich kein Jugendlicher mehr, damals jedoch habe ich schon gerne ab und an "Killerspiele" gespielt und auch diese böse, aggressive Satansmusik gehört. Für mich war das aber eher ein Ventil um Frust / Aggression abzubauen und eben nicht das Gegenteil. Aus meiner persönlichen Erfahrung würde ich dem Artikel also eher widersprechen. Jedoch kann und will ich nicht bezweifeln dass der Konsum sei es von Killerspielen oder Groschenromanen bei sagen wir einer von 100 Personen zu eben dem genannten Verhalten kommen kann.
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