Wenn das Lesen verschwindet ... Strategien dagegen

      Wenn das Lesen verschwindet ... Strategien dagegen

      Ich zitiere einen, der besser schreibt als ich, Spider Robinson, zum Thema Lesen (mit dessen freundlicher Genehmigung):

      Ich habe neulich die Zukunft gesehen … eingraviert auf den Bürgersteig vor meinem Haus.
      Da vor kurzer Zeit rund um mein Haus in Point Grey vier Hochhäuser gebaut worden sind, ist durch die Raupen und Lastwagen so viel Schaden entstanden, dass der Bürgersteig renoviert werden musste. Der frisch gegossene Zement wirkte natürlich wie Honiggeruch für Bären auf Graffitikünstler, die sich dort gleich verewigen wollten. Wann hat man schon als Autor oder Künstler die Möglichkeit, sein eigenes Werk quasi in Stein gesetzt zu sehen! Und wie es nun einmal so ist, war einer davon ein sehnsüchtiger junger Kerl, der seine unsterbliche Liebe zukünftigen Generationen vermitteln wollte. Sein grauenhaftes Meisterwerk ist nun fertig, und da es entsprechend nah an meinem Haus liegt, muss ich nun jedes Mal draufschauen, wenn ich mein Haus verlasse. Es besteht aus einem großen Herz, und darin den Worten

      TOOD + JANEY

      Sie mögen vielleicht anders darüber denken, aber selbst in unserem verwirrten Jahrhundert weigere ich mich nach wie vor, zu glauben, dass ein Elternpaar seinen Sohn TOOD nennt. Daher muss ich den Schluss ziehen — so weh er mir tut — dass der junge Todd seinen eigenen verdammten Namen nicht richtig schreiben kann — und das obwohl er sich anscheinend bereits in einem Alter befindet, in dem die junge Janey interessant für ihn ist.
      Als jemand, der mit dem Lesen seinen Lebensunterhalt verdient, sehe ich dieses Zeichen der Zeit als demoralisierend. Ich hoffe, dass nicht nur ich von der Aussicht, dass ein zunehmender Anteil der Analphabeten dieses Landes versuchen wird, verantwortungsbewusste Entscheidungen über komplexe und dringende Zusammenhänge auf der Grundlage von 10-Sekunden-News-Schnipseln im TV machen wird, erschrocken ist. Wer nicht lesen kann, kann nicht argumentieren. Und jeder, der nachdenkt, wird mir zustimmen, dass der Trend in diese Richtung geht.

      Die Fähigkeit zu lesen ist schwer zu erreichen. Und ab dem Zeitpunkt, an dem man sie besitzt, bringt sie viele Sorgen mit sich, da man umso mehr über die furchteinflößende Komplexität des Lebens lernt, je mehr man liest. Aber jeder, der in der Lage ist, ein Grunzen von sich zu geben, hat die Voraussetzungen für die Fähigkeit, Fernsehen zu schauen. Und das Fernsehen lehrt, dass das Leben eigentlich einfach ist, und dass das Happy End dem gewiss ist, der das Herz am richtigen Fleck hat.

      Das Auge der eigenen Vorstellungskraft kann einem Dinge zeigen, die keine Specialeffectsabteilung Hollywoods simulieren kann. Aber die Voraussetzung dafür ist, dass man sich jahrelang damit beschäftigt, den Code von Tintenflecken auf Papier zu entziffern. Das Schreiben ist nach wie vor das aussichtsreichste Mittel, das wir haben (neben der Mathematik), um einen komplexen Gedanken zu formulieren. Und inzwischen scheint es klar zun sein, dass GENAU DAS aus Kundensicht einer der Nachteile ist. Die jüngsten Generationen haben mit ihren Augen abgestimmt, dass die Fähigkeit zu lesen zunehmend weniger der Mühe wert ist.
      Ein weiteres Mal in die Litanei über den großen Wert der Fähigkeit zu Lesen einzustimmen und sie unseren Kindern vorzutragen wird nichts nützen. Das haben wir ja schon lange Jahre getan, wie unsere Eltern ja auch, und das funktioniert nicht mehr. Jedenfalls nicht mehr so, dass es wirkt. Wir werden teuflischere Mittel anwenden und unsere Kinder zum Lesen tricksen müssen.

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      Welche sind Eure Strategien, der nächsten Generation das Lesen nahezubringen, gegen Smartphone und Web-TV?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Interplanar“ ()

      Das ist so ein Thema ... könnte man sicher vieles drüber schreiben oder vieles dazu sagen ...

      Mir fallen da immer direkt diese Leute ein, die damals vollmundig den Untergang des Abendlandes verkündeten, als Kinder und Jugendliche anfingen Comics und / oder "triviale" Heftromane zu lesen, statt sich "hoher Literatur" zu widmen. Dieselben Leute würden sich heute gewiss freuen, wenn wenigstens das noch der Fall wäre - und nicht nur der zermürbende Grabenkampf ums W-Lan das Alltagsgeschehen in vielen Familien bestimmen würde...

      Ich denke aber, dass jeder Mensch einen freien Willen besitzt und es daher grundsätzlich verkehrt ist, jemandem gegen seinen Willen irgendetwas aufzwingen zu wollen. Und wenn es nur das Lesen von Buchstaben ist. Dass die jungen Leute zu ungeteilter Aufmerksamkeit und hoher Konzentration fähig sind, stellen sie stunden- und nächtelang mit ihren "Playsi"-Exzessen unter Beweis. Es liegt also nicht daran, dass sie nicht grundsätzlich für etwas zu begeistern wären. Die eigentlichen Probleme sind in Wahrheit andere, wie z.B. Eskapismus, Suchtverhalten, usw. (Aber es ist nicht meine Aufgabe, mich damit zu beschäftigen. Darum sollen und müssen sich Eltern, Lehrer, Sozialarbeiter usw. kümmern.)

      Die Fähigkeit, sinnerfassend zu lesen und zu schreiben, ist ein Mittel zu großem Erfolg, Reichtum und Wohlstand. Und damit kann es auch ein Mittel sein, Macht und Einfluss zu erlangen. Aber man kann niemandem den Willen dazu "einimpfen", oder einem die Liebe zu diesen Dingen überstülpen oder aufzwingen. -- Sehr wohl könnten aber z.B. Lehrer die Liebe und Begeisterung für Literatur in den Menschen wecken und verstärken. (Vorausgesetzt, dass sie diese selbst in sich haben und nicht nur stur nach Schema F vorgehen, ihren Lehrplan fürs Halbjahr mechanisch durchziehen und dabei schon im Kalender die verstreichende Frist bis zur anstehenden Pension ankreuzen.)

      Ob dieser "Todd" nun einfach undeutlich geschrieben hat, sodass sein erstes D eher wie ein O aussah, oder ob er wirklich nicht der talentierteste Buchstabenpinsler ist - mich persönlich schert es nicht im Geringsten. Vielleicht ist er ein talentierter Handwerker, Maler oder Kfz-Mechaniker. Vielleicht ist er ein tapferer oder humorvoller Zeitgenosse. Wer kennt ihn denn? Meinetwegen kann er seinen Namen ständig und jeden Tag falsch schreiben. (Vielleicht hat ja auch "Janey" dieses Kunstwerk zu verantworten?)

      Ich würde da nicht gleich wieder Armageddon ausrufen und von so einer Lappalie auf die (vermeintliche) Unfähigkeit aller jungen Leute schließen, mit denen man "keinen Krieg gewinnen kann".

      Lass sie nur machen, sage ich. Lass sie sich, ihre Talente, Fähigkeiten und Interessen frei entfalten. -- Und in ein paar Jahren wird man sehen, welche Früchte sie hervorbringen. Sind es gute und reiche - hervorragend! Sind es mickrige und ungenießbare - bitte schön. Es sind und bleiben aber immer ihre eigenen Früchte.

      Ich wünsche ihnen, dass es gute, reiche und üppige sein werden, und dass sie dafür auch das volle Lob einheimsen können. -- Geht es schief, nun denn ... es ist nie zu spät für einen neuen Anfang und eine Kurskorrektur im Leben. Nur sollen sie dann nicht neidvoll und bitter mit dem Finger auf andere Leute zeigen. -- Wieviele junge Leute gibt es, z.B., die "youtuber" als obersten Berufswunsch haben?

      Ja, bitte. Legt los. Jetzt sofort.

      Ein Studium in Astrophysik ist dafür nicht vorher nötig. -- Ich will nichts hören von: "Später ... da werde ich mal 'youtuber' ..."

      In Nullkommanichts kann man seinen "Channel" da eröffnen. Sofort. Hier und jetzt. -- Und dann, in einem Jahr, sprechen wir erneut, nachdem die Millionen von Dollars durch die wahnwitzigen Klickraten und "follower" aufs Konto überwiesen sind. Anschließend wissen wir mehr. -- In diesem Sinne. -- Viel Erfolg!

      Den Aspekt ...

      Ascan von Bargen schrieb:

      Die Fähigkeit, sinnerfassend zu lesen und zu schreiben, ist ein Mittel zu großem Erfolg, Reichtum und Wohlstand. Und damit kann es auch ein Mittel sein, Macht und Einfluss zu erlangen.

      ... hast Du ins Spiel gebracht -- dem Autor des Artikels ging es eigentlich mehr um den Aspekt der Konsequenzen davon "verantwortungsbewusste Entscheidungen über komplexe und dringende Zusammenhänge auf der Grundlage von 10-Sekunden-News-Schnipseln im TV" zu machen. Wie es aussieht, wenn jemand, der nicht liest, das tut, sieht man ja an Trump.

      Solange die Konsequenzen solchen Handelns nur an einem selbst klebenbleiben, mag das ja noch als Darwinismus durchgehen. Kritisch wird es dabei, wenn Populisten mit versimpelten Wahrheiten immer mehr Einfluss erlangen und immer mehr Leute es immer weniger relevant finden, zu lesen (weil "anstrengend").

      Viel Spaß hiermit:


      Und dann freue ich mich über ein paar Ideen, wie man denn Kinder zur FREUDE am Lesen am Besten erzieht/anregt (jenseits der Ideen, die im obigen Link zum Artikel schon genannt sind).

      Interplanar schrieb:

      Wie es aussieht, wenn jemand, der nicht liest, das tut, sieht man ja an Trump.


      Ah, ja - this american guy, der von 1964 bis 1966 an der Fordham University, New York, Wirtschaftswissenschaften studierte, und dann auf der University of Philadelphia an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät im Fachbereich Immobilienwirtschaft, der dann erfolgreich in den Baukonzern seines Vaters einstieg und es schließlich sogar zum höchsten Amt des Planeten brachte ... von seinen Gegnern aber trotzdem gerne als ignoranter Volltrottel dargestellt wird, der an der Grenze zum Analphabetismus herum kraxelt...? Wie damals ... bei Jimmy Carter. Wie damals ... bei Ronald Reagan. Wie damals .. bei George Bush. -- Den Kommunisten fällt nichts neues mehr ein. Immer dasselbe, alte Anti-USA-Lied.

      Interplanar schrieb:

      Solange die Konsequenzen solchen Handelns nur an einem selbst klebenbleiben, mag das ja noch als Darwinismus durchgehen. Kritisch wird es dabei, wenn Populisten mit versimpelten Wahrheiten immer mehr Einfluss erlangen und immer mehr Leute es immer weniger relevant finden, zu lesen (weil "anstrengend").


      Ah so ... es geht also nicht nur darum, andere Leute generell zum Lesen zu bringen, sondern ihnen gleichzeitig auch noch das passende und p.c.-konforme "Denk-Korsett", die "richtige", wertende Deutung, Meinung und Weltsicht gleich frei Haus mitzuliefern, damit sie gar nicht erst auf die Idee verfallen könnten, selbst nachzudenken, und sich womöglich noch selbst eine eigene Meinung zu bilden? Deutungshoheit in Gefahr und so? -- Nee, das lassen wir mal. Das sind Dinge, mit denen ein freiheitsliebender Mensch nichts zu schaffen hat.

      Interplanar schrieb:

      Welche sind Eure Strategien, der nächsten Generation das Lesen nahezubringen, gegen Smartphone und Web-TV?


      Wenn ich Bedenke was für Möglichkeiten wir früher hatten ich kann mich gut daran erinnern das wir jede Woche ein Buch lesen mussten und ein 20 Seitiges Referat halten und vor den Lehrer verteidigen mussten.

      Heute mit den Internet und den digitalen alles Könner ist es nur der Umgang damit und das Hinterfragen.
      Und das alles in wenigen Sekunden.

      Ascan von Bargen schrieb:

      Interplanar schrieb:

      Wie es aussieht, wenn jemand, der nicht liest, das tut, sieht man ja an Trump.

      Ah, ja - this american guy, der von 1964 bis 1966 an der Fordham University, New York, Wirtschaftswissenschaften studierte, und dann auf der University of Philadelphia an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät im Fachbereich Immobilienwirtschaft, der dann erfolgreich in den Baukonzern seines Vaters einstieg und es schließlich sogar zum höchsten Amt des Planeten brachte ... von seinen Gegnern aber trotzdem gerne als ignoranter Volltrottel dargestellt wird, der an der Grenze zum Analphabetismus herum kraxelt...? Wie damals ... bei Jimmy Carter. Wie damals ... bei Ronald Reagan. Wie damals .. bei George Bush. -- Den Kommunisten fällt nichts neues mehr ein. Immer dasselbe, alte Anti-USA-Lied.

      Können wir vielleicht die Kritik an Mr. Trump von politischen Ansichten getrennt halten? Für einen Beleg, dass die zitierte Zeitung "The Atlantic" kommunistische Journalisten beschäftigt, wäre ich dankbar. Mir war das bisher nicht aufgefallen. Und eine Kritik am US-Präsidenten ist mMn noch kein Antiamerikanismus. Dagegen würde ich "Whataboutism" als eine sehr fragwürdige Form der Argumentation bezeichnen.

      Ascan von Bargen schrieb:

      Interplanar schrieb:

      Solange die Konsequenzen solchen Handelns nur an einem selbst klebenbleiben, mag das ja noch als Darwinismus durchgehen. Kritisch wird es dabei, wenn Populisten mit versimpelten Wahrheiten immer mehr Einfluss erlangen und immer mehr Leute es immer weniger relevant finden, zu lesen (weil "anstrengend").

      Ah so ... es geht also nicht nur darum, andere Leute generell zum Lesen zu bringen, sondern ihnen gleichzeitig auch noch das passende und p.c.-konforme "Denk-Korsett", die "richtige", wertende Deutung, Meinung und Weltsicht gleich frei Haus mitzuliefern, damit sie gar nicht erst auf die Idee verfallen könnten, selbst nachzudenken, und sich womöglich noch selbst eine eigene Meinung zu bilden? Deutungshoheit in Gefahr und so? -- Nee, das lassen wir mal. Das sind Dinge, mit denen ein freiheitsliebender Mensch nichts zu schaffen hat.

      Verstehe ich das richtig, dass mein indirekter Appell, dem Lesen das Wort zu reden, mitsamt einem Querverweis auf einen US-Präsidenten, der seiner eigenen Aussage zufolge nicht liest und sich seine täglichen Briefings in bildreichen Häppchen servieren lässt, darauf hinauslaufen soll, die Adressaten vom selbstständigen Denken abzuhalten? Sorry, you lost me here. Sowohl mit dem Vorwurf von Antiamerikanismus, als auch mit dieser Querverbindung.

      Für sachliche Gegenargumente bin ich gerne offen, ich würde mich tatsächlich freuen, wenn mir jemand Mr. Trump einmal mit schlüssigen Argumenten so erklärt, dass ich nicht mehr jeden Tag einen selbstbereichernden, ethikfreien Sozialdarwinisten vor meinem inneren Auge sehe, der von einer Partei gestützt wird, die wirkt, als hätte ihr ein Neuroparasit das Prinzipiendenken und die Vernunftaffinität der Staatsgründer wegprogrammiert.
      @Interplanar:

      Schau, ich dachte, es würde hier um das Thema gehen, wie man "die Jugend" wieder mehr fürs Lesen (und eventuell Schreiben) begeistern könnte und so? Die politischen Aspekte "Donald J. Trump" und "Populisten mit versimpelten Wahrheiten" hast du nachträglich mit eingebracht.

      Ich habe im Übrigen nie behauptet, dass "The Atlantic" kommunistische Journalisten beschäftigt, sondern lediglich festgestellt, dass es eine Tendenz unter gewissen Leuten gibt, ihre politischen Gegner öffentlich als "Deppen" darzustellen, wenn sie keine anderen Möglichkeiten mehr sehen, (siehe das Buch "Fire and Fury"), und dass es insbesondere unter "left wing"-Leuten in Deutschland, aber auch in Europa allgemein, diese mehr oder weniger offensichtliche Haltung des Anti-Amerikanismus gibt; sowie den Umstand hervorgehoben, dass sie denselben unreflektierten Stuss, den sie heute über den amtierenden US-Präsidenten verbreiten, auch schon früher über andere US-Präsidenten verbreitet haben. (Und in Zukunft über andere US-Präsidenten ebenso verbreiten werden.)

      Über Jimmy Carter haben sie gesagt: "Oh nein, wo soll das hinführen? Ein Südstaatler mit Erdnuss- und Baumwollplantagen!"
      Über Ronald Reagan: "Oh nein, dieser Hollywood-Schauspieler, der Cowboys mimte, Rambo großartig findet und Krieg der Sterne spielen will! Weltuntergang!"

      Heute sagen sie eben: "Oh nein, dieser narzisstische Multimilliardär mit der komischen Frisur, der sich selbstbewusst für die Interessen seines Landes einsetzt, sich kein bisschen um die 'political correctness' des 'Establishments' schert und jetzt auch noch 'den Koffer mit dem roten Knopf' in seinen Händen hält! Weltuntergang!"

      Alles kalter Kaffee.

      Der "Weltuntergang" wurde nicht nur verschoben, sondern komplett gestrichen. Können wir getrost vergessen. - Die einzigen, die sich darüber beklagen, sind die Weltuntergangs-Propheten, deren Voraussagen in den letzten 500 Jahren noch nie eingetroffen sind. -- Es ist übrigens nicht mein Ansinnen, hier irgendwem "Mr Trump schlüssig zu erklären". -- Ich dachte anfangs, dass es tatsächlich nur im weitesten Sinne ums Thema "Bildung" geht. Nur dazu wollte ich eigentlich etwas beisteuern.

      Das Thema "Tendenziöse Berichterstattung" wäre sicher auch interessant, wie man gerade an Berichten aus Italien sehen und hören kann. "Die Regierungsbildung in Italien ist gescheitert", sagen sie. Dies ist eine blanke Lüge. Die Regierungsbildung der beiden Koalitionsparteien mit den meisten Wählerstimmen, (Movimento 5 Stelle & Lega) wurde absichtlich von Staatspräsident Mattarella vereitelt und torpediert, damit er nun stattdessen einen Mann vom Internationalen Währungsfond mit der Bildung einer "technokratischen Übergangsregierung" von Brüssels Gnaden beauftragen kann. -- Ist doch Latte, ob das Volk so oder so abgestimmt hat, im März. Wir machen ohnehin das, was wir wollen. Und dann sagen wir der Öffentlichkeit einfach: "Leider ist die Regierungsbildung gescheitert. Kann man halt nichts machen. Eure angeblich demokratische Wahl war nur eine Farce."

      Altes Spiel. Langweilig.


      Edit, ein Tag später.

      Sehr interessant, heute dies zu lesen:

      "Was da am Montag in Italien passiert ist, behagt den Strategen ganz und gar nicht. In Rom sei das viel zitierte Öl ins Feuer gegossen worden. Eine Bevölkerung, die sich von ihren Eliten entfernt hat und dann mitansehen muss, wie genau diese Eliten die von ihr gewählte Regierung nicht an die Macht lässt – diese Bevölkerung sei schon bald zu einem noch viel radikaleren Votum fähig." - Quelle: welt.de

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      sondern lediglich festgestellt, dass es eine Tendenz unter gewissen Leuten gibt, ihre politischen Gegner öffentlich als "Deppen" darzustellen, wenn sie keine anderen Möglichkeiten mehr sehen, (siehe das Buch "Fire and Fury"), und dass es insbesondere unter "left wing"-Leuten in Deutschland, aber auch in Europa allgemein, diese mehr oder weniger offensichtliche Haltung des Anti-Amerikanismus gibt

      Och, das gibt's auf beiden Seiten des Spektrums (sehr lesenswert sind Kohls Attacken auf Schmidt in den 70ern, und Vogels Attacken auf Kohl in den 80ern).

      Zum eig. Thema: die Idee, Kindern ausschließlich dann zu erlauben, über die Schlafenszeit hinaus wachzubleiben, wenn sie im Bett ein Buch lesen, finde ich als Leseförderung gut.
      They call me the Fader. Which is what I'm about to do.

      Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, d.h. man darf sie kostenlos nutzen.
      Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.

      Fader schrieb:

      Zum eig. Thema: die Idee, Kindern ausschließlich dann zu erlauben, über die Schlafenszeit hinaus wachzubleiben, wenn sie im Bett ein Buch lesen, finde ich als Leseförderung gut.


      Wer setzt sich daneben und kontrolliert das?

      Muss es ein geedrucktes Buch sein oder darf es - ganz modern - auch ein e-book auf dem Smartphone sein?

      Wenn es ein e-book sein darf, wie stellst du sicher, dass nicht mal schnell zu WhatsApp gewechselt wird?
      "SAVE THE CHEERLEADER, SAVE THE WORLD"
      @schelo: da gilt natürlich nur ein Hardcoverbuch. Ich rede hier übrigens von Leseförderung, BEVOR die Kids ein Smartphone haben. Das Interesse am Lesen als etwas, das wahnsinnig interessant ist, fängt ja vor der Schulzeit an. Meine Eltern mussten mich nicht anregen, zu lesen ... es war das Interessanteste überhaupt für mich (neben Indianerspielen im Stadtwald), und deswegen konnte ich mit 4 der einschulenden Schulärztin was aus der Zeitung vorlesen.

      Keine Ahnung, wie es dazu kam, aber ich halte es auch für gut, sowas früh anzusetzen, nicht als Zwang, sondern als Faszination. Dann ist Lesenlernen ein Ziel auf dem Weg zu was Großartigem, und nicht etwas, was man tun muss.
      They call me the Fader. Which is what I'm about to do.

      Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, d.h. man darf sie kostenlos nutzen.
      Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.
      Die Frage ist ja erstmal ob das Problem, das hier zu lösen ist, überhaupt existiert. Zumindest in dem Ausmaß wäre es mir nicht bewusst.
      Es ist ja einfach 200 Leute zu filmen, die 8 doofsten auszuwählen und das dann als represäntativ darzustellen. Das machte Jimmy Kimmel, das machte Stefan Raab, das ist lustig und frustrierend, aber keine wirkliche Wiederspieglung des Zustandes.

      Ich persönlich wüsste jetzt auch nicht 100 % wo ich da ansetzen würde, ganz einfach weil für mich (nicht mehr jung, aber noch nicht alt, 31) Lesen immer Teil des Lebens war. Selbt jetzt wo ich alle möglichen digitalen Ablenkungen habe lese ich immer noch Bücher, wenn auch zugegeben weniger als vor 20 Jahren.

      Der Tod des Buches wurde allerdings schon vor 25 Jahren und bestimmt schon 100 mal davor vorausgesagt. Dann kam (diesmal) Harry Potter.
      Ich kenne mich in Literaturgeschichte nicht gut genug aus, aber wäre es nicht mal ein Ansatz, den Kids in der Schule die "Faszination Buch" mit ausgewählten Texten nahezubringen, mit denen sie auch was anfangen können?
      Vor 20 Jahren hatte schon nicht jeder in der Klasse die Gedult oder das Verständnis "Bahnmeister Thiel" oder "All My Sons" ernst zu nehmen oder zu kapieren. Ja natürlich sind das wichtige Texte, aber man könnte sich denen doch auch annähern ohne dieses Bild zu vermitteln dass Bücher nur etwas sind das langweilige alte Leute lesen die lange Sätze verstehen und über Themen nachdenken die nicht mehr relevant sind oder Schüler nicht verstehen.

      Fasto schrieb:

      Es ist ja einfach 200 Leute zu filmen, die 8 doofsten auszuwählen und das dann als represäntativ darzustellen. Das machte Jimmy Kimmel, das machte Stefan Raab, das ist lustig und frustrierend, aber keine wirkliche Wiederspieglung des Zustandes.

      Naja, wenn es wirklich so weit wäre von der Wahrheit, wäre der (gefühlte) Aufschrei größer. Aber ich kenne eine deutlich größere Menge von Kindern und Jugendlichen, die nicht lesen (und damit meine ich wirklich nicht lesen außer das, was sie für die Hausaufgaben brauchen, also nicht nur keine Belletristik, sondern auch keine Zeitschriften oder Sachbücher), als ich das aus meiner Jugend kenne.

      Interplanar hat da schon recht irgendwie -- das ist nicht harmlos, und das hat Konsequenzen: "wer nicht liest, kann nicht argumentieren". Das sollte man nicht wegwinken mit einem Satz, dass "sich eben die Zeiten ändern".
      They call me the Fader. Which is what I'm about to do.

      Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, d.h. man darf sie kostenlos nutzen.
      Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.
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