2018 Eurovision Song Contest

      Ich tippe mit:

      1. Irland
      2. Tschechische Republik
      3. Norwegen
      Das Leben ist eine wilde Reise! Gefährlich! Unvorhersehbar! Voller Überraschungen - selbst wenn du es damit verbringst, irgendwo auf einem Stuhl an ein und derselben Stelle sitzen zu bleiben. (Walter Moers)
      Das Ausscheiden von Belgien hat mich die letzten Tage doch noch etwas beschäftigt. Die Kommentare auf Youtube und Reddit suchen den Grund oder 'Fehler' beim Auftritt selbst, also der fehlenden Bühnenshow (und dem Kleid). Wenn dem so ist finde ich das ehrlich gesagt etwas traurig. Jetzt nicht mal speziell auf Belgien bezogen, sondern allgemein. Es ist doch schliesslich immer noch ein Song Contest und kein Performance Contest, deshalb sollten diese Kriterien irrelevant bzw. keine Kriterien sein. Hat was von Kinderfernsehen wenn die Leute echt denken "Jo, der Song war eigentlich ganz gut aber... war nicht bunt genug!"

      Wenn's nach mir gehen würde, würde man die ganze Veranstaltung in einem schönen großen Theater veranstalten, ohne Party, ohne Bühnenshow, nur die Sänger auf der Bühne, alle uniform und elegant in schwarz gekleidet. Würde ich mir definitiv anschauen.

      Mit Vorhersagen und Tipps tu ich mich immer schwer. Mir persönlich gefällt von den Finalisten mittlerweile Slowenien (Hvala, Ne!) am besten. Hoffe aber wirklich dass sie den Fake-Tonausfall aus dem 2. Halbfinale diesmal wieder weglässt (ist auch nicht in der CD / Videoversion), das hat für mich überhaupt nicht funktioniert und den Fluss des Tracks gegen Ende zerstört.
      Man sollte ja nicht negativ sein, aber ich hoffe dass Zypern nicht gewinnt. Das ist für mich so 0815 Billigpoptrash, der mich zudem von der Melodie her stark noch an irgendwas erinnert. Songs die als Gimmick eine ganz bestimmte Zielgruppe ansprechen haben's bei mir auch schwer, daher ciao Israel und Irland.

      Jetzt da ja auch Australien mitmachen darf könnte man auch mal über weitere Erweiterungen nachdenken. Syrien und der Iran würden beim ESC bestimmt rocken.

      Was Deutschland angeht, so hoffe ich dass sie den positiven Aufwärtstrend der letzten paar Jahre weiterführen können. 2015: letzter Platz mit 0 Punkten -> 2016: letzter Platz mit 11 Punkten -> 2017: 2. letzter Platz.... Also dieses Jahr dürfte drittletzter schon drin sein.

      Wie man lesen kann bin ich heute gut drauf, in dem Sinne Prost und bis in ~4 Stunden.

      Fasto schrieb:

      Das Ausscheiden von Belgien hat mich die letzten Tage doch noch etwas beschäftigt. Die Kommentare auf Youtube und Reddit suchen den Grund oder 'Fehler' beim Auftritt selbst, also der fehlenden Bühnenshow (und dem Kleid). Wenn dem so ist finde ich das ehrlich gesagt etwas traurig. Jetzt nicht mal speziell auf Belgien bezogen, sondern allgemein. Es ist doch schliesslich immer noch ein Song Contest und kein Performance Contest, deshalb sollten diese Kriterien irrelevant bzw. keine Kriterien sein. Hat was von Kinderfernsehen wenn die Leute echt denken "Jo, der Song war eigentlich ganz gut aber... war nicht bunt genug!"


      Das ist weniger eine Frage von "Buntheit" als eine von Bühnenpräsenz (und natürlich auch Song). Conchita Wurst und Salvador Sobral hatten die, selbst die Belgierin vom letzten Jahr (immerhin Platz 4 im Finale), Sennek, die Kroatin und die Lettin in diesem Jahr leider nicht in dem Maße.

      Und, for the record, meine Stimmen gingen an Ungarn und die moldawische Bühnenshow (die harte Arbeit für das Timing und es gleichzeitig leicht und fröhlich aussehen zu lassen, gehören einfach gewürdigt).
      "Was sagt man darüber, wie man Bücher schreibt? Man denkt sich etwas aus und zwingt sich, es aufzuschreiben."

      Ariadne Oliver, Poirot: Wiedersehen mit Mrs. Oliver

      Ascan von Bargen schrieb:

      Da letztes Jahr so ein stilles, poetisch-lyrisches Lied voller Emotionen gewann, stehen die Chancen recht gut, dass dieses Jahr ein lauteres, schrilleres Lied das Rennen machen könnte.


      Glückwunsch zu deiner Prognose. Das schrillste Lied hat tatsächlich gewonnen!
      "Was sagt man darüber, wie man Bücher schreibt? Man denkt sich etwas aus und zwingt sich, es aufzuschreiben."

      Ariadne Oliver, Poirot: Wiedersehen mit Mrs. Oliver

      "LAAA! - AUTSCH! - HÄ?!!" -- ESC 2018 -- Nachlese

      ​Glückwunsch zu deiner Prognose. Das schrillste Lied hat tatsächlich gewonnen!


      Ähem... *räusper* ... ja, danke!
      Was lernen wir daraus? -- Es ist nicht immer schön, recht zu haben...
      :) (Meine Reaktion war denn auch: "Laaaaaa.... Autsch! .... Hääää?!!" -- Das kleine dicke Mädchen aus Israel kam, sang und siegte ...)

      Als die schöne Feuerfrau aus Zypern auftrat, hatte ich für eine Sekunde die vage Hoffnung, sie könnte das Steuer vielleicht doch noch herum reißen. Hat aber leider nicht mehr ganz geklappt...
      Das war so eine Überraschung für mich. Den Song hatte ich vorher noch nicht gehört. -- Eine andere Überraschung war das enorm gute Abschneiden für Michael Schulte. Dieses wiederum beruhte auf der starken Punktevergabe der Jurys. Und dass es da eine gravierende Diskrepanz gibt, zu den Zuschauer-Votings, das wurde ja wieder einmal mehr als deutlich. Die Jurys haben von nix 'ne Ahnung, muss ich mutmaßen. Von Musik am allerwenigsten... (Ein Eindruck, der sich seit Jahren bestätigt und mehr und mehr bei mir festigt.)

      Vollkommen belangloses Sonnenbank-Geträller aus Schweden und sympathische Zahnlücken-Fahrstuhlmusik aus Österreich hätten fast das Rennen gemacht, wenn's nach denen gegangen wäre.

      Die Stimmen der Leute haben es aber maßgeblich anders entschieden. Zwar klang der Zypern-Song wirklich ein bisschen Richtung Beyoncé oder Rihanna oder so -- aber der hatte was. Durchaus.
      Enorm gute Stimmung hat auch die Band oder der Interpret aus Albanien in die Hütte gebracht. Wer hätte damit gerechnet? -- Ungarn hat nicht so richtig auftrumpfen können. Irgendwie hatte ich das Gefühl, sie hätten den Sound der Band irgendwie "gedrosselt" und zurückgenommen. Die Power und Wucht der Studioversion kam jedenfalls im TV nicht so rüber. Mag live in der Halle anders gewirkt haben.

      Ich war bei der Punktevergabe hin und her gerissen. Am Ende habe ich es "gerecht" aufgeteilt:

      5 x Zypern.
      5 x Estland.
      5 x Ungarn.
      5 x Italien.

      (Mist-Mist-Mist ... vielleicht hätte ich lieber 20 x für Zypern abstimmen sollen...?!)

      Wie dem auch sei. Der nächste ESC wird dann wohl in Tel Aviv stattfinden, schätze ich. - Und ich hatte trotzdem riesenviel Spaß und einen wundervollen Abend!
      :) (Es war nur halt ein wenig zu vorhersehbar... rund 20 Millionen Klicks auf youtube, im Vorfeld... das spricht schon eine deutliche Sprache, wohin die Reise geht ...)
      »Stil ist die Geliebte der Kunst. - Coco Chanel«

      Wer wählt eigentlich die Fachjury aus? Wenn ich mir die Knallköppe ansehe, frag ich mich schon, was so "musikerfahrene" Leute wie z.B. der blonde Milchbubi da zu suchen haben.
      ​Überhaupt finde ich das Punktesystem sehr merkwürdig. Da wird ein stundenlanger Geschiß darum gemacht bis die (fast wertlosen) Jurypunkte aus den Ländern vergeben werden und dann wird plötzlich Schlag auf Schlag das ganze Bild innerhalb von 5 Minuten umgewälzt, wenn die Zuschauer Big Points abgegeben werden.

      Cap schrieb:

      Wer wählt eigentlich die Fachjury aus?


      Wenn ich mich recht entsinne, zeichnen für die Jury-Auswahl ARD- & NDR-Redaktionsleute verantwortlich. Für die deutsche Jury, selbstverständlich. In anderen Ländern werden es aber ebenfalls TV-Leute sein, denke ich.

      Cap schrieb:

      Da wird ein stundenlanger Geschiß darum gemacht bis die (fast wertlosen) Jurypunkte aus den Ländern vergeben werden und dann wird plötzlich Schlag auf Schlag das ganze Bild innerhalb von 5 Minuten umgewälzt, wenn die Zuschauer Big Points abgegeben werden.


      Das macht natürlich auch etwas die Spannung aus:

      Wen favorisieren die Jurys? Wen favorisiert das Publikum? Und wer schafft es letztendlich auf Platz 1? -- Jury-Lieblinge werden dann mitunter erdrutschartig wieder ins Niemandsland verdrängt, und von der Jury Vernachlässigte steigen in ungeahnte Höhen auf. -- Da, wo es die größte "gemeinsame Schnittmenge" gibt, zeichnet sich dann der Sieg ab. Obwohl es auch schon ESCs gab, wo sich die Ergebnisse der Jury und des Publikums wirklich diametral entgegengesetzt gegenüber standen, und das Publikum den Sieg eines Interpreten herbeiführte.
      »Stil ist die Geliebte der Kunst. - Coco Chanel«

      Ascan von Bargen schrieb:

      Wenn ich mich recht entsinne, zeichnen für die Jury-Auswahl ARD- & NDR-Redaktionsleute verantwortlich.
      Das würde ich auch vermuten. Auf eurovision.de findet sich zudem noch folgende Erläuterung:

      "Laut Regelwerk der European Broadcasting Union haben die Jurys aus Menschen zu bestehen, die aus der Musikbranche kommen, in oder mit dieser arbeiten. Sie sind Angehörige der Musikindustrie, Produzenten, Komponisten und Künstler, jeweils hinsichtlich des Alters diversifiziert. Seit dem ESC 2014 gilt, dass kein Juror länger als zwei Jahre hintereinander in einer ESC-Jury mitwirken darf. Auch sind seither Transparenzregeln gültig: Die Namen der Juroren müssen vor dem ersten Halbfinale bekannt gegeben werden, auch werden deren Punktevergaben geprüft und nach dem ESC veröffentlicht."

      Ich kann mich auch erinnern, gelesen zu haben, dass in der Jury keine Angestellten bzw. Mitarbeiter des übertragenden Fernsehsenders des jeweiligen Landes sitzen dürfen (finde dafür aber keine Quelle mehr).

      Musikalisch gefielne mir übrigens die Beiträge aus Zypern und Israel beide nicht, gut gemacht waren sie aber. Da ist es mir dann fast lieber, dass der originellere Vortrag gewonnen hat. Aber das wird natürlich immer so sein: Schon die Idee, Musik zu bewerten und in eine Rangfolge zu bringen, ist ja eigentlich absurd. Und wenn dann noch eine Jurywertung und ein Publikumsvoting miteinander vermischt werden, wird man sich wohl jedes Jahr aufs Neue die Köpfe heißreden können. Auch darin liegt ja ein wenig der Reiz des ESC.

      Ebenso wie @Ascan von Bargen hatte ich einen tollen Fernsehabend und jede Menge Spaß mit dem ESC. In diesem Sinne: Auf ein Neues 2019...
      Das Leben ist eine wilde Reise! Gefährlich! Unvorhersehbar! Voller Überraschungen - selbst wenn du es damit verbringst, irgendwo auf einem Stuhl an ein und derselben Stelle sitzen zu bleiben. (Walter Moers)
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