Erotische Hörspiele gesucht

      Erotische Hörspiele gesucht

      Hallo zusammen,
      ich habe mich gerade eben hier in dem Forum angemeldet, bin also neu hier und doch nicht so neu in der Hörspiel- und Hörbuchwelt, da mich von Kindesbeinen an bspw. die Drei Fragezeichen begleiten und sie mich auch heute noch ab und zu in den Schlaf erzählen. :)
      Meine Anmeldung hat jedoch vorrangig einen anderen Grund. Im Rahmen meiner Masterarbeit im Studiengang "Angewandte Sexualwissenschaft" suche ich nach erotischen Hörspielen (nicht -büchern). Das Thema wird lauten: Weibliche Lust im erotischen Hörspiel. Es handelt sich um eine qualitative Inhaltsanalyse, das bedeutet, es wird keine statistische Arbeit, mit der ich Mehrheitsverhältnisse darstellen möchte. Es geht eher darum in den ausgewählten Hörspielen genau zu untersuchen, wie weibliche Lust dargestellt wird. Meine Vermutung war, dass der Markt an erotischen Hörspielen nicht riesig sein wird, doch bisher bin ich insgesamt mit meiner Suche noch erfolglos geblieben. Deshalb dachte ich, dass ich mich mal an Euch wenden könnte, vielleicht ist euch ja mal ein erotisches Hörspiel untergekommen, ihr habt welche oder habt mitbekommen, wo welche zu finden sind (z.B. werden ja auch von Radiosendern manchmal Hörspiele gesendet)? Für Hinweise (auch, wo ich noch suchen könnte) bin ich sehr dankbar. :)
      Ein schönes Wochenende Euch,
      piekantje
      Spontan fallen mir ein:
      Sex in Serie - Reihe aus dem Hause Contendo mit bisher 3 Folgen
      Midnight Sin - Reihe aus dem Hause Midnight Seagull Media mit bisher einer Folge.

      An erotischen Szenen versucht hat sich auch die Reihe
      Die Schatzjägerin - 6-teilige Serie von Romantruhe Audio.

      Wenn dich also auch die eher trivialen Gehversuche im erotischen Bereich interessieren könnte da was für dich dabei sein.
      Das Leben ist eine wilde Reise! Gefährlich! Unvorhersehbar! Voller Überraschungen - selbst wenn du es damit verbringst, irgendwo auf einem Stuhl an ein und derselben Stelle sitzen zu bleiben. (Walter Moers)
      Das Genre erscheint mir im Bereich Hörspiel eher unterrepräsentiert, bis auf die oben genannten Ausnahmen.

      Zwar gibt es auch in meinen Hörspielen hier und da erotische Anspielungen - ("MindNapping #19 - X-Tension", "MindNapping #30 - Dark Trace", "INSIGNIUM IV - Die Madonna von Fatima") - aber reine Erotikhörspiele sind das nicht. ("Die Schatzjägerin" ist, meine ich, auch nicht reine Erotik, obwohl es da teilweise recht saftig zur Sache geht.) In "Dark Trace #2 - Das Imperium des Blutes" gibt es auch eine schöne, "saftige" Erotik-Szene, gleich zu Beginn. Wobei da der Begriff "Frau" etwas weiter gefasst wird. Und es soll ja um "die Lust der Frau" gehen.

      Mir fällt da, im "normalen" Hörspielbereich, noch "John Sinclair - Sonderedition irgendwas - HEXENKÜSSE" von Jason Dark ein. Da sind, im Rahmen des Erlaubten bei einer Horrorstory, auch zwei, drei erotische Szenen mit dabei. Und natürlich bei Jason Darks "Don Harris - Psycho Cop", wo er etwas mehr Freiraum für Erotisches hatte als bei John Sinclair.

      Und wo ich schon dabei bin, Schleichwerbung für andere Leute zu machen:

      In der Serie "FAITH VAN HELSING" gibt es, zumindest in den früheren Folgen, (die aktuellen kenne ich jetzt nicht so sehr), auch hier und da etwas Erotisches auf die Öhrchen.

      Was fällt mir sonst noch so ein, in puncto "Erotik im Hörspiel" und "Lust der Frau"...?

      "Hercule Flambeau #2: Corpus Christi", da ist eine Erotikszene mit drin, (recht sauber allerdings, mehr angedeutet, statt saftig ausgeführt). Ich glaube, in Folge 3 war da auch etwas Entsprechendes mit dabei. Und bei der Serie "Top Secret", da gibt es auch mal mehr, mal weniger deftig ausgeführt, erotische Szenen. Ansonsten vielleicht noch bei einigen Stories von Titania Medien, (Gruselkabinett); eventuell aber eher angedeutet und subtil. Oder hier und da in den historischen Hörspielen von Ken Follett, ("Die Säulen der Erde", etc.), eingebettet in die "normale Handlung". - Ebenfalls eine Prise Erotik findet sich in der GIALLO-Reihe von Audionarchie.

      In den kommenden "Dark Trace"-Folgen, ab Folge 8, wird es da ebenfalls die eine oder andere "pikante Szene" geben.
      »Wir sollten unserem Leben jeden Tag etwas mehr Eleganz verleihen.«

      Ich glaube, dass die Untersuchung im kommerziellen Hörspiel darauf hinauslaufen wird, dass es hier entweder um Männerfantasien oder um den Kontext Sex/Gewalt geht, wobei die Erotik da unterrepräsentiert ist (vgl. Coverart "Ein Job wie jeder andere"). Ein wirklich erotisches (nicht pornographisches) Hörspiel ist mir im kommerziellen Sektor noch nicht untergekommen.
      They call me the Fader. Which is what I'm about to do.

      Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, d.h. man darf sie kostenlos nutzen.
      Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.

      Fader schrieb:

      Ich glaube, dass die Untersuchung im kommerziellen Hörspiel darauf hinauslaufen wird, dass es hier entweder um Männerfantasien oder um den Kontext Sex/Gewalt geht, wobei die Erotik da unterrepräsentiert ist (vgl. Coverart "Ein Job wie jeder andere"). Ein wirklich erotisches (nicht pornographisches) Hörspiel ist mir im kommerziellen Sektor noch nicht untergekommen.


      Darauf wird es hinauslaufen. Gschnaxelt wird oft, auch im Hörspiel, aber mit "Weibliche Lust im erotischen Hörspiel" hat das alles nichts zu tun. Ich kann mich aber erinnern, dass ich im Radio in der Tat schon mal erotische Hörspiele gehört habe. Aber nicht daran, wie die hießen.
      "Ich habe mittlerweile ca. 30000 Hörspiele gehört, bitte, danke."

      Simmering gegen Kapfenberg Greenskull gegen Audionarchie Dreamland gegen Greenskull - das ist Brutalität
      Das erotischte, was ich im Hörspielbereich gehört habe, hat mit Sex nicht viel zu tun. Es war die Szene in der ersten Folge von Peter Lundt, wo er Sally kennenlernt. :D
      Arguing that you don’t care about the right to privacy because you have nothing to hide is no different than saying you don’t care about free speech because you have nothing to say.

      Fader schrieb:

      Ich glaube, dass die Untersuchung im kommerziellen Hörspiel darauf hinauslaufen wird, dass es hier entweder um Männerfantasien oder um den Kontext Sex/Gewalt geht, wobei die Erotik da unterrepräsentiert ist (vgl. Coverart "Ein Job wie jeder andere"). Ein wirklich erotisches (nicht pornographisches) Hörspiel ist mir im kommerziellen Sektor noch nicht untergekommen.


      Den Schwerpunkt dieser Arbeit kenne ich zwar nicht, es ist aber gewiss anzunehmen - zumal heutzutage - dass es genau in diese Richtung gehen mag: "Sex & Crime" / "Männerphantasie", etc. Wobei mir gerade das letztere Schlagwort schon ein gepflegtes Augenrollen abnötigt, (weil ich dabei an eine Rezension denken muss, wo man mir "eine Männerphantasie zu viel" attestierte. Schließlich ... MANN bin ich. PHANTASIE habe ich auch ein gerüttelt Maß von... Und nu'? Was nu'?)

      Ich habe das Thema "Erotik" mal kürzlich in der Rubrik "Eure Lieblingsmusik" getestet. Die meisten Klicks und Besucher hatten meine Videovorschläge da nicht unbedingt immer bei "besonders hochwertiger" und "ausgefeilter" Musik, so viel kann ich schon mal verraten... (Was aber eh vorhersehbar war, und auch vollkommen in Ordnung so ist. Wir alle lieben schließlich Schönheit und Erotik.)

      Ob gerade im Bereich "Hörspiel" aber eine reine Erotikstory à la "Emanuelle" oder "Zärtliche Cousinen", also nicht Hardcore, sondern wirklich Soft-Erotik, funktionieren kann...? Da bin ich mir nicht sicher. Und auch nicht, wie sie klingen sollte. Mit der passenden Musik-Untermalung von Francis Lai, vielleicht, (oder einer vergleichbaren)? Vielleicht denke ich mal drüber nach. Ich schreibe ja eh "zu sehr '70er oder '80er"-style, wie mir andere Rezensenten bescheinigten.
      ^^

      Die Frage ist nur, wie kriege ich diesen schönen, an den Rändern leicht vernebelten Weichzeichner-Effekt aus 1970er oder -80er-Jahre-Erotikfilmen in ein Hörspiel transponiert?
      (Und die zweite Frage ist: Kriegt man professionelle Sprecher dafür, die sich trauen würden, so etwas mitzumachen?)
      (Dritte Frage: Wie sollten die Dialoge klingen? Wie man sie vom allabendlichen Sport 1-Programm gewöhnt ist? Oder vielleicht doch etwas anders?)

      Einerseits kann man sagen: Erotik ist grundsätzlich immer ein (allzu menschliches) Thema. Andererseits: Ausgerechnet heutzutage, im Zeitalter des frei verfügbaren "world wide Pornoheft", wo auf Mausklick alle möglichen visuellen Inhalte abgerufen werden können ... ob da "Audio-Erotik" funktionieren könnte? Nicht nur inhaltlich, sondern auch halbwegs erfolgreich, im kommerziellen Sinne? Schwer einzuschätzen.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Ascan von Bargen“ ()

      Ich habe nun in der Rubrik "Eure Lieblingsmusik" mal einige Klassiker der Film-Musik, u.a. auch der Erotikfilm-Musik, ausgewählt, die mir als Untermalung für ein Erotik-Hörspiel gefallen würden. Aber ich denke, so ein Hörspiel müsste dennoch irgendwie ein Cross-Over sein; also ein "Erotik-Thriller" oder ein "Erotik-Drama", z.B.

      In einer Geschichte muss ja irgendetwas passieren - nicht nur "das". Drumherum gibt es ja auch ein Leben, da passieren Dinge, da entwickeln sich Dinge auseinander, zusammen, hin, her. Einfach nur 60 Minuten lang poetisches Schwelgen in erotischer Szenerie, Gestöhne und Liebesschwüre ... ich glaube, das erträgt niemand - wenn nicht die Charaktere, ihre Beziehungen zueinander oder gegeneinander, ihre Konflikte, ihre Geschichte und Entwicklung die Menschen fesselt und fasziniert.

      Schätzungsweise müsste man das Spiel einfach einmal herumdrehen. In den oben erwähnten Storys ist es ja so, dass in erster Linie das Hauptaugenmerk auf der "normalen" Handlung liegt. Die schönste Nebensache der Welt dient dabei nur als Zierde, à la James Bond. Er jagt die Gangster, rettet die Welt - und zwischendurch macht er nette Bekanntschaften, die er für eine Nacht oder zwei auch etwas vertieft. In einer Erotikstory muss das Hauptaugenmerk natürlich auf den Erotikszenen liegen, die wiederum durch eine gewisse Rahmenhandlung ergänzt werden, damit sie nicht im luftleeren Raum sinnlos vor sich her schweben, ohne dass wir Buchhalter und Prokuristen sie ein-, zu- oder sonst wie Alpha-B-Tisch ordnen können.

      Das könnte sein:

      1.) XY ist durch schlimme, vergangene Erlebnisse zu der Überzeugung gelangt, dass es besser ist, die Finger "von solchen Sachen" zu lassen. Da macht er / sie die Bekanntschaft der/des faszinierenden YZ, der/die seine/ihre Entschlusskraft und Überzeugung auf eine harte Zerreißprobe stellt...

      2.) In einem (hocherotischen) Sommer geben sich X und Y ein feierliches Versprechen. Nach dem hitzigen Urlaubs-Erlebnis trennen sich ihre Wege jedoch für lange Zeit. Mittlerweile ist X mit irgendwem liiert; was eigentlich mit Y geschah, weiß niemand so genau. (Das Mysterium.) -- Als alles völlig normal und entspannt und harmonisch erscheint, kehrt Y jedoch nach vielen Jahren unverhofft zurück ... und fordert die Einlösung des feierlichen Versprechens... (Stress, Spannung & knisternde Emotionen vorprogrammiert.)

      3.) Ein einfaches, nicht übertrieben hübsches Mädchen verliebt sich in einen enorm gut aussehenden, und mindestens so enorm sadomasochistischen Multimulti-Milliardär, und lässt sich von ihm hobbymäßig den Arsch versohlen, nachdem sie dem reichen Mann vertraglich zugesichert hat, ihren Arsch dafür regelmäßig und auf Abruf bereitzustellen, bis ihre Pobacken infolge erbarmungsloser Paddel-, Peitschen- und sonstiger Hiebe fünfzig verschiedene Farbschattierungen angenommen haben. -- Hmm... ach nee, vielleicht besser doch nicht ... ich glaube, so eine Story könnte da draußen keinen besonders großen Erfolg einheimsen...
      :D
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      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Ascan von Bargen“ ()

      Ich werde keine Namen oder Internet-Links angeben wegen den Jugendschutzgesetz.

      Wenn SIE oder ER Volljährig ist und in einer der großen Städte wohnt sollte man bestimmte Shops aufsuchen oder Große LKW Raststätten mit bestimmten Abteilung (ist nach Zigaretten und Alkohol DAS meistverkaufte Artikel).

      Es gibt ein paar Sachen da von 2. Serien sind 3-stellig mit fortlaufende Nummerierung (Audio CD`s und MP3-CD`s (mit 4 bis 6 Folgen Resteverwertung von alten Folgen)) und O-Ton Produktionen sind auch dabei.

      Die Qualität
      - Die Storys lasse ich mal offen.
      - Sprecher : Wo findet man solche schlechte Leute und es gibt tolle Ausnahmen unter den Motto "Ich war jung und brauchte das Geld".
      - Front und Back Covers sind eindeutig dargestellt.

      Besonderheiten
      DAS Impressum auf den CD`S da kommt man auf dumme Gedanken wenn man das liest „Image ist alles“. :D

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „SchattenMan“ ()

      Wow, da habt Ihr mir ja schon richtig viel genannt. Vielen vielen Dank schonmal!
      Mit "weibliche Lust", um das nochmal kurz aufzugreifen, meine ich die Darstellung oder Konstruktion der Frau im Kontext Sexualität. Das umfasst sowohl Verhalten, Handlungen, als auch was und wie etwas gesagt wird, wie (wenn es im Hörspiel beschrieben wird) die Frau aussieht etc. Welches Bild von Weiblichkeit im Kontext Sexualität wird hier gezeichnet und dem/r Hörer/in präsentiert? Es ist also ziemlich weit gefasst.
      Wie einige von euch ja auch geschrieben haben, scheint es wenig Hörspiele zu geben, in denen Erotik das Hauptelement ist, sie ist wohl eher Beilage eines Hörspiels, d.h. es gibt in einem Hörspiel Sexszenen und darin gibt es erotische Elemente. Damit würde sich evt. meine Fragestellung ein bisschen verändern, das wäre aber auch nicht so schlimm, ich befinde mich eh noch in der Fragestellungsfindungsphase.
      Es wurden ja auch Pornographie-Hörspiele genannt, da würde mich mal interessieren: heißen die tatsächlich so? Solche sind mir bisher auch noch nicht begegnet. Und wisst ihr, ab wann etwas als Pornografie-Hörspiel gilt und wie muss ich mir das vorstellen? Handelt es sich einfach nur um die Audiospur eines Pornos?
      Lieber Gruß,
      piekantje
      Hallo piekantje,

      Das umfasst sowohl Verhalten, Handlungen, als auch was und wie etwas gesagt wird, wie (wenn es im Hörspiel beschrieben wird) die Frau aussieht etc. Welches Bild von Weiblichkeit im Kontext Sexualität wird hier gezeichnet und dem/r Hörer/in präsentiert? Es ist also ziemlich weit gefasst.


      das lässt sich natürlich nicht pauschalisieren, da die jeweiligen Hörspiele und ihre Charaktere recht unterschiedlich strukturiert sind. Bei einer Horror-, bzw. Grusel-Serie wie "Geisterjäger John Sinclair", beispielsweise, wird meist nach "Genre-Vorschrift" die femme fatale skizziert. Ich denke da an Charaktere wie die Terroristin Pamela Scott, die zur Vampirin Lady X mutiert, oder später auch "die blonde Bestie" Justine Cavallo, die beide im eng anliegenden sexy Leder-Dress aufmarschieren. Sie werden als sehr attraktiv und verführerisch geschildert, sind jedoch eher das Pendant des "bösen Bondgirls", die ihre weiblichen Reize immer wieder gerne dazu einsetzen, um ihre Opfer in die tödliche Falle zu locken. Ansonsten treten in solchen Storys die Kreaturen der Nacht - (Hexen, Vampire, etc.) - gerne als Pseudo-Prostituierte im Rotlicht-Milieu auf, ("Hexenküsse", "Das Horror-Schloß im Spessart", etc.)

      Eine positive Figur wie "die Schöne aus dem Totenreich", Kara, (eine eher Fantasy-artige Kriegerprinzessin) erinnert an die Reinkarnation von "Red Sonja", zumindest konsultieren beide denselben Schneider und Friseur. (Kara kommt ja auch per Zeitreise-Magie aus Atlantis. Da herrsch(t)en andere Mode-Vorstellungen.) Eine andere positive Frauengestalt, Sinclairs Sekretärin im Yard - Glenda Perkins - ist eher die sexy Ausgabe von Miss Moneypenny. - Sex und Erotik werden aber vorzugsweise im Kontext des weiblich-verführerischen Bösen skizziert, ("Lorna, die Löwenfrau", "Lilith", etc.), das Liebesleben der Guten, der Helden, wird eher angedeutet und "rechtzeitig" ausgeblendet. -- In Western-Klassikern wie jenen von G. F. Unger finden sich an solchen "Erotik-Stellen" lediglich Formulierungen wie: "Oh ja, und diese Frau schenkte ihm in dieser Nacht wahrhaftig den Himmel auf Erden..."


      Und wisst ihr, ab wann etwas als Pornografie-Hörspiel gilt und wie muss ich mir das vorstellen?


      Grundsätzlich ist es immer ein schmaler Grat zwischen "Erotik" (frei ab 16 Jahren) und "Pornographie" (frei ab 18 Jahren). Letztere schildert (oder bebildert) explizit einen sexuellen Akt, mit "reißerischem" Fokus auf die Genitalien - und zielt darauf ab, den Zuschauer, Leser (oder Hörer) sexuell zu stimulieren. Die Darstellung eines erigierten Penis' ("45-Grad-Regel") zählt daher in der BRD ebenso als Pornographie, wie die Darstellung der Klitoris, des Anus, sowie der inneren und äußeren Labien, (auch wenn kein sexueller Akt in der Nähe ist).

      Die Darstellung leicht bekleideter oder nackter Pobacken, Brüste usw. gelten daher prinzipiell nicht als pornographisch. (Ausnahmen bestätigen die Regel.) Fotos, wie wir sie aus dem "Playboy" oder dem dt. "Penthouse" kennen, sind also per se keine Pornographie.

      (Als der Film "Color of Night", 1994, mit Bruce Willis, ins Kino kam, gab es damals eine heftige Kontroverse, weil er in einer Szene des Films nackt in einem Pool schwimmt, wobei sein nicht-erigierter Penis in einer Unterwasseraufnahme zu sehen ist. Allerdings wurde das gute Stück durchs Wasser nach oben gedrückt und "überragte" somit den erlaubten "45 Grad-Winkel", musste somit als Pornographie deklariert werden, obwohl weit und breit keine sexuelle Handlung oder sonst etwas in der Art zu erkennen war... Die Kontroverse entspann sich dann um die Frage: "Darf man die Szene im Kino zeigen? Und wenn ja, ab 16 oder ab 18?" -- Mit so einem Unfug dürfen sich Juristen befassen, während wir uns einfach nur an den Kopf fassen ...)

      "Erotik" wiederum ist weitaus vielfältiger als Pornographie. Es ist das Spiel mit den Reizen, wobei Nacktheit gar nicht das entscheidende Kriterium ist. Ein Tanz kann sehr erotisch sein; sei es der berühmte "Pole Dance", ein Flamenco, ein Paso Doble, Merengue, Salsa, Lambada oder auch das beliebte "Twerking"). Aber ebenso kann auch ein Blick Erotik vermitteln. Oder ein Lächeln. Das Flirten. Ein sexy Hüftschwung beim Gehen. Eine Geste. Mode. Füße. Haare. Da sind die Geschmäcker unterschiedlich. - Wo Pornographie nach Möglichkeit ohne Umschweife "krass zur Sache" geht, ist Erotik subtiler und mehr auf das "zwischenmenschliche Knistern" aus. Natürlich spielt auch Nacktheit eine Rolle und kann durchaus erotisch inszeniert werden, (die berühmten Bade- oder Duschszenen; Striptease; "Petting" / Austausch von Küssen und Zärtlichkeiten, etc.) Erotik speist sich aus der Andeutung, was sich wohl hinter dem Schleier, unter dem Kleid usw. verborgen hält. Ein nicht laut ausgesprochenes Versprechen, eine nicht ausformulierte Einladung zur Erkundungs- oder Eroberungstour.

      Außer, es treten "Spielverderber" wie ich auf.
      ^^ Da kann es sein, dass eine erotisch-knisternde Sequenz durchexerziert wird und dem Hörer suggeriert, gleich etwas äußerst Feines aus der Erotik-Ecke zu Hören zu bekommen -- nur, um die schwül-erotische Atmosphäre dann unvermittelt künstlerisch-humorvoll zu brechen, ("MindNapping #30 - Dark Trace - Nemesis").

      Sehr wohl kann auch in der Erotik ein sexueller Akt bebildert werden. Da jedoch dabei keinerlei Genitalien zu sehen sind, haben wir es hier nicht mit Pornographie zu tun.

      Was z.B. abends in den kleinen Filmchen oder "Ruf mich an!"-Werbespots im TV gezeigt wird, ist alles keine Pornographie. -- Ja, da räkelt sich das nackte Model und hantiert an sich herum, was eine sexuelle Handlung ist. Aber sie spielt sich jenseits des TV-Bildschirms ab, man sieht weder die Finger noch das, was sie zwischen den Schenkeln berühren. Das Eigentliche spielt sich nur im Kopf des Zuschauers ab. Somit haben wir es mit Erotik zu tun, nicht mit Pornographie. -- Auch die wohl heftigsten Sex-Szenen aus handelsüblichen Kino-Spielfilmen sind keine Pornographie. Wir sehen zwar, was da an Handlung passiert, aber wir sehen keine Genitalien. Wir sehen den Akt selbst also nicht. Daher sehen wir in diesem Fall auch keine Pornographie.

      Im schriftstellerischen Bereich gilt: Anatomische Begriffe und entsprechende Beschreibungen sind immer erlaubt, (Erotik). "Schmutzige Wörter" gelten jedoch schnell als pornographisch. Zumal, wenn sie gepaart mit verstärkenden Adjektiven auftreten. Letztlich ist aber immer der Kontext entscheidend, wie und ob z.B. die geistig-seelische, psychische, emotionale Dimension des Menschen auch berücksichtigt wird, oder ob es nur um tumbes Rein-Raus geht, wo auswechselbare Genital-Abziehbilder in Großaufnahme lediglich agieren, um niederste Instinkte anzusprechen und zu stimulieren.

      Kurz zusammengefasst:

      Erotik ist mehr atmosphärisches "Kopfkino"; feinfühlig, elegant, kultiviert, künstlerisch, verspielt, reizvoll.
      Pornographie serviert alles brühwarm auf dem Silbertablett - bam! Inklusive der Genitalien in Groß- und Detailaufnahme, unter Zuhilfenahme von derben, obszönen Wörtern.
      »Wir sollten unserem Leben jeden Tag etwas mehr Eleganz verleihen.«

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Ascan von Bargen“ ()

      Ascan von Bargen schrieb:

      Was z.B. abends in den kleinen Filmchen oder "Ruf mich an!"-Werbespots im TV gezeigt wird, ist alles keine Pornographie. -- Ja, da räkelt sich das nackte Model und hantiert an sich herum, was eine sexuelle Handlung ist. Aber sie spielt sich jenseits des TV-Bildschirms ab, man sieht weder die Finger noch das, was sie zwischen den Schenkeln berühren. Das Eigentliche spielt sich nur im Kopf des Zuschauers ab. Somit haben wir es mit Erotik zu tun, nicht mit Pornographie.


      Deine Definition ist aber demnach eher weit gefasst.

      Ich folge der Joyce'schen Definition, nach der Kunst, die Begierde nach dem Objekt der Kunst weckt, pornographisch ist:
      The feelings excited by improper art are kinetic, desire or loathing. Desire urges us to posses, to go to something; loathing urges us to abandon, to go from something. These are kinetic emotions. The arts which excite them, pornographical or didactic, are therefore improper arts. The esthetic emotion [of proper art] is therefore static. The mind is arrested and raised above desire and loathing.

      Dieser Definition zufolge wäre "erotische Kunst" oder "erotische Darstellung" etwas, das den Sinn für Erotik anspricht, ohne sich am Objekt der Darstellung festzumachen. Für so etwas wären Hörspiele ja durchaus geeignet, da ihnen ja die optische Ebene fehlt. Aber ich denke, dass der Grund dafür, dass es nur wenige gibt, darin liegt, dass die Macher von Hörspielen an pornographischer Darstellung orientieren und versuchen, die in Hörspielform zu bringen.
      Interessante Überlegung oder Sichtweise. Insbesondere, wenn man sich vor Augen hält, dass speziell im pornographischen Bereich die Akteure, bzw. ihre Detailaufnahmen, so was von auswechselbar und unpersönlich sind, dass ein "Begehren", "besitzen oder haben wollen", dadurch von vornherein ausgeschlossen wird...

      Ich folge der Joyce'schen Definition, nach der Kunst, die Begierde nach dem Objekt der Kunst weckt, pornographisch ist

      Nach der Joyce'schen Definition wäre demnach jeder Werbespot, der ein Begehren und das besitzen-Wollen im Betrachter weckt, gewissermaßen "pornographisch"...? Hmm... sonderbare Ansicht...weiß ich nicht, ob ich das so teilen kann. (Oder ob ich da jetzt was falsch aufgefasst habe?)

      Wenn man in diese Richtung weiter überlegt, wäre das, was ich als "Erotik" und "erotisch" beschrieben habe, pornographisch - weil es
      Begehren und Interesse am anderen Menschen weckt. Hardcore-Pornographie wäre demnach gar keine Pornographie, da sie rein ich-bezogen ist und das dargestellte Objekt letztlich völlig belanglos, weil ohne weiteres austauschbar. Strange...

      Ich halte mich da eher an die Ursprünge:


      The word "pornography" was coined from the ancient Greek words πόρνη (pornē "prostitute" and πορνεία porneia "prostitution"), and γράφειν (graphein "to write or to record", derived meaning "illustration", as in "graph"), and the suffix -ία (-ia, meaning "state of", "property of", or "place of"), thus meaning "a written description or illustration of prostitutes or prostitution". No date is known for the first use of the word in Greek; the earliest attested, most related word one could find in Greek, is πορνογράφος, pornographos, i.e. "someone writing about harlots", in the Deipnosophists of Athenaeus. The Modern Greek word pornographia (πορνογραφία) is a reborrowing of the French pornographie.

      Quelle: wikipedia


      Dieser Definition zufolge wäre "erotische Kunst" oder "erotische Darstellung" etwas, das den Sinn für Erotik anspricht, ohne sich am Objekt der Darstellung festzumachen.

      Hmm... das hat mir zu denken gegeben... Wie genau soll das gehen? Ernsthaft gemeinte Frage. - Um beim Thema "Hörspiel" zu bleiben: Es gibt (bekanntlich) verschiedene Methoden, um beispielsweise Spannung zu erzeugen, oder eine beklemmende Atmosphäre, usw. Aber welche Methode soll es geben, den "Sinn für Erotik" der Zuhörer anzusprechen, ohne dafür in der einen oder anderen Weise eine Situation, eine (oder zwei, oder mehrere) Person(en), ihr Verhalten, ihr Aussehen oder ihre (inneren / äußeren) Konflikte zu schildern?

      Freilich muss es dafür nicht erst "zum Äußersten" kommen. Man kann die erotische Knisterspannung sehr gut vorantreiben oder intensivieren, indem z.B. gewisse Dinge fast geschehen ... dann aber doch wieder verzögert werden, das "Versprechen" oder die Sehnsucht also (wenigstens vorerst) unerfüllt bleiben. Vielleicht ist das die Idee, die dahinter steht?

      Dann aber wäre es eher so, wie das, was ich schon beschrieb: Die Erotik bliebe das Spiel (mit) der Verführung, ohne direkt "ans Eingemachte" zu gehen. Pornographie hingegen wäre und bliebe: "Ah, du auch hier?" - "Ja sicher. Bock?" - "Na klar." - Großaufnahme ... und Action, bitte!
      »Wir sollten unserem Leben jeden Tag etwas mehr Eleganz verleihen.«

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Ascan von Bargen“ ()

      Für Deine Arbeit solltest Du unbedingt "Midnight Sin" hören und auswerten.
      Sudame ist das Anagram von Medusa.
      Medusa hat es nicht einfach, wenn sie Sex haben will, denn ihr Partner
      wird ja gleich zu Stein!

      Das Hörspiel ist einzigartig. Lasse es kleine redaktionelle Fehler
      haben, trotzdem ist es wert,beachtet zu werden!
      ..

      Ascan von Bargen schrieb:

      Nach der Joyce'schen Definition wäre demnach jeder Werbespot, der ein Begehren und das besitzen-Wollen im Betrachter weckt, gewissermaßen "pornographisch"...?

      Ja, das ist so. Joyce ist in "Portrait of the artist as a young man" allerdings in erster Linie von Kunst ausgegangen, und verwendet in diesem Zusammenhang den Begriff der Pornographie. Wirklich verstehen kann man den Gedanken dann, wenn man der Idee folgt, dass Kunst dann am Ehesten einen Sinn hat, wenn sie den Betrachter/Wahrnehmer in einen Zustand der Transzendenz erhebt (im Detail würde das hier zu weit führen), und Joyce sowohl die Kunst, die Abscheu weckt oder propagandistische Ziele verfolgt, verurteilt, als auch die Kunst, die das Begehren am Dargestellten weckt.
      Spoiler anzeigen

      Joyce zufolge wären also Gemälde wie "Die Stützen der Gesellschaft" von G. Grosz propagandistisch-zielverfolgend-abscheuerregend und damit manipulativ und nicht als Kunst gedacht und zu kennzeichnen.


      Ascan von Bargen schrieb:

      Wenn man in diese Richtung weiter überlegt, wäre das, was ich als "Erotik" und "erotisch" beschrieben habe, pornographisch - weil es Begehren und Interesse am anderen Menschen weckt. Hardcore-Pornographie wäre demnach gar keine Pornographie, da sie rein ich-bezogen ist und das dargestellte Objekt letztlich völlig belanglos, weil ohne weiteres austauschbar.

      Zum ersten Satz: ja, das wäre so.
      Zum zweiten Satz: nein, denn idR substituiert der Nutzer von Pornographie die Darsteller mit eigenen Phantasievorstellungen und begehrt dann diese. Und da dieses Begehren die Absicht der "Hersteller" und zugleich die Existenzberechtigung ist, würde das sehr wohl unter die Definition von Joyce fallen.

      Zurück zum Hauptthema: im Grunde genommen wären erotische Hörspiele (die eben nicht Wunschphantasien abbilden oder Pornofilme ohne Bild sein wollen und dabei wie üblich scheitern) viel komplexer anzulegen als das bisher geschieht.
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