Utopia [PandorasPlay]

      daneel schrieb:

      "Chronolgie der letzten Tage"


      Die erzählt Geschichte von gut und böse ist einfach sensationell.
      Ist für mich immer noch ein Geheim Tipp von Pandoras Play so eine Qualität von Hörspiele habe ich nur noch aus der Freiszene gehört.

      soundtalesproductions.de/forum…loadDBView&categoryID=22&

      daneel schrieb:

      Ich bin auf Meinungen zu den Sprechern gespannt


      Und wieder mal das alte Thema auch wenn ich mich wiederhole selber entscheiden und sich darauf einlassen.

      daneel schrieb:

      Und über welchen Zeitraum soll ein 13-Teiliges-Hörspiel bei PandorasPlay erscheinen?


      Ich kann mir gut vorstellen das 2. bis 4. Folgen vorproduziert sind.
      Die werden für so ein Projekt schon ein Plan haben.

      Da habe ich schon eine Vermutung. :evil:
      Also die Frage nach dem Zeitraum ist bei einem kleinen Label schwierig zu beantworten, da da viel Faktoren reinspielen bzw. Parteien mitspielen (Bearbeiter, Komponist, Sprecher etc.). Im Moment befindet sich Teil 2 in Vorproduktion - soll heißen, das Hörspiel wir gerade vom Toningenieur bearbeitet und teilweise bereits ge-reviewed (eigentlich müsste man ge-reheard sagen ) . Werden Fehler entdeckt oder Optimierungsbedarf entdeckt, geht es noch einmal in eine neue Runde. Und das solange, wie alle Beteiligten zufrieden sind. Utopia 2 ist, was das angeht, auf einem guten Weg. Wann genau es soweit ist, kann ich jedoch nicht sagen.
      -- Wer nett fragt, bekommt Antwort. Trolle ignoriere ich. --
      KEINE SPOILER

      So, auf den Kokosnussinseln bei Weltbild habe ich mir die Folge 1 von Utopia gezogen und angehört.

      Das ganze ist eine zwiespältige Angelegenheit, da muss jeder seine eigenen Schlüsse ziehen. Ich weiß jetzt grad nicht, was auf der Hörprobe von Weltbild zu hören war, vielleicht gibt das noch etwas Aufschluss. Also das Niveau vom Arzt in der anderen Hörprobe trifft man noch an, das zur Warnung.

      Das Thema:
      Richtig, Selbstjustiz gab es schon bei Dr. Morbius. Da war es jedoch comichafter Natur, während sich Utopia auf aktuelle gesellschaftliche Problematiken bezieht. Da muss man echt aufpassen, wenn man das ganze nämlich nicht professionell genug angeht (Text und Sprecher) kann das schnell in die Hose gehen. Ich hab ja schon geschrieben, dass man von Natur aus Abweichungen im natürlichen Sprachfluss erkennt, gekünsteltes, Dialekte, die durchschimmern, Betonungsfehler etc. Auch Themen, wo es eben nicht um Dämonen, Weltall oder Geheimgänge geht, gehören für mich dazu. Es ist gefährlich, sowas anzugehen, wenn man eben nicht die passenden Ressourcen hat. Es gibt also durchaus, nenn ich sie mal- Augendreh-Momente in diesem Hörspiel, was so ideologische Szenen anbelangt... Aber das wird man sowieso nicht im Forenbereich tiefer diskutieren, insofern egal.

      Die Sprecher:
      Entwarnung kann ich nicht 100% geben. Da muss jeder selbst sehen, ob ihm das reicht. Da doch relativ viele Rollen vorkommen (auch kürzere), ist es fast klar, dass da nicht jeder on point ist. Kritisch wird es, wenn man suboptimale Sprecher in durchgehenden Rollen hat. Das ist hier der Fall (die beiden Polizisten, wobei die Frau noch halbwegs in Ordnung geht, so Richtung Carmen Molinar damals bei Lady Bedfort, die auch immer ein wenig off klang). Da hätte ich beim Casting doch lieber den Nachbarn vom Anfang genommen und als knurrigen Kommissar besetzt, in qualitativer Hinsicht wäre das besser gewesen.

      Der Hauptsprecher geht soweit in Ordnung, es gibt nichtsdestotrotz aber auch Teilsequenzen, wo er mir ein wenig zu geschauspielert klang (nein, ich meine nicht die "Psycho"-Sequenzen).

      Ach ja, Marco Göllner spielt auch mit! Leider keine neuen Infos zu Goldagengarden in den Dialogen zu finden!

      Dialoge sind manchmal doch etwas gestelzt, bzw. so würde keiner reden etc., negative Effekte findet man insbesondere wenn die beiden Polizisten auftauchen.

      Die Mischung:
      Dazu sage ich nicht allzuviel, da meine Abhörsituation nicht die beste ist. Dynamik hat man nicht immer im Griff, laute und leisere Szenen wechseln sich da teilweise etwas ungut fließend miteinander ab. Ansonsten ist das soweit in Ordnung, eine Audio-Offenbarung hat wahrscheinlich niemand erwartet und die kriegt man auch nicht.

      Was auch nicht immer passt, ist Natürlichkeit. Da es ein realeres Szenario ist, wiegt das noch ein wenig schwerer. So ganz verleugnen kann man auch nicht, dass man eben doch in einem Hörspiel ist. Da mal Richtung Radio schauen, dass eben so Sätze wie "Ich zieh meinen Bademantel an" oder dass sich die zwei Polizisten im Haus noch verständigen müssen, wer jetzt wo lang geht.... Das braucht man nicht, wenn überhaupt muss man da einen Mittelweg gehen (den Bademantel ganz weglassen, bei den Polizisten ein gepresstes "ich geh hierlang".) Eine Annäherung eben an die reale (Sprech-)Welt eben., Ist vielleicht auch ein Zusammenspiel von hölzernem Sprecher und nicht ganz so tightem Dialog ("Das sind die Momente, wo ich meinen Job an den Nagel hängen könnte." "Ah, hier am Fenster bist du.")

      Storymäßig gibt es hinten raus auch den ein oder anderen Punkt, aber das muss jeder selbst entscheiden.

      Hm, vielleicht nochmal die zweite Folge abwarten, gehyped bin ich erstmal nicht. 5,5 von 10.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Jean St. Claire“ ()

      Ich habe es in vielen Punkten ähnlich erlebt wie @Jean St. Claire

      Unterhaltsam und spannend fand ich es allemal, wobei die Grundidee halt nicht allzu neu ist. Serienfans kennen das z. B. bereits aus Akte X oder Jessica Jones. Das wird hier variiert, fügt dem aber nichts wesentlich Neues hinzu. Das Hörspiel wandelt inhaltich auf sehr dünnem Eis und läuft der aktuellen Bezüge wegen auch ständig Gefahr, 'Beifall von der falschen Seite' zu erhalten. Das fand ich aber gerade interesant - und im Finale folgt ja noch eine Einordnung.

      Die Soundeffekte fand ich gut bis sehr gut, die Musik dem Inhalt angemessen spannungsfördernd und treibend. Bei den Dialogen muss ich meinem 'Vorposter' zustimmen: Ganz hohe Kunst ist das nicht immer und das kann in kommenden Folgen noch besser werden. Insgesamt empfinde ich die Umsetzung als grundsolide: Haut mich nicht um, stößt mir aber auch nicht negativ auf.

      Die Qualität der Sprecher ist unterschiedlich, wobei die nicht so geschulten Stimmen dann doch nur kurze Rollen haben. An einem Punkt stimme ich nicht mit @Jean St. Claire überein: Das Polizistenduo fand ich in puncto Sprecherleistungen wirklich gut, besonders Dagmar Bittner hat das meines Erachtens prima hinbekommen. Und als sie im Finale dem Affen etwas Zucker geben durfte hat sie das für mein Emfpinden dann toll gemacht.

      Von mir also 6 von 10 Punkten. Gelungener Start, aber in den (hoffentlich) kommenden 12 Folgen darf man sich noch steigern. Ich werde ziemlich sicher dabeibleiben.
      Ohne Oberfläche gibt es keine Tiefe. (Walter Moers)
      Ich habe im Mai bei AUDIBLE zugeschlagen und Folge 1 gekauft. Ob ich mir dazu die CD kaufen werde, weiß ich noch nicht. Aktuell bin ich zwar neugierig, wirklich gut gefallen hat mir Folge 1 aber nicht. Der Hauptgrund liegt an der für mich zu wenig nachvollziehbaren Handlungsweise des „Helden“. Ich fand seine Reaktion und seinen Umgang mit seiner „Gabe“ einfach unlogisch und überzogen. Daneben ist natürlich die Thematik „Selbstjustiz““ ähnlich wie bei Dr.Morbius auch diskussionswürdig. Zudem kommt Schubladendenken und Vorurteile zum tragen, was mir nicht besonders zusagt.

      Ich habe im Thread nun nachgelesen, dass es sich um eine SF-Serie handelt. Wie hier auch schon angekündigt, merkt man dies in Folge 1 nicht. Ich würde von einer phantastischen Geschichte sprechen. Insgesamt war ich doch enttäuscht, weil ich vieles unlogisch empfand. Ich denke, dass dies auch so bleiben wird. Trotz oder wegen der Kritikpunkte, habe ich sehr viel darüber nachgedacht und mich wahrscheinlich mehr mit dieser Folge beschäftigt als wenn sie eine für mich perfekte Geschichte gewesen wäre. Ich werde als auch Folge 2 bei Audible kaufen um zu sehen wohin die Reise geht. Folge 1 lässt mich aber unzufrieden zurück. Von daher war es für mich leider nur ein unterdurchschnittliches Hörerlebnis.
      Das SciFi Hörspiel Utopia hatte ich irgendwie gar nicht mehr auf dem Schirm. Danke, @Markus G. für die Kritik. Mit „Selbstjustiz“ habe ich auch so meine Probleme. Vor allem, wenn sie einfach so „durchgewunken“ wird. Dies fand ich eigentlich auch bei Death Note schon nicht ganz unproblematisch.
      Wenn ich Zeit finde, werde ich trotzdem mal reinhören und meine Meimung dazu hier schreiben. Weil ich aber noch einiges auf Halde liegen habe, kann es noch ein wenig dauern.

      hoerspielkassette schrieb:

      Dies fand ich eigentlich auch bei Death Note schon nicht ganz unproblematisch.

      Ich muss sagen, dass mir "Light Yagami" und "Misa Amane" zuwider sind. Sowohl ihre Charaktere als auch die Handlungen. Dass man Verbrechern, die im weitesten Sinne "Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit" begehen, nicht das Beste wünscht ist verständlich. Dass man Kinderschändern, Vergewaltigern und Mördern selbst das Schlimmste wünscht kann ich nachvollziehen. Aber dass diese selbsternannten Richter auch noch unschuldige ermorden, um Ihre eigenen Taten zu verschleiern, widert mich an und macht nicht gerade Lust, diesem Treiben weiter zu lauschen.
      Hallo Zusammen, Ihr habt ja gemerkt, ich war eine Weile weg (mein Hauptberuf war in den letzten Monaten recht zeitraubend und anspruchsvoll). Und, wie auch schon festgestellt wurde, ist bereits "Utopia 2 - Das Brooklyn-Projekt" seit dem 25.1.2019 erhältlich.Hier ein paar zusätzliche Infos:

      1. Utopia 2 nimmt Bezug auf Utopia 1 (u.a. durch die Hauptperson) ist aber auch wieder eine in sich abgeschlossene Folge.
      2. Letztendlich werden alle Utopia Folgen in einem Zusammenhang zueinander stehen.
      3. Erst mit Ende von Utopia 3 wird langsam ersichtlich, wohin der Zug fahren wird und warum das Ganze eigentlich Utopia heißt.
      4. Utopia 1 bis Utopia 13 überspannt einen Zeitraum von 4 Generationen, so dass der SF-Aspekt erst ab Utopia 4 stärker in den Vordergrund tritt.
      5. Und definitiv ja - es werden alle 13 Folgen erscheinen (Utopia 1 war recht erfolgreich).

      Folge 3 ist schon auf dem besten Wege und wird hoffentlich noch in Quartal 1 2019 erscheinen.
      -- Wer nett fragt, bekommt Antwort. Trolle ignoriere ich. --
      Folge 2 'Das Brooklyn-Projekt' ist leider ziemlich schwach geraten.

      Das Problem ist dabei nicht die Story selbst, denn die ist eine ordentliche Fortsetzung, die ausreichend überraschend und eigenständig angelegt ist. Der Spannungsbogen überzeugt ebenfalls. Sowohl Musik als auch Soundkulisse kann man zudem bedenkenlos abnicken.

      Woran liegt es also? Das lässt sich sehr klar benennen:

      Da sind zum einen die Sprecher, die mehrheitlich einfach nicht sonderlich gut sind. Marlene Rauch und Katja Behnke in den Hautprollen tragen das Hörspiel nicht, wobei Marlene Rauch ihre Sache noch deutlich besser macht. Auch der restliche Sprechercast kann nicht glänzen und das unmotivierte Rumgeschreie von Agent Alpha (ich hoffe, es war Alpha und nicht einer der beiden anderen) in einer Szene wirkt eher lächerlich als autoritär. Das ist zwar alles nicht so laienhaft wie in den frühen Pandoras Play - Produktionen wie z. B. 'Chronologie der letzten Tage', aber es kann auch in keinem Moment mit der Qualität anderer professioneller Produktionen konkurrieren.

      Das zweite große Problem des Hörspiels sind die Dialoge. Diese sind zum Teil wirklich unterirdisch schlecht geraten. Ein Beispiel: Da treffen sich Kelly Bloom und Elisabeth Stanford zum ersten mal und sofort erzählt die eine von ihrem derzeitigen Liebhaber und dass sie ja eigentlich nicht mit geschiedenen Männern anbändelt, aber... Mannomann. Und im ganzen Hörspiel finden sich deskriptive Dialoge und (noch schlimmer) Monologe, dass es einen grausen kann. Der Hörspaß wird dadurch leider ruiniert.

      Wenn eine Produktion nicht die Mittel zur Verfügung hat, um Top-Sprecher zu verpflichten, kann man das ja durchaus nachvollziehen. Dass aber ein Label, das über so viele Jahre Erfahrung verfügt wie Pandoras Play, nicht in der Lage ist, ein vernünftiges Dialogbuch hinzubekommen, ist nicht erklärbar. Mindestens diese Schwäche hätte man erkennen und beheben müssen.

      Bleibt zu hoffen, dass man sich in kommenden Folgen deutlich steigert. Idee und Konzept der Serie hätten es (soweit man das bis jetzt beurteilen kann) verdient.
      Ohne Oberfläche gibt es keine Tiefe. (Walter Moers)
      Das finde ich auch schade. Die Produktionen Terra Mortis (aka ContamiNationZ) und Das dunkle Meer der Sterne sind ja auch sehr gut geraten, auch wenn man dort merkt, dass es keine Top-Sprecher sind. Aber bspw. Schattensaiten und Chronologie der letzten Tage sind sowohl von den Sprechern, als auch von Skript nicht mehr als Hobbyproduktionen; nicht mit MindCrusher und Hörspielprojekt verwechseln, die größtenteils besser sind. Man merkt es auch schon an der Präsentation. Es wird kein Wert darauf gelegt. Es gibt so viele Werkzeuge wie Youtube oder Streamingdienste, bei denen man mindestens Hörproben zur Verfügung stellen kann. Nichts. Nicht einmal auf der eigenen Website ist dies möglich. Hat man Angst, dass ein potentieller Käufer abspringt, wenn er vorab etwas hört? Mir kommt es beinahe so vor.
      Danke für die Info! Schön, dass nun gleich 2 Folgen gleichzeitig erschienen sind. Mal sehen wann ich mir diese zulege. Aktuell gibt es noch viel anderes zu hören und der zeitliche Abstand zur ersten Folge, die mir nicht gefiel, ist leider doch sehr groß. Da habe ich zumindest den gedanklichen, aber auch den emotionellen Faden schon lange verloren.
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